Enthärtetes Wasser und Soil

Bergfish

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe nach 35 Jahren Pause in der Aquaristik wieder angefangen - erstmal ganz klein. Habe ein neues Juwel Lido 120 am 8.12.2024 im Iwagumi Stil eingerichtet und bin jetzt in der Einfahrphase. Im Anhang ist ein Foto von heute, weitere Infos hier:
  • Einrichtung mit 9l JBL Volcano Minaral als Untergrund im hinteren Bereich, alles mit 18l Tropical Soil ca. 8 cm hoch abgedeckt, 3 dunkle Seiryu Steine.
  • Pflanzen: Hemianthus callitrichoides "Cuba" im Vordergrund, Pogostemon helferi im Mittel- bis Hintergrund, Pogostemon deccanensis im Hintergrund und eine Nymphea lotus red als Solitär zentral. Netto-Wasservolumen 80l.
  • Bislang noch keine Garnelen oder Fische eingesetzt. Geplant (wenn das Wasser passt): 10 Amano Garnelen, 20 Brevibora dorsiocellata macrophthalma. That's it!
  • Technik: Original Juwel Innenfilter M mit Schaumstoff (ohne den Nitratentferner-Schaumstoff und ohne die Kohlematte) - 3 x grob und 2 x fein und passendem Juwel Heizer im Filterschacht
  • Arka mySCAPE-CO2 SYSTEM 3,7l mit Keramikausströmer (1 Blase in 2 sek.)
  • Oberflächenabsaugung Oase Crystalskim 350
  • Licht Chihiros Universal WRGB 600
Nun zum Wasser:

Wasserwerte Versorger siehe Anhang, hier relevant: GH 17 (eher 18-19 gemessen), KH ist nicht veröffentlicht, pH 7,7.
Dieses Wasser wird in meiner BWT Hausanlage auf ca. GH 6 durch neutralen Kationenaustausch enthärtet (Salzregeneration). Karbonathärte wird dabei nicht beeinflusst und ist KH 12. Dabei kommt natürlich eine Menge Na ins Wasser, aber der Ausgangswert ist mit 7,6 mg/l eher niedrig, was zu einem akzeptablen Na-Wert führen sollte.
Daraus macht der Soil innerhalb von 24 Stunden: GH 2 und KH 4 bei pH 7,2! Es findet also ein signifikanter Kationen und Anionenaustausch statt.

Weitere Wasserwerte:
pH 7,2 stabil (gemessen mit Elektrode)
TDS 340 ppm (gemessen mit Elektrode, passt zu den Werten des Wasserversorgers von GH 19. Der Ionenaustausch ändert daran ja nichts.)
Messgerät: ARKA myAQUA pH/TDS/EC Messgerät kalibriert.

Nitrit nicht messbar < 0,01 mg/l
CO2 20 mg/l (gemessen mit Tröpfchentest), Dauerindikator grün
Temperatur: 24 Grad C

Ich habe in der ersten Woche alle 2 Tage 50% Wasserwechsel durchgeführt, wie mir wegen des Soils empfohlen wurde. Außerdem habe ich aus der Arka-Wasseraufbereitungsserie folgendes zugegeben:
Microbe-Lift Xtreme 10ml/100l bei Wasserwechsel
Microbe-Lift Nite-Out II 10ml/100l täglich
Microbe-Lift Special Blend 15ml/100l wöchentlich

Nun zu meinen Fragen:
Für mich ergibt der 2-tägige 50% Wasserwechsel keinen Sinn in der vorliegenden Konstellation. Der Effekt läuft ja nur auf das "Auslaugen" des neuen Soils hinaus. Außerdem werden durch den Soil dabei ja massiv Nährstoffe ins Wasser eingebracht, was eine Algenblüte eher begünstigt!
Außerdem bekomme ich nur eine GH/KH/pH Welle mit jedem Wasserwechsel. Macht es nicht viel mehr Sinn, den Wasserwechsel auf 1 - 2 mal wöchentlich zu reduzieren?Das würde die Wasserwerte doch stabilisieren und die Wellenbewegung der Härtewerte abflachen?
Ich möchte dann beobachten ob GH 2 und KH 4 stabil bleibt. CO2 scheint genügend verfügbar zu sein und ich will auch nicht den pH-Wert mit CO2 weiter drücken. KH 4 sollte als Säurepuffer ausreichen?
Ich möchte gerne die Osmosepanscherei vermeiden. Geht das mit diesen Pflanzen?

