Facharbeit: Stoffkreislauf/Einlaufphase

Hallo zusammen,


für meine Facharbeit im 12. Jahrgang werde ich verschiedene Wasserwerte in der Einlaufphase untersuchen. Hauptagenmerk soll auf dem Nitripeak, den vorher angestiegenen NH4 Wert und den am Ende steigenden Nitrat-Wert liegen. So ist es zumindest geplant.

Naja, das Becken (30l) steht jetzt seit gestern. Bodengrund (Sand) und Pflanzen aus meinem seit 2 Jahren laufenden AQ sind im Becken. Dazu ein paar Steine. Und natürlich noch der Innenfilter.

Damit der Test jetzt gut funktioniert, wäre es natürlich am Besten einen anständigen Nitritpeak nachzuweisen. Wie kann man einen Nitritanstieg sozusagen provozieren? Anfüttern?

Heute waren NH4 und Nitrit nicht nachweisbar.

Wie siche rist es, dass ich einen Nitritpeak bekomme.

Zu erwähnen ist noch, dass das ganze natürlich ohne Fische/garnelen/Schnecken stattfindet!!


Also, wenn jemand Ideen hat, immer her damit ;-)

Viele Grüße

Sven
 


Mudskipper

Mitglied
Moin,

das Problem an der Sache ist, das ein Versuch alles andere als representativ ist. Das heißt wenn Du die Werte X,Y usw misst kann es beim nächsten Versuch mit exakt gleichem Aufbau komplett anders laufen.
Das nur vorweg, damit Du nicht schreibst "Das ist so" sondern "so kann es z.B. laufen".

Einen Nitritanstieg(Peak ist ja eigentlich doof ausgedrückt, das würde ja nur den Scheitelwert berücksichtigen) kannst Du mit Flockenfutter provozieren um den Stickstoff-Kreislauf anzukurbeln.

lg
 
Danke für die Antwort!

Natürlich soll dieser Versuch ein Beispiel sein.

Ich hoffe, es passiert folgendes:

Anstieg Ammonium/Amoniak danach Abfall ---> Ansteig Nitrit danach Abfall ---> Anstieg Nitrat!

So wird in der Literatur der Stoffkreislauf beschrieben.

Dann könnte mein Beispie-Versuch ein kleine Bestätigung für den kreislauf seim, bzw. könnte man diesen dann besser beschreiben/erklären!!

Viele Grüße
 
A

Anonymous

Guest
Hallo,

kommt es Dir auf eine möglichst unverfälschte Darstellung des Nitritpeaks an oder um möglichst authentisches Nachstellen der Verhältnisse im Aquarium?

Im ersten Fall würde ich die Bakterien mit Ammonium (z.B. aus Hirschhornsalz) füttern. Die Pflanzen würde ich Pflanzen weglassen, weil sie einerseits Ammonium und Nitrat, sowie im geringem Maße auch Nitrit aufnehmen und andererseits aufgrund absterbender und sich zersetzender Pflanzenteile selbst aktiv zum Nitritpeak beitragen.

Vom Anfüttern mit Flockenfutter halte ich nicht viel. Erstens muß sich dazu erst mal was finden, was die Proteine des Futters ammonifiziert und zweitens muß man schon erhebliche Mengen Flockenfutter ins Wasser kippen, damit sich am Nitritwert was rührt. Ein Teelöffel Flockenfutter auf 100 l Wasser erhöht den Nitritwert nach vollständiger Umsetzung lediglich um rund 0,1 mg/l.

Viele Grüße
Robert
 
Hallo,

also ich will meine ergebnisse nicht verfäschen, nur um die Literatur zu "unterstützen"

Wenn mich nicht alles täuscht, kommt ein nitritpeak beim normalen Einlaufvorgang doch ziemlich sicher vor, oder?
 
A

Anonymous

Guest
Hallo,

naja, je nach den realen Umständen im Aquarium reicht der Nitritpeak vom sanften Hügel, den man meßtechnisch kaum erfassen kann, bis zum Berg mit 10 mg/l NO2 und mehr.

Wenn es Dir darum geht, sauber einen Nitritpeak zu dokumentieren, der diesen Namen auch verdient, rate ich Dir zu oben vorgeschlagenen Vorgehen (Ammoniumfütterung, keine Pflanzen).

Viele Grüße
Robert
 
Hallo,

hast du dich mit dem 10(!!!) mg/l verschrieben? Weil das wäre ja schon recht heftig!

