Innenfilter oder Aussenfilter für 110 Liter Aqaurium

Hallo Zusammen,
ich stelle die Frage aus meinem Beginner-Threat hier noch einmal ganz explizit.
Ich habe ein Juwel Rekord 800 gekauft. Da wurde jetzt gesagt, dass der Filter unterdimensioniert ist. Wobei mir eine Sache nicht einleuchtet:
Der eingebaute Trichter hat ein Volumen von 1,25 Litern und wird als zu klein bezeichnet. Aber die Innenfilter von Eheim haben ja sogar weniger an Volumen. Dagegen hat der Tetra Ex 600 ein Volumen von 5,7 Litern. Ist aber auch nur für Aquariuen bis 120 Litern gedacht.

Ehrlich gesagt verstehe ich den Zusammenhang dabei nicht. Oder ich habe die Definition unterdimensioniert falsch verstanden.

Kann mich da mal jemand bitte auflären?

Danke, Andi
 


fischolli

R.I.P.
Moin,

das eine ist die Umwälzungsleistung Liter pro Stunde l/h, die als Maßstab genommen wird. Man rechnet grob, dass ca. 3-faches Bruttovolumen des Beckens als Leistung erbracht werden sollten.

Das andere ist die Volumengröße des Filtertopfes, woraus sich letztlich auch die Besiedlungsfläche für die Bakterien ergibt. Je größer das Volumen, umso mehr BEsiedlungsfleäche und auch überhaupt Filtermaterial. Damit ergeben sich bei größeren Filtern auch deutlich längere Stand-/Laufzeiten zwischen den Reinigungsintervallen. Ein gereinigter Filter braucht immer erstmal eine gewisse Zeit, bis er besonders effektiv arbeitet. Wenn ich den ständig reinigen muß, weil der Durchfluss zu stark nachlässt, kann es Probleme mit der Schadstoffbindung geben.

Gruß
 

Ebs

Mitglied
Hallo Andi,

ich habe auch ein Juwel-Becken (20 Jahre) dieser Größe mit dem noch ersten Juwel- Innenfilter (nur Schaumstoffüllung) , nur die Pumpe wurde mal erneuert.

Wenn dich der Anblick im Becken (kann man ja hinter Pflanzen verstecken) und der Platzverlust nicht stört, würde ich ihn behalten. Er erfüllt seinen Zweck: Fast völlig geräuschlos und effektiv und das bei hohem Fischbesatz.

Gruß Ebs
 
Hallöchen,
das bedeutet dass eigentlich generell die Innenfilter zu klein sind. Da sie öfter gereinigt werden und danach neue Bakterien gebildet werden müssen.
Aber bei den Außenfiltern ist der Unterschied in der Größe ja auch kaum vorhanden. Dort ändert sich in der Modellreihe ja eigentlich mehr oder weniger die Durchlaufleistung. Aber kaum mehr das Filtervolumen.

Ich meine, es sind 110 Liter. Es gibt ja durchaus 600 Liter-Aquarien. Da muß die Standzeit bei einem Außenfilter ja enorm sein, oder?

Wegen der blöden Garantie bleibt mir anfangs eh nix anderes Übrig, als den Filter drin zu lassen. Man verliert zwar laut Juwel nicht austomatisch den Garantieanspruch, aber es wird dann genau geprüft. Klar, und da ist mir die Gefahr zu groß. Jetzt bin ich auch dahinter gestiegen, wieso Innenfilter so ungern gesehen sind. Wobei mich interessieren würde zu lesen, wieso manche aus Überzeugung doch Innenfilter verwenden.

@Ebs: Die haben bei Juwel im 800er Becken den Filter verkleinert. Wie viele Schaumstoffklötze gingen bei dir rein? Bei mir nur noch 2 Hochkant. Ist recht wenig.

Und, welche ist denn zu empfehlen? Ich bin von den Tetra ex -Modellen angetan. Wobei da eher den 800er, weil da Reserven sind. Eheim wird oft genannt, aber die Classic sind ohne Filtermedium und voll bestückt dann doch recht teuer. Sind die den Mehrpreis wert?

Gebrauchte Filter werden oft als Alternative empfohlen. Aber hier ist doch nur Pumpe und Gehäuse zu nutzen, alles andere muß neu gekauft werden. Oder sehe ich das falsch?