Die leichte Trübung ist meines Erachtens auf das ganze Arka Bakterienzeug zurückzuführen, das ja im Augenblick nichts zu tun hat, mangels Bewohner. Ich würde die Dosierung auch gleich mal halbieren. Vielleicht sogar weglassen. Wie seht ihr das?

Vielen Dank für Eure Hilfe im Voraus.
Robert
 

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cheraxfan2

Mitglied
Hi Robert,
wie Du ja schon bemerkt hast macht es keinen Sinn ein Becken mit Soil mit LW zu beschicken. Man hätte nur ständig Schwankungen in der Wasserhärte und im ph-Wert, zusätzlich macht der Soil das nicht lange mit. Wenn's dumm läuft ist der nach einem halben Jahr verbraucht. Deswegen verwendet man Soil eigentlich nur in Verbindung mit angepasstem Wasser, dazu mußt Du halt doch in irgendeiner Form panschen. Am einfachsten nimmt man Osmosewasser pur und härtet dementsprechend auf, es gibt für jeden Zweck Salzmischungen. Irgendwelche Zusätze wie Bakterienstarter usw. nehme ich nicht.
 

Bergfish

Mitglied
Hallo Hans,
vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
Was mir nicht klar ist, was denn mit aufgehärtetem Osmosewasser anders sein soll? Ergibt im Endeffekt doch dieselbe GH/KH Schaukel, oder habe ich da was nicht verstanden?
 

Mescalero

Mitglied
Was mir nicht klar ist, was denn mit aufgehärtetem Osmosewasser anders sein soll?
Hi Robert, die KH ist niedrig, das ist der springende Punkt.

Ich unke mal, dass du über kurz oder lang Osmosewasser verwenden wirst. Mal vom Soil ganz abgesehen, mit einer Enthärtungsanlage und dem kaputten Wasser bekommt man Pflanzen nicht vernünftig zum Wachsen. Wir hatten früher auch so ein Ding.
 

Bergfish

Mitglied
Hallo Jan,
Danke für Deine Antwort, aus der sich mir neue Fragen ergeben:
  • Wenn das Osmosewasser nur GH aufgehärtet wird, was ist dann mit dem Säurepuffer? Muss ich das CO2 dann pH steuern? Ich will ja keinen Säuresturz. Geht es denn ganz ohne Karbonat?
    Außerdem niedriger GH von 2 und KH von 4 hab ich ja jetzt. Oder steckt das Problem auch bei niedrigen Werten in der folgenden Frage zum kaputten Wasser?
  • Kannst Du kaputtes Wasser bitte noch etwas präzisieren? KH höher als GH? Oder der Natriumgehalt? Oder die Diskrepanz zwischen GH/KH zu TDS/Leitwert (entspricht ja GH19)?
 

Shai

Mitglied
Wenn das Osmosewasser nur GH aufgehärtet wird, was ist dann mit dem Säurepuffer? Muss ich das CO2 dann pH steuern? Ich will ja keinen Säuresturz. Geht es denn ganz ohne Karbonat?
Selbst ein "GH+" Salz ist am Ende nie ganz ohne KH, wenn auch nur im 0,0x Bereich.
CO2 wird ganz normal über den Dauertest eingestellt.

Ich verwende nun schon länger GH+ Salze (SaltyShrimp, jetzt MasterLine) und hab im Becken ne messbare KH <0,03 - aber ein Problem war die CO2 Zugabe dort noch nie. (allerdings würde ich mich bei diesen Werten auch nicht mehr auf einen PH-Controller verlassen)

Hast Du zusätzlich Holz oder Laub im Becken, so gibt auch dies Stoffe ins Wasser ab die deinen PH puffern.

Grüße,
Lars
 

Mescalero

Mitglied
Hi Robert, den Säuresturz gibt es nur theoretisch. Praktisch passiert das nie.

Das Problem bei dem mit Salz enthärtetem Wasser ist anscheinend die Verschiebung des Ionen (?) - gefüges, irgendwelche Karbonate werden zu Natrium oder so ähnlich. Das führt bei Pflanzen dazu, dass sie manche wichtigen Stoffe nicht vernünftig aufnehmen können. So ungefähr...
 


