Umkehr-Osmoseanlage

Hi,
da ich sehr hartes Leitungswasser habe (Kh 15) habe ich bis jetzt immer mit Zysternenwasser gewechselt, da dieses aber immer leicht belastet ist (NO2 0,025) und durch die lange Hitze jetzt schon bei einem NO2 Wert von 0,1 - 0,2 angekommen ist habe ich mir überlegt stattdessen Osmosewasser zu verwenden. Jetzt bin ich gerade am überlegen mir eine UOA zu kaufen. Ich hab davon aber überhaupt keine Ahnung. Deshalb kommen jetzt ein paar (vielleicht dämliche) Fragen:
- Hat Osmosewasser eine Kh von 0 oder wie soll ich das verstehen?
- Selbst wenn, müsste ich ja immernoch mit 1:3 Mischen wenn ich auf eine Kh von ~4 kommen will. Ist das irgendwie zu viel Osmosewasser :?: :?: :?:
- Brauchen würde ich die Umkehr-Osmoseanlage für ein 240l und ein 100l Becken. Was für eine würdet ihr mir da empfehlen?

MfG Sven
 


Hi Sven,

wieviel Wasser wechselst Du denn wöchentlich bei Deinen Becken so?

Hier im Forum scheinen eher Vollentsalzungsanlagen (Zweisäulen- oder Mischbett-) als Osmoseanlagen Verwendung zu finden.
Vor allem die Zweisäulen-Variante hat natürlich den großen Vorteil, dass man die Harze immer wieder regenerieren kann und man kein Abwasser hat (außer jetzt das Spülwasser nach dem Regenerieren), Mischbett hat immerhin kein Abwasser, dafür muss aber das Harz regelmäßig ersetzt werden.

Wenn Du aber dennoch zur Osmoseanlage tendierst, würde ich Dir eine mit Druckerhöhungspumpe empfehlen. So kannst Du das Reinwasser:Abwasser-Verhältnis immerhin auf bis zu 1:1,5 drücken (ohne Pumpe ist das etwa 1:4). Auch hier müssen allerdings die diversen Filterstufen regelmäßig ersetzt werden.

Osmoseanlagen mit Druckerhöhungspumpen gibt es z.B. diese oder - wenn Du mehr Wasser in kürzerer Zeit Filtern willst: diese.

VG,
Claudia
 

Starmbi

Mitglied
Hallo!

Bei den Nitrit-Werten würde ich mir erst mal keine Sorgen machen.
In einem eingefahrenen Becken sollten die nach dem Wasserwechsel schnell zu Nitrat oxidiert werden.

Natürlich kannst du Dein Wasser, um es zu enthärten, in jedem beliebigen Verhältnis mit Osmosewasser mischen.

Es gibt auch Anlagen mit einem Abwasserverhältnis von 1:2 unter 70€.

Allerdings dauert es mit obiger Anlage 24 h um 250 l Wasser herzustellen.
Du benötigst also z.B. ein großes Fass um das Wasser zwischenzulagern.

Filterstufen habe ich ich in über 10 Jahren noch nicht ersetzen müssen.

@gekkie ich würde darauf tippen, daß Osmoseanlagen häufiger genutzt werden als Ionenaustauscher.

Gruß
Stefan
 
Hi,
gekkie schrieb:
wieviel Wasser wechselst Du denn wöchentlich bei Deinen Becken so?
60 und 20l, manchmal werdens aber auch 14 Tage. :oops:

gekkie schrieb:
Osmoseanlagen mit Druckerhöhungspumpen gibt es z.B. diese oder - wenn Du mehr Wasser in kürzerer Zeit Filtern willst: diese.
Die Zweite ist auf jeden Fall zu teuer, die Erste auch an der Grenze, bin halt noch Schüler.

Starmbi schrieb:
Du benötigst also z.B. ein großes Fass um das Wasser zwischenzulagern.
Eins mit 60l hätte ich.

