Algenprobleme

Dande

Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe in meinem Aquarium (120x40x50cm³ -> 240l, 2x 39W T5, Eheim Aussenfilter + Eheim Heizstab) inzwischen ein Algenproblem. Das Becken läuf seit knapp 4 Monaten. Vor knapp 2 Monaten waren wir eine Woche im Urlaub und danach waren die Probleme da. Bis dahin hatte ich zwar ein paar Fadenalgen, aber wenn ich die zweimal die Woche entfernt hatte, waren sie kaum zu sehen. Gedüngt wurde damals (wie auch heute) täglich mit 1ml Easy Life ProFito (1/3 der empfohlenen Tagesdosis). Die Pflanzen (im wesentlichen Valisnerien, Haarnixen und Hygrophilie Polysperma + plus ein bischen Moos) wuchsen damit kontinuierlich.
Vor der Woche Urlaub habe ich dann den Dünger als Wochendosis (statt als Tagesdosis aufgeteilt) ins Becken gegeben und die Fische per Futterautomat eher spärlich gefüttert (jeden zweiten Tag das, was sie eigentlich täglich bekamen). Nach dem Urlaub waren die Pflanzen von einem mehr oder weniger durchgängigen Fadenalgenteppich bedeckt. Ich war erstaunt, dass
Danach wurde folgendes gemacht:
  • Die Algen von Hand entfernt. Das hat drei Abende gedauert und die Algen wuchsen wie verrückt und die Pflanzen quasi gar nicht.
  • Das düngen mit 1ml pro Tag Easy Life ProFito wurde wieder aufgenommen, in der Hoffnung den Zustand vor dem Urlaub wieder zu erreichen.
  • Ein paar Tage später habe ich die CO2 Analge eines Kollegen übernommen und in Betrieb genommen. Das war schon länger geplant, da meine Pflanzen so viel CO2 verbraucht haben, dass der pH-Wert bis auf 8,3 gestiegen ist (Abends). Morgen war er dann wieder bei 7,9. Jetzt wird der pH-Wert auf 7,3 geregelt. Bei GH 14°dH und KH 11°dH sollte das für Pflanzen und Fische ok sein.
  • Wasserwerte per JBL Tröpfchentests mindestens 1x die Woche kontrolliert. Es ergab sich konstant (wie seit dem das Becken läuft): NH3, NO2, NO3, PO4 und Fe an der Nachweisgrenze der Tests, also effektiv nicht vorhanden.
  • Wasserwechsel 1x pro Woche 30% (wie seitdem das Becken läuft).
Ergebniss nach 2-3 Wochen: Die Pflanzen wachsen langsam und die Algen immer noch schnell. Die Algen wurden weiter täglich per Hand entfernt. Daraufhin habe ich folgendes gemacht:
  • Per NPK Dünger (Dennerle) und Eisendünger (Easy Life) die Düngung erhöht. Ich habe dabei alle 2 bis 3 Tage die Wasserwerte gemessen und dann per Dünger auf 0,5mg/l Eisen und 10mg/l NO3 erhöht. Nach den 2 Tagen war PO4 wuasi auf Null, NO3 auf 3-5mg/l und Eisen auf Null.
  • Stark betroffene Pflanzenteile wurden abgeschnitten, da die Algen so fest auf den Blättern hängen, dass sie nicht zu abzubekommen waren.
Ergebniss ist nun: Pflanzen wachsen tw. gut (Haarnixe 2-3 cm pro Tag, Hygrophilia Polysperma fast gar nicht, Valisnerien langsam), die Algen wachsen auch sehr gut. In den Pflanzen hängen unten drin große Mengen an Algen. Die bekomme ich aber nicht ab, es sei denn ich entferne die Pflanzen nahezu vollstängig. NAchdem ich nun inzwischen seit fast 2 Monaten mit den Algen kämpfe, macht sie langsam Frust breit. Auch bin ich mir unsicher was ich weiter tun soll/kann/muss um das Problem in den Griff zu bekommen. Folgendes habe ich schon überlegt, aber ich bin mir unsicher, ob ich damit nicht alles nur schlimmer mache:
  • ProFito EasyLife Dünger erhöhen. Vielleicht fehlt es ja an Mikronährstoffen. Risiko ist natürlich das ich die Bedingungen für die Algen noch mehr erhöhe.
  • Alle betroffenen Pflanzen ersetzen um die festsitzenden Algen loszuwerden. Nachteil ist dabei, dass ich die meisten Pflanzen nahezu vollständig entfernen muss. Wie gut neue Pflanzen oder kleine Reststecklinge dann wachsen ist auch die Frage. Des weiteren scheint Moos in meinem Becken gar nicht vernünftig zu wachsen. Nach einem viertel Jahr ist es immer noch nicht sichtbar gewachsen und auch noch nicht an den Wurzeln festgewachsen. Dafür sieht man das Moos vor lauter Fadenalgen fast nicht mehr. Nur der Garnelennachwuchs fühlt sich darin wohl und dem will ich das zu Hause eigentlich nur ungern wegnehmen.
  • Dünger wechseln. Vielleicht ist eine andere Düngerzusammensetzung für mein Aquarium einfach besser geeignet.
  • Dunkelkur + Dünger entzug. Das dürfte den Algen ordentlich zusetzen, aber vermutlich auch meine Pflanzen mehr oder weniger umbringen. Und was meine Fische und Garnelen zu einer Woche Dunkelheit sagen ist auch nicht so ganz.
Ich tendiere momentan zu einer Kombination der ersten beiden Punkte. Die Frage ist dabei nur, durch was ich statt dem Moos als Unterschlupf für meine Junggarnelen verwende. Nixkraut? Wasserpest?