May

Mitglied
Hallo Robert,

die enthärtende Wirkung von Soil ist nicht unendlich. Irgendwann ist der Boden mit Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat gesättigt und verhält sich neutral. Je weiter das Soil an der Sättigungsgrenze ist, umso langsamer wird das Wasser enthärtet. Irgendwann bleibst du halt bei deinen KH12 und infolgedessen auf einem hohen pH-Wert hängen. Auch wird die Sättigungsgrenze im Betrieb mit hartem Wasser logischerweise vergleichbar schnell erreicht.
Bei der Aufnahme von Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat gibt Soil seine enthaltenen Nährstoffe ab. Je größer die aufgenommene Menge ist, umso größer ist die abgegebene Menge Nährstoffe.

Gruß Astrid
 

Bergfish

Mitglied
Selbst ein "GH+" Salz ist am Ende nie ganz ohne KH, wenn auch nur im 0,0x Bereich.
CO2 wird ganz normal über den Dauertest eingestellt.

Ich verwende nun schon länger GH+ Salze (SaltyShrimp, jetzt MasterLine) und hab im Becken ne messbare KH <0,03 - aber ein Problem war die CO2 Zugabe dort noch nie. (allerdings würde ich mich bei diesen Werten auch nicht mehr auf einen PH-Controller verlassen)

Hast Du zusätzlich Holz oder Laub im Becken, so gibt auch dies Stoffe ins Wasser ab die deinen PH puffern.

Grüße,
Lars
Hallo Lars,

Danke für Deinen Input. Das Thema Säuresturz hätte ich gefährlicher eingeschätzt, aber ist ja gut, wenn das keine Probleme macht.

Genau wie Du, sehe ich es auch so, dass bei einer KH nahe null eine pH Steuerung nicht mehr zuverlässig funktionieren kann, da die ja von der KH abhängt. Ich bevorzuge eine konstante CO2-Gabe, die sich am Bedarf der Bepflanzung orientiert. Mit 20mg/l freies gelöstes CO2 im Wasser sollte ich gut aufgestellt sein.
 

Bergfish

Mitglied
Hi Robert, den Säuresturz gibt es nur theoretisch. Praktisch passiert das nie.

Das Problem bei dem mit Salz enthärtetem Wasser ist anscheinend die Verschiebung des Ionen (?) - gefüges, irgendwelche Karbonate werden zu Natrium oder so ähnlich. Das führt bei Pflanzen dazu, dass sie manche wichtigen Stoffe nicht vernünftig aufnehmen können. So ungefähr...
Danke, Jan. Deine Aussage deckt sich mit Lars.

Ich denke Du hast recht, denn ich habe auch gelesen, dass das erhöhte Natrium die Aufnahme anderer Spurenelemente (Fe, Mg, etc.) verhindert und diese damit den Pflanzen fehlen, obwohl sie im Wasser vorhanden sind. Allerdings hatte ich gehofft, mit meinem Ausgangsgehalt von ca. 7 mg/l Na nach dem Ionentausch immer noch im "grünen" Bereich zu sein. Aber das ist vielleicht Wunschdenken.

Ich frage mich außerdem, ob die Schieflage bei der Ionenzusammensetzung:
  • viel Natrium, kaum Ca und Mg auf der Kationenseite
  • auf der Anionenseite niedriges Karbonat, sowie unbekannte Anionen aus dem Soil (die sagen ja nix dazu) - vermutlich Nitrat, Phosphat, Sulfat, etc.
noch weitere Auswirkungen auf Fische und Pflanzen hat (osmotischer Druck?).
 

Bergfish

Mitglied
Hallo Robert,

die enthärtende Wirkung von Soil ist nicht unendlich. Irgendwann ist der Boden mit Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat gesättigt und verhält sich neutral. Je weiter das Soil an der Sättigungsgrenze ist, umso langsamer wird das Wasser enthärtet. Irgendwann bleibst du halt bei deinen KH12 und infolgedessen auf einem hohen pH-Wert hängen. Auch wird die Sättigungsgrenze im Betrieb mit hartem Wasser logischerweise vergleichbar schnell erreicht.
Bei der Aufnahme von Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat gibt Soil seine enthaltenen Nährstoffe ab. Je größer die aufgenommene Menge ist, umso größer ist die abgegebene Menge Nährstoffe.

Gruß Astrid
Hallo Astrid,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar.
Ich lese da heraus, dass Soil nur funktioniert, solange der Ionenaustausch stattfindet und dass sich dieser Ablauf auch irgendwann erschöpft.

