Algenexplosion übers Wochenende

Hallo Leute,

mein Becken läuft nun seit ca. 3 Wochen mit Besatz. Algenprobleme hatte ich bis heute nicht wirklich. Ich hatte zwar ein paar Fadenalgen, Bartalgen(?) aber es war sehr moderat. Nun war ich von Donnerstag bis heute weg, schaue gerade ins Becken und sehe eine Algeninvasion. Das Becken ist sehr dunkel, weil kaum noch Licht von oben durch kommt. Die Blätter der Valisnerien sind alle mit kleinen, ca. 5mm langen Fäden bedeckt. Um die Wurzeln der Schwimmpflanzen ziehen sich dicke Ballen, die ziemlich viel Licht schlucken. Mein Moos ist kaum noch als Moos zu erkennen, da es mehr wie ein Algenbrei aussieht. Hilfe, was tue ich dagegen? Mache ich irgendwas grundlegend falsch?


Größe des Aquariums (Volumen und Abmessungen): 240l - (LxBxH) 120x40x50
Seit wann läuft es: ca. 3 Wochen mit Besatz
Wie lange war die Einlaufzeit (ohne Fische): 3 Wochen
Sind in dieser Zeit Algen aufgetreten - welche: Fadenalgen
Sind seit dem Krankheiten im Becken aufgetreten: Nein
Sind Fische gestorben (wenn ja: welche): ein Corydoras Leucomelas, ein Tag nach dem Einsetzen

Wie lange wird das Aquarium beleuchtet: 7-12 Uhr, 16-23 Uhr
Welche Leuchtmittel werden verwendet (Hersteller, Watt): 2x T5. Da gebraucht übernommen, aufgrund des Alters leider nicht mehr lesbar.

Fischbesatz:
10x Cory. Leucomelas
4x Ancistrus sp.
4x Mikrogeophagus Ramirezi
30x Paracheirodon axelrodi

Temperatur: 27° C
PH: 6,8
KH: 3
GH: 5
NO2: 0
NO3: 25
PO4: 0,1
FE: 0,1
NH4: 0
O2(bitte 2 Angaben; einmal am Morgen + Abend): Kann ich nicht messen
CO2 (bitte 2 Angaben; einmal am Morgen + Abend): M 20, A 16

Wird spezieller Nährboden verwendet (welcher): Nein
Wie hoch ist die Kiesschicht (Sand): 7 cm
Wie oft - wieviel wird gedüngt: Dennerle System nach Plan
Mit was wird gedüngt: Bio Co2, V30, E15, S7, Tonkugeln
Wie oft findet ein Wasserwechsel statt: wöchentlich
Ist das Wasser aufbereitet (Osmose etc.): Nein
Wieviel Wasser wird gewechselt: ca. 30-40%
Wird ein spezieller Wasserzusatz verwendet (Eichenextrakt etc.): Kurzzeitige Torfdüngung, jetzt Seemandelbaumblätter

Pflanzenliste:
Echinodorus bleheri
Anubias
Cabomba Caroliniana
Wasserpest
Javamoos auf Wurzel
Valisneria Gigantea
Lilaeopsis brasiliensis
Kirschblatt
Salvinia auriculata

Technik im Aquarium (Filter, UVC, Bodenfluter...): Eheim 2224, Heizstab, Bio Co2 mit PS
Läuft der Filter 24h am Tag: Ja
Kommen die Algen im Strömungsbereich vor: zum Teil
Wird eine Membranpumpe verwendet: Nein

Wieviel und wie oft und was wird gefüttert: Täglich kleine Portionen, Frostfutter (Rote/ Schwarze Mückenlarven, Artemia, Daphnien, "Tropical Mix", Welstabs ca. 2x/Woche)

Bilder...?!




Viele Grüße
 


chain schrieb:
Hallo Leute,

mein Becken läuft nun seit ca. 3 Wochen mit Besatz. Algenprobleme hatte ich bis heute nicht wirklich. Ich hatte zwar ein paar Fadenalgen, Bartalgen(?) aber es war sehr moderat. Nun war ich von Donnerstag bis heute weg, schaue gerade ins Becken und sehe eine Algeninvasion. Das Becken ist sehr dunkel, weil kaum noch Licht von oben durch kommt.

Hallo Lars,

nach dem zweiten Bild zu urteilen, sind da auch zu viele Schwimmpflanzen vorhanden. Die Pflanzen darunter können dann wegen Lichtmangel nicht (ausreichend) wachsen.