Was meint ihr so?
Vielen Dank schon mal für eure Antworten.
Daniel

PS: Falls es relevant ist, im Moment schwimmen im Becken 14 Ottocinclus, 15 Perlhuhnbärblinge, 2 Mosaikfadenfische (die sich wie verrückt jagen, seitdem ich die Pflanzen zurückgeschnitten habe und es demzufolge kaum noch was grünes in der Nähe der Wasseroberfläche gibt) und eine unbekannte Anzahl an Tigergarnelen (ich hab mit 10 angefangen, ich hab bisher keine toten Garnelen gesehen und es gibt einiges an Nachwuchs).
 


fischolli

R.I.P.
Moin,

kannst du bitte mal ein Bild der Gesamtansicht und gern auch Detailaufnahmen betroffener Pflanzen einstellen, damit man sich ein Bild machen kann?

Was m.E. eine der effektivsten Methoden bei der Algenbekämpfung ist, sind große Wasserwechsel. Also nicht deine homöopathischen 30%, sondern 60-70%, notfalls auch mehrmals die Woche. Eine Dunkelkur bringt m.E. ausser bei Cyanos wenig bis nichts.

Wenn schon H. polysperma nicht wächst, muß wirklich etwas im argen sein. Miss doch bitte mal alle Werte durch direkt nach dem Wasserwechsel und besorg dir mal die Ausgangswerte eures Wasserversorgers.

Für deine Fafis setz doch einfach ein paar Muschelblumen oder Froschbiß ein.

Gruß
 

Dande

Mitglied
Die Werte des Wasserversorgers gibt es hier: http://www.vg-lingenfeld.de/vg_ling...asser/Trinkwasseranalysen/Entnahme ZKM_14.pdf. Die Werte hab ich auch mal (so weit möglich) per Tröpfchentest nachgemessen und die stimmen und sind über der Zeit konstant. Sie entsprechen zu großen teilen denen in meinem Becken (ausser dem was ich durch Dünger dazu gebe).