Liege ich richtig, wenn ich daraus folgenden Schluss ziehe: Ich kann die Nährstoffabgabe des Soils mittels Osmosewasser und über die GH Aufsalzung, also die Salzkonzentration steuern? Natürlich nur solange der Soil nicht erschöpft ist, wann immer und weshalb auch immer das eintritt.
Und das ganze wird ohne KH Aufsalzung gemacht?
Allerdings frage ich mich, wenn Soil beide Werte beeinflußt und KH völlig fehlt, fehlt dann nicht auch der entsprechende Austauschstoff?
 

Mescalero

Mitglied
...denn ich habe auch gelesen, dass das erhöhte Natrium die Aufnahme anderer Spurenelemente (Fe, Mg, etc.) verhindert und diese damit den Pflanzen fehlen, obwohl sie im Wasser vorhanden sind.
Früher hatten wir eine Wohnung in einem Haus mit einer solchen Anlage, was ich erst gar nicht wusste. Ich kam erst später drauf, nachdem es mir partout nicht gelingen wollte, ein 08/15 Gesellschaftsbecken (und ein kleines extra, nur bepflanzt) zum Laufen zu bringen. Nichts hat wirklich geholfen!

Erst als ich für viel Geld eine Osmoseanlage gekauft hatte, wurde es was....kurz danach sind wir dann umgezogen.
:p
 

May

Mitglied
Hi,
Ich lese da heraus, dass Soil nur funktioniert, solange der Ionenaustausch stattfindet und dass sich dieser Ablauf auch irgendwann erschöpft.
Korrekt. Das halt mit abnehmender Wirkung bis zur Erschöpfung.
Liege ich richtig, wenn ich daraus folgenden Schluss ziehe: Ich kann die Nährstoffabgabe des Soils mittels Osmosewasser und über die GH Aufsalzung, also die Salzkonzentration steuern?
Von einer (berechenbaren/planbaren) Steuerung würde ich jetzt nicht sprechen. In weichem Wasser findet halt weniger Austausch statt und dadurch ,,hält" Soil länger, aber auch nicht ewig. Ob es eine lineare Abhängigkeit der Tauschgeschwindigkeit/-menge zur Wasserhärte gibt, kann ich dir nicht sagen. Dafür müsste man sich wohl in die Tiefen der Chemie begeben und herausfinden welche Anionen/Kationen in welcher Priorität gelöst/aufgenommen werden. Hängt vermutlich mit der Anzahl der freien Protonen/Elektronen der Teilchen zusammen. Da aber Wasser sich regional unterscheidet und Soil als Naturprodukt ebenso, wird man vermutlich keine allgemeingültige Aussage treffen können.
Und das ganze wird ohne KH Aufsalzung gemacht?
Allerdings frage ich mich, wenn Soil beide Werte beeinflußt und KH völlig fehlt, fehlt dann nicht auch der entsprechende Austauschstoff?
Neben Hydrogencarbonat gibt es ja auch noch andere Anionen wie Chlorid, Sulfat etc. Auch Nitrat und Phosphat sind negativ geladen.
Ich bin zu wenig in der Materie drin und kann gar nicht sagen, ob da 1 zu 1 getauscht wird und ob es bestimmte Gegenspieler gibt.

Gruß Astrid
 

cheraxfan2

Mitglied
Ich lese da heraus, dass Soil nur funktioniert, solange der Ionenaustausch stattfindet und dass sich dieser Ablauf auch irgendwann erschöpft.

Liege ich richtig, wenn ich daraus folgenden Schluss ziehe: Ich kann die Nährstoffabgabe des Soils mittels Osmosewasser und über die GH Aufsalzung, also die Salzkonzentration steuern? Natürlich nur solange der Soil nicht erschöpft ist, wann immer und weshalb auch immer das eintritt.
Und das ganze wird ohne KH Aufsalzung gemacht?
Allerdings frage ich mich, wenn Soil beide Werte beeinflußt und KH völlig fehlt, fehlt dann nicht auch der entsprechende Austauschstoff?
Bei solchen eingehenden Fragen kommt es auf den Hersteller an, da sind die Soils unterschiedlich. Wenn ich von den Auswirkungen ausgehe, sogar sehr unterschiedlich, z.B. ist der Tropica shrimp Soil wesentlich saurer als der Ebi Gold Shrimp Soil. Soils schlucken nicht nur KH, ist keine vorhanden schlucken sie auch mal ein Medikament und geben es später wieder frei, im Becken daneben jedoch nicht. Ursprünglich war Soil auch nur für Bienengarnelen gedacht, um ein "bienenfreundliches" Wasser zu erzeugen. Für Bienengarnelen macht er auch heute noch Sinn, für Aquarien wo ich nicht zwingend auf Soil angewiesen bin verwende ich keinen, eben weil der Soil evtl. Sachen macht die man nicht vorraussehen kann.
 