Die Blätter der Valisnerien sind alle mit kleinen, ca. 5mm langen Fäden bedeckt.

Einfach abschneiden, mit einer scharfen Schere oder einer Rasierklinge.

Um die Wurzeln der Schwimmpflanzen ziehen sich dicke Ballen, die ziemlich viel Licht schlucken. Mein Moos ist kaum noch als Moos zu erkennen, da es mehr wie ein Algenbrei aussieht. Hilfe, was tue ich dagegen? Mache ich irgendwas grundlegend falsch?

Wenn Du nicht eine Algenzucht planst, sondern ein gut bepflanztes Aquarium, machst Du mit Sicherheit etwas falsch. :wink: Aber soooo schnell wachsen eigentlich nur Blaualgen (Cyanobakterien) und auch die nur dann, wenn sie dafür genug Nahrung finden. Denkbar: Du düngst gut, fütterst nach Deiner Aufzählung auch sicher nicht zu sparsam, machst relativ wenig Wasserwechsel und die Schwimmpflanzen verhindern zügiges Wachstum der wenigen schnellwachsenden Pflanzen. Trotzdem ist dieses Tempo schon sehr ungewöhnlich. Ich habe in meiner Zeit als Aquarianer so eine "Explosion" übers Wochenende noch nie erlebt. Und das sind immerhin 40 Jahre.

Wie lange wird das Aquarium beleuchtet: 7-12 Uhr, 16-23 Uhr
Welche Leuchtmittel werden verwendet (Hersteller, Watt): 2x T5. Da gebraucht übernommen, aufgrund des Alters leider nicht mehr lesbar.

Geh mal auf 5 - 4 - 5. 10 Stunden reichen unter diesen Bedingungen dicke.

Fischbesatz:
10x Cory. Leucomelas
4x Ancistrus sp.
4x Mikrogeophagus Ramirezi
30x Paracheirodon axelrodi

Das geht noch, aber schwach besetzt ist das auch nicht.

Temperatur: 27° C

Wegen der Ramirezis? Wenigstens 1 °C runter wirkt sich schon positiv auf die Pflanzen aus und schadet den Fischen garantiert nicht.

PH: 6,8
KH: 3
GH: 5
NO2: 0
NO3: 25

Wie ist der NO3-Wert im Leitungswasser?

CO2 (bitte 2 Angaben; einmal am Morgen + Abend): M 20, A 16

Wie, bzw. womit wurde das gemessen?

Wie hoch ist die Kiesschicht (Sand): 7 cm

Welche Körnung?

Wie oft - wieviel wird gedüngt: Dennerle System nach Plan
Mit was wird gedüngt: Bio Co2, V30, E15, S7, Tonkugeln

Für diesen Pflanzenwuchs solltest Du vorerst etwas reduzieren.

Wie oft findet ein Wasserwechsel statt: wöchentlich
Ist das Wasser aufbereitet (Osmose etc.): Nein
Wieviel Wasser wird gewechselt: ca. 30-40%

Gemessen an den vorhandenen Problemen noch entschieden zu wenig. Zumindest bis zur Lösung wäre mein Vorschlag wöchentlich 2 x 80 %, später 1 x 80 %.

Wird ein spezieller Wasserzusatz verwendet (Eichenextrakt etc.): Kurzzeitige Torfdüngung, jetzt Seemandelbaumblätter

Es sollte eben nicht zu dunkel werden. Also mehr WW, um die Braunfärbung zu mildern.

Pflanzenliste:
Echinodorus bleheri
Anubias
Cabomba Caroliniana
Wasserpest
Javamoos auf Wurzel
Valisneria Gigantea
Lilaeopsis brasiliensis
Kirschblatt
Salvinia auriculata

Da käme dann die nächste Fragerunde dran: Wie viele jeweils, wie viel Grundflächenbepflanzung usw.

Wieviel und wie oft und was wird gefüttert: Täglich kleine Portionen, Frostfutter (Rote/ Schwarze Mückenlarven, Artemia, Daphnien, "Tropical Mix", Welstabs ca. 2x/Woche)

Das liest sich jedenfalls nicht so, als würde Deinen Fischen demnächst eine Hungersnot drohen. :wink:

Die Algen auf den Bildern würden mich interessieren. Kannst Du mir welche schicken? Adresse findest Du im Impressum auf http://www.aquamax.de.

Ist die Bepflanzung überall so spärlich wie auf dem ersten Bild dargestellt?

