Notwendigkeit von Bakterien "Clean Procult"

Hallo,

wir haben nun unser 60L-Aquarium seit 4-5 Monaten, Fischbesatz mit Guppys, Garnelen und Welsen und geben zu jedem Wasserwechsel eine halbe Flasche von den kleinen Bakterien "Clean Procult".

Jetzt habe ich schon in anderen Beiträgen gesehen, dass diese Bakterien vorzugsweise genutzt werden, um die Einlaufphase des AQ zu verkürzen. Aus der Phase sind wir ja schon lange raus. Wir haben auch dichten Pflanzenbesatz drin.


Frage nun: Müssen die Bakterien weiter hinzugefügt werden? Ich meine, Bakterien bilden sich doch sowieso reichlich oder?


Vielen Dank,
maglovin!
 


Z-Jörg

Mitglied
Nein das könnt ihr nicht so ohne weiteres weglassen, zumindest müsst ihr dann etwas Anderes bei dem Händler regelmäßig kaufen, sonst muss der Händler noch einen Mitarbeiter entlassen.




Ich habe in fast 40 Jahren Aquarienkarriere noch keine Starterbakterien benutzt u. sehe darin auch überhaupt keine Notwendigkeit.
 

Henny

Mitglied
Hi,

ich schließe mich 100%ig an.
Die Bakterien siedeln substatgebunden, auf Wurzeln, Steinen, Bodengrund, Pflanzen und hauptsächlich im Filtermaterial. Die paar Bakterien, die gerade einen Ausflug im Freiwasser machen, sind absolut zu vernachlässigen.
Auch bei einem Neuaufsatz kommen mir keine Starterbakterien aus Fläschchen in die Tüte, ääh.. in den Filter. Auch gibt es bei mir keine Einlaufphase.

Viele Grüße von Andrea
 
Super,

vielen Dank für die kompetente, aber auch schnelle Hilfe! Wir lassen die Bakterien mal nun weg, das Geld kann man sich also sparen!


LG

maglovin
 

Henny

Mitglied
Menno Felix,

so langsam richten wir den Händler aber komplett zugrunde. :wink:
Also: Dort viel Lebendfutter kaufen! :mrgreen:

Viele Grüße von Andrea
 


Oh ne, wirklich.....
ich habe noch eine halbe Flasche Wasseraufbereiter
eine 3/4-volle Flasche mit Starterbakterien

und ich war mir sicher, dass meine im Sommer 13 gekauften Leuchtstoffröhren nach einem halben Jahr an Leistung verlieren, so dass ich mir im Frühjahr ein neues Aquarium kaufen MUSS. :dance:

Tja, wäre ich hier früher gelandet, hätte ich viel Geld gespart und meinen Fischen wäre es besser ergangen.
Euch allen hier DANKE für die tolle Hilfe!
LG Alora
 
Hi,

mittlerweile bin nach über 30 Jahren Aquaristik bei den Starterbakterien angekommen.
Derzeit läuft ein 30er Würfel mit einem Bakterienstarter ein.
Was das nun genau werden wird weiß ich noch nicht. Läuft erst seit Freitag letzter Woche.

Nur muss man diese Bakterienstarter eventuell auch mal differenziert betrachten.

In vielen Bereichen achten wir auf einen guten Start des Aquariums.
Es wird bepflanzt, die Deko wird abgekocht, die Steine gereinigt, der Boden gespült und sonstwie keine Maßnahme ausgelassen.
Und dann wird so ein Becken irgendwie sich selbst überlassen.
Ohne Einfluss darauf zu nehmen wie sich die Mikrobiologie entwickelt.

Oft wird dann empfohlen aus "laufenden und stabilen Aquarien" Mulm zu entnehmen und das neue Becken damit anzuimpfen.
Nur wird kaum hinterfragt was ich denn da bekomme mit diesem Mulm?
Und wie ein "stabil laufendes Becken" aussieht wird schon gar nicht erklärt.

Mir stellt sich da Frage ob es nicht eventuell doch sinnvoll ist auf Bakterienstarter auszuweichen?
Da bekomme ich eine irgendwie definierte Ladung Mikrobiologie.
Nur ohne irgendwelche Krankheitserreger und undefinierte Keime.

