Hi,
erstmal denke ich, man sollte sehen, aus welchem Becken man Filterschlamm entnimmt. Waren da vor einiger Zeit Cyanos drin, ist das Becken algenmäßig belastet oder waren da zeitnah Fische erkrankt, würde ich so einen Filterschlamm sowieso nicht nutzen.
Auch wenn ein Becken einen 'guten und stabilen' Eindruck macht, entnimmt man mit dem Filterschlamm natürlich nicht nur die wünschenswerten Bakterien sondern auch ohne Ende nicht definierte Keime, deren Auswirkung man auf ein neues Becken nicht abschätzen kann.
Es macht für mich einen deutlichen Unterschied, ob ich meine Bestandstiere aus unterschiedlichen Becken von links nach rechts schiebe (die sind durch die Nutzung der selben Utensilien und regelmäßige Pflanzentransaktionen weitgehend an die Keime gewöhnt), oder ob ich mir für ein neues Becken neue Tiere anschaffe, die an diese Keime noch gar nicht gewöhnt sind.
Bei neuen Tieren impfe ich das Filtermaterial nicht mit Schlamm an, ganz egal, ob sie erstmal in Quarantäne kommen oder gleich ein eigenes neues Becken erhalten. In so einem Fall wird viel Wasser gewechselt.
In wieweit die Starterbakterien aus Fläschchen wirklich helfen, weiss ich nicht.
Bei meinem ersten Becken ging das voll in die Hose, da habe ich aber auch einen typischen Anfängerfehler gemacht.
Ich hatte das Becken brav und geduldig vier Wochen lang einlaufen lassen, den Filter alle paar Tage mit reichlichst Starterbakterien versehen und kleine Prisen Trockenfutter reingestreut. Nitrit war null. Dann hatte ich im Abstand von ein paar Tagen das Becken komplett besetzt. Zwei Mal täglich hatte ich ein Ratestäbchen reingehalten bis es eines Tages tiefrosa war. Panisch bin ich zur 'Händlerin meines Vertrauens' gefahren. Der dortige Tropfentest bestätigte das Drama, was keines gewesen wäre, wenn sie mir nicht eine große Flasche Starterbakterien zur kräftigen Benutzung in die Hand gedrückt hätte mit dem Hinweis, auf keinen Fall Wasser zu wechseln, damit würde ich die Bakterien vernichten. Die meisten Fische würden den hohen Nitritwert schon überleben, die anderen seien eh nicht fit und lebenstauglich. :autsch:
Nachdem meine Fische nach der Zugabe der Wunderbakterien nach zwei Tagen aus dem allerletzten Loch pfiffen, habe ich mich mutig über diese 'kompetente' Person hinweggesetzt und einen und folgende große WW gemacht (da war ich noch in keinem Forum unterwegs). Zum Glück haben alle Tiere überlebt.
Wenn man sich nicht so naiv anstellt, wie ich damals, könne diese Flaschenbakterien vielleicht einen keimfreien Start in die Aquaristik unterstützen.
Mir geht es nicht um das Einsparen von ein paar Kröten, aber helfen diese Bakterien wirklich?
Was mich echt interessiert:
Wie können diese Bakterien über Monate in so einem kleinen Fläschchen ohne Sauerstoff und ohne Nahrung überleben und dann ihren Dienst tun?
Das wiederspricht doch absolut dem ganzen Brumborium, das bei eingelaufenen Filtern gemacht wird, oder?
Viele Grüße von Andrea