Einen so großen brauche ich nun auch wieder nicht, aber er sollte auch nicht irgendwie den Höhepunkt bei 0,2 haben ;-)

Ich weiß ich bin wählerisch ;-)

Viele Grüße

Sven
 


Hallo zusammen,

kleine Updtae nach Tag 4:

Leider bi sjetzt nix passiert. Kein Anstieg von ammonium/Ammoniak und dementsprechend auch kein Nitrit-Anstieg. Ich hoffe, da passiert noch was!

Viele Grüße
 
A

Anonymous

Guest
Hallo,

das wundert mich nicht. Wo soll es auch herkommen, das Nitrit? Von bösen Vogonen aus dem Subraum hineingebeamt? Wo keine organische Belastung, da auch kein Stickstoffabfall.

Viele Grüße
Robert
PS. Du hättest auf meinen Rat mit der Ammoniumfütterung hören sollen...
 

bierteufel

Mitglied
Hi...

Das Ganze ist eigentlich sehr intressant.
Aber ich finde in deinem speziellen Fall sind schon im Ansatz einige Fehler gemacht worden.

Beispiel:
Naja, das Becken (30l) steht jetzt seit gestern. Bodengrund (Sand) und Pflanzen aus meinem seit 2 Jahren laufenden AQ sind im Becken. Dazu ein paar Steine. Und natürlich noch der Innenfilter.

Wie schon vorher geschrieben wurde, ist das ganze sehr instabil/Chaotisch. Ich haette aber im Ansatz versucht diese "Unschärfe" möglichst gering zu halten. Auch wenn ich kein Befürworter des Abkochens bin, kaette ich für einen solchen Versuch den Kies abgekocht und auf die Pflanzen verzichtet.

Durch das Verwenden von Kies und anderen Dekosteinen und Pflanzen auf einem anderen Becken wird der Versuch noch unschärfer und noch weniger aussagekräftig.

Der Aufbau hätte eher so aussehen können:
Neues Becken, neuer Filter und Wasser. Dann 1 tropfen irgendeines Filterstarters ins Becken, und täglich eine definierte menge Futter ins Becken, z.B. 1 Futertablette. Und dann schauen was passiert.
Gruß Arne
 
Hallo Gugelhupf,

weißt du eigentlich, was du da machst? Irgendwie bekomme ich das Gefühl nicht los, dass du noch gar keine Literatur gewälzt hast und das Phänomen, dass du sogar durch ein Versuch reproduzieren willst, selber noch nicht verstanden hast. Ansonsten ist deine Verwunderung einfach schwer zu verstehen...

Ich würde es folgendermaßen machen:
- Zuerst einlesen. Literatur beschaffen, von mir aus auch im Internet stöbern.
- Überrlegen, wie ich das Problem modellieren kann. (Und ja, du darfst/kannst einen Versuch so beeinflußen, dass du ein eindeutigeres Ergebnis bekommst, solange du es sauber verkaufen kannst)
Ich würde z.B. einfach den Ansatz wählen, dass ich davon ausgehe, dass ein bestimmter Besatz von Anfang an in einem absolut neuem Aquarium drin ist. D.h. kein benutzter Bodengrund, keine Pflanzen und schon gar keine, die vorher schon in einem eingefahrenen Aquarium waren.
Da du es ja ablehnst richtige Fische reinzusetzen, könntest du deren Ausscheidungen simulieren (ungefähre Stoffmengenbilanz eines Besatzes x, der eine bestimmte Menge Futter y bekommt).

Lies dich endlich mal ein, lies dann nochmal Roberts Beiträge, und fang dann erst an dir einen Wolf zu messen.

Grüße,
Sue
 
Hallo,

so ganz verstehe ich eure Aufregung nicht.

Zum Bodengrund: Der war neu gekauft und kam niemals aus einem eigefahrenen Becken.
Zum Filter: Auch der war neu!
Pflanzen: Die hätte ich evtl wirklich rauslassen können, aber aus einem eingefahrenen Becken kommen diese ja sowieso, auch aus dem Zoohandel.
Auch das Becken war quasi neu - extremst gesäubert!

Die Pflanzen wollte ich deswegen nicht rausnehmen, da die Facharbeit auch über ein wirkliches AQ gehen soll - und da sind nunmal Pflanzen drin.

Verwundert war ich gestern ja nicht wirklich.

Außerdem habe ich auch vorher im Internet mich eingelesen und auch in der Literatur. Deswegen verstehe ich auch den Einwand nicht so ganz, dass Nitrit z.B. nirgendwo herkommen kann.

Mein Wisstensstand sieht folgendermaßen aus:
Im neu eingerichteten Aquarium entseht aufgrund des Ungleichgewichts Ammonium. Dieses wird durch Bakterien in nitrit umgewandelt und eine andere Art Bakterien wandelt dieses Nitrit in das ungiftige Nitrat um. Sollte ich da völlig falsch liegen, bitte ich um Aufklärung.

