Hallo zusammen,
nachdem ich euch die Bauphase gezeigt habe, läuft das System nun seit einigen Tagen in der ersten Einfahrphase. Die Grundidee ist die Nachbildung eines tropischen Tieflandregenwaldes mit einem fließenden Übergang in einen weichen, sauren Schwarzwasser-Biotopteil. Das Becken misst 85 x 60 cm Grundfläche, bei 30cm Wasserstand, und besitzt eine eingebaute Torf-Rückwand mit Mini-Bachlauf, über der eine Kombination aus Skylight MIDSPOTs und Arcadia-Leuchten im geschlossenen Lichtkasten arbeitet. Der Landteil wird von klassischen Aufsitzerpflanzen und Raritäten geprägt, darunter verschiedene Neoregelia-Mini-Bromelien, Tillandsien, ein blühendes Biophytum sowie Kletterpflanzen wie Marcgravia und Ficus pumila 'Quercifolia'. An der Uferlinie wächst Anubias barteri var. nana emers auf dem Holz, während die Wurzeln direkt in den Wasserteil ragen.
Dieser ist als extremes Schwarzwasser mit dunklen Gümmer-Sand, Seemandelbaumblättern und Buddha Nuts ausgelegt und hat bereits eine glasklare, bernsteinfarbene Teefärbung angenommen. Später sollen hier Apistogramma bitaeniata, Rote Neons und Otocinclus einziehen, während der Landteil für Dendrobates tinctorius und Ranitomeya vorgesehen ist.
Die ersten Tage standen ganz im Zeichen der Klimaoptimierung. Um die Frontscheiben beschlagfrei zu halten, wurden die letzten Tage die automatische Beregnung, die Scheibenheizung und die Ventilatoren auf einander abgestimmt, so dass die Feuchtigkeit innerhalb von 30 Minuten nach dem Regen restlos weggewischt ist. Die Lufttemperatur liegt tagsüber bei sommerlichen 27,5 bis 28 Grad und sinkt nachts auf 24 Grad, während das Wasser dank des Thermo-Außenfilters sehr konstant bei 25 Grad steht. Die Luftfeuchtigkeit liegt tagsüber bei 80-85% und Nachts bei knappen 100%
Um die hohe Verdunstung automatisch auszugleichen und den angestrebten Leitwert von 120 µS/cm stabil zu halten, habe ich im Unterschrank eine Chihiros 4-Kanal-Dosierpumpe installiert. Über einen Inline-Adapter im Filterrücklauf speist sie aktuell 600 ml Osmosewasser pro Tag ein, aufgeteilt auf 24 stündliche Mikrodosen. Die freien Kanäle werden später für die zeitversetzte Zufuhr von Eisen- und Humindünger genutzt.
Momentan befindet sich das System in einer mehrtägigen Ruhephase bei geschlossenen Türen. Der erste Torfstaub wurde bereits vollständig von der Filterwatte geschluckt, die aktuell im Filtwr regelmäßig ausgetauscht wird, und das Ökosystem beginnt sich biologisch zu setzen. Ich werde den Verlauf weiter dokumentieren und freue mich auf eure Fragen oder Anmerkungen zum Setup.