Bergfish

Mitglied
Hi,

Korrekt. Das halt mit abnehmender Wirkung bis zur Erschöpfung.

Von einer (berechenbaren/planbaren) Steuerung würde ich jetzt nicht sprechen. In weichem Wasser findet halt weniger Austausch statt und dadurch ,,hält" Soil länger, aber auch nicht ewig. Ob es eine lineare Abhängigkeit der Tauschgeschwindigkeit/-menge zur Wasserhärte gibt, kann ich dir nicht sagen. Dafür müsste man sich wohl in die Tiefen der Chemie begeben und herausfinden welche Anionen/Kationen in welcher Priorität gelöst/aufgenommen werden. Hängt vermutlich mit der Anzahl der freien Protonen/Elektronen der Teilchen zusammen. Da aber Wasser sich regional unterscheidet und Soil als Naturprodukt ebenso, wird man vermutlich keine allgemeingültige Aussage treffen können.

Neben Hydrogencarbonat gibt es ja auch noch andere Anionen wie Chlorid, Sulfat etc. Auch Nitrat und Phosphat sind negativ geladen.
Ich bin zu wenig in der Materie drin und kann gar nicht sagen, ob da 1 zu 1 getauscht wird und ob es bestimmte Gegenspieler gibt.

Gruß Astrid
Hallo Astrid,

danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast. Nun habe ich den Soil im Aquarium und muss das irgendwie vernünftig regeln.
Ich werde wohl nicht um die Umkehrosmose herumkommen.

Auf welchen GH bzw. GH/KH Wert ist es sinnvoll aufzuhärten bei einem geplanten Besatz wie oben? Wie oft würdest Du auf dieser Grundlage dann einen Wasserwechsel machen (in der Einfahrzeit bzw. danach)?
Nur GH+ oder GH/KH+?
Was sollte ich dann bzgl. Flüssigdüngung machen? Der Soil gibt ja auch noch Nährstoffe ab.

Wäre schön wenn Du Deine diesbezügliche Erfahrung mit mir teilen könntest. Vielen Dank im Voraus.

Beste Grüße
Robert
 

Bergfish

Mitglied
Bei solchen eingehenden Fragen kommt es auf den Hersteller an, da sind die Soils unterschiedlich. Wenn ich von den Auswirkungen ausgehe, sogar sehr unterschiedlich, z.B. ist der Tropica shrimp Soil wesentlich saurer als der Ebi Gold Shrimp Soil. Soils schlucken nicht nur KH, ist keine vorhanden schlucken sie auch mal ein Medikament und geben es später wieder frei, im Becken daneben jedoch nicht. Ursprünglich war Soil auch nur für Bienengarnelen gedacht, um ein "bienenfreundliches" Wasser zu erzeugen. Für Bienengarnelen macht er auch heute noch Sinn, für Aquarien wo ich nicht zwingend auf Soil angewiesen bin verwende ich keinen, eben weil der Soil evtl. Sachen macht die man nicht vorraussehen kann.
Hallo Hans,

danke für Deinen Kommentar. Ich hab auch schon rausgefunden, dass die Soil-Hersteller machen was sie wollen und über deren Inhaltsstoffe und chem. Reaktionen im Wasser nichts bekannt geben, scheinen ja richtige Betriebsgeheimnisse zu sein. ;-)
Andererseits nehmen ja Tausende von Aquascapern Soil. Bei vielen scheint das ja ganz gut zu funktionieren, wenn man die Bilder so anschaut. Mir ist auch klar geworden, dass man dann alle Parameter richtig stellen muss. Dein Kommentar zum "panschen" (UOA) ist angekommen bei mir und ich werde wohl in den sauren Apfel beißen. Zum Glück ist mein Aquarium ja ziemlich klein.
Vielleicht kannst Du mir ja auch Deine Erfahrungen weitergeben wie Du in meinem Fall dass Wasser anmischen würdest?