Starmbi schrieb:
Es gibt auch Anlagen mit einem Abwasserverhältnis von 1:2 unter 70€.
Gibt es eigendlich unterschiede in der Qualität des Osmosewassers? Die Zeit wär nicht das Problem.

MfG Sven
 
Hallo Stefan,
Starmbi schrieb:
Es gibt auch Anlagen mit einem Abwasserverhältnis von 1:2 unter 70€.

Hmm... hast Du die verlinkte Anlage selber? Falls ja:Wie ist denn das Verhältnis bei Dir(hast Du das mal nachgemessen) und wie ist Deine Wasserhärte ab Hahn?

In der Beschreibung dieser 69 EURO-Anlage steht 1:2-3 Das hängt sicher von der Ausgangshärte des Wassers ab.
Die abgebildete 69EURO-Anlage, scheint mir die gleiche zu sein, die ich im Moment nutze. Mit meinem doch ordentlich harten Wasser (dGH18) habe ich da ziemlich sicher eher 1:4 - nachgemessen habe ich zwar noch nicht genau, aber ich fange auch das Abwasser immer in Eimer/Gießkanne auf und bin recht sicher, dass es hinkommt.

Die Anlage, die auf der verlinkten Seite für 179 EURO zu haben ist (mit Boosterpumpe) soll angeblich das gleiche Verhältnis (1:2-3) schaffen und hat auch die gleiche Leistung (125GPD) - das kommt mir doch merkwürdig vor: warum dann die Boosterpumpe?... Ich verstehe das nicht ganz...


Starmbi schrieb:
Filterstufen habe ich ich in über 10 Jahren noch nicht ersetzen müssen.

Aber hat es nicht seinen Sinn, die Filterstufen mal zu wechseln? Sind die nicht irgendwann erschöpft? Klar - bei der Membran wird man das wohl merken, ob sie gewechselt werden muss oder nicht (denke, die Durchflussmenge ist ein guter Indikator), aber bei den anderen Stufen merkt man das doch unter Umständen nicht, oder hab' ich das falsch verstanden?

Starmbi schrieb:
@gekkie ich würde darauf tippen, daß Osmoseanlagen häufiger genutzt werden als Ionenaustauscher.
Das kann natürlich gut sein. Ich hatte nur anhand der Threads die sich mit dem Thema befassten bisher den Eindruck gewonnen, dass hier mehr Anhänger der Ionenaustauscher unterwegs sind.
Ansich finde ich auch die zwei-säulige Geschichte wirklich gut. Ich fürchte nur, dass es für mich persönlich nicht praktikabel ist, da ich den Platz nicht wirklich habe und auch keinen extra Wasseranschluss... Ich muss mich damit aber zeitnah unbedingt nochmal gründlicher auseinandersetzen - in etwa zwei Wochen wollte ich eigentlich mit dem Einrichten und dann auch bald mit dem Besetzen meines Beckens anfangen.

@ Sven:
Sven_ schrieb:
Gibt es eigendlich unterschiede in der Qualität des Osmosewassers? Die Zeit wär nicht das Problem.

Rein theoretisch kann es sicher Unterschiede geben: Wenn die einzelnen Filterstufen nicht gut gearbeitet sind, erfüllen sie ihren Zweck natürllich auch nicht zu 100%.
Ich wüsste aber leider nicht, wie man das im Vorhinein herausfinden könnte - die Hersteller werden das kaum in ihre Beschreibung schreiben und testen kannst Du ja erst, wenn Du die Anlage hast. Glaube aber auch nicht unbedingt, dass die Hersteller es grundsätzlich darauf anlegen, zu betrügen.

Persönlich bin ich immer dafür, nur dort zu kaufen, wo ich auch reklamieren kann (bin halt eher skeptisch veranlagt und tendenziell übervorsichtig :wink: ).

Aber wenn Dich Zeit und ungünstiges Reinwasser: Abwasserverhältnis wirklich nicht stören, dann tut's so eine "kleine" Anlage für um die 70 Euro schon (ich hätte dann hier bald so ein Modell günstig abzugeben :wink: ).

