Zusammenhang pH, KH und CO2

Hallo Leute

Ich hab mal eine für mich sehr knifflige Frage:

Es gibt ja bekanntlicherweise einen chemischen Zusammenhang zwischen dem pH Wert, dem KH Wert und dem CO2 Gehalt des Wassers. Es lässt sich sogar der CO2 Gehalt anhand der anderen Größen errechnen.

Soweit so gut!

Wo ist nun mein Denkfehler? Alle Welt kauft sich CO2 Anlagen, um den Pflanzenwuchs damit zu verbessern. Wenn ich aber statt einer CO2 Anlage nun NUR mit einer Osmoseanlage den KH Wert absenke, ergibt sich dadurch automatisch ein geringerer pH UND KH Wert --> folglich hab ich rein rechnerisch mehr CO2 im Wasser (wo kommt das dann her?)! (???)

2. Beispiel: Ich könnte (was am günstigsten wäre) mit Salzsäure (bitte keine "das ist aber gefährlich" Posts) den pH Wert absenken (wodurch ich auch kein KH mehr hätte/weniger KH hätte) --> mehr CO2 im Wasser!

Wozu hab ich denn dann noch ne CO2 Anlage

Wer sich für die Berechnungen interessiert, schaut bitte bei deters-ing.de

Grüße, Dennis
 


Hallo,

deuconet schrieb:
Es gibt ja bekanntlicherweise einen chemischen Zusammenhang zwischen dem pH Wert, dem KH Wert und dem CO2 Gehalt des Wassers. Es lässt sich sogar der CO2 Gehalt anhand der anderen Größen errechnen.

Soweit so gut!

noch nicht ganz gut, weil die Berechnungsgleichungen basieren auf dem Hydrogenkarbonat. Wenn Du jetzt die "KH" misst, dann misst du nicht nur die KH, sondern das sogenannte Säurebindungsvermögen des Wassers, also die gesamte pH-Pufferfähigkeit. Die kann auch aus Nichtkarbonaten herrühren, sogar in Gänze und dann passt die Berechnung nicht mehr. Nur so am Rande..

Wo ist nun mein Denkfehler? Alle Welt kauft sich CO2 Anlagen, um den Pflanzenwuchs damit zu verbessern. Wenn ich aber statt einer CO2 Anlage nun NUR mit einer Osmoseanlage den KH Wert absenke, ergibt sich dadurch automatisch ein geringerer pH UND KH Wert --> folglich hab ich rein rechnerisch mehr CO2 im Wasser (wo kommt das dann her?)! (???)

Das läuft anders. Nehme Dir einen Eimer frisches Leistungswasser und stelle den still hin. Darin ist eine CO2-Konzentration. Dieses ergibt einen pH-Wert. Jetzt pendeln sich die CO2-Konzentration und die der Luft aus, der pH ändert sich.
Im Aquarium ist es genau so, allerdings wirken verschiedene Faktoren mit ein, z.B. die CO2-Aufnahme der Pflanzen, die CO2-Produktion der Fische und Bakterien und so weiter.

Du solltest also nicht sagen "ich habe die KH und den pH, ergibt diese CO2-Konzentration", sondern der pH ist das Ergebnis der KH und der CO2-Konzentration. Da sich die Randbedingungen durch die Anwendung von Osmosewasser nicht ändern (Aufnahme durch Pflanzen, Abgabe durch Bakterien..) ändert sich die CO2-Konzentration im verdünnten Wasser auch nicht, nur der pH wandert und zwar um 0.3 Einheiten abnehmend, wenn man 1:1 mit Osmosewasser verschneidet.
Der pH-Wert ist sozusagen das Ergebnis und nicht die Führungsgröße.

2. Beispiel: Ich könnte (was am günstigsten wäre) mit Salzsäure (bitte keine "das ist aber gefährlich" Posts) den pH Wert absenken (wodurch ich auch kein KH mehr hätte/weniger KH hätte) --> mehr CO2 im Wasser!

Das verflüchtigt sich aber, weil letztendlich immer das CO2-Gleichgewicht angestrebt wird. Nur wenn Du kontinuierlich CO2 zugibst kommst Du dauerhaft über den Gleichgewichtswert und genau das leisten CO2-Zugabegeräte.

.Olaf
 


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