Die großen Hersteller kaufen diese Bakterien für ihre Pflegemittel alle zu.
In der Regel stammen die aus Betrieben, die eigentlich für Kläranlagen Bakterien in großer Menge züchten.

Und wenn ich mir überlege, dass diese villeicht 10,- oder 20,-€ den Start ins Hobby eventuell sogar verbessern können,
dann bin ich doch schon geneigt zu sagen: Lieber einen Bakterienstarter als einen mikrobiologischen Irrflug.

Die Kollegen in der Meerwasseraquaristik sind da viel schmerzbefreiter.
Da werden schon aktive Gesteine verwendet und trotzdem wird mit Bakterienstartern nachgelegt.

Sind nur mal so ein paar Gedanken zu dem Thema.

Beste Grüße
Martin
 

Z-Jörg

Mitglied
Hi Martin,
ich gebe dir da natürlich Recht, der Nutzen dieser Starterbakterien ist sicherlich grösser als der Schaden den sie anrichten können.
Da ich aber bisher sehr gut ohne dies Zeug ausgekommen bin, sehe ich eben keine Notwendigkeit für die Anwendung.

Allerdings sehe ich einen Nutzen dieser Starterbakterien, spätestens nach dem zweiten Monat, nur noch für den Händler.
 
Moin.

Schaden tun die wirklich nicht und selbstverständlich kann man die nutzen. Aber man kann auch gut darauf verzichten. Genauso gut kann man auch auf Mulm und Filterschlamm aus anderen Aquarien verzichten. Man kann auch Aquarien ohne dieses und jenes (und ohne mehrwöchige Wartezeit) besetzen.
Eine Mikrobiologie stellt sich ein, sobald die Stoffwechselproßesse im Aquarium anfangen. Warum sollte ich da mit extra bakteriellen Kulturen arbeiten? Klar, ich kann dann schneller mehr Fische einsetzen. Aber wenn ich ein paar Sachen beachte, kann ich auch ohne Bakterienkulturen aus dem Zoohandel ein neues Aquarium recht zügig besetzen.
 

Henny

Mitglied
Hi,

erstmal denke ich, man sollte sehen, aus welchem Becken man Filterschlamm entnimmt. Waren da vor einiger Zeit Cyanos drin, ist das Becken algenmäßig belastet oder waren da zeitnah Fische erkrankt, würde ich so einen Filterschlamm sowieso nicht nutzen.
Auch wenn ein Becken einen 'guten und stabilen' Eindruck macht, entnimmt man mit dem Filterschlamm natürlich nicht nur die wünschenswerten Bakterien sondern auch ohne Ende nicht definierte Keime, deren Auswirkung man auf ein neues Becken nicht abschätzen kann.
Es macht für mich einen deutlichen Unterschied, ob ich meine Bestandstiere aus unterschiedlichen Becken von links nach rechts schiebe (die sind durch die Nutzung der selben Utensilien und regelmäßige Pflanzentransaktionen weitgehend an die Keime gewöhnt), oder ob ich mir für ein neues Becken neue Tiere anschaffe, die an diese Keime noch gar nicht gewöhnt sind.

Bei neuen Tieren impfe ich das Filtermaterial nicht mit Schlamm an, ganz egal, ob sie erstmal in Quarantäne kommen oder gleich ein eigenes neues Becken erhalten. In so einem Fall wird viel Wasser gewechselt.

In wieweit die Starterbakterien aus Fläschchen wirklich helfen, weiss ich nicht.
Bei meinem ersten Becken ging das voll in die Hose, da habe ich aber auch einen typischen Anfängerfehler gemacht.
Ich hatte das Becken brav und geduldig vier Wochen lang einlaufen lassen, den Filter alle paar Tage mit reichlichst Starterbakterien versehen und kleine Prisen Trockenfutter reingestreut. Nitrit war null. Dann hatte ich im Abstand von ein paar Tagen das Becken komplett besetzt. Zwei Mal täglich hatte ich ein Ratestäbchen reingehalten bis es eines Tages tiefrosa war. Panisch bin ich zur 'Händlerin meines Vertrauens' gefahren. Der dortige Tropfentest bestätigte das Drama, was keines gewesen wäre, wenn sie mir nicht eine große Flasche Starterbakterien zur kräftigen Benutzung in die Hand gedrückt hätte mit dem Hinweis, auf keinen Fall Wasser zu wechseln, damit würde ich die Bakterien vernichten. Die meisten Fische würden den hohen Nitritwert schon überleben, die anderen seien eh nicht fit und lebenstauglich. :autsch:
Nachdem meine Fische nach der Zugabe der Wunderbakterien nach zwei Tagen aus dem allerletzten Loch pfiffen, habe ich mich mutig über diese 'kompetente' Person hinweggesetzt und einen und folgende große WW gemacht (da war ich noch in keinem Forum unterwegs). Zum Glück haben alle Tiere überlebt.

