Zu wenig Sauerstoff im AQ

Hallo,
ich habe ein Problem in meinem 240l-Becken. Das Becken ist 1,20m lang. Habe heute einen kranken Espes-Bärbling entdeckt und nachdem der versorgt war, habe ich die Wasserwerte gecheckt mit Tröpfchentest. Ich habe nur 4mg/l O² im Wasser. Oberflächenbewegung war so gut wie gar nicht vorhanden. :shock: Es sind genug Pflanzen im Becken, auch viele Schwimmpflanzen und Valisnerien die an der Oberfläche liegen, leider auch sehr viele Wasserlinsen.
Ich habe nen den Filterauslass (Eheim Aussenfilter) so geändert das der Auslass halb über und halb unter der Wasseroberfläche ist. So habe ich nun wenigstens in der Ecke wo der Auslass ist auch Bewegung auf der Oberfläche.
Die vielen Wasserlinsen und Schwimmpflanzen erschweren aber die Oberflächenbewegung im gesamten Becken denke ich.
Das Problem ist, das ich im Moment sehr viele kleine frisch geschlüpfte Makropoden im Becken habe, die sind 4 Tage alt und es sind doch mehr als ich erst dachte. Das macht das Wasserlinsen abschöpfen nicht einfacher.

Auch die anderen Fische, vor allem die Bärblinge atmen schneller als sonst.

Was kann ich nun tun um mehr Sauerstoff ins Becken zu bekommen. Bevor ich morgen in den Fachhandel fahre, wollte ich euch lieber fragen, sonst schwatzen die mir wieder alles möglich.

Wäre es sinnvoll den Filterauslass mit so einem Teil zu verlängern...keine Ahnung wie das heisst, das an mehreren kleinen Stellen das Wasser rauspumpt, so das ich über die gesamte Beckenlänge Wasserbewegung an der Oberfläche habe? Oder was könnt ihr mir sonst raten?
 


fischolli

R.I.P.
Moin Heike,

ist für heute wahrscheinlich zu spät, aber anstatt Membranpumpe kannst du bei Aussenfiltern wunderbar mit einem Difusor arbeiten. Verbraucht keinen Strom und brummt nicht nervig rum.

Gruß
 

Henny

Mitglied
Hi Olli,

bezüglich eines anderen Themas hatten wir gerade die Diskussion ob Membranpumpe, Diffusor oder gar nichts.
Ich persönlich habe in meinen Becken Mebranpumpen verbaut, die ich aber nur im Notfall nutze, wenn mal ein Filter ausfällt (gerne am Samstag Abend), es im Sommer mal sehr heiß wird etc.. (Die brummen schon nervig - stimmt!)
Klar, kosten die Pumpen zusätzlich mehr Geld/Strom als ein Diffusor, den man ja auch wieder abbauen kann.
Dauerhaft halte ich den Einsatz beider Geräte nicht für sinnvoll, aber das ist hier ja auch nicht das Thema.
Bringt aber nicht eine Membranpumpe mehr Sauerstoff ins Becken als ein Diffusor, weil der Sauerstoff aus der Pumpe unten im Bodengrund ausströmt und sich auf dem 'langen' Weg nach oben in möglichst feinen Bläschen im Wasser löst und es somit mit mehr Sauerstoff anreichert?
Der Diffusor bläst doch hauptsächlich im oberen Bereich mehr Sauerstoff rein, oder? Oder ist das für das Ergebnis der Fische in allen Wasserregionen 'wurscht', weil sich das Wasser umwälzt?

Viele Grüße von Andrea (Henny)
 
Hallo,
ich hab mir gestern eine Membranpumpe besorgt. Das Teil brummt wirklich ziemlich laut, über nacht musste ich die auch aus machen, war zu laut. Aber den Fischen tut es sichtlich gut. Die Bärblinge japsen nicht mehr. Werde nachher nochmal den Sauerstoffwert messen, wal sehen was sich da getan hat.
Ich habe auch nicht vor das Teil da drin zu lassen. Nur solange ich durch die Ganzen Wasserpflanzen so gut wie keine Oberflächenbewegung habe, also, solange die Babys noch so klein sind und ich die Wasserlinsen da nicht rausbekomme ohne das Babys draufgehen.
 

fischolli

R.I.P.
Moin Henny,

einen Difusor habe ich schneller auf- und abgesteckt als eine Membranpumpe zu installieren. Wie du richtig schreibst, es geht nicht um dauerhafte Lösungen, weder bei der einen, noch bei der anderen Methode. Die Sauerstoffanreicherung sehe ich bei beiden Methoden als gleichwertig an. Wenn es nur um den Weg der Bläschen geht: Beim Sprudelstein steigen die von unten nach oben, haben also als Weg die höhe der Wassersäule. Ein entsprechend eingestellter Difusor "schiesst" die Blasen erstmal etwa die halbe höhe der Wassersäule nach unten, von da steigen sie dann wieder auf. Das dürfte sich so gerechnet nicht viel tun.

