Wasserwerte-Grenzwerte



der_andy

Mitglied
Hi,

eine Sache, die mir immer ein wenig Bauchschmerzen bereitet, wenn ich so Sachen höre oder lese bzgl. langjähriger Nachzuchten, die angeblich an gewisse Wasserwerte gewöhnt sein sollen, ist die Frage nach dem Selektionsdruck. Die ganze Idee beruht ja darauf, viele Fische über zig Generationen in falschem Wasser zu sein. Das kann doch nicht erstrebenswert sein, egal ob das in aquaristisch relevanten Zeiträumen passiert oder nicht!

Grüße,
Andy
 

Wolf

Moderator
Teammitglied
Hallo,
ich wollte damit nur sagen, daß man gerade Die zwei Arten zum Beispiel nur in extrem weichen Wasser gut nachzüchten kann. Also schliese ich daraus, das die Werte aus der Natur die richtigen zur Haltung sind. Ich hatte früher noch keine Osmose und keine Vollentsalzung, deshalb mußten meine Fische in harten Wasser leben. Doch seit ich mein Wasser eher, dem der in Büchern beschriebenen Werte anlehne, leben die selben Arten viel länger und vermehren sich Erfolgreich. Ich hoffe ich habe das Thema nicht verfehlt.
Gruß Wolfgang
 
Hallo Andy,
Die ganze Idee beruht ja darauf, viele Fische über zig Generationen in falschem Wasser zu sein. Das kann doch nicht erstrebenswert sein, egal ob das in aquaristisch relevanten Zeiträumen passiert oder nicht!

Nein, genau darum ging es nicht. Ausgangspunkt war die Frage, welche Wasserwerte als optimal angesehen werden sollen, wenn sich selbst die Fachwelt in ihren Haltungsempfehlungen uneins ist (siehe Link).
Denn die "Experten" diskutieren genau das:
1: Welche Wasserwerte sind überhaupt fürs Biotop repräsentativ (die Werte in Büchern scheinen nicht immer überprüft zu sein)?
2. Sind Wasserwerte, die nicht dem Biotop entsprechen, für heutige (Zucht-)Aquarienfische überhaupt noch relevant?

Das Wort "erstrebenswert" suggeriert m.E. eine nicht artgerechte Haltung. Aber wo liegen die Grenzen? Was ist innerhalb ökologisch völlig akzeptabler Grenzwerte? Denn eine Verschiebung eines Optimums zu einem Grenzwert hin kann über mehrere Zuchtgenerationen völlig "schmerzfrei" für die Fische zu einem neu definierten Toleranzbereich führen.
(Hab ich mich da jetzt verständlich machen können?!)

@Wolf
Doch seit ich mein Wasser eher, dem der in Büchern beschriebenen Werte anlehne, leben die selben Arten viel länger und vermehren sich Erfolgreich

Du hast das Thema genau getroffen. Das scheint die ultimative Erkenntnis zu sein: artgerecht ist, was zu Vermehrung führt.
 

JoKo

Mitglied
Wolf schrieb:
Hallo,
da hab ich auch noch eine Meinung. Versucht doch mal Adolfi Panzerwelse oder Ramirezi in hartem Wasser zu züchten und aufzuziehen, dann werdet Ihr bald sehen wie sich die Fische angepasst haben. Meiner Meinung nach nicht sehr besonders und mutiert auch nicht. Dies sind nur zwei Beispiele.
Grüßle Wolfgang.

JoKo sag was.

--- Was ----

:wink:

Du hast mit dem Ramirezi genau den Fall angesprochen, wo ich schon oft hier im Forum darauf hingewiesen habe, dass eben eine Nachzucht in "mittelhartem" Wasser zum Scheitern verurteilt ist, weil der Laich schlicht abstirbt. Derjenige, der den Link den ich gepostet habe aufmerksam gelesen hat, sollte das mittlerweile auch wissen :wink:
Genau der Ramirezi ist derjenige, wo hier viele irrtümlicherweise sagen: "Die Tiere haben gelaicht, also geht es denen gut".

Aber danke für den Hinweis, der ramirezi ist das beste Beispiel einer Nicht-Anpassung.
 

der_andy

Mitglied
katjuscha schrieb:
Nein, genau darum ging es nicht....

....
2. Sind Wasserwerte, die nicht dem Biotop entsprechen, für heutige (Zucht-)Aquarienfische überhaupt noch relevant?
....

Na, vielleicht ging es doch darum... :wink:

Was mich halt beschäftigt ist, wie Du vielleicht aus meinem vorherigen Post weißt, die Dynamik dieses Gendrifts. Dass dieser prinzipiell exisitieren muss, dürfte jedem klar sein. Worin sich beide Texte unterscheiden, ist die quatitative Bewertung der Sache (Reden wir von 10^1, 10^2, 10^5 oder ... Generationen). Erst mit dem Hintergrund kann man erst die Bedeutung dieses Effekts sinnvoll bewerten.

Ich weiss das ist jetzt ein bischen sehr abgehoben, nicht nur zu Vermehrung als solche zu betrachten, sondern auch da noch zu bewerten. Aber hier wurde doch über "artgerechte" oder "richtige" Wasserwerte philosophiert?
Da sind mir halt bei dieser Anpassung ein ppar Fragen durch den Kopf gegangen:
Warum passiert das?
Wie starkt/schnell?
Was resultiert daraus?

Die erste Frage ist fast trivial. Aber über die Bewertung des Ergebnisses kann man auch wieder nett grübeln.
Bei frage Nummer 2 muss ich mich vorerst geschlagen geben. Da bleibt zu hoffen, dass sich da annähert relevante Studien zu finden lassen. Bin dabei! :wink:
Gerade die letzte Frage ist spassig. Prima Spielplatz für philosophische Gedankenspielchen... :wink:

Grüße,
Andy
 


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