Wenn man sich nicht so naiv anstellt, wie ich damals, könne diese Flaschenbakterien vielleicht einen keimfreien Start in die Aquaristik unterstützen.
Mir geht es nicht um das Einsparen von ein paar Kröten, aber helfen diese Bakterien wirklich?

Was mich echt interessiert:
Wie können diese Bakterien über Monate in so einem kleinen Fläschchen ohne Sauerstoff und ohne Nahrung überleben und dann ihren Dienst tun?
Das wiederspricht doch absolut dem ganzen Brumborium, das bei eingelaufenen Filtern gemacht wird, oder?

Viele Grüße von Andrea
 
Hallo Andrea,

wenn ich jetzt wirklich böse wäre, würde ich einfach behaupten:

"Bakterienstarter nützen nichts.
Genau wie Dünger. Habe Dünger benutzt, Pflanzen sind nicht gewachsen"

Ist beides gehoppt wie gesprungen. :mrgreen:

Wenn ich dann aber mal so querlese, dann sind Bakterienstarter in der Regel verpönt.
Die Leute die dieses ins Abseits stellen haben die aber meist nicht mal selber benutzt.

Und in der überwiegenden Zahl wird doch im Inet gerade auf eigene Erfahrungen gepocht. :lol:

Und wenn es denn auch gerade bei Dir nicht wirklich geholfen hat, was war das für ein Mittel, wie wurde dosiert?

Ich denke wir brauchen in der Angelegenheit Bakterienstarter mehr Licht und weniger Lärm.
Wobei nicht nur die Stickstoffkette zu beachten ist, sondern die gesamte mikrobiologische Besiedlung.
Die ist aus meiner Sicht nach wie vor eine ziemliche "schwarze Schachtel" (wie der Franzose sagt). :mrgreen:

Beste Grüße
Martin
 

Henny

Mitglied
Hallo Martin,

ich weiss nur noch dass das Starterbakterien in kleinen 15ml-Fläschchen von einem der bekannten AQ-Hersteller waren (auch kurzes Googeln hat mir keinen Wiedererkennungswert beschieden), davon habe ich wöchentlich ein Fläschchen in den Filter gegeben. Außer ein paar eingeschleppten Blasenschnecken waren keine Tiere im Becken, nur das bisschen Trockenfutter, das ich eingeworfen hatte - die Bakterien hatten also so gut wie nix zu futtern. Der Hersteller der großen Flasche Starterbakterien, wovon ich reichlich reingekippt hatte, als der Peak nach dem recht zügigen Besatz schon da war, war mir unbekannt.
Ich kann also leider keine aufschlussreichen Angaben dazu machen.
Und wie gesagt, ich denke ich habe damals zwei Fehler gemacht:
1. Den Starterbakterien lange kein Futter gegeben.
2. Das Becken dann zu schnell besetzt.
Vielleicht hätten die Bakterien ansonsten geholfen.

Zu meiner gestrigen Frage, wie die Bakterien überhaupt in der Flasche überleben können, habe ich gerade diese Beiträge gegoogelt:
(Aus einem anderen Forum)

"Bakterienstarter allgemein:
Viele Bakterien können eine Form ausbilden (Sporen) die in der Lage ist jahrelang in einer Umgebung zu Überleben, in der das eigentliche Bakterium in einer Minute hinüber währe. Wenn wieder günstige Bedingungen herrschen erwacht die Bakterie wieder zum Leben. Voraussetzung ist, dass man den Bakterien genügend Zeit gibt ihre Form zu wandeln. Diese Sporen kippt man ins Aquarium und nicht die lebenden Bakterien.
"

"...die Bakkis werden gezüchtet und in die Flasche kommen künstliche Nährstoffe und damit die überleben, ist ein Zusatzmittel dabei, der eine Oxydation hervorruft und Luftblässchen freigibt, die dann nach einiger Zeit von den Bakkis aufgenommen werden. Die werden auch nicht kühl gelagert, weil sie dann sofort sterben würden (unterschiedlich). Man sollte den Inhalt der Flasche sofort in das Aquarium geben und NICHT aufbewahren. <<----Informationen von JBL"

Stimmt von diesen Aussagen wohl eine oder keine?