Aber ich glaube nicht, dass der Weg entscheidend ist, sondern das generelle Einbringen von athmosphärischem Sauerstoff bei gleichzeitiger Verteilung durch die Wasserbewegung und die Größe und Menge der Luftblasen. Also ist es m.E. völlig wurscht, welche Methode man benutzt.

Für Heike ist das Ergebnis wichtig und das schein gut zu sein. :thumright:

Gruß
 
Henny schrieb:
Dauerhaft halte ich den Einsatz beider Geräte nicht für sinnvoll
viel zu pauschal. Je nach Fisch gibt es hier gar keine Filterung bis hin zu tosender Strömung mit 2 Diffusoren im Dauereinsatz.
BTW: Belüftung hier nur über Diffusor. Ich sehe kein Argument für Vorteile einer Membranpumpe nur zum Belüften. Beim Einsatz von Luftheber über MP braucht es idR keine zusätzliche Belüftung.
 


Moin,

tatsächlich hat der Diffusor noch einen Vorteil den die Grünzeugfetischisten ganz gerne haben.
Das Teil treibt nicht annähernd soviel CO2 aus wie ein Sprudelstein.

Beste Grüße
Martin
 

MOOSKUGEL

Moderator
Teammitglied
Huhu Martin,
Martin Krüger schrieb:
Das Teil treibt nicht annähernd soviel CO2 aus wie ein Sprudelstein.
gib mir bitte mal 'nen Stichwort zu, ich stehe gerade auf dem Schlauch und kann nicht wirklich einen Unterschied der beiden Eintragmethoden erkennen.

Gruss Heiko
 
Hallo Heiko,

den Diffusor steckt man einfach auf den Filterauslaß und man kann an dem Ding dann in der Regel die Luftzufuhr noch regulieren.

Ein Sprudelstein ist eine völlig separate Geschichte und wird mit einer zusätzlichen Pumpe betrieben, wobei der Sprudelstein dann ins Aquarium eingelassen wird.

Gruß Wilfried

P.S.: Ich würde mich für den Diffusor entscheiden.
 
Hallo Heiko,

der Diffusor ist in aller Regel nach unten und weg von der Wasseroberfläche gerichtet.
Er trägt die kleinen Luftblasen nach unten ins Wasser und vergrößert dabei nicht die Wasseroberfläche.

Ein Sprudelstein erzeugt größere Luftblasen, die beim Aufsteigen auch die Wasseroberfläche vergrößern.

Und an der Wasseroberfläche findet nun mal der größte CO2 Verlust statt.

Beste Grüße
Martin
 

fischolli

R.I.P.
Moin Maartin,

dazu jetzt von mir auch nochmal eine Verständnisfrage. Es gibt do so Sprudelsteine, die ganz feine Perlen machen (Lindenholzausströmer?). Ich hab sowas zwar nicht, aber schon mal in einem Becken gesehen. Die Blasen waren sicher nicht grösser als die aus meinem Difusor. Gilt das dann nicht mhr mit dem CO2-Austrag?

GRuß
 
Hallo Olli,

tatsächlich erfolgt auch bei Lindenholzausströmern die Wasserbewegung von unten nach oben.
Also Luft unten rein, Wasser/Luft/CO2 Gemisch steigt nach oben.
Es wird immer mehr Wasser an die Wasseroberfläche transportiert als bei einem Diffusor, der ja das Wasser-Luft Gemisch erst einmal nach unten befördert.

Und feine Blasen erzeugen besseren Auftrieb der Wassersäule, man nehme sich nur mal Tschechische Luftheber zum Vorbild.

Beste Grüße
Martin
 

MOOSKUGEL

Moderator
Teammitglied
Huhu,

bin vom Schlauch runter.

Ich belüfte nämlich mein grosses Becken (120cm Kantenlänge) dauerhaft mit Pumpe/Sprudler, allerdings ist die Wasseroberfläche auch richtig fett mit Schwimmpflanzen voll. download/file.php?id=64853
Also praktisch null freie Oberfläche und damit auch keine platzenden Luftblasen.
Ich verwende mit Absicht einen Sprudler, gegenüber vom Filterauslass, um den ruhigen Bereich des Beckens etwas "umzurühren" und um dem eingeschränkten Gasaustausch entgegen zu wirken.