Grüße, Andi
 

fischolli

R.I.P.
Hi,

manche lieben Innenfilter, weil sie Albträume bei dem Gedanken bekommen, dass Wasser ausserhalb des Aquariums langfliesst. Einen anderen Vorteil kann es nicht geben. (Sonderfall HMF mal ausen vor gelassen).

Bei sehr grossen Becken wird oft auf ein Extra Filterbecken zurückgegriffen oder es werden mehrere Filter genutzt.

Bei der Volumengrösse werden einfach aus praktischen Gründen Beschränkungen gemacht. Du musst die Pötte ja auch noch stellen können.

Bisher war bei meinen Gebrauchten Classic fast immer auch das Schlauchgedöns dabei. Für die Füllung eine grobe Matte zum zuschneiden und 2 Meter Schlauch kosten aber auch nicht die Welt.

Gruß
 
Hallöchen,
das mit dem Wasser außerhalb des Beckens ist so ne Sache. Aber wenn man das vernünftig macht, sollte da nix passieren.

Lese ich aus Deiner Materialliste raus, dass Du lediglich zurecht geschnittene Maten in dem Classic Filter verwendest? Keine Filterbälle oder Filterröhrchen aus Keramik?

Grüße
 
@ Andi 74:
Also wenn du deinen Innenfilter so gründlich reinigst, dass sich erst mal neue Bakterien bilden müssen hast du es übertrieben. Du sollst nur den Schlamm entfernen der deinen Filter verstopft, heisst: Matte in warmem Wasser zwei-, dreimal ausdrücken. Da bleibt noch genug Bakterienbesatz übrig.

Bei den oben offenen Innenfiltern ist es ganz praktisch, dass man mit dem Vorsatz von Filterwatte organisches Material einfach und regelmäßig aus dem Becken entfernen kann bevor es in der Stickstoffkette ankommt. Der Gammel kann sich dann im Faulturm deiner Stadtwerke zersetzen und nicht in deinem Filter. Was weg ist ist weg und kommt nicht als Nitrat hinten raus.

Die Schaumstoffmatten reichen bei mir tatsächlich. Ich habe aber nicht die empfohlene Reihenfolge von Juwel eingehalten, die fand ich etwas seltsam.

@ Olli:
Auch wenn ich jahrelang nichts mit der Aquaristik zu tun hatte: Das mit dem undichten Aussenfilter ist wirklich extrem selten, das macht mir keine Angst. Wahrscheinlich entstehen mehr Wasserschäden wenn ein Reinigungsschaber auf eine Silikonnaht trifft. Mein nächstes Becken (Wohnzimmer) bekommt einen HMF. Übe den hatte ich zwar schon länger nachgedacht aber für ein Strömungsbecken erschien der mir ungeeignet.

HAND,
Andreas
 


fischolli

R.I.P.
Moin,

@ Andi

Nein, ich benutze sehr wohl xKeramikröllchen und auch diese Sintersteinchen. Ist aber nicht zwingend, reine schaumstoffbefüllung geht auch.

@ Andreas

Ich bin der größte Aussenfilterfan in diesem Forum und nutze seit Jahrzehnten bis auf wenige Ausnahmen Aussenfilter.

Gruß
 
AME schrieb:
Die Schaumstoffmatten reichen bei mir tatsächlich. Ich habe aber nicht die empfohlene Reihenfolge von Juwel eingehalten, die fand ich etwas seltsam.

Hallo Andreas, ich habe praktisch nur 2 Schaumstoffmatten. Den Kohlefilter lass ich nur die ersten paar Tage drin, danach wird im oberen Bereich Filterwatte reingepforpft. Ich gehe mal davon aus, dass Du mehr bei Dir reinbekommst?

Grüße, Andi

PS: Hat jemand schlechte Erfahrungen mir Tetra Aussenfiltern gemacht?
 
Hi,

ich habe ein Rekord 600 und ein Rio 125, also beide Bauformen mit stehenden und liegenden Schaumstoffblöcken und auf beiden zwei Finger dick leicht gestopfte Watte.

Es ist erstaunlich wieviel Schmodder in der Watte hängenbleibt, so nach 4 Wochen ist die im kleinen Becken voll und im neu eingerichteten großen war sie nach einer Woche absolut dicht (ich habe aber auch noch oft gewühlt) Da dieses ganze Zeug deinen Filtermatten erspart bleibt und die Bakterien nur das ganz feine abbekommen setzen sich die Matten halt auch kaum zu.