Viele Grüße,
Bernd
 
Hallo Bernd,

vielen Dank für die Antwort. Die Schwimmpflanze ist lustigerweise erst vergangenen Mittwoch ins Becken gekommen und hat sich ebenfalls rapide vermehrt. Ich hatte, ungelogen, 3 Ableger im Becken, gestern waren es dann geschätzte 20.

Temperatur ist wegen der Ramirezis auf 27°, ja. Und auch wegen denen, achte ich sehr auf die Fütterung, da ich zu Beginn gelesen habe, dass sie oft wegen Überfütterung sterben. Laut Zierfischverzeichnis, wäre 26° die untere Temperaturgrenze, Mergus gibt komischerweise 22-26° zur Haltung an.
Aber gut, probieren wir es mit 26°.

NO3 im Leitungswasser ist bei 13,7 laut Wasserwerke.

Alle Wasserwerte, außer des CO2, wurden mit Ratestäbchen ermittelt, aber im Laden per Probe bestätigt. Einzig für CO2 habe ich mir einen Tröpfchentest zugelegt.

Kieskörnung ist 0,4-1,2 mm.

Wie sollte ich die Düngung reduzieren? Alles? Nur CO2? Den Dennerledünger? Und um wieviel reduzieren?

Wasserwechsel wird erhöht.

Was hat denn die Trübung des Wassers durch Torf, Erlenzäpfchen, o.ä. für einen Einfluss auf das Pflanzenwachstum? Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht. Es ändert sich doch dadurch nichts an den Nährstoffen im Wasser, oder sehe ich da was falsch?

Zur Bepflanzung: Gestern war es ein gefühlter Urwald. Nach dem Gärtnern war es dann nicht mehr so schlimm.
Echinodorus: 2x
Anubias: 2x
Cabomba: 20 Stengel
Wasserpest: 20 Stengel
Javamoos ist raus
Valisnerien sind nicht zählbar
Lilaeopsis: 1 Bund
Kirschblatt: 3 Stengel

Gesamtansicht heute, nach dem Rückschnitt:


Gruß
 
chain schrieb:
Hallo Bernd,

vielen Dank für die Antwort. Die Schwimmpflanze ist lustigerweise erst vergangenen Mittwoch ins Becken gekommen und hat sich ebenfalls rapide vermehrt. Ich hatte, ungelogen, 3 Ableger im Becken, gestern waren es dann geschätzte 20.

Hallo Lars,

da scheint ja alles zu explodieren. :lol: Bist Du wenigstens gut versichert? :wink:

Temperatur ist wegen der Ramirezis auf 27°, ja. Und auch wegen denen, achte ich sehr auf die Fütterung, da ich zu Beginn gelesen habe, dass sie oft wegen Überfütterung sterben. Laut Zierfischverzeichnis, wäre 26° die untere Temperaturgrenze, Mergus gibt komischerweise 22-26° zur Haltung an.
Aber gut, probieren wir es mit 26°.

Es wird eben gerne übertrieben - sowohl nach oben, wie nach unten. Je weiter man sich von den Mittelwerten entfernt, desto expertiger hören sich die Empfehlungen an. Die allermeisten Aquarianer, die solche Messungen auch tatsächlich selbst machen, sind Urlauber und deshalb fast ausschließlich in der Trockenperiode unterwegs. Daher kommen auch die "Kochrezepte" für Diskusfische.

NO3 im Leitungswasser ist bei 13,7 laut Wasserwerke.

Also trotz massivem Algenwuchs eine deutliche Zunahme. Das zeigt, dass der Wasserwechsel bei weitem nicht ausreicht.

Alle Wasserwerte, außer des CO2, wurden mit Ratestäbchen ermittelt, aber im Laden per Probe bestätigt. Einzig für CO2 habe ich mir einen Tröpfchentest zugelegt.

Meist ist weder den Ratestäbchen, noch den sie bestätigenden Referenzwerten zu trauen. Und beim CO2 sind die Sofortmessungen sehr, sehr problematisch. Meist zeigen sie erheblich mehr CO2 an als tatsächlich vorhanden ist. Das liegt an den billigen Plastik-Tropffläschchen und dem darin enthaltenen Indikator. Am besten mit einem guten Langzeittest messen, oder zusätzlich mit sehr genauer Messung (nicht mit Mehrfach-Teststäbchen!) von pH und KH berechnen.

Kieskörnung ist 0,4-1,2 mm.

Das ist Sand und kein Kies. Wieder ein Fall, in dem meine Meinung zum Thema Sand vs. Kies bestätigt wird.