LG
Claudia
 

fischolli

R.I.P.
Moin Claudia,

Vollentsalzer gibt es auch in so Kompakt-Säulen, die nciht so viel Platz wegnehmen. Einen Extra-Wasserhan wie bei Osmose-Gewinnung brauchst du nicht. Du mußt nur einen normalen Schlauch an deinen Wasserhan anbringen können, der normale Wasserdruck reicht völlig aus.

Das nervigste an den 2-Säulen-Teilen ist die Regenerierung der Säulen. Das rumgepansche mit Säure und Lauge ist nicht jedermanns Sache und wenn wir keinen Keller hätten, würde ich hier sichelerich die rote Karte bekommen. Dafür liebe ich es, mal eben in 30 Minuten 200 Liter Reinstwasser zu bekommen.

Gruß
 
Moinsen Olli :D
fischolli schrieb:
Vollentsalzer gibt es auch in so Kompakt-Säulen, die nciht so viel Platz wegnehmen.
Hast Du mir dazu vielleicht einen link? Bisher hab' ich nur recht große gefunden, wenn ich nicht alle paar Wochen regenerieren will.

fischolli schrieb:
Das nervigste an den 2-Säulen-Teilen ist die Regenerierung der Säulen. Das rumgepansche mit Säure und Lauge ist nicht jedermanns Sache und wenn wir keinen Keller hätten, würde ich hier sichelerich die rote Karte bekommen. Dafür liebe ich es, mal eben in 30 Minuten 200 Liter Reinstwasser zu bekommen.
Ja - darauf bezog sich auch bei mir eher der extra Wasseranschluss. Wenn ich das bei Dir richtig gelesen habe, ist es doch schon ein ordentliches geaase, wenn man kein "freies" Waschbecken hat, das man für die Regenerierung nutzen kann sondern mit Trichter und Eimer arbeiten muss (den Umgang mit Säuren bin ich gewöhnt - das find' ich nicht so schlimm)...
Ich habe hier Waschbecken- und Wasserhahntechnisch nur die Wahl zwischen Küche und Badezimmer - ich glaube, mein Männe wäre nich so begeistert, wenn die Säulen da dauerhaft rumstünden, bzw. ich an einen der Hähne eine "Gardena"-Kupplung ranmache...Wenn die Säulen aber kleiner wären, könnte ich da vielleciht was drehen...
Den Außenwasserhahn gibt es zwar auch noch, aber im Winter wird der abgestellt, damit die Leitung nicht platzt, wäre schon etwas umständlich, den vor jedem Wasserwechsel wieder anstellen und danach abdrehen zu müssen.

Echt doof das - ich würde eigentlich die Methode schon aus umwelttechnischen Gründen vorziehen. - Bin total hin- und hergerissen. :roll:

LG
Claudia
 


fischolli

R.I.P.
Hi Claudia,

ich habe meine damals hier gekauft, mußt mal kucken, ob da was für dich dabei ist:

http://www.aquarientechnik-gralla.de/es ... alzer.html

Zum Einlaufenlassen benutze ich so einen Kanister aus dem Camping-Bereich, den man aufhängen kann und der 10 l fasst. Die sind faltbar, also gut zu verstauen und haben einen Auslauf dran, auf den genau ein normaler Gartenschlauch passt. Dann braucht man nicht immer dabei stehen und in einen TRichter nachfüllen.

Es gibt woghl auch so Aufsätze für normale Wasserhähne, die dann eine Gardena-Kupplung dran haben. Damit ist das spülen der Säulen dann einfach zu machen. Oder du kannst den Perlator abschrauben und da ein entsprechendes Stück reinschrauben.