Außerdem habe ich das Becken auch leicht angefüttert.


Heute hat sich dann auch was getan: Ammonium/Ammoniak angestiegen, Nitrit auch.


Hat mein Beitrag jetzt einige Missverständnisse beseitigt, oder denkt ihr immernoch, dass das Projekt quasi nicht aussagekräftig ist?

Viele Grüße

Sven


Edit: Wie ich gerade in meinem alten Beitrag gelesen habe, steht da, dass der Bodengrund aus dem eingefahrenen Becken ist. Dies ist natürlich falsch, der bodengrund war nagelneu!!! Und wie gesagt: Auf pflanzen wollte ich nicht verzichten. Aber wenn ich nun Pflanzen aus dem Zoohandel kaufe, sind die auch in einem länger laufenden Becken. Aber ich denke, es hat etwas zur Verwirrung beigetragen mit meinem Bodengrund!!
 
Laut meinen Büchern befinden sich die Bakterien, die dafür verantwortlich sind, dass der ganze Prozess (Ammonium/Ammoniak ---> Nitrit ---> Nitrat) startet quasi überall, weswegen der Prozess also mehr oder weniger von alleine startet, da diese Bakterien auch über die Luft/Staub teilweise ins Becken kommen.

Zum vermehren dieser Bakterien habe ich ja leicht angefüttert, was auch in der Literatur so empfohlen wird.

Ammonium/Ammoniak ist angestiegen, Nitrit auch. Eigentlich doch ein klares Indiz dafür, dass der Prozess bereits startet, oder?
 
A

Anonymous

Guest
Hallo,

Gugelhupf1990 schrieb:
so ganz verstehe ich eure Aufregung nicht.
Hier regt sich niemand auf.

Deswegen verstehe ich auch den Einwand nicht so ganz, dass Nitrit z.B. nirgendwo herkommen kann.
Nitrit ist 'ne Stickstoffverbindung. Damit die entstehen kann, muß irgendwo Stickstoffabfall im Aquarium herkommen. Bei den üblicherweise kursierenden Einfahr-"vorschriften" besorgen das vergammelnde Pflanzenteile, denn tierischen Stickstoffabfall gibt es nach der reinen Lehre ohne Besatz noch nicht. Und verstehst Du auch, warum der Nitritpeak zeitlich und quantitativ so unvoraussagbar ist: ja nach Dichte der Pflanzen und Sauberkeitsfimmel des Aquarianers fällt er unterschiedlich schnell und unterschiedlich hoch aus.

Die paar Alibi-Flocken Futter, die man ins Aquarium kippen soll, die kann man getrost vergessen. Um in 100 Litern Aquarienwasser 0,1 mg Nitrit erzeugen will, muß man schon einen Teelöffel Futter ins Wasser kippen. Ich halte daher von der üblichen Einfahr-"vorschrift" wenig bis gar nix, meine Gedanken dazu habe ich hier schon mal aufgeschrieben: beginner-forum-f1/ich-brauche-rat-t51656-s15.html#p383570

Im neu eingerichteten Aquarium entseht aufgrund des Ungleichgewichts Ammonium.
Aha. Aus dem metaphysischen Zustand "Ungleichgewicht" materialisiert sich also der Stoff "Ammonium". Danach hatten schon die Alchimisten im Mittelalter gesucht, und heureka, Du hast es gefunden.

Viele Grüße
Robert
 
Wie gesagt, so stand es in meinen Büchern.

Eine geringe Menge Bakterien ist vorhanden, diese Vermehren sich dann...

Wenn ich es falsc verstehe, würde ich dich bitten, mir zu erklären, wie und warum der Prozess startet.

Klar Ammonium muss irgendwo herkommmen, es gibt ja keine Fischausscheidungen oder ähnliches. Dann sag mir bitte, wie das läuft ;-)

Viele Grüße
 
Hallo,

nur mal so aus Interesse...

In welchem Fach schreibst du die Facharbeit in Bio oder Chemie?
Und welche Quellen benutzt du?

Liebe Grüße,
Sue
 
Hallo,

Facharbeit ist in Bio (LK)!

Folgende Literatur liegt vor:

Mergus Aquarien Atlas 1
GU Mein Aquarium
GU Das Aquarium
Hanns - J. Kraus Aquaristik für Einsteiger
Hans gonella & Harro Hieronimus Perfektes Aquariumwasser
Bechtermünz Verlag Lebensraum Aquarium

Dazu nutze ich natürlich das Internet!

