Hallo,
>>... wer seine Fische beobachtet sieht wenn was nicht stimmt <<
das ist meiner Meinung nach unverantwortlich zu warten bis die Fische leiden oder sterben und wir das am Leiden der Fische erkennen! Probleme im Wasser kündigen sich fast immer an - wenn man zuweilen auch schaut, was im Wasser passiert - und das geht nicht mit Abwarten.
Auch der Rat, wenn die Fische bereits leiden und wir so sehen, dass wir verabsäumt haben regelmässig die Wasserqualität zu bestimmen, jedenfalls 30 Prozent Wasser zu wechseln ist ganz nett und mag manchmal was bringen - ein Allheilmittel ist es keinenfalls, wenn man nicht weiss, woran die Fische leiden oder sterben.
Ammoniak/Ammonium:
kann sehrwohl besonders zu Beginn und bei saurem Wasser (z.B. Salmleraquarium) recht hoch ansteigen, weil der Ammoniumumbau zu Beginn sehr schlecht funktioniert (Ammoniakumbau geht rasch - nur gibts den bei saurem Wasser nicht). Nur nützt es da nix von irgendwelchen theoretischen Grenzwerten herumzureden sondern es müssen praktische Erfahrunegn und Messergebnisse sein - und die hab ich sehr viele.
Im sauren Wasser kann der Ammoniumwert besonders zu Beginn auf über 7 mg/l steigen (gemessen) - wenn du jetzt einen 30 Prozent Wasserwechsel mit Leitungswasser machst, welches fast durchwegs eine KH über 6 und pH im Aquarium über 8 hat, dann kriegst du schlagartig einen Ammoniakgehalt von über 0,3 und bringst alle Fische um. Hier muss das Wasser erst aufbereitet werden oder noch bessser die Fische erstmal rausfangen und in einen Eimer mit Wasser übersiedeln.
Nitrit: Kann zu Beginn auf über 10 mg/l steigen! Insbesondere wenn Fische beim Einlaufen drinn sind oder zu früh eingesetzt werden. Da nützt der 30 Prozent Wasserwechsel überhaupt nichst - die Tiere gehen alle ein - da muss man einige Male 90 prozent Wasser wechseln.
CO2-Überdosierung: auch hier kann der 30 Prozent gar nichts nützen, wenn der pH tief bleibt - viel wirksamer ist hier den pH vorsichtig auf 8,3 anzuheben (wie Knut ja wie praktisch immer vollkommen richtig schreibt), weil dann kein CO2 mehr vorhanden sein kann!
Sauerstoffmangel: Wenn man hier 30 Prozent wechselst kann es durch das Aufwirbeln von Mulm und Schlamm dazu kommen, dass diese aufgewirbelte braune Suppe fast den ganzen restlichen Sauerstoff verbraucht und die Fische erst recht alle eingehen. Hier muss man extrem vorsichtig beim Wasserwechsel sein und kaum Mulm aufwirbeln.
Das nur einige Beispiele aus der Praxis des vorher! beobachtens und regelmässig überwachen des Wassers, damit die Fische nie zeigen, dass es ihnen schlecht geht.
Ahja: Und von Knut habe ich praktisch noch nie solche "Ungenauigkeiten" gelesen wie es manche Andere in fast jedem Posting zusammenbringen und Knut sich abmüht es wieder etwas gerade zu biegen. Auch wenn man beginnerverständlich schreiben will, sollte man sich wenigstens halbwegs an chemische und biologische Gesetzmässigkeiten halten, wenn man auch Vieles vielleicht nur angelesen hat.
mfG Anton Gabriel