Lieber Paul,
Du hast Deinen Denkfehler bei der Besatzplanung schon selbst erkannt.
Du weißt nicht wie die Fische verhalten und stellst sie anhand von fixen Angaben wie Wasserwerten oder Temperatur zusammen.
Aber eben diesen "wie ticken Fische" ist wichtig- die Angaben Aquariengröße ist manchmal ein Anhaltspunkt.
Nimm die Wasserwerte als grobe Richtlinie nicht mehr.
Du bist limitiert durch die Aquariengröße und darin, dass Weichwasserfetischisten nicht für Dich in Frage kommen. Das war es aber auch schon.
Ich weiß, dass man gerne anfangs das Zierfischverzeichnis als Anhaltspunkt mag. Aber dir gehen dadurch auch massiv cooler Fische durch die Lappen.
Es hilft immer sich mal in verschiedenen Aquariengeschäften umzusehen, das Personal zu befragen etc. Manchmal entdeckt man da einen Fisch, der einem sonst nicht untergekommen wäre.
Und DANN, wenn Du einen Fisch findest, der Dich begeistert (und glaub mir jenseits von bunt kann AUCH ein cooles Verhalten nachhaltiger begeistern), der gut zu Deinem Aquarium passt, kaufst Du ihn. Anschließend guckst Du ein, zwei, drei Wochen wie er tickt, wie er sich verhält (frisst er langsam, ist die Art eher schüchtern, eher strömungsliebend etc.), dann suchst Du Dir einen passenden Beibesatz.
Zu den Corydoras-Labyrinthern-Bedenken:
Ich habe keine Colisa chuna und auch nie gehabt, nur C. lalia. Ich könnte mir durchaus Corydoras als Vergesellschaftung mit den Colisa vorstellen. Allerdings in einem Verhältnis in dem die Corydoras ähnlich groß sind wie die Colisa.
Interessant könnte die Vergesellschaftung aufgrund folgender Überlegungen sein:
- knapp pauschalisiert: Corydoras lass ich im Sommer etwas einmotten, weniger Wasserwechsel, höhere Temperaturen, weniger Futter, weniger Strömung- das tut den gut und wirkt laichanregend.
- Colisa scheinen bei wenig Strömung eher aggressiv zu sein, in Laichstimmung, konstante (hohe) Temperaturen führen offenbar zur schnelleren Vergreisung.
Würde ich jetzt kühlere Corydoras und Colisa lalia gemeinsam in ein Aquarium setzen, wäre das für spannend, weil ich dann in einem Aquarium, in dem die Corydoras ein halbes Jahr recht inaktiv "gammeln", Action habe. Das andere halbe Jahr haben die Colisa ihre Ruhezeit, da sie durch stärkere Strömung mit der Konsequenz, dass sie nirgendwo ablaichen können, weniger Individualstress haben.
Hoffe, Gedankengang war verständlich. Es sollte auch ein Beispiel dafür sein, wie wichtig es ist zu überlegen "Wie ticken meine zukünftigen Pfleglinge?!". Ein weiteres Beispiel von ungünstigen Kombinationen ist der sehr schüchterne Fresser mit dem Scheunendrescher.
Futter (gaaaaaaaaanz wichtig, wichtiger imo als Wasserwerte), Temperatur, Charakter und Platzbedürfnis sollten passen. Das Ganze kannst Du Dir in lang auf
http://www.aquaristik-leitfaden.de/ durchlesen.
Also:
Was ist DIr wichtig? WIllst Du einen Eyecatcher? Interessantes Verhalten? Gruppenfisch?