Gruß
 

Starmbi

Mitglied
gekkie schrieb:
Starmbi schrieb:
Es gibt auch Anlagen mit einem Abwasserverhältnis von 1:2 unter 70€.
Hmm... hast Du die verlinkte Anlage selber? Falls ja:Wie ist denn das Verhältnis bei Dir(hast Du das mal nachgemessen) und wie ist Deine Wasserhärte ab Hahn?
Ich habe eine andere Anlage, bei der kann ich über ein Ventil das Abwasserverhältnis selbst einstellen.
Meine Gesamthärte liegt bei 12°.
gekkie schrieb:
Mit meinem doch ordentlich harten Wasser (dGH18) habe ich da ziemlich sicher eher 1:4 - nachgemessen.
Die Anlage passt sich nicht an die Härte an, oft gibt es irgendwo ein voreingestelltes Ventil.
Ich habe meine Anlage, die auch mit 1:4 betrieben werden sollte, mit 1:3 betrieben.
gekkie schrieb:
Die Anlage, die auf der verlinkten Seite für 179 EURO zu haben ist (mit Boosterpumpe) soll angeblich das gleiche Verhältnis (1:2-3) schaffen und hat auch die gleiche Leistung (125GPD) - das kommt mir doch merkwürdig vor: warum dann die Boosterpumpe?... Ich verstehe das nicht ganz...
Die Anlage mit Boosterpumpe schafft 500l/Tag, die ohne Boosterpumpe 250l/Tag.
gekkie schrieb:
Starmbi schrieb:
Filterstufen habe ich ich in über 10 Jahren noch nicht ersetzen müssen.
Aber hat es nicht seinen Sinn, die Filterstufen mal zu wechseln? Sind die nicht irgendwann erschöpft? Klar - bei der Membran wird man das wohl merken, ob sie gewechselt werden muss oder nicht (denke, die Durchflussmenge ist ein guter Indikator), aber bei den anderen Stufen merkt man das doch unter Umständen nicht, oder hab' ich das falsch verstanden?
Mit "Filterstufe" habe ich mich auf Deinen Ausdruck bezogen, ich meine damit die eigentliche Trennmembran. Die Membran kann nicht erschöpfen, sie kann höchstens verstopfen oder verkeimen. Ansonsten gibt es da oft noch ein Kohlefilter.

Ich habe sowohl Osmoseanlage als auch 2-Säulen-Austauscher betrieben. Hat beides Vor- und Nachteile.
Ich kann nur kaltes Wasser zapfen, weil mein warmes Wasser stark kupferhaltig ist. Deshalb muß ich es vor allem im Winter erst mal 2 Tage in einem Fass zwischenlagen, bis es Raumtemperatur angenommen hat.
Somit ist es auch kein Problem eine Osmoseanlage vorzuschalten. Da ich auch keine Abwassergebühren zahle, kostet mich das Wasser nur die Hälfte, da ist mir das Abwasser dann auch egal.
gekkie schrieb:
@ Sven:
Sven_ schrieb:
Gibt es eigendlich unterschiede in der Qualität des Osmosewassers? Die Zeit wär nicht das Problem.
Rein theoretisch kann es sicher Unterschiede geben: Wenn die einzelnen Filterstufen nicht gut gearbeitet sind, erfüllen sie ihren Zweck natürllich auch nicht zu 100%.
Ich wüsste aber leider nicht, wie man das im Vorhinein herausfinden könnte - die Hersteller werden das kaum in ihre Beschreibung schreiben und testen kannst Du ja erst, wenn Du die Anlage hast. Glaube aber auch nicht unbedingt, dass die Hersteller es grundsätzlich darauf anlegen, zu betrügen.
Viele Hersteller geben die Rückhalterate der Membran für verschiedene Stoffe an. Sie liegt um die 95%.

Der Ionenaustauscher kann nur geladene Stoffe entfernen, die Osmoseanlage kann auch ungeladene Stoffe zurückhalten, allerdings entfernt sie kleinere Moleküle weniger gut als große.
Osmosewasser unterschiedet sich also qualitativ vom Ionenaustauschwasser!