Es ist wohl kein Zufall, dass die Wattepads von Juwel etwas grob sind und dass man dort auch empfiehlt, die Schaumstoffblöcke regelmäßig zu wechseln wenn sie "schmutzig" sind ... Becken kauft mal halt nicht so oft, es ist wie bei den Druckern und der Tinte. Vom Druckervertrieb kann zumindest im Home Office-Bereich kein Hersteller mehr leben, Geld macht man mit der Tinte.

Andreas
 

fischolli

R.I.P.
Moin,

nochmal für mich zum Verständnis: Bei diesen Bioflow läuft das Wasser erst durch die Filterwatte und dann erst durch die Schaumstoffmatten? Das ist ja dann noch bescheuerter als ich dachte.

Gruß
 
Genau, die Watte holt als Vorfilter den "groben" Dreck raus. Für die Schwämme bleibt trotzdem genug Feinfutter übrig aber sie setzen sich halt nicht so schnell zu. Wieviel Futter die Schwämme abbekommen regelst du durch mehr oder weniger dichte Packung der Watte. Bei hoher Partikeldichte packst du sie dichter, wenn das Wasser klar ist machst du die Watte halt feiner. Da man mühelos von oben an die Watte kommt, hat man sie in einer Minute beim WW ausgetauscht.

Die Original-Pads sind IMHO zu grob, die Watte sollte zumindest Partikel in sichtbarer Größe abfangen und das schaffen die nicht (Und unverschämt teuer sind sie natürlich auch)

Vorteil dabei ist wie gesagt, dass du mit der Watte regelmäßig organisches Material entsorgen kannst bevor dessen Proteine bei dir im Becken zu Ammonium zersetzt werden. Siehe Krause, Seite 102.

HAND,
Andreas
 
@Andreas

Da Du ja beide Becken mit beiden Filtergrößen hast. Wie ist Deine Einschätzung: Reicht die Filtergröße des 60 Liter Beckens für 110 Liter aus? Mir kommt das arg klein vor. Oder wird es dann so sein, dass man täglich den Filter sauber machen darf? Und reicht der aus um biologisch alles zu regeln, was in nem Filter geregelt werden muß?
Der Besatz steht noch nicht fest, aber es wird wohl auf jeden Fall ein Schwarm Neons sein und ein paar Panzerwelse oder 2 Antennenwelse. Vielleicht noch ein paar Garnelen, wenn die da mit vergesellschaftet werden können und eventuell noch eine Art, mit relativ wenig Fischen, also keine Schwarmfische mehr dazu. Das mal jetzt grob überschlagen ohne zu wissen ob es passt. Aber damit Du einen Anhaltspunkt hast, wieviel auf den Filter zukommt.

Über kurz oder lang wird wohl nen Außenfilter reinkommen, wobei das Filtergehäuse erstmal bestehen bleibt. Wegen Versicherung und dem rausmachen im laufenden Betrieb. Stört mich aber nicht. Nur die Preise für gebrauchte Filter sind ja recht hoch. Teilweise hab ich die auf Neupreisniveau gesehen, nur weil die Leute denken, sind ja nur als Ersatz benutzt worden. Aber da habe ich Geduld. In der Hoffnung, der Filter der drin ist geht überhaupt.

Juwel meinte übrigens, dass ich es doch erstmal mit dem Filter versuchen solle. Lustig, wenn Fische drin sind ist es zu spät. Aber bei dem Kaufpreis kann ich es einfach nicht zurück geben. Dann würde ich eher nen Tetra Ex 600 neu kaufen. Vielleicht ein 800er, je nach Angebot. Aber frech wär es schon von Juwel etwas zu verbauen, was für einen möglichen Besatz zu wenig an Filtervolumen hat.

Grüße, Andi
 
Andi_74 schrieb:
Da Du ja beide Becken mit beiden Filtergrößen hast. Wie ist Deine Einschätzung: Reicht die Filtergröße des 60 Liter Beckens für 110 Liter aus?
Nächste Frage bitte ... Also für das 60er reicht er dicke, ich würde es einfach ausprobieren und dann schauen wie sich das Wasser entwickelt. Ein wichtiger Punkt ist halt, dass du bei diesem System die Watte beim WW "mal eben" tauscht und damit regelmäßig einiges an Bakterienfutter aus dem Becken holst, das nicht mehr verstoffwechselt werden muss.