Viele Grüße von Andrea
 
Hallo,

meine Reinigungsbakterien und der Wasseraufbereiter sind von Vivantis, das ist eine Eigenmarke der Z**&C*-Märkte. Im 112-Liter-Becken war ein Innenfilter Fluval 2 mit 2 Filterschwämmen. Wöchentlich wurden 10 - 20 Liter gewechselt. Die Schwämme wurden im abgelassenen Aquarienwasser ausgedrückt. Anschließend wurden Reinigungsbakterien nach Anweisung aufgetropft: "Dosierung nach Filterreinigung, Arzneimittelanwendung oder Wasserwechsel: Pro Woche 10 ml auf 100 Liter Wasser in einem Zeitraum von 3 Wochen". Da reell in meinem AQ 70 Liter sind also 7 ml. Das mit "alle drei Wochen" habe ich gerade erst gelesen.
Anschließend wurde das neue Frischwasser mit Wasseraufbereiter versetzt und ins AQ gelassen. Ich war überzeugt, dass meine Fische sofort tot umkippen, wenn ich keinen Wasseraufbereiter benutze. Davor hat mich die Erst-Becken-Verkäuferin eindringlich gewarnt (ja, die war clever). Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, dass ich die Plastikteile des Filters unter fließendem Wasser abschrubbe.

So richtig geschadet hat das meinem Geldbeutel, aber nicht den Fischen.

Den neuen Außenfilter habe ich großzügig mit den Starterbakterien bestückt, obwohl der drei Wochen zusammen mit dem Innenfilter lief (beide auf halber Leistung). Also, giftig sind die nicht.

LG Alora
 
Hallo,

ich fasse mal kurz zusammen:

Andrea weiss nicht mehr was sie damals verwendet hat, kann sich aber an die Dosierung von 15ml auf X-Liter Wasser erinnern.

Alora hat ein nicht näher bezeichnetes Mittel von Z verwendet und die Dosierung irgendwie nicht verstanden oder überlesen.

OK, das erzeugt noch mehr Fragen bezüglich Bakterienstartern.

Beste Grüße
Martin
 

Henny

Mitglied
Hi Martin,

erinnern kann ich mich noch, dass es ein 112l-Becken war. Das Becken wurde nach vier Wochen innerhalb von ein paar Tagen mit fünf C. paleatus, sechs Platys und neun Guppys besetzt. Das hilft aber auch nicht wesentlich weiter.

Es wäre echt klasse, wenn mal Leute genau berichten könnten. Das wird nur vermutlich schwierig werden, weil die Meisten das Zeug ablehnen, weil es auch ohne geht. Mich würde aber inzwischen auch interessieren, ob es mit besser geht.

Martin, zumindest Du wirst bald was erzählen können.
Dein 30er läuft also jetzt ohne Tiere mit Starterbakterien ein. Misst Du täglich Nitrit?

Viele Grüße von Andrea
 
Hallo,

also das nicht näher bezeichnete Produkt "Reinigungsbakterien für Süßwasseraquarien" enthält mind. 100 Millionen Bakterienkulturen pro ml. Werbeaufdruck: "Millionen von Bakterien sorgen für ein funktionierendes Biosystem in Ihrem Aquarium". Um was für Bakterienkulturen es sich handelt, steht da nicht. Würde mir auch nichts sagen.

Das "in einem Zeitraum von drei Wochen" bezog sich auf die Neueinrichtung, hatte ich jetzt falsch gelesen, sorry. Dosierung: "Pro Woche 20 ml auf 100 Liter Wasser in einem Zeitraum von drei Wochen".

LG Alora
 


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