Gruß
Stefan
 
Hi Martin,
Biotoecus schrieb:
aus "umwelttechnischen" Gründen ist die UOA klar vorzuziehen.
Oh-ist das so? :eek:
Ich erklär' mal, wie ich zu meinem (nun doch falschen?) Schluss gekommen bin, die Ionenaustauscher seien besser:
Laut Anleitung muss ich bei meiner UOA halbjährlich Kohle- und Sedimentfilter (ein Polypropylenvlies) und jährlich die Membran austauschen (letzteres dürfte ja dann Stefan zufolge nicht so häufig nötig sein :) ). Dabei entsteht ja jedesmal Plastikmüll, wovon wir doch wohl schon genug im Meer treiben haben. Und nicht nur das: auch der Herstellungsprozess dieser Filterpatronen ist doch zu bedenken.
Außerdem verbraucht die UOA mehr Wasser (das ist wohl eher zweitrangig, aber immerhin).

Wenn ich das richtig sehe, dann muss ich das Kunstharzgranulat für den Ionenaustauscher aber nur einmal besorgen und kann es nahezu unendlich regenerieren.
Die (doch recht geringen Mengen) Säure und Lauge, die ich dafür brauche, müssen natürlich "umweltgerecht" entsorgt und neutraliesiert werden - aber ich dachte, da die enthaltenen Ionen ohnehin in der Natur vorkommen (natürlich nicht als so hoch konzentrierte Lösungen), seien Herstellung und Entsorgung da "umwelttechnisch" (o.k. blöder Ausdruck - aber man weiß, was gemeint ist :wink: ) günstiger? Allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht den blassesten Schimmer habe, wie der Herstellungsprozess solcher Säuren oder Laugen verglichen mit dem der Kunststoffpatronen für die UOA sich auf die Umwelt auswirkt.
Trotzdem der "Fluch" des Plastik-"Planktons" in den Meeren macht mir schon große Sorgen...So versuche ich, meinen Plastikmüll einigermaßen gering zu halten.

Ich lasse mich auch gerne eines Besseren belehren, hätte nur sehr gerne auch eine Erklärung dazu, sodass ich es nachvollziehen kann. :) Das würde mir die anstehende Entscheidung leichter machen.

Hi Stefan,

Starmbi schrieb:
Die Anlage mit Boosterpumpe schafft 500l/Tag, die ohne Boosterpumpe 250l/Tag.
Ja - da habe ich wohl aus den Angaben zur Membran (125Gallons Per Day) falsche Schlüsse gezogen - habe auch dann nochmal nachgerechnet und bin drauf gekommen, dass das nicht die Tagesleistung der Anlage sein kann - sorry :oops:

Starmbi schrieb:
Mit "Filterstufe" habe ich mich auf Deinen Ausdruck bezogen, ich meine damit die eigentliche Trennmembran. Die Membran kann nicht erschöpfen, sie kann höchstens verstopfen oder verkeimen. Ansonsten gibt es da oft noch ein Kohlefilter.

Ja - das ist mir schon klar, dass die Membran sich "nur" mit der Zeit zusetzen kann (wie ich ja auch oben geschrieben habe): ich meinte mit Filterstufen eben die: die Filterstufen.
Bei mir ist das ein sogenannter Sedimentfilter (ein Polypropylenvlies) und ein Aktivkohlefilter. Soweit ich das gesehen habe, ist das bei zumindest den allermeisten 3-Stufigen UOA (also allen, die ich mir so angesehen habe - auch der von Dir verlinkten) genauso. Soweit ich weiß, gibt es Osmose-Anlagen mit bis zu 6 Filterstufen.

Starmbi schrieb:
Osmosewasser unterschiedet sich also qualitativ vom Ionenaustauschwasser!

Damit hast Du natürlich völlig Recht!
Ich hatte die Frage von Sven so verstanden, dass er nach Unterschieden von Osmosewasser also aus unterschiedlichen Osmoseanlagen gewonnenem Wasser gefragt hat. Und nur darauf bezog sich meine Antwort. Habe ich vielleicht falsch verstanden :?: - war aber so geschrieben :?

