Wärmeabgabe über Frontscheibe

Hallo!

Wir planen für unser Wohnzimmer ein Außen-Eckaquarium (also außen um eine Ecke rum) mit ca. 1000 l Wasserinhalt. Besetzt werden soll es mit Diskus.
Da bei einer solchen Bauform die Frontscheiben einen großen Anteil an der Oberfläche des Aquariums ausmachen, war meine Überlegung, diese in Isolierglas auszuführen, um ein übermäßiges aufheizen des Zimmers (vor allem im Sommer) zu mindern.
Jetzt möchte ich diese Überlegung irgendwie in Zahlen überführen und habe folgede Rechnung angestellt.

Die Abgegebene Wärmemenge Q wird berechnet über A * deltaT / R

R (Wärmedurchlasswiderstand) sich zusammen aus

R1 (Wärmeübergangswiderstand Wasser-Glas, ca. 0,002 m²*K/W)
+ R2 (Wärmewiderstand 12 mm Glas)
+ R3 (Wärmeübergangswiderstand Glas-Luft, ca. 0,1 m²*K/W)

R2 berechnet sich durch 0,012 m / 0,76 W/m*K

R beträgt also ca. 0,11 m²*K/W

die Wärmemenge Q beträgt also bei einer Frontscheibenfläche von 1,5 m² und einer Temperaturdifferenz von 7 K (Raum 23 °C, Wasser 30 °C)

Q = 1,5 m² * 7 K / 0,11 m²*K/W = 95 W

Nach dieser Rechnung würde über die Frontscheibenfläche ca 95 W abgegeben werden.

Ist diese Rechnung korrekt?

Wenn ja, würde sich Isolierverglasung für diese Scheiben sicher nicht lohnen...

MfG,
Andreas
 


Moderlieschen

Moderator
Teammitglied
Hi Andreas,

Mathefreak? :lol:
Bei mir ists eher das Gegenteil. D.h. ich kann deiner Berechnung zumindest um diese Uhrzeit nicht mehr folgen. :mrgreen:
Ich hab aber auch noch nie gehört, dass einzelne AQs Zimmer aufheizen (auch nicht die mit 1000l und 30°). Auch hier das Gegenteil. Meine Zimmer heizen im Sommer die AQs auf.
Ich hab hier ein 2-m-Becken mit ca. 26° in einer sehr kühlen Keller-Einliegerwohnung stehen und würde mich freuen, wenn es die Wohnung ein wenig aufheizen würde. Tut es aber in keinster Weise.
Also ich sehe da kein Problem.
Vielleicht noch eher, wenn das Becken ohne Abdeckung betrieben würde, aber du machst dir ja Sorgen um die wohl relativ große Frontscheibe.

Wäre schön, wenn du über dein Projekt berichten würdest, wenns dann losgeht.

Grüße Petra
 

CarstenOL

Mitglied
Hallo!
Nur mal so zum Nachdenken: Es braucht - zumindest im Winter - einen heißen Heizkörper, um einen Raum auf 20°C zu bringen. Die Wärmeabstrahlung eines Aquariums, selbst in der geplanten Größe, wäre marginal und würde selbst im Sommer keine Probleme bereiten.
Für das Isolierglas würde eher sprechen, die Heizkosten des Beckens in Schach zu halten.
Gruß
Carsten
 
Hallo, vielen Dank für die bisherigen Antworten,

ich werde am besten mal etwas mehr zu dem Projekt schreiben.
Wir haben vor 2 Jahren neu gebaut, also ein sehr gut isoliertes Haus, daher reicht schon relativ geringe Heizleistung um die Zimmer zu erwärmen. Z.B. hatte ich in der Bauphase mit einem einzigen 2500 W Ölradiator bei ca. - 5 °C Außentemperatur das komplette Haus auf ca. 20 °C erwärmen können.

Wir haben im Moment ein 450 l Diskusbecken, welches nach dem Umzug provisorisch frei im Arbeitszimmer aufgestellt wurde. Das Arbeitszimmer ist immer um ca. 2° wärmer als der Rest des Hauses, auch mit komplett abgedrehter Heizung (dann steigt aber der Stromverbrauch des Aquariumheizers extrem ;) ).