Viele Grüße
Robert
 

Shai

Mitglied
Nur GH+ oder GH/KH+?
Hey,

das würde ich am Besatz festmachen.

Wenn du richtige Weichwasser-Bewohner pflegst (und z.B. Wildfänge), bietet sich pur GH an.
Hier würde ich zu SaltyShrimp GH+ oder Masterline GH+ greifen, hier finde ich das P/L-Verhältnis ganz okay.


GH+ Salze haben in der Regel deutlich mehr Natrium, Chlorid und Sulfat drin als solche mit KH/GH.
Das muss nichts schlechtes sein, aber es gibt durchaus Präferenzen diese Stoffe niedrig zu halten.
Mit KH fand ich das Drak Duradrakon ganz gut, ist nur etwas schwerer löslich, was aber mit CO2 im Becken und nem PH <7 eigentlich kein Problem darstellt.


Das "Panschen" ist mit Salz gar nicht so kompliziert. Einfach Osmosewasser extern sammeln und dann Salz drin auflösen. Vorteil dabei ist man kann es bei Bedarf noch temperieren.
Ich mach das zum Beispiel in nem 180l Fass im Keller und Pumpe, bis auf das vorherige Auflösen ist der WW für mich kaum anders als das Befüllen aus der Leitung.

Theoretisch kann man sich Osmosewasser direkt ins Becken laufen lassen und dann das Salz dort zugeben (und einfach per Leitwert die Menge ermitteln) - aber dazu braucht es schon ne leistungsfähige Anlage und das Wasser ist im Winter halt relativ kalt.


Grüße
Lars
 

cheraxfan2

Mitglied
Theoretisch kann man sich Osmosewasser direkt ins Becken laufen lassen und dann das Salz dort zugeben (und einfach per Leitwert die Menge ermitteln) - aber dazu braucht es schon ne leistungsfähige Anlage und das Wasser ist im Winter halt relativ kalt.
Hi,
Das wird doch nix. Vielleicht für Rechenkünstler, die genau berechnet haben wieviel Gramm pro zig-Liter sie brauchen. Dann muß man immer noch das Salz in einem Becher oder so auflösen oder soll das so ins Becken. Allerdings bin ich kein Freund des Berechnens, Salz zieht Wasser und das Gewicht ändert sich. Deswegen gehe ich über die Menge und habe zum Mischen einen Eimer, wo ich vernünftig das Salz auflösen und den Leitwert nachmessen kann.
Vielleicht kannst Du mir ja auch Deine Erfahrungen weitergeben wie Du in meinem Fall dass Wasser anmischen würdest?
Das ist ein bischen schwierig, dazu bin ich zu sehr auf Bienengarnelen fixiert. Von anderen Aquaristikformen habe ich oft keinen Schimmer.
 

Mescalero

Mitglied
Fällt mir in dem Zusammenhang gerade ein: ein Bekannter hat einen Fischkeller und hat ganz oben im Regal, wo man kein Aquarium mehr hinstellen kann, ein 160l (so ungefähr, die genaue Größe weiß ich nicht mehr) stehen. Dort kommt Regenwasser rein, Osmosewasser ginge natürlich auch, und wird für die Becken darunter verwendet.

So etwas ist natürlich nichts für das Wohnzimmer...
 

Shai

Mitglied
Das wird doch nix. Vielleicht für Rechenkünstler, die genau berechnet haben wieviel Gramm pro zig-Liter sie brauchen
Hey Hans,

im Grunde geht's schon, je nachdem wie genau man es haben möchte. Meistens dürfte es wohl reichen Wasserwechsel mit Osmosewasser zu machen, Leitwert messen und einfach grob passend zugeben.
Wenn man zum Beispiel 200 anstrebt und nach dem WW 100 misst, dann sind halt z.B. 2 Löffel und gut ist.
Die Menge Wasser die man entnimmt kann man ja relativ gut gleich halten, dann hat man nach 2-3 WW raus wieviel man zugeben muss.

So misch ich auch mein Wechselwasser. Fass auf 6 Löffel rein und gut ist. Ob da nun 195 oder 215 drin ist interessiert mich nicht. (GH hab ich da drin noch nie gemessen)
Inzwischen weiß ich das 6 Löffel passen. Am Anfang hab ich 4 rein gegeben, nach 15 Minuten gemessen und weil es zu niedrig war noch einen mehr.


Man muß da nicht unbedingt ne Wissenschaft raus machen.

Grüße
Lars
 


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