Photos muss ich heute Abend nachliefern. Momentan ist es aber arg zurück geschnitten, nachdem alles bis oben hin mit Algen vollhing. Ich hab heute morgen noch zwei Triebe der H.polysperma gefunden die wachsen, dass sind aber quasi die einzigen die auch bis unten hin relativ algenfrei sind.

Daniel
 

Dande

Mitglied
So, hier nun die versprochenen Photos. Ich denke sie illustrieren das Problem. (Kann ich irgendwie die Bilder im Anhang umsortieren? Das unterste ist die Übersicht, die eigentlich ganz oben sein sollte) Ich muss meine Aussage von gestern Abend, dass die Pflanzen nicht gut wachsen ein wenig revidieren. Die Pflanzen wachsen gut, wenn sie nicht voller Algen sind. Die Haarnixe war vor 3 Tagen komplett auf ein Niveau runtergeschnitten worden, die nicht mit Algen belasteten Triebe sind jetzt schon wieder fast 10cm gewachsen.

Wasserwerte 3 Tage nach dem letzten Düngen und nach 30% Wasserwechsel (das war vor 2 Tagen):
NH3: 0mg/l
NO2: 0mg/l
NO3: 0.5mg/l
PO4: 0.02mg/l
Fe: 0.02 mg/l

GH: 14°dH
KH: 10°dH
pH: 7.3

Gedüngt wird immer:
NO3 auf 10mg/l per NPK Dünger (PO4 ist dann < 0.4mg/l, da das immer schneller fällt als das NO3)
Fe auf 0.5 mg/l

Was ich oben noch vergessen habe, die Beleuchtungsdauer ist 11h am Tag, mit einer 3,5 stündigen Mittagspause.
Irgendwelche Ideen was da die Algen so begünstigt?

Daniel
 

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Diddy

Mitglied
Hallo,

wirklich schlimm ist der Algenbewuchs noch nicht, schön ist's aber auch nicht.

Das Problem was ich hier sehe sind die Wasserwerte und zwar das NO3 und PO4 quasi nicht vorhanden sind. Wichtig ist, dass beides vorhanden ist. Die Mikronährstoffe (Eisen, Kalium, Magnesium,...) bringst du mit dem Dünger ein, CO2 hast du auch, es fehlen eben Stickstoff und Phosphor. Bei Phosphor bzw. Phosphat (PO4) ist es so, das Pflanzen das gut speichern können, die Algen hingegen nicht. Ich verfahre so, dass ich PO4 jeden 4. TWW stoßweise zugebe, NO3 ist bei uns schon im Wasser zur genüge. Seit ich PO4 in der Art und weise zudünge, sind meine Algenprobleme weg und die Pflanzen wuchern.

Das ist aber meine Erfahrung, es hat lange gedauert, bis ich dahin gekommen bin. Vorher hab ich auch alles mögliche probiert, von mehr TWW, mehr CO2, weniger CO2, mehr Licht, weniger Licht, UV-C, anderer Dünger,... Geholfen hat dann tatsächlich das PO4. Ein Versuch wäre es wert. Es gibt spezielle Produkte, wo gezielt NO3 und PO4 zugedüngt werden kann, einige nehmen aber auch einfach flüssigen Blumendünger, wobei bei dir wahrscheinlich letzters eher angebracht ist, da NO3 und PO4 fehlt.
 

fischolli

R.I.P.
Moin Daniel,

ich seh durch die Bilder auch nichts irgendwie "fehlerhaftes" und mich wundert auch der geringe NO3 und PO4 Wert. Da würde ich wie Diddy auch am ehesten die Ursache sehen. Probier das mal so aus, wie Diddy vorgeschlagen hat.

Ach, einziger weiterer Punkt, was für Röhren hast du in deiner Abdeckung. Ich hab mal so Billig-Röhren im Baumarkt gekauft, daraufhin sind die Algen explodiert und der Pflanzenwuchs nahm stark ab. Nach Auswechselung pendelte sich das wieder ein.

