N02- zu hoch! Was tun mit den Fischen?

Hallo zusammen!

Bin Anfänger und habe seit etwa 2 Wochen ein 60L AQ (nächste Woche bekomme ich mein 121L AQ, nur so am Rande).

Seit heute habe ich ein Problem mit meinen Wasserwerten.
Heute morgen sind alle Fische (6Barsche, 2 Welse) in der unteren Ecke hinten im AQ geschwommen.

Nach einem Wassertest hab ich gesehen, dass der NO2 Anteil zu hoch war. Habe zuerst etwa 1/3 WW gemacht, nach einer Stunde etwa sogar 1/2 WW.

Nun sind die Werte zwar besser, jedoch noch immer schlecht.
NO3 - ca 20
NO2 - ca 3-5
GH - ca 10
KH - ca 6
pH - ca 7

Die Fische schwimmen zwar wieder mehr, machen aber nicht den Eindruck, dass sie richtig gesund sind. Bewegen sich viel weniger als sonst.

Inzwischen habe ich meinen Fehler eingesehen, dass ich die Fische zu schnell ins AQ getan habe und das (jetzige) AQ evtl. etwas zu klein ist.

Meine Frage nun:
Soll ich die Fische in meinem AQ lassen und mit täglichen WW usw. versuchen, die Wasserwerte zu verbessern?

Eine andere Möglichkeit wäre, die Fische zwischenzeitlich zu meinem Vater ins Aquaium zu stecken.
Er hat ein großes AQ mit guten Wasserwerten.
Was meint ihr?
 


A

Anonymous

Guest
Hallo Stephon,

bei einem NO2-Wert zwischen 3-5 würde ich nicht lange überlegen, sondern die Fische zügig so lange umquartieren bis Du die Werte im Griff hast!

Wenn Dein Vater ein Aquarium hat, hattest Du dann mit Filterschlamm von ihm Dein Aquarium angeimpft?
Falls nicht, solltest Du das unbedingt nachholen!

Gruss,
Britta
 
A

Anonymous

Guest
Hallo Stephon,

schwer zu sagen, bei einem derart hohen Nitrit-Wert.
Ich drück Dir und den Fischen auf jeden Fall die Daumen.
Und dann sieh zu, dass Du Deinen Filter angeimpft kriegst.
Sobald die Werte wieder im grünen Bereich sind, kannst Du nach und nach dann Deine Fische wieder reinsetzen.
Fang am besten mit den Welsen an, die sind Kummer gewöhnt ;-)

Quatsch, neee...aber die sind normalerweise etwas robuster und daher gerade als Erstbesatz gut geeignet.

Gruss,
Britta
 
Hallo,

du kannst das Nitrit nur durch Wasserwechsel entfernen. Bei deinen hohen Nitritwerten helfen nur komplette Wasserwechsel oder mindestens zu 90%. In diesem Fall mußt du die Fische auch nicht ausquatieren, sondern nur darauf achten, daß der Wert 0,3 oder zumindest 0,5 nicht übersteigt. Das kann also zu mehrmaligem Wasserwechsel am Tag führen.

Gruß Knut
 


Knut schrieb:
Hallo,

du kannst das Nitrit nur durch Wasserwechsel entfernen. Bei deinen hohen Nitritwerten helfen nur komplette Wasserwechsel oder mindestens zu 90%. In diesem Fall mußt du die Fische auch nicht ausquatieren, sondern nur darauf achten, daß der Wert 0,3 oder zumindest 0,5 nicht übersteigt. Das kann also zu mehrmaligem Wasserwechsel am Tag führen.

Gruß Knut

Ok, danke für den Tipp.
Du meinst also Wasserwechsel zu 90% - 100% und dann gleich wieder Fische rein!?

Und würdet ihr Wasseraufbereiter nehmen?
 
Hallo,
Stephon schrieb:
Und würdet ihr Wasseraufbereiter nehmen?
... das hängt davon ab, ob dein Leitungswasser viele Schwermetalle enthält. Notwendig ist es nur in seltenen Fällen, wenn du es aber da hast, dann solltest du es auch verwenden.

Gruß Knut
 
Hab jetzt circa 90% des Wassers gewechselt, der Wert ist jetzt unter 1 (so genau kann ich das mit den Teststreifen nichts sagen).

Wie lange kann das dauern, bis sich das einpendelt? Und gibt es irgendwelche Mittel, die helfen könnten und sinnvoll sind?
 
Stephon schrieb:
Hab jetzt circa 90% des Wassers gewechselt, der Wert ist jetzt unter 1 (so genau kann ich das mit den Teststreifen nichts sagen).

Hallo!

Dann kauf dir am besten einen Tropfentest (JBL z.B.), die sind viel genauer als die Teststreifen. Und besorg dir von deinem Vater gebrauchtes Filtermaterial und drück es ordentlich in deinem Becken aus, das hat dir Braxa aber auch schon gesagt. Solange du den Nitritwert nicht im Griff hast sezte die Fische wenns geht bei deinem Vater ins Aquarium dazu.

