Südamerika-Paludarium



Blackwater

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Weißt Du, was die Wildtiere da fressen? Und bei denen wäre schön ein Hautkontakt gefährlich oder muß das Gift in die Blutbahn?
Die Giftigkeit wildlebender Pfeilgiftfrösche ist sehr unterschiedlich und hängt stark von der Art und ihrer Nahrung ab. Sie nehmen bestimmte Alkaloide über kleine Gliederfüßer auf, insbesondere Ameisen und Milben, und lagern diese in ihren Hautdrüsen ein. Die Giftstoffe dienen vor allem der Abwehr von Fressfeinden. Bei einigen Arten, etwa bestimmten Phyllobates-Arten, können die Hautgifte extrem potent sein; andere Arten sind deutlich weniger giftig. Man kann also nicht alle Pfeilgiftfrösche gleichsetzen.

Ob Hautkontakt gefährlich ist, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind unter anderem die Art, die vorhandenen Giftstoffe und die Kontaktbedingungen. Besonders Augen, Mund und andere Schleimhäute sowie offene Wunden sollte man schützen. Bei hochgiftigen Wildarten wäre es falsch, direkten Hautkontakt als grundsätzlich ungefährlich einzustufen. Die stärksten bekannten Gifte, etwa Batrachotoxin bei Phyllobates terribilis, können schwere Störungen der Nerven- und Muskelfunktion verursachen, und das in diesem Fall bereits durch einfachen Hautkontakt.

Die bekannte Giftigkeit ist zudem nicht allein eine feste Eigenschaft der Art: Bei vielen Pfeilgiftfröschen hängt sie davon ab, welche Alkaloide sie in ihrem natürlichen Lebensraum über die Nahrung aufnehmen. Bei Nachzuchten, die mit üblichen Futtertieren gehalten werden, fehlen diese Alkaloide in der Regel oder sind nicht nachweisbar.
 

cheraxfan2

Mitglied
... und andersrum? Wie gefährlich ist denn der Hautkontakt mit Menschen für die Frösche? Es ist doch bestimmt nicht förderlich für ihre Gesundheit wenn man sie dauernd in die Hand nimmt, auf der Hand oder dem Arm laufen lässt usw.
 

cheraxfan2

Mitglied
Hans, daß das keine Kuscheltiere sind, ist mir schon klar.
Weiß ich doch, Du hast mich jedoch auf die Idee gebracht danach zu fragen. Bei Fischen gibt es z.B, das man sie nie, nie, nie, mit trockenen Händen anfasst, weil man damit die Schleimhaut stark beschädigt. Gilt etwas ähnliches auch für Frösche? Es ist für mich vorstellbar das Hefen, Pilze, Bakterien vom Menschen auf den Frosch übertragen, diesem nicht gut tun.
 

Wolf

Moderator
Teammitglied
Weiß ich doch, Du hast mich jedoch auf die Idee gebracht danach zu fragen. Bei Fischen gibt es z.B, das man sie nie, nie, nie, mit trockenen Händen anfasst, weil man damit die Schleimhaut stark beschädigt. Gilt etwas ähnliches auch für Frösche? Es ist für mich vorstellbar das Hefen, Pilze, Bakterien vom Menschen auf den Frosch übertragen, diesem nicht gut tun.
Hallo Hans,
Ich habe schon von Leuten gehört,die bestimmte Frösche ablecken und ich meine nicht das Märchen vom Froschkönig.
Wenn ich so über das Märchen nachdenke,war es vielleicht sogar eine echte Geschichte.
L. G. Wolf
 

Blackwater

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... und andersrum? Wie gefährlich ist denn der Hautkontakt mit Menschen für die Frösche? Es ist doch bestimmt nicht förderlich für ihre Gesundheit wenn man sie dauernd in die Hand nimmt, auf der Hand oder dem Arm laufen lässt usw.
Ja, bestimmt nicht. Sind ja auch keine Kuscheltiere ;-)

Weiß ich doch, Du hast mich jedoch auf die Idee gebracht danach zu fragen. Bei Fischen gibt es z.B, das man sie nie, nie, nie, mit trockenen Händen anfasst, weil man damit die Schleimhaut stark beschädigt. Gilt etwas ähnliches auch für Frösche? Es ist für mich vorstellbar das Hefen, Pilze, Bakterien vom Menschen auf den Frosch übertragen, diesem nicht gut tun.
Nein, sowas habe ich noch nie gehört. Vielleicht scheint hier die glänzende Haut der Tiere auch etwas zu täuschen: die Haut ist weder Feucht, noch sonderlich weich.
Aber die Frösche häuten sich täglich.
 


Blackwater

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Echt :oops: Werden sie so in der Natur einen Teil des Giftes los?
Die Häutung dient in erster Linie der Erneuerung der äußeren Hautschicht. Frösche stoßen die oberste, verhornte Schicht ihrer Epidermis regelmäßig als Ganzes ab. Dabei werden auch Mikroorganismen von der Hautoberfläche entfernt. Untersuchungen zeigen, dass die Bakterienzahl auf der Haut nach einer Häutung vorübergehend deutlich sinken kann. Wie häufig sich Frösche häuten, variiert je nach Art; tägliche Häutungen kommen durchaus vor.

Ob dabei auch relevante Mengen des Hautgifts verloren gehen, ist meines Wissens nicht ausreichend untersucht. Die für die Giftigkeit verantwortlichen Alkaloide werden in Hautdrüsen gespeichert. Die Häutung ist daher nicht einfach mit einem gezielten Abstreifen des Giftes gleichzusetzen. Außerdem fressen Frösche die abgestreifte Haut normalerweise auf.

Bei meinen Nachzuchten ist die Frage nach dem Gift ohnehin anders zu betrachten: Ihnen fehlen über die übliche Fütterung die entsprechenden Alkaloidquellen aus der natürlichen Nahrung. Deshalb entwickeln sie nicht die typische Giftigkeit wildlebender Pfeilgiftfrösche.
 


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