Gruß
 

Dande

Mitglied
Danke euch beiden für die Antworten.

Die beiden T5 39 Röhren sind diejenigen, die bei dem EHEIM Set dabei waren. Keine Ahnung wie die genau heißen.

Was für Mengen würden ihr denn an NO3 und PO4 empfehlen? NO3 eher kontinuierlich aufweclehm bestimmten Level halten? PO4 alle 2 Wochen(?) auf wieviel erhöhen?

Noch eine Frage. Sollte ich die ganz massiv befallenen Pflanzen austauschen? Das Moss wird an einigen Stellen bereits braun, ich weiss nicht ob das überhaupt noch zu retten ist. Bei einigen anderen Pflanzen ist es kaum besser.

Danke
Daniel
 


Diddy

Mitglied
Hallo,

as mit dem Mengen musst du probieren. Ich habe z.B. 10-20 mg/l NO3 im Wasser (schon im Leitungswasser knapp 20 mg/l) und PO4 hab ich schon ewig nicht gemessen. Ich denke empfehlenswert is es da mit einer Stoßdüngung mal anzufangen (ruhig die 2-3 fache empfohlene Menge ins AQ kippen) und sehen, was passiert. Das wiederholst du erstmal eine Zeit lang, alle 4 Wochen. Dann sollte sich das Wachstum einpegeln. Wenn nicht, dann melden.

NO3 kannst du bei jedem TWW mit dazu geben oder jeden Tag in bisschen. Das ist gleich. Bei mir ist es bei jedem TWW über das Leitungswasser.
 
Hallo
Erlich sagen Ich habe nicht verstanden diese Problem mit PO4 und NO3.Für was machen wir alle regelmesig Waserweksel
Ich habe immer gedacht um diese 2 Werte nidriger zu machen.Bei mir ist es so.Denken Sie nicht das statt mit PO4 und NO3 düngen muß man nicht so oft und nicht so viel Wasser wekseln.So kann man Geld für Dünger und Wasser sparen .Und noch, es ist jedem bekant ,daß je meer futern desto meer PO4 in Wasser,oder? Dann geben Sie einfach meer Futter, dann geht PO4 automatisch hoch.Oder denke ich falsch? Danke.
 

Dande

Mitglied
Das Problem ist leider ein wenig komplizierter als es sich auf den ersten Blick anhört.

Der eine Aspekt sind die Bedürfnisse der Pflanzen. Die brauchen die lange Liste an Mikro- und Makronährstoffen. Die genauen Verhältnisse sind abhängig von den einzelnen Pflanzen. Je nach Pflanze werden diese hauptsächlich über Blätter und Wasserwurzeln oder hauptsächlich die Wurzeln im Bodengrund oder eine Mischung als beidem aufgenommen. Ich habe auch gelesen, dass sich das auch noch je nach betrachtetem Nährstoff unterscheidet. Das klingt für mich nicht unwahrscheinlich aber ich kann es nicht wirklich beurteilen. Dazu kommt noch das Pflanzen einige Nährstoffe gut auf Vorrat speicher können. PO4 können wohl alle höheren Pflanzen speichern. Bei anderen Nährstoffen scheint es da Unterschiede zu geben.

Der nächste Aspekt sind die Algen. Algen sind den Pflanzen relativ ähnlich aber promitiver aufgebaut. Sie sind bei den Nährstoffen flexibler aber nicht so effizient wie die Pflanzen. Sie können Nährstoffe auch nicht speicher wie die Pflanzen.

Der dritte Partner in der Runde sind die Nährstoffe selbst. Ein Teil kommt durch Fütterung ins Becken, im Prinzip als Endprodukte der Verdauung, nachdem die Bakterien damit fertig sind. Verrotende Pflanzenteile etc. ergeben im Endeffekt auch Nährstoffe. Das Leitungswasser vom Wasserwechsel bringt auch wieder Nähstoffe mit (je nach Wasser und ggf. Aufbereitung unterscheidet sich das natürlich). Dazu kommt dann evtl. noch weitere Nährstoffe aus Düngern.