Oder wird es dann so sein, dass man täglich den Filter sauber machen darf?
Das hängt vom Besatz und damit vom Nährstoffeintrag ab (absterbende Pflanzen eingeschlossen). Ob dein Futter sofort in den Filter wandert oder erst die Passage durch den Fisch nimmt hat auf die Menge der abzubauenden Substanz übrigens keinen Einfluss.

Das Horroszenario "tägliche Filterreinigung" kannst du aber ruhig vergessen. Überschlage doch mal wieviel Schmodder in deinem Becken schwimmen müsste, damit die Schwämme innerhalb eines Tages dicht machen. Wattewechsel alle 1-4 Wochen halte ich für realistischer.

Bei meinem neuen Becken (mit größerem Filter aber nur wenig mehr Wasser als bei deinem) war die Watte jetzt nach einer Woche zu. Das liegt aber an der Trübung durch die Ersteinrichtung, Wühlerei von mir weil dies und jenes noch nicht gut war und auch an der Strömungspumpe, die Futterpartikel einfach länger in der Schwebe hält. Die wären sonst auf dem Boden gelandet und von irgendwem zu Ammonium verstoffwechselt worden.

Und reicht der aus um biologisch alles zu regeln, was in nem Filter geregelt werden muß?
Ja, nein, vielleicht ... Versuch macht kluch. Bei mir tun sie es sehr gut.

Der Besatz steht noch nicht fest, aber es wird wohl auf jeden Fall ein Schwarm Neons sein und ein paar Panzerwelse oder 2 Antennenwelse. Vielleicht noch ein paar Garnelen, wenn die da mit vergesellschaftet werden können und eventuell noch eine Art, mit relativ wenig Fischen, also keine Schwarmfische mehr dazu. Das mal jetzt grob überschlagen ohne zu wissen ob es passt. Aber damit Du einen Anhaltspunkt hast, wieviel auf den Filter zukommt.
Ferndiagnosen kann ich im Moment nicht machen weil meine Glaskugel in der Werkstatt ist aber wenn das nicht zu viele Tiere sind sollte es passen. Ein Dutzend Neons, 5 Welse, ein paar Garnelen das würde ich meinem Filter auch zutrauen.

Denk auch an ausreichend Pflanzen: Was die an Ammonium aus dem Wasser holen wird nicht zu Nitrit. Müllvermeidung ist besser als Müllentsorgung.

Juwel meinte übrigens, dass ich es doch erstmal mit dem Filter versuchen solle. Lustig, wenn Fische drin sind ist es zu spät.
Wieso? Wenn du das Gehäuse eh drin lassen willst ist das doch egal. Du musst nur den Stecker ziehen und Zu-/Ablauf für den Aussenfilter reinhängen. Halte ich für ne überschaubare Aufgabe. Wenn der Pott wirklich raus soll, dann aber lieber jetzt. Nur dann brauchen wir auch nicht weiter zu diskutieren, Fachmann für Aussenfilter ist Olli.

Aber bei dem Kaufpreis kann ich es einfach nicht zurück geben. Dann würde ich eher nen Tetra Ex 600 neu kaufen. Vielleicht ein 800er, je nach Angebot. Aber frech wär es schon von Juwel etwas zu verbauen, was für einen möglichen Besatz zu wenig an Filtervolumen hat.
Es ist gut sich vorher Gedanken zu machen wenn man Tiere halten will aber übertreib es auch nicht. Fang doch einfach erst mal an und mach Erfahrungen, es ist ja nicht so dass du dir da jetzt völliges Gelumpe mit absurdem Besatz ausgesucht hast. Wissen ist gut, Erfahrung ist besser.

HTH,
Andreas
 
@Andreas

Ich mache mir generell viele Gedanken, bevor ich mir Lebewesen anschaffe. Ich bin ja auch bei einem Punkt, wo ich sage, dass es schon klappen wird. Weiß ja jetzt, worauf zu achten ist, was man mit dem Innenfilter probiert und was ne Alternative ist. Wenns meins wäre, würde es auch schon laufen. Aber der Kurze hat erst in nem Monat Geburtstag. Also bleibt mir (Papa) nur die Theorie.