Die beiden Vorgänge zur Wasserenthärtung (Ionenaustausch und "Osmose" (ist ja eigentlich wohl auch nicht wirklich der wissenschaftlich korrekte Begriff)) unterscheiden sich natürlich - und dadurch auch das Ergebnis. Ich dachte, das sei klar. :wink:

LG
Claudia
 
@Martin:

Noch ein Nachtrag zu meinem vorigen Text (und zwar hierzu: "Die (doch recht geringen Mengen) Säure und Lauge, die ich dafür brauche, müssen natürlich "umweltgerecht" entsorgt und neutraliesiert werden"): Ist es nicht sogar so, dass die zur Regenerierung verwendeten Säure und Lauge durch den Regenerierungs-Prozess selbst schon neutraliesiert werden? :? Blicke da zugegebenermaßen nur so halb durch :oops: ... Aber das ist doch auch wieder ein Ionenaustausch, der dort stattfindet?
Und mir schwebt da noch was zum Herstellungsprozess von Kunststoffen im Hinterkopf herum, dass dort auch Säuren zum Einsatz kämen? Muss ich mal nachlesen...

Bin gespannt, wo mein Denkfehler liegt. Ist immer so 'ne Sache mit dem "gefährlichen Halbwissen" davon habe ich leider ziemlich viel fürchte ich... :wink:

Beste Grüße
Claudia
 
Hallo Claudia,

ja, das ist immer so eine Sache was man alles für eine Beurteilung heran ziehen muss.

Meine letzte 300GPD UOA mit Boosterpumpe brachte etwa 45 l/h.
Die Membran musst ich nach drei Jahren wechseln ebenso die Vorfilter.
Wobei ich durch diese Anlage Brunnenwasser mit eine GH von etwa 30GH und LF ~ 1000µs/cm jagte.

Die Vorfilter wogen pro Stück etwa 200g. Wobei ich die dann nicht ins Meer geworfen habe sondern zum örtlichen Recyclinghof brachte (ich vermute die kamen als Eimer wieder zur Welt). :mrgreen:

Natronlauge und Salzsäure bei der Regeneration neutralisieren sich zwar im pH Wert, ich leite allerdings etwas anderes als "Leitungswasser" in den Schmutzwasserkanal.
Da sind da die Einleitungsvorschriften der örtlichen Gemeinden einzuhalten was den pH anbelangt.

Ich benötige pro Woche etwa 400 Liter UOA Wasser.
Bei einer GH von 30 sind das 12000 Härteliter.
Für mich hiesse das jede Woche regenerieren, deen mehr Platz als für nen 10000 Härteliter VE habe ich auch nicht.

Ich habe mir nun eine gebrauchte UOA gekauft.
Nur zwei Vorfilter, keine Boosterpumpe und ca. 100 l/h Leistung bei 1:1,5.
Und wenn ich dann alle zwei Jahre etwa 1,5 recyclingfähige Kunststoffe auf den Wertstoffhof bringe sehe ich das als "umwelttechnisch" günstiger an.

Beste Grüße
Martin
 
Hi Martin,

na, dass Du die nicht persönlich ins Meer wirfst war mir schon klar :mrgreen:

So richtig weiter bringt mich das leider doch nicht.
Ich kann Deine Argumentation durchaus nachvollziehen - nur bin ich nach wie vor etwas skeptisch...

Na - ich werde mich noch ein wenig weiter informieren was die ganzen (auch indirekt) beteiligten chemischen Prozesse anbelangt und dann wahrscheinlich am Ende doch eine Münze werfen müssen, weil ich mich nicht wirklich entscheiden kann :roll:

Was mich noch interessieren würde: wie kommt es, dass Ihr Eure Filterstufen so lange nutzen könnt? Sind die Herstellerangaben (nach 6 Monaten erneuern der Vorfilter) nur eine clevere an naive kleine Verbraucher wie mich gerichtete Masche, mehr Geld zu machen oder habt Ihr Filter, die auch laut Hersteller länger "halten" als die, die ich hier in meiner kleinen UOA habe?

