Wasserflohzucht mal anders - könnte das klappen?

würd ich mich freuen, wenn ich zu Folgendem ein paar gute Tips und sachliche Kritik bekommen würde:

Hab viel über Wasserflohzucht gelesen - und find das mit der Hefe und das mit dem potentiellen Umkippen des Wassers nicht gut. Tümpeln will ich auch nicht, ich möchte da lieber autark sein. Darum hab ich mir mit der Naivität, die nur dem echten Aquarianernoob zu eigen ist, gedacht: Ich bastel mir nen nicht stinkigen Modder-Tümpel im AQ.

Ich hab mir ein weiteres 54er hingestellt und da drin den halben Gartenteich - sprich: Veralgte Wasserpflanzen, modrige Blätter etc (Bodengrund), Schnecken, rumflitzendes Kleinvieh, leckere Würmer - halt all das, was Fische gerne mögen.

Hab vor, dass dieses Becken dauerhaft stabil laufen und immer wieder mal ein paar Wasserflöhe und Tubifex abwerfen soll. Geplant ist eine oder zwei Ernten pro Woche.
Hab mit ca. 15l Wasser (beim TWW auch an einer Stelle den Kiesboden abgesaugt) und Pflanzen aus anderem AQ angeimpft und hab nen kleinen ca. 4 Jahre alten Eheim reingetan (Filterflies fehlte, durch Flies für Dunstabzugshauben ersetzt) und aufgewirbelten Dreck ansaugen lassen: Jetzt macht der Filter nur noch wenig Strömung und saugt wenig an - genau so hab ichs mir auch vorgestellt. Komplett dicht ist er nicht und wird er auch nicht sein können, dafür hat Eheim bautechnisch vorgesorgt. Bei Daphnien liest man ja immer: Kein Filter. Nun, der Filter soll bei mir dafür sorgen, dass das Becken auch für längere Zeit stabil bleibt. Daphnien saugt er - wie ich beobachten konnte - offensichtlich nicht an.

Den Filter werd ich (morgen) so einrichten, dass er leicht sprudelt, damit CO2 ausgetrieben wird, um Algenbildung (Futter für Wasserflöhe) zu verstärken. Damit ich sehen kann, ob das Wasser zwar Algen ermöglicht, aber dennoch stabil bleibt, hab ich überschüssige Pflanzen aus meinem "normalen" AQ "reingeschmissen". Diese und die Planzen aus dem Tümpel sollen am Leben bleiben. Bodengrund hab ich nicht drin bis einen Hügel an alten halbverfaulten Blättern (da drin findet man Tubifex) - daher: Nicht eingeplanzt. Ich strebe an, dass die Pflanzen veralgen, aber nicht eingehen - ... und dass die Pflanzen den Bodengrund vor zu viel Licht schützen.

Licht: Normal ist Sonnenlicht algenfördernd - aber mit Sonne hab ich keine Kontrolle und das System könnte instabil werden. Daher hab ich nen alten AQ-Deckel mit 3 Jahre gelaufener 15W-Röhre draufgetan. Ich vermute, dass diese nicht so starkes Licht macht, dass die Daphnien leiden - und hoffentlich auch nicht genug, um den Pflanzen zu viel Chancen zu geben, den Algen den Lebensraum streitig zu machen. Ich werde anfangs ca. 12 Stunden beleuchten. Wenn die Röhre irgendwann kaputt ist, kann ich ne alte aus dem anderen 54-Liter-AQ nehmen...

Temperatur: Unbeheizt im geheizten Wohnraum. Die Röhre wird ein wenig mitheizen, daher erwarte ich Wassertemperatur von ca. 20-22°C tagsüber und 18° nachts.

Wasserwechsel: Hab ich nicht vor, damit Algen sich besser vermehren können. Allerdings will ich regelmäßig Blätter (Buche etc.) zur Zersetzung und als Nachschub einbringen.

Schnecken: Hab verschiedene Sorten aus dem Teich mit eingeschleppt. Überlege derzeit noch, ob ich die füttern soll. Vorerst werde ich drauf verzichten und beobachten. Ggf. muss ich, da weiches Wasser, das Wasser gelegentlich aufhärten, wenn deren Population zunimmt.



Bin gespannt, ob meine Gedanken richtig sind und ob ich da auch wirklich regelmäßig ernten kann und ob ich es hinbekomme, dass dieses ein wenig andere AQ dauerhaft stabil laufen wird...
 


Hallo Oto
Ich wünsche dir viel Erfolg und hoffe auf einen Erfolgsbericht.
Vielleicht mache ich das demnächst auch.
Vielleicht kann man ja auch noch Garnelen in dem Becken züchten?
Gruß, udo
 
... und ich habe mal irgendwo gelesen das man bei der Wasserflohzucht keine Pflanzen einsetzen soll. was stimmt denn nun? ist es was geworden...berichte doch mal!
 
Hallo,

am einfachsten geht es mit einer Regentonne im Garten. Ein sonniger Standort bringt Futter-Algen und die Wasserflöhe vermehren sich ganz von alleine, ohne Filter und sonstigen Schnickschnack. Und Mückenlarven gibts auch noch dazu. :D

Funktioniert allerdings nicht im Winter. :?

Daher würde mich auch interessieren, ob es mit dem "nicht stinkigen Modder-Tümpel im AQ" geklappt hat. (Glaube ich allerdings nicht.)

Viele Grüße
Heike
 
Wasserflöhe nur ohne Pflanzen

Das hatte ich auch gelesen, dass die Zucht von Wasserflöhen angeblich mit Wasserpflanzen nicht glücken soll. Allerdings konnte mir auch noch niemand sagen warum und weshalb. In der Natur sind doch in den Tümpeln auch Wasserpflanzen oder nicht ??
 


Wasserflohzucht

Hallo, so das es nicht stinkt habe ich ein Luftheber in mein 40l Wasserflohbecken,so ist genug O2 vorhanden. Gefuttert habe ich mit Hefe und die Schnecken sind bei dieser Fütterung unverzichtbar. Zu Abwechselung habe ich mit Schwebealgen aus eigene Zucht gefuttert. Geerntet habe ich je nach vermehrungsrate zwischen 1-3 mal die Woche. Ein Mytos ist dass die Schnecken ,die bei der Häutung abgeworfene Chitin-Hüllen essen. Das stimmt nicht aber es sind genug andere Gründe Schnecken zu halten. Die Zucht funktioniert schon 7 Monate. Ich habe am Anfang auch Blätter drin gehabt, das war auch possitiv maht aber bei Reinigung Probleme. Also ich hätte auf ein Filtert verzichtet bei mir ist der Luftheber ungefärlich auch wenn er ein Floh ansaugt spuckt oben wieder raus. Also man kann kreativ sein ,die Wasserflöhe brauchen aber schon gute Sauberkeit also häufiggenug Wasserwechsel. Und mein Tipp nimmt den großen Wasserfloh: Daphnia magna ist nicht so anspruchvoll wie Pulex
 
Sehr genial! Es freut mich, das zu lesen, denn ich hatte vorige Woche genau die gleiche Idee und hab das ganze jetzt mal ganz naiv gestartet. :D

In zwei Wochen kommen dann die Flöhe rein.
 


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