Die Technik hinter meinem Südamerika-Paludarium
Bei der Planung war mir besonders wichtig, dass die Technik möglichst unsichtbar bleibt – sowohl im Wasserteil als auch an Land. Das Becken wurde von Rana Terrarienbau als Raumteiler mit Lichtkasten, Unterschrank, Kabeltunnel und den notwendigen Durchführungen für Filter und Beregnung gebaut. Die Technik sollte möglichst vollständig integriert sein, ohne die Gestaltung des Beckens zu dominieren.
Die Wasserfilterung übernimmt ein SuperFish X-Pro Thermo 1000 Außenfilter. Er läuft rund um die Uhr und hält die Wassertemperatur bei 25 °C. Der Bachlauf wird unabhängig davon über eine Eheim-Bachlaufpumpe betrieben. Er läuft tagsüber und wird um 23 Uhr abgeschaltet. Die Filterung und Wasserzirkulation bleiben auch nachts aktiv.
Für die Beleuchtung nutze ich zwei Arcadia Jungle Dawn LumenIZE mit jeweils 39 W sowie vier Skylight MIDSPOT V25 mit jeweils 14 W. Damit kommen die Arcadia-Leuchten zusammen auf 78 W und die MIDSPOTs auf 56 W.
Die Arcadias übernehmen die Grundbeleuchtung des bepflanzten Landteils. Sie dimmen morgens zwischen 9 und 10 Uhr hoch und abends zwischen 22 und 23 Uhr wieder herunter. Die MIDSPOTs schalten sich um 10 Uhr mit voller Leistung dazu und werden um 22 Uhr ausgeschaltet.
Bei den MIDSPOTs habe ich mich bewusst für die V25 mit ihrem engen Abstrahlwinkel entschieden. Dadurch wird das Licht stärker gebündelt und erreicht auch die unteren Bereiche des Wasserteils. Die Arcadia-Leuchten allein würden die Ausleuchtung bis ganz nach unten nicht gewährleisten.
Die Temperatursteuerung erfolgt über ein Lucky Reptile Thermostat Pro II mit einem 50-W-Heizkabel. Zusätzlich sind zwei Solar Raptor Heatstrips mit jeweils 12 W an den Frontscheiben verbaut. Sie sollen kalter Zugluft entgegenwirken und das Beschlagen der Scheiben reduzieren.
Für die Beregnung kommt die Whisper PowerPump Professional mit fünf Sprühdüsen zum Einsatz. Die Anlage wird über eine smarte Steckdose gesteuert und läuft täglich siebenmal für jeweils zehn Sekunden. So wird mehrmals am Tag kurz Wasser auf die bepflanzten Flächen aufgebracht.
Davon getrennt arbeitet der digitale Ultraschallvernebler Hobby Hygro System. Er läuft morgens und abends jeweils 20 Minuten. Während die Beregnungsanlage Wasser über die Düsen verteilt, erzeugt der Ultraschallvernebler feinen Wassernebel.
Für die Luftführung sind vier Terrarienventilatoren verbaut. Sie transportieren warme Luft aus dem Lichtkasten entlang der Frontscheiben in das Terrarium. Damit wird die im Lichtkasten entstehende Wärme gezielt für die Luftführung genutzt.
Die Schaltzeiten der einzelnen Komponenten sind über smarte Steckdosen und Automationen organisiert. So lassen sich Beleuchtung, Bachlauf, Beregnung, Vernebelung und Ventilatoren in einen festen Tagesplan einbinden. Der Außenfilter bleibt davon unabhängig rund um die Uhr in Betrieb.
Zur Kontrolle von Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit nutze ich einen SwitchBot-Sensor. Er hängt aktuell noch frei im Becken, soll später aber möglichst unauffällig platziert werden. Bei der Auswertung muss ich berücksichtigen, dass ein einzelner Sensor nicht sämtliche Klimabereiche eines so hohen Beckens gleichzeitig abbildet.
Auch die Dosierung flüssiger Zusätze ist automatisiert. Dafür nutze ich eine Chihiros-Dosierpumpe mit dem passenden Magnetic Stirrer. Der Magnetrührer durchmischt die Flüssigkeit im Dosierbehälter. Aktuell dosiere ich täglich 3 ml Gerstenstrohextrakt, 0,6 ml Humin Booster und 0,4 ml FERRDRAKON. Zusätzlich gebe ich täglich 250 ml Osmosewasser über die Dosierpumpe hinzu, um die Verdunstung auszugleichen.
Die Flüssigkeiten werden über einen Inline-Adapter direkt in den Druckschlauch des Außenfilters eingespeist. Dadurch muss ich keine einzelnen Dosierschläuche ins Becken hängen und die Technik bleibt optisch unauffällig.
Insgesamt war es mir wichtig, die Technik nicht einfach nur zu verstecken, sondern sie so zu integrieren, dass die einzelnen Komponenten ihre Aufgaben erfüllen und trotzdem ein möglichst natürlicher Gesamteindruck erhalten bleibt. Die Automatisierung erleichtert den täglichen Betrieb, ersetzt aber natürlich weder die Kontrolle der Wasserwerte noch die Beobachtung der Pflanzen und Tiere.
Mich würde interessieren: Welche technischen Lösungen findet ihr bei Aquarien besonders gelungen – vor allem dann, wenn die Technik möglichst unsichtbar bleiben soll?