Mfg Michi
 
Danke für die Tipps! :D

Hab meine Werte wohl inzwischen im Griff. Trotzdem habe ich vorsorglich die Fische (bis auf die zwei Welse) zu meinem Vater ins AQ.
Dorts sind sie auch wieder richtig munter...

Jetzt meine nächste Frage.
Wie gesagt bekomme ich diese Woche mein neues AQ mit 121Liter. Ich möchte mein jetziges 60L AQ aufgeben und die Pflanzen und Steine übernehmen.
Soll ich ansonsten nochmal "bei Null" beginnen, sprich ganz neues Wasser einlassen oder bringt es was, das Wasser vom alten AQ ins neue zu geben?
 
also wenn du inzwischen dein "altes" Aquarium eingefharen hast und alle Wasserwerte OK sind, dann ist es besser, das alte Wasser mitzunehmen und den Rest mit neuem Wasser aufzufüllen. Aber bei den häufigen WWs du du wahrscheinlich hinter dir hast, ist e s ja sowieso fast egal, da das Wasser ja fast das gleiche ist.

kleiner tipp, immer nach dem Duschen WWs machen, dann hast du frisches Wasser, das nicht in den Leitungen abgestanden ist.
 
Alles klar.

Dann im neuen AQ Wasser übernehmen (wenn Werte in Ordnung), Filter vom Aquarium meines Vaters ausdrücken. Wie lange würdet ihr dann warten, bis ich die Fische wieder rein mache? 4 Wochen?
 
Hi Stephon,

na, so lange bis das Aquarium ordentlich eingefahren ist und ein eventueller Nitritpeak (der auch in angeimpften Aquarien vorkommt) überstanden ist.

Also dann, wenn über mind. 1 Woche bei simulierter Belastung des Wassers (Futterprisen jeden 2. Tag einstreuen) kein erneuter NO2-Anstieg zu beobachten ist.
Noch klarer ausgedrückt - NO2 sollte mit dem Tröpfchentest (den du dir ja sicher schon gekauft hast) nicht mehr nachweisbar sein - und das über möglichst lange Zeit.

Und dann - fang langsam an die Fische einzusetzen. Immer nur kleine Gruppen mit wenig Tieren!
Denk an die wichtigste Regel: Aquarianer brauchen Geduld ;) ,
 
Hallo,
Hexe schrieb:
Hi Stephon,

na, so lange bis das Aquarium ordentlich eingefahren ist und ein eventueller Nitritpeak (der auch in angeimpften Aquarien vorkommt) überstanden ist.

Also dann, wenn über mind. 1 Woche bei simulierter Belastung des Wassers (Futterprisen jeden 2. Tag einstreuen) kein erneuter NO2-Anstieg zu beobachten ist.
Noch klarer ausgedrückt - NO2 sollte mit dem Tröpfchentest (den du dir ja sicher schon gekauft hast) nicht mehr nachweisbar sein - und das über möglichst lange Zeit.

Und dann - fang langsam an die Fische einzusetzen. Immer nur kleine Gruppen mit wenig Tieren!
Denk an die wichtigste Regel: Aquarianer brauchen Geduld ;) ,
ich halte diese Empfehlung in Gänze für ziemlichen Schmarren!
Wenn ich eine Woche oder länger einen nicht nachweisbaren Nitritgehalt beobachte, dann bedeutet das in meinen Augen die Bakterien hungern! Sie werden sich deshalb auch nicht vermehren! Die Bakterienflora wird auf niedrigem Niveau "eingefroren". Da hilft auch deine Prise Futter jeden zweiten Tag nicht viel.
Besetze dein Aquarium, natürlich nach und nach, das heißt alle 3 Tage kannst du neue Fische einsetzen, beobachte deine Fische, von mir aus kontrolliere (mehrmals) täglich den Nitritwert.
Ein Aquarium fährt nachhaltiger und schneller ein, wenn eine gewisse Belastung gegeben ist.

Gruß Knut
 
*lächel*

dann hör auf Knut :wink: .
Ich möchte hier keinen Ärger machen, bin selbst erst neu auf diesem Board.

Meine Aquarien laufen zwar alle seit Jahren mit nicht (durch meinen Tropftest) nachweisbaren NO2 und ich richte immer nach diesem Prinzip ein, aber ich bin gerne bereit dazuzulernen... :wink: ,
 
Hallo Hexe,

klären wir zunächst mal den Begriff „nicht nachweisbar“.
Wenn ich mit fein auflösenden Tests einen Nitritgehalt von beispielsweise 0,05 mg/l festgestellt habe, dann habe ich Nitrit nachgewiesen. Nun wird aber niemand auf die Idee kommen, dass dieser Wert ein Problem für das Aquarium darstellt und deswegen irgendwelche Maßnahmen ergreifen. Ich denke darüber besteht Konsens.
Wenn andere Tests als untere Grenze 0,1 oder 0,3 mg/l angeben, dann wissen wir doch streng genommen nur, dass der Nitritgehalt eben unterhalb dieser Werte liegt. Er kann aber auch tatsächlich Null betragen. Hier ist also streng genommen zweifelhaft ob wir Nitrit nachgewiesen haben. Das mag ja jetzt erbsenzählerisch klingen, aber von daher halte ich den Begriff „nicht nachweisbar“ für unsere Problembeschreibung für ungenau und man sollte diesen Begriff nicht verwenden. Es mach viel mehr Sinn, sich auf einen Wert zu verständigen, oberhalb dessen man handeln sollte oder eben noch keine Fische einsetzen sollte.