Und ich sag mal, lieber einen Gedanken zu viel als zu wenig. Wie gesagt, es geht um Lebewesen, da möchte ich ein Vorbild sein. Und möglichst keine Fehler machen. Wenn was nicht passt kann ich nicht mal eben was umbauen oder nen 2. Aquarium kaufen.

Hab bei unseren Meerschweinchen mal was negatives erlebt, da gings darum innerhalb eines Tages den Stall zu teilen. Da das dann in meinen Augen zu klein geworden wäre, musste eben der Stall doppelt so groß werden über Nacht. Wenn Tiere schon in Gefangenschaft leben dann so gut ich es Ihnen ermöglichen kann. Daher auch keine Echse, weil das am Veto der ganzen Familie scheiterte. Das Terrarium hätte zu große Dimensionen gehabt.

Bin mal gespannt wie es anläuft. Da ich gern bastel sind erste Pläne für nen selbst gebauten Filter schon im Kopf :study: Ohne basteln geht bei mir halt nix.


Aber noch eine letzte Frage: Auf welche Werte muß ich Achten um zu sehen ob der Filter ausreicht oder nicht. Nitrit sollte ja keins nachweisbar sein, daher das Einfahren. Aber danach. Auf welche sollte ein Anfänger achten und welche sollte man eher vernachlässigen, weil sie eh für einen Einsteiger nicht wirklich änderbar sind?

Grüße, Andi
 

fischolli

R.I.P.
Hi,

keine Ahnung, wo du kuckst. Bei E*ay sind zweicprofessional im Angebot, einer für 50,-- Sofortkauf, ein anderer steht bei 5,-- und läuft noch ca. 6 Stunden. Weiter hab ich garnicht gekuckt.

Es ist für mich völliger Blödsinn, das Wasser erst durch die Watte zu schicken. Schon bei meinen ersten Blubberfiltern ging es von grob zu fein. Kein Wunder, das man da dauernd dabei muss.

Gruß
 
Auf die Filterleistung bezogen solltest du auf pH, Ammonium, Nitrit und Nitrat achten.

Ammonium ist ein "Schmutzanzeiger" und wird sowohl von Einzellern beim Abbau organischer Substanz als auch von den Fischen produziert. Ammonium ist relativ harmlos. Zu beachten ist aber, dass es sich bei Überschreitung gewisser pH-Werte in Ammoniak umwandelt, was dann giftig ist.

"Gelben Alarm" gibts laut Krause ab:
NH 4,0 bei pH 7,0
NH 1,2 bei pH 7,5
NH 0,5 bei pH 8,0

Bei niedrigem pH wirst du Ammonium nicht messen müssen, vor allen Dingen wenn du ohne bzw. nur mit kleinem Besatz einfährst. Der pH deines Beckens wird vermutlich in den ersten Tagen deutlich sinken. Deine Pflanzen können Ammonium verwerten, was die also aus dem Wasser holen kommt in der nächsten Stufe nicht an denn Ammonium wird durch Nitrosomonas-Bakterien zu Nitrit oxidiert.

Beim Einfahren steigt also zuerst der Ammonium-Gehalt, vorher können die Nitrosomonas nicht wachsen. Mit deren Wachstum steigt dann der Nitrit-Gehalt (der berüchtigte Nitrit-Peak) Jetzt wird aber auch schon klar: Wenn das Ammonium nur langsam ansteigt, steigt auch der Nitritwert nur langsam. Wenn man ein Becken also umsichtig einfährt, kann aus dem gefürchteten Nitrit-Peak ein akzeptables Nitrit-Hügelchen werden. Messen musst du trotzdem, Nitrit ist fischgiftig.

Als drittes steigt dann das Nitrat an, das von Nitrobacter aus Nitrit produziert wird. Nitrat ist Pflanzendünger und wird von Fischen gut vertragen solange es nicht exorbitante Werte annimmt. Um das alles zu messen reichen Universalteststäbchen vollkommen aus (die von JBL finde ich gut, YMMV). Auf der Packung sind auch die Grenzwerte angegeben. Zur Zeit des Nitritpeaks solltest du 1-2x täglich messen.

Wenn die Bakterienfauna komplett ist wird Ammonium im Grunde nahtlos über Nitrit zu Nitrat durchgereicht.

Deine Nase kann dir auch helfen: Anfangs ist das Wasser fast geruchlos, bei steigenden Ammonium- und Nitritwerten nimmt es einen unangenehmen Geruch an, wenn es gut eingefahren ist riecht es nach Waldboden. Aber ich würde mich nicht nur auf meine Nase verlassen.