Das Problem ist die Gesamtbilanz der Nährstoffe. Bei mir sind im Leitungswasser PO4 und NO3 quasi bei Null. Ich habe ein recht dünn besetztes Aquarium und will meine Fische nicht überfüttern, mehr füttern scheidet also aus. Daher habe ich von Beidem quasi Null im Aquarium. Wasserwechsel macht man ja nicht nur um NO3 und PO4 zu senken. Der Sinn eines Wasserwechsels ist es Abfallstoffe zu entfernen und neue Nährstoffe hinzuzufügen. Ich bekomme daher so kein gescheites Nährstoffverhältniss hin. Daher muss ich zudüngen.

Meine Strategie ist daher jetzt folgende:
PO4 wird einmal im Monat in einer großen Dosis zugegeben.
NO3 wird nach jedem Wasserwechsel auf 20mg/l erhöht (als 1x pro Woche)
Wurzelzehrende Pflanzen bekommen Düngekugeln untergeschoben.
Ich dünge täglich eine geringe Dosis mit einem Flüssigdünger.
CO2 wird weiter zugegeben (Ziel 15-20 mg/l)
Algen werden täglich von Hand entfernt, wenn ich welche finde.

Meine Hoffnung ist die Probleme damit bis Weihnachten im Griff zu haben. Das Problem bei dem ganzen zusammenspiel ist, dass es schwer ist abzuschätzen wie man solche Probleme in den Griff bekommt. Da helfen Erfahrungswerte deutlich mehr, als zu viel Überlegen. Daher waren die Hinweise hier im Thread für mich viel hilfreicher als alles googlen und lesen vorher.
Ich melde mich wenn es zu meinem Thema etwas neues gibt.

Daniel
 

Dande

Mitglied
Nein mein zweites, aber dazwischen lagen knapp zwei Jahrzehnte. Ich muss allerdings zugeben, dass ich es jetzt fast ein wenig exzessiv betreibe. Ich muss mich echt ab und an mal zurückhalten nichts zu machen und die Fische und Pflanzen einfach wachsen zu lassen.
Als Hobby nebenbei hab ich jetzt mal angefangen meinen eigenen kleinen Aquariencomputer zu bauen. Ausser wenn ich nicht zu Hause sein kann ist der zwar eigentlich überflüssig, aber es macht halt auch Spaß ein wenig zu basteln. :D
 