Wie sollte ich die Düngung reduzieren? Alles? Nur CO2? Den Dennerledünger? Und um wieviel reduzieren?

Pi mal Daumen um ein Drittel. CO2 aber nicht. Davon hast Du sicher weniger, als der Test suggeriert.

Wasserwechsel wird erhöht.

Hier fehlt mir das Wort "stark". :mrgreen:

Was hat denn die Trübung des Wassers durch Torf, Erlenzäpfchen, o.ä. für einen Einfluss auf das Pflanzenwachstum? Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht. Es ändert sich doch dadurch nichts an den Nährstoffen im Wasser, oder sehe ich da was falsch?

Braunfärbung kostet Lichtstärke und das nicht zu knapp. Wenn dann auch noch Schwimmpflanzen und Algen von oben her dichtmachen, können eben die schnellwachsenden Arten nicht mehr schnell wachsen, weil ihnen das Licht fehlt.

Zur Bepflanzung: Gestern war es ein gefühlter Urwald. Nach dem Gärtnern war es dann nicht mehr so schlimm.

"Nicht mehr so schlimm", aber in Deinen Augen noch immer schlimm? Auf Deinem ersten Bild sieht es nicht nach Urwald aus, sondern eher nach Sandwüste.

Echinodorus: 2x
Anubias: 2x
Cabomba: 20 Stengel
Wasserpest: 20 Stengel
Javamoos ist raus
Valisnerien sind nicht zählbar
Lilaeopsis: 1 Bund
Kirschblatt: 3 Stengel

Das ist noch lange kein Urwald und die Schnellwachser wachsen eben auch nicht wirklich schnell, warum auch immer. Versuche es mal mit Hornblatt (Hornkraut), Ceratophyllum demersum.

Viele Grüße,
Bernd
www.aquamax.de
 
A

Anonymous

Guest
Hallo Lars,

...schaue gerade ins Becken und sehe eine Algeninvasion
schade daß Du uns die "Invasion" vorenthalten hast! Ich hätte das gerne gesehen!

Die paar Algen auf den beiden oberen Bildern stellen doch noch kein Problem dar!
Schmeiß das bißchen Lilaeopsis brasiliensis aus dem Becken raus (sehen eh erbärmlich aus), entferne die befallenen Blätter der Vallisnerien und lichte die Schwimmpflanzendecke so daß wieder Licht nach unten kann.

Die Trübung/Braunfärbung des Wassers durch Torf und Seemandelbaumblätter kann insofern Einfluß auf Wachstum der Pflanzen haben, da dadurch das Licht gedämpft ist und die Pflanzen nicht die volle Ladung abbekommen.

Die Temperatur kannst Du auch gerne auch auf 25°C schalten. Das halten die Ramirezi gut aus.

Ich selbst würde die Düngung gar nicht reduzieren, sondern entweder so beibehalten oder mit einem anderen Produkt düngen (die zweite Variante würde ich vorziehen).
CO² bleibt an.

Wasserwechsel mind. 50% wöchentlich, gerne auch mehr und öfter.


Gruß
Thomas, täglich düngend
 
Hallo,

da ja Ratestäbchen keine ernsthaften Werte bringen kann man auch nicht sagen ob der NO3 Wert sich nun erhöht oder nicht.
Ein Tropfentest für Co2 sollte immer mit einer Blindprobe erfolgen.

Alles in allem: Nix genaues weiss man nicht, aber man empfiehlt schon mal.

Beste Grüße
Martin
 


Martin Krüger schrieb:
Hallo,

da ja Ratestäbchen keine ernsthaften Werte bringen kann man auch nicht sagen ob der NO3 Wert sich nun erhöht oder nicht.

Hallo Martin,

nicht alle Werte werden von "Ratestäbchen" gleich schlecht oder gut gemessen. Während GH, KH und pH bei den 5-fach Tauchtests tatsächlich Rätselraten bedeuten und unsinnig grobe Abstufungen haben, kann man Nitrit vollständig vergessen, da erst Werte über 1 mg/l angezeigt werden. Aber beim Nitrat sieht es deutlich besser aus. Hier sind Erhöhungen oder Abnahmen durchaus gut erkennbar. Außerdem gibt es nichtblutende pH-Teststreifen als Einzeltests, die Tropftests und nicht sorgfältig kalibrierte Messgeräte locker in den Schatten stellen.

Ein Tropfentest für Co2 sollte immer mit einer Blindprobe erfolgen.

