Südamerika-Paludarium

Hallo,
ich finde das superschön.
Auch der geplante Besatz gefällt mir, die bitaeniata möchte ich irgendwann auch mal halten.
Welchen ph Wert strebst Du denn an?
Und ist der Eisendünger für die sub- oder emersen Pflanzen?
Sonst soll nichts gedüngt werden?
Mit Paludarien kenn ich mich nicht aus, aber ich hab ein kleines Schwarzwasserbecken. Mit KH fast 0, Leitwert ca. 55 und Ph gut unter 6. Und da wächst submers nicht viel...
 


Blackwater

Mitglied
Ganz so tief will ich den ph nicht bringen. Da ist mir die Gefahr eines säuresturz zu hoch. Ich strebe einen ph zwischen 6-6,5 an, bei einem Leitwert von 120.

Der Eisendünger ist für die Submersenpflanzen gedacht, auch wenn das wasser auch als Bächlein über einen Teil der Rückwand gepumpt wird. Die Landteil benötigen keine extra Düngung.
 

Shai

Mitglied
Gefahr eines säuresturz
Also ich bezweifle das du ohne CO2 Anlage (und vermutlich sogar ohne noch weitere Zugabe von Säure) auch nur im Ansatz in die Nähe eines Säuresturzes kommst.
Selbst bei purem Osmosewasser und durch handelsübliche KH Tests nicht messbarer KH reicht das was noch da ist zum Puffern - von den anderen Stoffen wie Humine / Tanine abgesehen.

Grüße
Lars
 

Blackwater

Mitglied
Hallo zusammen,

Ich habe heute die Wasserwerte gemessen, einen Tag nach dem 30-Liter-Wasserwechsel mit reinem Osmosewasser.

Der Leitwert liegt aktuell bei 185 µS/cm. Damit bin ich auf einem guten Weg zu meinem Ziel von 120 µS/cm. Der pH-Wert steht bei 7,05, das wird sich durch den Torf in den nächsten Tagen sicher wieder etwas weiter nach unten einpendeln.

Die Makronährstoffe erklären jetzt auch perfekt, warum die Scheiben langsam veralgen. Ich habe hier ein ordentliches Ungleichgewicht im Becken: Nitrat (NO3) steht bei fast Null (0,5 mg/l), während Phosphat (PO4) mit 2,0 mg/l extrem hoch ist. Das Phosphat blutet gerade einfach massiv aus den neuen Botanicals und dem Torf aus. Weil den Pflanzen der Stickstoff fehlt, streiken sie, und die Algen freuen sich über das ganze Phosphat. Mein Plan für die nächsten Tage sieht so aus: Ich packe jetzt erst einmal einen Phosphat-Adsorber in den Vorfilter meines SuperFish, um den PO4-Wert gezielt runterzudrücken. Auf zusätzlichen Nitratdünger aus der Flasche habe ich keine Lust.

Stattdessen setze ich am Wochenende die ersten 15 Roten Neons ein. Nach zwei Wochen Einlaufzeit fahre ich das System so langsam hoch, damit sich die Biologie anpassen kann. Ich behalte die Tiere in der ersten Zeit im Auge und füttere extrem sparsam, um das Wasser nicht zu belasten.

Ich halte euch auf dem Laufenden.
 


Blackwater

Mitglied
So langsam wird es interessant!

Nachdem die ersten 15 Roten Neons eingezogen sind, gibt es wieder ein kleines Update zu den Wasserwerten.

Zunächst hat sich beim Phosphat tatsächlich einiges getan. Beim letzten größeren Zwischenstand lag PO4 noch bei 2,0 mg/l. Vor fünf Tagen habe ich PhosphatEx eingesetzt, und inzwischen sind wir bei 0,5 mg/l angekommen.

Damit ist der gemessene PO4-Wert innerhalb von fünf Tagen um 75 % gefallen. Das PhosphatEx scheint also seinen Zweck zu erfüllen. Ganz verschwunden ist das Phosphat allerdings noch nicht, und bei 0,5 mg/l möchte ich jetzt auch nicht weiter aggressiv eingreifen. Ich werde erst einmal beobachten, wie sich der Wert im laufenden Betrieb entwickelt.

Auch die übrigen Werte sind interessant:

pH: 7,06
Leitfähigkeit: 167 µS/cm
NO3: 0,5 mg/l
PO4: 0,5 mg/l

Die Leitfähigkeit ist nach dem Wasserwechsel weiter gefallen, liegt mit 167 µS/cm aber noch deutlich über meinen angepeilten 120 µS/cm.