Dande

Mitglied
Hallo zusammen,

ich wollte mal wieder einen Zwischenbericht geben. Ich habe als ersten Schritt alle Algen entfernt (Anfang November). Also Algen abfischensoweit das möglich war, Wurzeln etc. unter heißem Wasser abgeschrubbt und alle befallen Pflanzenteile entfernt. Danach noch alle Algen von den Scheiben und vom Bodengrund entfernt (d.h. der Bodengrund wurde auch etwas dünner da die Algen zu Fest auf dem Kies hingen).
Von den Pflanzen blieb recht wenig übrig, so dass ich die Bepflanzung zu großen Teilen neu gemacht habe. Hauptsächlich sind da jetzt brasilianischer Wassernabel, Haarnixe und zwei große Echinodorus drinnen. Der Wassernabel und die Haarnixe werden jede Woche um ein knappes drittel gestutzt damit sie nicht zu sehr alles zuwuchern. Die Echinodorus wachsen auch sehr deutlich. Spätestens alle 2 Tage ein neues Blatt und auch die vorhandenen Blätter werden ständig länger. Der Pflanzenwuchs ist also gut und schnell.
Die Düngung habe ich wie folgt eingestellt: Täglich 1,5ml ProFito von EasyLife, dass ist die Hälfte der angegebenen Dosierung. Jede Woche nach den 30% Wasserwechsel NO3 auf 5mg/l aufdüngen (mit Nitro von EasyLife), nach 2 Tagen ist das aber schon wieder bei Null. Beim ersten Wasserwechsel im Monat PO4 aufdüngen (mit Fosfo von EasyLife), höhere PO4 Werte habe ich mich nicht getraut, da PO4 ja auch nicht so ungefählich sein soll. Nach der Zugabe von PO4 werden die anderen Dünger für 48h eingestellt. Danach ist das PO4 wieder bei Null. Ich hoffe dann haben die Pflanzen das ganze PO4 gespeichert und die Algen haben nie gleichzeitig alle Nährstoffe zur Verfügung. Des weiteren sorgt die CO2 Anlage für einen CO2 Spiegel von 15mg/l-20mg/l.
Von Fadenalgen hab ich seitdem nie wieder etwas gesehen. Die paar einzelnen Fäden die ich nach der großen Entfern Aktion noch gesehen hatte waren nach ein paar Tagen komplett verschwunden. Jetzt nach 6 Wochen bilden sich an der Scheibe grüne Punktalgen. Aber relativ langsam und wenige. Und seit etwa 2 Wochen kommen Pinselalgen an Scheiben und Wurzeln. Ich hab sie ersten Reflex von Hand entfernt (angezupft), aber inzwischen gelesen dass das wohl eine blöde Idee war, da dann kleine Wurzelreste im Aquarium bleiben, dort herumschwimmen und sich überall festsetzen. Inzwischen haben sich die Pinselalgen auch deutlich ausgebreitet. Ich werde übermorgen mal alle Wurzeln rausnehmen und unter heißem Wasser abschrubben. Am Wassernabel haben sich jetzt auch einige angesiedelt. Die Pflanzenteile werden dann morgen auch entfernt. Die Frage ist aber wie werde ich die auf den Scheiben los, ohne sie wieder im ganzen Becken zu verteilen. An den Rändern der Echinodorus ist noch fast nichts zu sehen, aber ich fürchte das kommt auch noch.
Meine Wasserwerte sind eigentlich unverändert. NH3 und NO2 auf Null. NO3 wird wöchentlich zugedüngt fällt aber schnell wieder auf quasi Null. PO4 wird monatlich gedüngt und fällt schnell auf quasi Null. Fe ist effektiv nicht nachweisbar. GH liegt bei 14, KH bei 10, pH bei 7,2 bis 7,3.

Nachdem was ich gelesen habe sind Pinselalgen ziemlich hartnäckig. Sprich sehr widerstandsfähig und werden von kaum einem Fisch gefressen, sonst würde ich fast überlegen eine biologische Algenbekämpfung zu probieren. Ich habe auch schon überlegt die monatliche PO4 Zugabe deutlich zu erhöhen, statt aufdüngen auf 0.5mg/l eher auf 2mg/l wobei ich nicht weiß wie meine Aquarienbewohner darauf reagieren. Auch könnte ich die NO3 Düngung erhöhen, das wird ja auch sehr schnell verbraucht. Ich hab irgendwo gelesen, dass für Algen Kalium wichtiger ist als NO3. In meinem NO3 Dünger ist auch Kalium drin, dass habe ich aber auch schon im Leitungswasser (~1-2mg/l). Sollte ich evtl. lieber auf einen reinen NO3 Dünger wechseln und Kalium messen und gezielt ebenfalls zudüngen?

Die Wasserwerte werde ich Donnerstag oder Freitag nochmal messen. Das hab ich heute vor dem Wasserwechsel vergessen. Und jetzt direkt danach ist es glaube ich nicht so aussagekräftig.

So, genug der Romane. Über Ideen, Anregungen, Meinungen, ... würde ich mich sehr freuen.

Gruß
Daniel
 


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