Wie schon angedeutet soll das neue Becken um eine Ecke herum gebaut werden. Quasi zwei (verbundene) Becken eines (BxTxH) 2 m x 0,6 m x 0,6 m und das zweite 1 m x 0,5 m x 0,6 m, die senkrecht aneinander stehen.

Der Sockel ist schon direkt auf die Bodenplatte gemauert, hat Strom-, Wasser-, und Abwasseranschluß. Die Beheizung das Beckens soll durch die Heizungsanlage des Hauses erfolgen. Da wir Katzen haben, kommt eine offene Bauweise nicht in Frage, daher dachte ich an eine möglichst dicht schließende und gedämmte Abdeckung, um Wärme- und Feuchtigkeitsabgabe zu minimieren, die Rückseite steht direkt an der Wand, die Grundplatte besteht aus 40 mm MDF-Platte, darüber soll noch eine 20-40 mm starke Styrodur-Platte, auf der dann das Aquarium aufgebaut wird.

Geplant ist der Aufbau des Glasbeckens im nächsten halben Jahr, anschließend Verrohrung, Filter, Rückwand, Beleuchtung und Abdeckung.

Ich werde einfach mal den Versuch starten und eine 100 W-Lampe im Wohnzimmer einen Tag lang brennen lassen. Dann werde ich sehen, inwieweit es dadurch wärmer wird.
 

Starmbi

Mitglied
Hallo!

Bei mir geht die meiste Wärme tatsächlich über die geschlossene Kunststoffabdeckung weg.
Außer im Sommer trägt das Becken so zur Beheizung des Raumes bei, auch wenn elektrisches Heizen immer noch am teuersten ist.
Wenn es wirklich einen guten Grund für doppelt verglaste Becken gäbe, dann würden findige Aquarienbauer diese schon verkaufen.
Aber wer weiß, vielleicht bist Du auf eine Marktlücke gestoßen. :lol:

Hast Du ein Passiv-Haus?

Gruß
Stefan
 

Diddy

Mitglied
Hallo,

die Rechnung ist soweit korrekt, wobei der Wäremübergang Wasser Glas und Glas Luft sehr stark von der Strömung abhängig ist. Da kommt die Konvektion voll zum tragen...

Wie dem auch sei, 95 W das ist etwas mehr, was ein Mensch in Ruhe abgibt (ca. 80 W bei einem Erwachsenen). Ich hätte jetzt keine Bedenken, dass da irgendwas übermäßig aufgeheizt wird. Sei doch froh, wenn der Raum vom AQ etwas mitgeheizt wird. Im Sommer kommt über die Außenluft genug Wärme ins Haus, da spielt es keine Rolle und im Winter kann man notfalls lüften (sollte man ohnehin regelmäßig tun).

Ich würde kein Isolierglas nehmen (was ist das eigentlich?). Das Isolierglas aus dem Automobilbereich ist mit Metall bedampft und reflektiert zum Großen teil die Infrarotstrahlung, sprich die Wärmestrahlung wird teilweise ausgeschlossen. Der normale Wärmeübergang durch Wärmeleitung ist immernoch da...
Was bei einem sehr großen AQ vielleicht von Vorteil ist, ist Verbundglas, als Glas - Kunststoff - Glas. Das hat einen größeren Wärmeübergangswiderstand.

Aber wie gesagt, ich halte das für mumpitz, da Geld in die Hand zu nehmen, weil der Effekt einfach zu klein ist. Selbst wenn es anders herum gerechnet wird (Energieverbauch im AQ minimieren) ist der Größte Effekt die Verdunstung.
 


CarstenOL

Mitglied
Hallo!
Ich denke, dass bei
eine möglichst dicht schließende und gedämmte Abdeckung, um Wärme- und Feuchtigkeitsabgabe zu minimieren
zu beachten ist, dass die Beleuchtung - je nach Art - viel Wärme abgibt, und es könne durchaus problematischer sein, wenn es einen Hitzestau gibt.
Gruß
Carsten
 


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