Für deine Fische sind außerdem Karbonat- und Gesamthärte interessant. Dazu können dir andere vielleicht je nach Art bessere Tips geben.

Andreas
 
Hallöchen,
das ist ja sehr interessant die unterschiedlichen Auffassungen der Reihenfolge von Filtermaterial. Liegr der Grund im Unterschied zwischen Innen- und Außenfilter? Oder wieso beginnt der eine mit Filterwatte und der andere mir groberem Material?


@ Andreas
Danke, für die ausführliche und lehrreiche Erklärung. Bei der Fülle an Testmitteln weiß man sonst gar nicht wo man anfangen und wo aufhören soll.
Du schreibst, dass man zum Zeitpunkt des Nitritpeaks 2 Mal täglich messen sollte. Da ich das Becken maximal mit Turmdeckelschnecken als Besatz einfahre muß ich doch anfangs wenig messen, oder? Reicht es nicht, das Becken mit etwas Futter täglich für die Schnecken zu versorgen und ansonten ruhen zu lassen? Wollte dann so nach 2-3 Wochen mal messen. Wenn irgendwann kein Nitrit mit den Meßstäbchen nach zu weisen ist wollte ich zum Zoo-Geschäft meiner Wahl um dort das Wasser final testen zu lassen und langsam mit dem Besatz beginnen. Reicht doch, oder? Habs da nicht eilig. Werde auch keine Beschleuniger oder so ein Zeug nehmen. Die Natur macht das schon mehr oder weniger allein und wir können warten.

Grüße, Andi

PS: Sind die neuesten Aussenfilter von Tetra zu gebrauchen? Könnte einen Tetra EX 800 Plus in nem Geschäft für 66€ bekommen. Oder gibts da große Unterschiede zu Eheim?
 
Andi_74 schrieb:
das ist ja sehr interessant die unterschiedlichen Auffassungen der Reihenfolge von Filtermaterial. Liegr der Grund im Unterschied zwischen Innen- und Außenfilter? Oder wieso beginnt der eine mit Filterwatte und der andere mir groberem Material?
Ich dachte das hätte ich erklärt: Um einen Teil des organischen Materials vor der Zersetzung zu Ammonium aus dem Becken zu entfernen und nicht erst abzuwarten bis diverse Infusorien und Bakterien Nitrat draus gemacht haben.

Für weitere Details besorge dir bitte die Handbücher Aquarientechnik und Aquarienwasser von Krause (antiquarisch), ich habe wenig Lust den kompletten Inhalt hier mit eigenen Worten wiederzugeben.

Du schreibst, dass man zum Zeitpunkt des Nitritpeaks 2 Mal täglich messen sollte. Da ich das Becken maximal mit Turmdeckelschnecken als Besatz einfahre muß ich doch anfangs wenig messen, oder? Reicht es nicht, das Becken mit etwas Futter täglich für die Schnecken zu versorgen und ansonten ruhen zu lassen?
Eine 50er-Packung der JBL-Stäbchen kostet im Laden 14 EUR. Wenn du anfangs ein- bis zweimal die Woche und beim Auftreten von Nitrit ein- bis zweimal täglich misst halte ich sowohl Kosten als auch den Aufwand für nassmachen und ablesen für überschaubar. So bekommst du wenigstens mit, wie sich die Werte ändern. Aber das musst du selbst entscheiden, ich kann dir nur sagen was ich machen würde.

Mit Schnecken kenne ich mich nicht aus. Einige Leute empfehlen übrigens, das Becken komplett ohne Tiere einzufahren und trotzdem Futterflocken für die Bakterien einzustreuen. Auch ne Variante. Probiers doch aus.

Wenn irgendwann kein Nitrit mit den Meßstäbchen nach zu weisen ist wollte ich zum Zoo-Geschäft meiner Wahl um dort das Wasser final testen zu lassen
Mit den gleichen JBL-Stäbchen vermutlich aber wenns nichts kostet mach ruhig.

PS: Sind die neuesten Aussenfilter von Tetra zu gebrauchen? Könnte einen Tetra EX 800 Plus in nem Geschäft für 66€ bekommen. Oder gibts da große Unterschiede zu Eheim?

Keine Ahnung, das weiss der Olli besser.


Andreas
EOD
 


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