Sollte, ja. Und wer macht das, bzw. wer weiß überhaupt, was eine Blindprobe ist?

Alles in allem: Nix genaues weiss man nicht, aber man empfiehlt schon mal.

"Man" kann es ja auch lassen. Dann kann "man" auch auf solche Kommentare verzichten.

Viele Grüße,

Bernd
 
Hallo Bernd,

ich gehe mit Dir in soweit konform, dass Wasserwechsel und vernünftige Düngung viele Probleme mit Algen sehr einfach lösen.

Im vorliegenden Fall wurde nach dem Auftreten der Algen die Wasseroberfläche frei gemacht um den Pflanzen mehr Licht zur Verfügung zu stellen.
Ich sehe im Moment keinen Grund die Düngung zu reduzieren.

Ob nun Streifentests wirklich richtige NO3 Werte anzeigen glaube ich immer noch nicht.
Bei mir konnten sie es nie.
Und dann bleibt da noch die recht kleine Spanne zwischen Wasserwerk 13,7mg/l und gemessenen 25mg/l im Aquarium.
Ich könnte mir mit ein bisschen Phantasie sogar vorstellen, dass die Leitungswasserwerte gerade im Sommer mehr NO3 liefern als im Durchschnitt angegeben.

Da nun direkt mit 80%igen Wasserwechseln mehrmals wöchentlich ran zugehen wäre nicht meine Vorgehensweise.
Ich würde den E15 weglassen und den V30 als Tagesdünger nehmen, gepaart mit einem 50-60%iger Wasserwechsel die Woche.

Beste Grüße
Martin
 
Martin Krüger schrieb:
Hallo Bernd,

ich gehe mit Dir in soweit konform, dass Wasserwechsel und vernünftige Düngung viele Probleme mit Algen sehr einfach lösen.

Im vorliegenden Fall wurde nach dem Auftreten der Algen die Wasseroberfläche frei gemacht um den Pflanzen mehr Licht zur Verfügung zu stellen.
Ich sehe im Moment keinen Grund die Düngung zu reduzieren.

Hallo Martin,

was Dennerle-Dünger betrifft, darfst Du mir schon ein wenig Sachkompetenz zutrauen. Es gilt aber auch ganz allgemein: Ich sage niemals, dass man Düngung ganz einstellen oder stark reduzieren soll. Am besten ist es, wenn man zuverlässig z. B. Eisen messen kann und daran eine vernünftige Düngung ausrichtet. Im vorliegenden Fall ist es aber, will man dem Themenstarter folgen, ja zu einer "Algenexplosion" gekommen und aus 3 Schwimmpflanzen sind in ein paar Tagen 20 geworden. Und die sind auch noch an den Wurzeln mit massenhaft Algen überzogen. Meinst Du da wirklich, dass eine Reduzierung der Düngung um ca. 30 % irgendwelche nachteiligen Folgen hat?

Ob nun Streifentests wirklich richtige NO3 Werte anzeigen glaube ich immer noch nicht.
Bei mir konnten sie es nie.

Ich behaupte ja nicht, dass sie hundertprozentig messen, aber Zu- und Abnahme in nachvollziehbaren Größenordnungen können sie ohne Weiteres anzeigen. Ich vergleiche sehr oft Tests und ermittle dann den "wahren" Wert colorimetrisch mit einem professionellen Gerät. Ich kann den Mehrfach-Tauchtests auch nichts abgewinnen und benutze sie bei ernsthaften Messungen nur dann, wenn es gar keine andere Möglichkeit gibt. Aber gerade beim Nitrat-Messfeld sind dise Tests erstaunlich gut.

Und dann bleibt da noch die recht kleine Spanne zwischen Wasserwerk 13,7mg/l und gemessenen 25mg/l im Aquarium.

Nun, die kleine Spanne sind fast 55 %. Und bei massivem Algenwuchs, den es ja nach eigener Darstellung gibt, steckt der größte Teil bereits in den Algen, entzieht sich also der Messung.

Ich könnte mir mit ein bisschen Phantasie sogar vorstellen, dass die Leitungswasserwerte gerade im Sommer mehr NO3 liefern als im Durchschnitt angegeben.

Das spielt doch keinerlei Rolle. Die ganzen Messungen sind sowieso mehr Beschäftigungstherapie als Hilfe zur Algenbekämpfung.

Da nun direkt mit 80%igen Wasserwechseln mehrmals wöchentlich ran zugehen wäre nicht meine Vorgehensweise.
Ich würde den E15 weglassen und den V30 als Tagesdünger nehmen, gepaart mit einem 50-60%iger Wasserwechsel die Woche.