Eine UO-Anlage, die ohne Boosterpumpe 100l/Std bei 1:1,5 schafft ist natürlich Klasse. Sowas habe ich noch nicht gefunden (allerdings gucke ich auch nicht bei den superteuren Dingern). Neu ist das sicher kaum bezahlbar? Kannst Du mir (von mir aus auch gerne per PN) den Hersteller geben? Würde mich da gerne noch etwas näher mit befassen.

Tja - ich werde also nochmal in mich gehen und über alles nachgrübeln, was ich hier jetzt erfahren habe (übrigens hab' ich nachgeschaut: bei der Herstellung von Kunststoffen kann Säure zum Einsatz kommen, muss aber nicht - hängt von der "Sorte" ab und vom Verfahren.)

Nachdenkliche Grüße,
Claudia

P.S.:
Ich hatte übrigens garnicht vor, die "Regenerationsflüssigkeit" in den Abwasserkanal zu leiten - ich dachte, die müsse man zum Giftmobil bringen, wie ich es auch mit meinen anderen "verbrauchten" Säuren mache?
 

Starmbi

Mitglied
Hallo!
gekkie schrieb:
Ich hatte die Frage von Sven so verstanden, dass er nach Unterschieden von Osmosewasser also aus unterschiedlichen Osmoseanlagen gewonnenem Wasser gefragt hat...
Du hast einen Absatz übersprungen. :wink: Direkt unter Deiner Frage steht, daß die alle so um die 95 % zurückhalten.

Ansonsten halte ich die Meinung zum Kunststoffabfall für etwas übertrieben.
Der durchschnittliche Bundesbürger kloppt wahrscheinlich wöchentlich mehr Kunststoff in die Tonne, als eine Membran wiegt. Ich lebe schon sehr resourcen-bewusst, aber mit dem Kunststoffverschleiß einer UOA kann ich gut leben.
gekkie schrieb:
Ist es nicht sogar so, dass die zur Regenerierung verwendeten Säure und Lauge durch den Regenerierungs-Prozess selbst schon neutraliesiert werden? :?
Die Säure/Lauge wird zum Regenerieren im Überschuß zugegeben, deshalb bleibt nach dem regenerieren immer noch genug Säure/Lauge übrig.
Das Tolle ist, daß man durch Mischen der Lauge mit der Säure beides neutralisiert; es entsteht eine Salzlösung. Also nichts anderes, was alle beim Regenerieren der Spülmaschine durch den Abfluss jagen.
Allerdings müssen dabei genau so viele Äquivalente Säure wie Lauge vorhanden sein, und da ist etwas chemisches Rechnen oder pH-messen angesagt.
gekkie schrieb:
Blicke da zugegebenermaßen nur so halb durch :oops:
Für solche Fälle würde ich immer zur UOA tendieren.

Gruß
Stefan
 

fischolli

R.I.P.
Moin,

@ Stefan

Mich irritiert deine Aussage, eine UOA würde mehr rausfiltern als eine VE. Ich meine, schon öfter gelesen zu haben, dass es genau umgekehrt ist und ein stark-basischer VE z.B. auch die Silikate entfernt, was eine UOA nicht kann.

Das soll keine Herabsetzung einer UOA sein, für den Süßwasser-Bereich ist das wohl nicht entscheidend. Aber aus meiner frisch regenerierten VE bekomme ich 0-Wasser raus, soweit mein Uralt -Leitwertgerät das überhaupt richtig messen kann.

Gruß
 

Starmbi

Mitglied
Hallo Olli!

Die UOA filtert nicht quantitativ "mehr" heraus, sondern "anders".
Im Gegensatz zu VE kann eine UOA auch ungeladene Stoffe herausfiltern.