Gruss Heiko
 
Hallo Heiko,

kann man ja auch alles so machen.
Ich habe mir allerdings noch nie Gedanken dazu gemacht wieviel Luft ein Diffusor mit ins Wasser zieht und wieviel Luft dann eine Membranpumpe mit Sprudelstein ins Wasser pumpen müsste um das gleuiche zu erreichen.
Gasaustausch ist ja irgendwie immer Zeit mal Strecke.
Sprudler: Blasen Strecke = 50cm? Geringe Kontaktzeit
Diffusor: Strecke = 100cm? Längere Kontaktzeit

Man rufe sich nur mal CO2 Flipper ins Gedächtnis.

Beste Grüße
Martin
 

Henny

Mitglied
Hey,

interessanter Thread - wieder was gelernt - danke Euch! :D

Viele Grüße von Andrea
 

Starmbi

Mitglied
Hey Martin!

Ich habe es immer noch nicht verstanden :?
Ein Sprudelstein erzeugt größere Luftblasen, die beim Aufsteigen auch die Wasseroberfläche vergrößern.
Meinst Du schon beim aufsteigen oder erst beim zerplatzen an der Wasseroberfläche?
der Diffusor ist in aller Regel nach unten und weg von der Wasseroberfläche gerichtet.
Er trägt die kleinen Luftblasen nach unten ins Wasser und vergrößert dabei nicht die Wasseroberfläche.
Aber die kleinen Luftblasen steigen doch dann auch wieder auf?
tatsächlich erfolgt auch bei Lindenholzausströmern die Wasserbewegung von unten nach oben.
Also Luft unten rein, Wasser/Luft/CO2 Gemisch steigt nach oben.
Es wird immer mehr Wasser an die Wasseroberfläche transportiert als bei einem Diffusor, der ja das Wasser-Luft Gemisch erst einmal nach unten befördert.
Aber wenn der Diffusor das Wasser nach unten befördert, dann wird doch dabei das untere Wasser nach oben gedrückt?
Und wenn der Auströmer das Wasser nach oben befördert, so wir doch das obere Wasser nach unten gedrückt?
Es ist also beides mal ein Kreislauf.
tatsächlich hat der Diffusor noch einen Vorteil den die Grünzeugfetischisten ganz gerne haben.
Das Teil treibt nicht annähernd soviel CO2 aus wie ein Sprudelstein.
Hast Du einen Link zu diesem Sachverhalt ?

Gruß
Stefan
 

elchi07

Moderator
Teammitglied
Hallo,

also nach meinem Verständnis kommt es beim Gasaustausch doch auf die Größe der Kontaktfläche und die Kontaktzeit an. Viele kleine Blasen haben eine größere Oberfläche als eine große Blase gleichen Volumens. Ergo ist die Kontaktfläche bei kleinen Blasen größer und der Gasaustausch höher. Da bei einem Diffusor die Blasen erst nach unten gejagt werden, bevor sie aufsteigen, ist der Weg der Blasen (je nach Einstellung des Diffusors) innerhalb des Wassers länger und aufgrund der Geschwindigkeit (Blasen werden auf dem Weg nach unten abgebremst) die Kontaktzeit größer. Dadurch wird der Gasaustausch ebenfalls erhöht. Somit dürfte der Sauerstoffeintrag mit Diffusor effektiver sein als mit der Membranpumpe und Ausströmer - wohlgemerkt nur bei gleichem Luftvolumen/Zeit. Da Membranpumpen in der Regel mehr Volumen Luft ins AQ blasen als der Diffusor mitreißt, wird beim Ausströmerstein zwar viel Sauerstoff (mehr als nötig) eingebracht, aber auf der Gegenseite auch zu viel CO2 ausgetrieben.

Viele Grüße
Roman
 

Starmbi

Mitglied
Hallo Roman!

So ist auch mein Verständnis.

Allerdings ist der Gasaustausch keine Einbahnstraße.
Während der Sauerstoff aus der Blase ins Wasser diffundiert, diffundiert wiederum CO2 aus dem Wasser in die Blase.
Wer also hohen Sauerstoff-Eintrag will, muß mit hohem CO2-Austrag leben, unabhängig von der Einbringunsmethode.

Gruß
Stefan
 


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