Das habe ich auch nicht Dir vorgeschlagen. Mir ist prinzipiell gleichgültig, ob jemand meine Empfehlungen zum Wasserwechsel für richtig oder falsch hält. Es gibt eine Empfehlung, wenn ich glaube, die Ursache für übermäßigen Algenwuchs erkannt zu haben. Die Ursache ist nach meiner Statistik, die täglich wächst, zu 99 % Überschuss an nicht verbrauchten oder entnommenen Makro-Nährstoffen. Also zu wenige schnellwachsende Pflanzen und viel zu wenig und zu seltener Wasserwechsel. Wenn allerdings die Vorstellungskraft nicht reicht, um zu erkennen, dass in Massen von Algen auch Massen von Makro-Nährstoffen gebunkert sind und diese DESHALB nicht gemessen werden können, was dann oft zur komplett unsinnigen Empfehlung, Nitrat und Phosphat nachzudüngen führt, kann man halt nichts machen.

Wenn tatsächlich Nährstoffe irgendwelcher Art fehlen, kommt es immer früher oder später zu Mangelerscheinungen bei den Pflanzen, aber niemals zu einer Explosion des Algenwuchses, denn die Algen ernähren sich von genau den selben Nährstoffen wie die Höheren Pflanzen. Und durch einen Mangel an Nahrung vermehrt sich nichts Lebendiges auf diesem Planeten.

Viele Grüße,

Bernd
 
Guten Abend,

wow, massig Input. Ich bin ein wenig überfordert mit den ganzen Infos. Ich weiß grad nicht mehr wirklich was nun richtig oder falsch ist, wer Recht hat oder nicht. Ich hoffe, Ihr könnt ein wenig nachvollziehen, dass man als Anfänger etwas erschlagen wird von den ganzen Infos.

Wie halte ich es nun, Dünger reduzieren, ja oder nein? Ist der Dennerle Dünger schlecht? Wenn ja, warum?

Was ich auch ein wenig kontrovers finde, ich habe vor Einrichtung des Beckens gelesen, dass man im Vordergrund freien Schwimmraum erhalten soll. Nun wird aber kritisiert, dass ich vorne "eine Sandwüste" habe. Was stimmt nun?

Dann der Nitratwert. Nitrat erhöht sich, durch u.a. nicht verbrauchtes Futter, richtig? Wie oft sollte ich denn Füttern, dass
a) die Fische keine Mangelerscheinungen bekommen und
b) der Nitratwert nicht mehr steigt, noch besser sinkt?
In der Literatur oder auch im Beginnerleitfaden hier im Forum wird immer gesagt, täglich füttern. Was stimmt nun also?

Was ist eine Blindprobe?

Verstehe ich das richtig, wenn meine Pflanzen gut wachsen, und das tun sie, und ich trotzdem Algenwuchs zu verzeichnen habe, so habe ich einen Überschuss an (Makro-)Nährstoffen im Wasser? Also doch zuviel Dünger?

Was sollte ich generell an der Bepflanzung ändern? Wieviele Pflanzen sollte ich Eurer Meinung nach noch einsetzen?

Mit verwirrten Grüßen
 
chain schrieb:
Wie halte ich es nun, Dünger reduzieren, ja oder nein? Ist der Dennerle Dünger schlecht? Wenn ja, warum?
Hallo Lars,
Du kannst die Düngung etwas reduzieren, aber das ist nicht so wichtig. Dennerle Dünger ist auch nicht schlecht, das hat doch hier niemand gesagt.

Was ich auch ein wenig kontrovers finde, ich habe vor Einrichtung des Beckens gelesen, dass man im Vordergrund freien Schwimmraum erhalten soll. Nun wird aber kritisiert, dass ich vorne "eine Sandwüste" habe. Was stimmt nun?
Ich habe nichts derartiges gesagt (bzw. nicht in diesem Zusammenhang), sondern mir die Bemerkung erlaubt, dass ich Sand statt feinkörnigem Kies für nicht so ideal halte. Was den freien Schwimmraum betrifft, denke ich, dass eine zügig wachsende Wiese aus Vordergrundpflanzen diesen nicht wirklich einschränkt und biologisch wertvoller ist als eine reine Sandfläche. Die "Sandwüste" fiel mir nur als Gegensatz zum "Urwald" spontan ein.