Der pH bewegt sich mit 7,06 ebenfalls noch nicht dort, wo ich langfristig hin möchte. Hier werde ich aber ebenfalls nichts erzwingen. Das Becken ist inzwischen mit Torf, Blättern, Erlenzapfen und den anderen Botanicals ordentlich „bewaffnet“ und darf jetzt erst einmal selbst zeigen, wohin sich das Wasser entwickelt.

Beim NO3 bin ich mit gerade einmal 0,5 mg/l weiterhin sehr niedrig. Das dürfte jetzt allerdings interessant werden, denn mit den ersten 15 Neons ist erstmals dauerhaft tierischer Eintrag im System vorhanden. Mal sehen, wie sich Nitrat und Phosphat in den nächsten Tagen und Wochen entwickeln.

Ich möchte deshalb momentan möglichst wenig verändern und lieber beobachten. Nach der langen Bau- und Einfahrphase ist das vermutlich ohnehin der spannendste Teil: herauszufinden, wie sich das System verhält, wenn tatsächlich Leben darin stattfindet.

Die 15 Neons machen jedenfalls bisher einen sehr guten Eindruck und sind inzwischen schön als Gruppe unterwegs.

Wenn die Wasserwerte stabil bleiben, soll die Gruppe später noch auf insgesamt etwa 30 Rote Neons aufgestockt werden. Danach kommen nach und nach die nächsten Bewohner. Besonders gespannt bin ich natürlich auf die Apistogramma bitaeniata. Für sie sind bereits drei Tonhöhlen im Wasserteil vorgesehen.

Aber eins nach dem anderen.

Jetzt darf das Paludarium erst einmal zeigen, was in ihm steckt.
 

Blackwater

Mitglied
Die ersten Tage mit den Roten Neons

Nachdem die ersten 15 Roten Neons nun ein paar Tage im Becken sind, wird es Zeit für ein kleines Update zu den eigentlichen Bewohnern.

Die Eingewöhnung verlief bisher völlig unauffällig. Die Neons sind inzwischen schön als Gruppe unterwegs und nutzen dabei tatsächlich den gesamten verfügbaren Wasserbereich. Gerade in diesem Becken finde ich es spannend zu beobachten, wie sie zwischen den Wurzeln und Pflanzen immer wieder unterschiedliche Bereiche aufsuchen.

Nach der ganzen Planungs- und Bauphase ist es schon etwas Besonderes, wenn man morgens das Licht einschaltet und plötzlich eine Gruppe Roter Neons durch das selbst gebaute Becken zieht.

Auch bei der Fütterung taste ich mich momentan noch etwas vorsichtig heran. Ich möchte das System nach dem Einsetzen der ersten Fische nicht direkt mit großen Futtermengen belasten, sondern zunächst beobachten, wie sich die Wasserwerte unter dem zusätzlichen Eintrag entwickeln.

Aktuell bekommen sie hauptsächlich Frostfutter. Auf dem Speiseplan stehen Artemia mit Knoblauch, Wasserflöhe, weiße Mückenlarven und Cyclops. Zusätzlich habe ich dekapsulierte Artemia-Nauplien zur Verfügung.

Momentan gibt es pro Fütterung ungefähr einen halben Frostfutterwürfel. Die Menge wird innerhalb von etwa zehn Minuten vollständig aufgenommen, sodass dabei bisher kaum etwas übrig bleibt.

Ich füttere gerade am Anfang lieber etwas weniger und beobachte, wie die Tiere damit zurechtkommen. Die Futtermenge kann man schließlich jederzeit erhöhen – eine unnötige Belastung des noch jungen Systems wieder herauszubekommen, ist dagegen etwas schwieriger.

Als Nächstes möchte ich auch noch stärker mit Lebendfutter arbeiten. Gerade bei einer Gruppe von Neons finde ich es interessant zu sehen, wie sich ihr Jagdverhalten verändert, wenn das Futter nicht einfach im Wasser steht, sondern sich tatsächlich bewegt.

Ansonsten lasse ich ihnen momentan einfach Zeit. Die Gruppe soll sich erst einmal richtig einleben, bevor weitere Fische dazukommen.

Geplant sind später insgesamt etwa 30 Rote Neons. Danach wird es mit den Otocinclus und irgendwann den Apistogramma bitaeniata natürlich noch einmal deutlich interessanter.

Aber aktuell stehen erst einmal diese 15 kleinen Farbtupfer im Mittelpunkt.

Und ich muss sagen: Nach all der Arbeit am Paludarium macht es schon ziemlich viel Spaß, ihnen einfach zuzusehen.
 

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