Aus diesen Büchern habe ich auch die Informationen, dass die Bakteiren in geringen Maßen vorhanden sind und somit alles startet, wenn man die Bakterien anfüttert. Dann kommt es auch zum Ammonium-Anstieg und Nitrit - Anstieg. deswegen war ich so verwundert, da ihr gesagt habe, ich verstehe etwas falsch.

Viele Grüße
 
Ich möchte auch noch meine vorläufige Gliederung vorstellen, diese wird aber noch mit dem Lehrer endgültig besprochen!

Ofizielles Thema, vom Lehrer bestätigt: untersuchung physikalischer und chemischer Parameter im neu eingerichteten Aquarium.

Schwerpunkt liegt aber auf den chemischen. Physikalisch wird sich das auf die temperatur beschränken.

Ich bitte vielleicht noch jemanden, mich aufzuklären, fals ich etwas kommplett falsch verstehe (Vorgang Bakterienvermehrung/Stoffanstieg bei der Neueinrichtung)

Hier die Vorläufige Gliederung:

1. Vorwort
2. Einleitung
2.1. Formulierung des Themas
2.2. Ziel der Arbeit
3. Die Parameter
3.1. Vorstellung und Charakterisierung der Parameter
3.2. Vorkommen der Parameter in natürlichen Gewässern
4. Wasseruntersuchung im neu eingerichteten Aquarium
4.1. Methodik
4.1.1. Vorstellung der Ausgangsituation
4.1.2. Versuchsorganisation und geplanter Verlauf
4.1.3. Verwendete Materialien
4.2. Durchführung des Versuchs
4.2.1. Dokumentation der Ergebnisse
4.3. Auswertung des Versuchs
4.3.1. Interpretation der Ergebnisse
5. Übertragung der Ergebnisse
5.1. Stoffkreislauf im Aquarium
5.1.1. Übertragung der Ergebnisse auf den normalen Stoff-
kreislauf eines Aquariums
5.1.2. Wichtigkeit einer Einlaufphase in einem neu
eingerichteten Aquarium
6. Anhang
7. Quellenverzeichnis
8. Erklärung


Viele Grüße
 
Hallo,

soweit ich mich erinnere, sollte man durch die Facharbeit einen Einblick bekommen, wie man wissenschaftlich arbeitet.
Ich weiß nicht, ob dann solche "Hobby" Bücher wirklich angebracht sind.

Hast du schon mal bei Google scholar gesucht, es gibt da soviele Treffer, die dich sicherlich interessieren. ;)

Gugelhupf1990 schrieb:
Aus diesen Büchern habe ich auch die Informationen, dass die Bakteiren in geringen Maßen vorhanden sind und somit alles startet, wenn man die Bakterien anfüttert. Dann kommt es auch zum Ammonium-Anstieg und Nitrit - Anstieg. deswegen war ich so verwundert, da ihr gesagt habe, ich verstehe etwas falsch.

Das was du, so weit ich das beurteilen kann, vergisst ist der quantitative Faktor an der Sache.

Überleg dir doch mal selber mit einem Stift in der Hand und einem Blatt Papier, wie Robert darauf kommt:
Loong schrieb:
Um in 100 Litern Aquarienwasser 0,1 mg Nitrit erzeugen will, muß man schon einen Teelöffel Futter ins Wasser kippen.

Deine Gliederung sieht übrigens okay aus, aber wenn du nicht an deinem Versuchsmethode arbeitest, wird der 4. Punkt höchst schwammig.

Grüße,
Sue
 
Hallo Sven,

als Erweiterung deiner Literaturliste empfehle ich die folgenden Links. Der Autor hat sich sehr intensiv mit dem Stickstoffkreislauf in Aquarien auseinander gesetzt.

http://www.deters-ing.de/Gastbeitraege/nitritpeak.htm
http://www.deters-ing.de/Gastbeitraege/ammonium.htm
http://www.deters-ing.de/Gastbeitraege/ ... sation.htm

Um dir einen ungefähren Überblick zu geben was bei welcher Futtermenge an Flockenfutter so anfällt habe ich mal rein theoretisch gerechnet:
http://www.aquaristik-normal.de/html/fu ... eorie.html

Dies alles sind Quellen um dem Start eines Aquariums auf die Schliche zu kommen. Man darf allerdings nicht vergessen, dass sich in deinem System ja keine Fische befinden. So ist die Umwandlung von Flockenfutter zu Ammonium/Ammoniak zeitlich langsamer.

Dokumentiere also auch wie viel Flockenfutter Du da eingesetzt hast und rechne mal quer ob die Zahlen stimmen.

Beste Grüße
Martin
 


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