Dann der Nitratwert. Nitrat erhöht sich, durch u.a. nicht verbrauchtes Futter, richtig?
Nein, nicht ganz richtig, wenn auch nicht ganz falsch. Um Dich nicht noch mehr zu verwirren: Es ist relativ egal, ob das Futter nun gefressen wird, oder ob es ohne die Verdauung der Fische in seine Bestandteile zerlegt wird und schließlich als Nitrat, Phosphat usw. wieder zum Vorschein kommt.

Wie oft sollte ich denn Füttern, dass
a) die Fische keine Mangelerscheinungen bekommen und
b) der Nitratwert nicht mehr steigt, noch besser sinkt?
In der Literatur oder auch im Beginnerleitfaden hier im Forum wird immer gesagt, täglich füttern. Was stimmt nun also?

Füttere sparsam, aber oft. Das kommt der Natur am nächsten. Fische fressen dort den ganzen Tag, finden aber meistens nur winzige Portionen. Nur Raubfische ernähren sich anders. Aber Du hältst Dich noch immer mit ziemlich unwichtigen Dingen auf. Ob Du nun ein bisschen mehr oder weniger fütterst, ändert nichts an Deinem Problem. Mach Wasserwechsel, das hilft. Und setze schnellwachsende Pflanzen ein: http://www.aquamax.de/HG35.htm

Was ist eine Blindprobe?
Das soll Dir Martin erklären. :mrgreen: Meine Empfehlung ist ein guter CO2-Langzeittest.

Verstehe ich das richtig, wenn meine Pflanzen gut wachsen, und das tun sie, und ich trotzdem Algenwuchs zu verzeichnen habe, so habe ich einen Überschuss an (Makro-)Nährstoffen im Wasser? Also doch zuviel Dünger?
Wenn Du die Klammern bei Makro weglässt, dann stimmt das. Im anderen Dünger sind keine Makronährstoffe (Nitrat und Phosphat) enthalten. Aber gefühlsmäßig kannst Du wie gesagt auch den normalen Dünger etwas reduzieren. Aber auch das ist nicht das Wesentliche. Mach Wasserwechsel und setze schnellwüchsige Pflanzen ein. Dann raucht Dir nicht der Kopf und alles wird besser.

Was sollte ich generell an der Bepflanzung ändern? Wieviele Pflanzen sollte ich Eurer Meinung nach noch einsetzen?
80 % der Grundfläche sollten bepflanzt sein und davon mindestens die Hälfte soll aus schnellwachsenden Arten bestehen. Aber ohne drastische Erhöhung des Wasserwechsels führt auch das nicht zum Ziel. Und wenn Du Pflanzen einsetzt, schau nach dem CO2, sonst wachsen weiterhin mehr Algen als Pflanzen.

Viele Grüße,
Bernd
http://www.aquamax.de
 
Hallo zusammen,

was ich nach mehrmaligem Lesen der vorliegenden Antworten, vielen Dank dafür, für mich entschieden habe, wovon ich überzeugt bin, dass es sinnvoll und erfolgsversprechend ist:

a) Bis zur Besserung des "verstärkten" Algenwuchses, min. 2x wöchentlich 60-80% Wasserwechsel.
b) Definitiv mehr Pflanzen im Vordergrund einsetzen. Hierfür hätte ich gerne noch ein paar Tips, da ja die Lilaeopsis nicht so wirklich gehen will, von der ich mir eigentlich etwas mehr Rasenambitionen erwünscht hätte.
c) Fütterung nach Bernds Anleitung umstellen, soweit es mir möglich ist. Bspw. morgens und abends je eine kleine Portion.

V30 als Tagesdünger? Ich habe nun schon des öfteren von Martin gelesen, dass er, in meinem Fall den V30, als Tagesdünger einsetzen würde. Auch Thomas sagte etwas in dieser Richtung.

Gruß
 
A

Anonymous

Guest
Hallo Lars,

vergiss nicht die Temperatur runter zu regeln!

Ich dünge gerner täglich eine kleine Ration, als einmal wöchentlich, oder wie beim V30 alle vier Wochen, eine große Menge. So entstehen keine Nährstofflücken. Mir hatte das Düngesystem von Dennerle nicht zugesagt. Ist mir auch zu teuer!

Probier doch für den Vordergrund Echinodorus tenellus. Die ging bei mir mit 2x 30 Watt auf 40cm Beckenhöhe gut.

Gruß
Thomas
 
Thomas Daimer schrieb:
Hallo Lars,

vergiss nicht die Temperatur runter zu regeln!

Hallo Thomas,
Temperatur steht seit gestern auf 25°C.