Nun zu deinem Verfahren Aquarien zu besetzen. Die ist völlig okay, denn sie hat ja bisher erfolgreich funktioniert. Du wartest eben 4 – 6 Wochen ab. In dieser Zeit wird sich eine Bakterienpopulation etablieren, die der (geringen) Belastung entspricht. Die wird aber für einen vollständigen Besatz noch nicht ausreichen.
Man kann also deine Schlussfolgerung hinterfragen. Es ist nämlich meiner Meinung nach nicht sinnvoll 4 oder gar 6 Wochen abzuwarten. Was wir erreichen wollen ist eine leistungsfähige Bakterienflora oder –fauna, die in der Lage ist auftretende Giftstoffe abzubauen und in verträglichen Konzentrationen zu halten. Das sind im Wesentlichen Ammoniak und Nitrit. Das ist abhängig von der Anzahl der Bakterien. Die Populationsdynamik dieser Bakterien, auch wenn wir die tatsächlich verantwortlichen Arten nicht kennen und diese auch ziemlich von Becken zu Becken variieren werden, ist relativ langsam. Man kennt Generationszeiten von 12 bis ca. 20 Stunden bei Ammoniak- und Nitritoxidierern. Nun besitzen Bakterien eine weitere Eigenschaft, sie sind zu gezielter Vermehrung und Geburtenkontrolle nicht fähig, sondern richten ihre Vermehrung nach den vorhandenen und vor allem notwendigen Angebot an Nährstoffen. Reicht dieses aus, dann fressen sie und vermehren sich. Ist dieses Angebot eher dürftig, dann wird es ihnen schwer fallen ihre Anzahl zu erhöhen.

Ich will damit sagen, dass ein Abwarten und eher vorsichtiges Anfüttern mit einer Prise alle zwei Tage in meinen Augen nicht für eine ausreichende Bakterienflora sorgen wird. Vor allem dann nicht, wenn das Aquarium auch noch spärlich bepflanzt ist. Sie wird eine gewisse Basis liefern. Erst durch den Besatz wird dann die Bakterienflora der Belastung angepasst.

Es macht daher nach meiner Erfahrung mehr Sinn, nach ein paar Tagen, der Ammoniakpeak erfolgt erfahrungsgemäß nach 8 – 10 Tagen, das Aquarium vorsichtig zu besetzen. Der Stoffwechsel der Fische und auch sich zersetzende Pflanzen sorgen dann für eine zügige Ausbildung einer leistungsfähigen Bakterienflora. Der Prozess ist nach meiner Erfahrung nach 3 Wochen bereits abgeschlossen.

Besitzt man einen Nitrittest, dann kann man durch tägliche Kontrolle, bei Bedarf auch mehrmals täglich, auftretende Nitritspitzen erkennen und darauf reagieren.

Gruß Knut
 
Moin Knut,

na dann sind wir uns im Prinzip doch einig :wink: .

NO2 nicht nachweisbar mit Tropftest würde ich weiterhin so im Internet in der Beginnersparte vertreten. Meiner Erfahrung nach ist es halt so, daß gerade der ungeduldige Anfäger bei z.B. Wert 0,6 noch seine eigene Ungeduldsspanne dazuaddiert, bevor er anfängt zu agieren. Oder noch schlimmer, dieser Wert wird völlig ignoriert und statt dessen weiterhin munter dazugesetzt. Da bin ich lieber die "Böse" und empfehle etwas länger zu warten.

Sicherlich werde ich in der Wartezeit keine Bakterienpopulation zusammenbekommen, die sofort auf Anhieb einen kompletten Besatz verträgt, da stimme ich dir vorbehaltlos zu.
Ich hatte ja geschrieben:

Und dann - fang langsam an die Fische einzusetzen. Immer nur kleine Gruppen mit wenig Tieren!
.

Meiner Erfahrung nach hat es noch keinen Bakterienstamm aus den Latschen gehoben, wenn ich nach meiner Methode einen kleinen Trupp z.B. Corydoras (zwischen 3 und 5 Tieren) eingesetzt habe.
Wenn ich dann den Bakterien Zeit gebe und mit dem nächsten Besatz ein paar Tage warte, bevor ich die nächste kleine Gruppe einsetze - im Endeffekt ist unsere Art und Weise vorzugehen doch ziemlich ähnlich, oder nicht :wink: ? Ich würde nie empfehlen, sofort den vollständigen Besatz auf einen Schlag einzusetzen.

Allerdings muß ich zugeben, daß ich mich wohl etwas undeutlich ausgedrückt habe. Auf z.B. die Bepflanzungsdichte bin ich nicht eingegangen, ich gehe halt immer vom positiven aus *lach - sollte ich wohl dran arbeiten,


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