Thomas Daimer schrieb:
Ich dünge gerner täglich eine kleine Ration, als einmal wöchentlich, oder wie beim V30 alle vier Wochen, eine große Menge. So entstehen keine Nährstofflücken. Mir hatte das Düngesystem von Dennerle nicht zugesagt. Ist mir auch zu teuer!

D.h. ich teile die 4-wöchentliche Dosis einfach mit einer Spritze auf jeden Tag auf? Zugegeben, das Dennerle System ist schon recht happig. Ist der Ferdrakon denn günstiger?

Thomas Daimer schrieb:
Probier doch für den Vordergrund Echinodorus tenellus. Die ging bei mir mit 2x 30 Watt auf 40cm Beckenhöhe gut.

Echinodoren gefallen mir eh sehr gut, dann schaue ich mir die tenellus mal an. Mal etwas zum Licht. Meine Cabomba wächst sehr gut, ich kann sie jeden Sonntag zurück schneiden. Jedoch werden die nach unten immer sehr dünn, genau wie die Wasserpest. Liegt das an mangelndem Licht im Bodenbereich?

Gruß
Lars
 
A

Anonymous

Guest
Hallo Lars,


D.h. ich teile die 4-wöchentliche Dosis einfach mit einer Spritze auf jeden Tag auf? Zugegeben, das Dennerle System ist schon recht happig. Ist der Ferdrakon denn günstiger?
Dennerle rät bei Verwendung als Alleindünger alle zwei Wochen 2 Pumpenhübe auf 100 Liter Aquariumwasser (das halte ich für zu wenig. Ich gebe in mein 160 Liter Becken täglich 5ml Kaliumhaltigen Eisenvolldünger). Diese 3ml der beiden Pumpenhübe müsstest Du nun durch 14 teilen und hättest so die tägliche Düngermenge.
Dein Aquarium kann aber locker mind. 1ml V30 am Tag vertragen.

Ist der Ferdrakon denn günstiger?
Natürlich, aber das kann Dir der Bernd sicher auch bestätigen...wenn er denn darf :mrgreen:


Gruß
Thomas
 
chain schrieb:
a) Bis zur Besserung des "verstärkten" Algenwuchses, min. 2x wöchentlich 60-80% Wasserwechsel.

Hallo Lars,

aus den 60 - 80 % spricht noch immer eine gewisse Angst vor dem Wasserwechsel. Was sind denn da Deine Hemmungen?

b) Definitiv mehr Pflanzen im Vordergrund einsetzen. Hierfür hätte ich gerne noch ein paar Tips, da ja die Lilaeopsis nicht so wirklich gehen will, von der ich mir eigentlich etwas mehr Rasenambitionen erwünscht hätte.

Versuche es mal mit Echinodorus tenellus.
V30 als Tagesdünger? Ich habe nun schon des öfteren von Martin gelesen, dass er, in meinem Fall den V30, als Tagesdünger einsetzen würde. Auch Thomas sagte etwas in dieser Richtung.

Na ja, V30 ist genau genommen ein Alleindünger zur zweiwöchentlichen Anwendung. Wer sich etwas mehr Mühe machen will, kann die normale Dosis auf mehrere Einzelgaben verteilen, was sicher nicht schlecht ist. Aber einen Tagesdünger draus machen muss man auch nicht. Dann würde ich schon eher den eigentlichen Tagesdünger A1 nehmen. Diese Düngespielchen werden derzeit in fast allen Foren mit einer für mich überhaupt nicht nachvollziehbaren Akribie diskutiert. Und fast immer im völlig falschen Zusammenhang, nämlich mit Algenproblemen.

Um Düngung sollte man sich dann kümmern, wenn die Pflanzen Mangelsymptome oder unzureichendes Wachstum zeigen. Meist stellt man dann fest, dass es nicht fehlende Spurenelemente oder gar Makronährstoffe sind, die Probleme machen, sondern beim CO2 ein Defizit vorliegt. Es gibt schon auch Stickstoff- oder Phosphatmangel, z. B. in schwach besetzten Starklichtaquarien. Wenn man dann zu ausgeklügelten Düngekonzepten kommt, ist das in Ordnung. Aber die Spezialisten mit derartigen Problemen sollen doch bitte ihre eigenen Schwierigkeiten behandeln und ihre Erkenntnisse nicht den von Algeninvasionen geplagten Neueinsteigern unterjubeln.

Viele Grüße,
Bernd
http://www.aquamax.de
 


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