Da wären z.B. Pestizide Arzneimittelrückstände und organische Belastungen wie Keime.
Gegen die ist eine VE machtlos.

Mit Deinem Leitfähigkeitmessgerät kannst Du ja auch nur die geladenen Moleküle erfassen, und da macht die VE einen guten Job.

Silikate und auch Nitrate werden auch - wenn auch schlechter - von der UOA zurückgehalten.
Ausschlaggebend sind hierbei der Wasserdruck und der Membrantyp.
Im schlechtesten Falle kannst Du nur 40% Silikat zurückhalten, mit TFC-Membran und Boosterpumpe sind aber bis zu 95% drin.

Beide Anlagen haben also ihre Stärken und Schwächen. Im Labor setzen wir deshalb zur Reinstwassergewinnung beide Systeme hintereinander geschaltet ein.

Gruß
Stefan
 

fischolli

R.I.P.
Hi Stefan

vielen Dank für deine Erläuterung, nun hab auch ich es verstanden. Beides zu nutzen ist dann wohl wirklich der ultimative Weg, aber für uns Normal-Aquarianer auch ein bißchen oversized. :lol:

Da ich der Qualität unseres Leitungswassers (noch) vertraue, seh ich das mit der Verkeimung und den Rückständen recht entspannt.

Gruß
 
Hallo Ihr :),

bin auch mal wieder hier... konnte ein paar Tage nicht schreiben.

Ersteinmal hierzu:

Starmbi schrieb:
gekkie schrieb:
gekkie hat geschrieben:Blicke da zugegebenermaßen nur so halb durch :oops:


Für solche Fälle würde ich immer zur UOA tendieren.

Ich habe mich inzwischen "weitergebildet" und denke, jetzt ausreichend Durchblick zu haben.
Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass alle Aquarianer, die diese Anlagen benutzen, die genauen chemischen Abläufe wirklich kennen :wink: - demnach denkst Du, die sollten lieber UOA nutzen? Reicht es Deiner Meinung nach nicht, wenn man sich strikt an die Anweisungen zur Regenerierung hält, auch wenn man nicht genau über die Vorgänge Bescheid weiß?

Starmbi schrieb:
Ansonsten halte ich die Meinung zum Kunststoffabfall für etwas übertrieben.
Der durchschnittliche Bundesbürger kloppt wahrscheinlich wöchentlich mehr Kunststoff in die Tonne, als eine Membran wiegt.

So ist das halt mit Meinungen: nicht alle sind der gleichen 8)
Na - und nur weil der Durchschnittsbundesbürger so viel Plastikmüll produziert, muss ich es ja nicht auch tun und dann noch (möglicherweise unnötig) einen draufsetzen?
Für mich ist dieser Aspekt einfach eine Variable in der Entscheidungsfindung, ob nun UOA oder VE für mich besser ist...

@ Olli:

vielen Dank übrigens noch für den Link oben - ich denke, ich kann da schon was finden, wenn ich mich denn für VE entscheide. Die Anlagen sind allerdings von der Größe ähnlich, wie die, die ich bisher so gesehen hatte. Aber die 5l-Säulen wären denke ich ein guter Kompromiss zwischen Größe und Härtelitern (also Regenerierungsintervall)...

Ich hätte da aber noch ein paar Fragen, deren Beantwortung mir bei der Entscheidungsfindung helfen würde:

Meinst Du, man könnte mittels T-Stück und nachgeschaltetem Absperrhahn so eine VE-Anlage auch praktisch direkt in den Hauswasseranschluss (unter der Spüle) "zwischenschalten"?
Ich meine das so: ein T-Stück in die Kaltwasserzuleitung zu meiner Mischbatterie bauen, daran dann einen Schlauch mit eingebautem Absperrhahn zur VE-Anlage. (Oder wahlweise, falls es soetwas gibt: direkt ein T-Stück mit Absperrhahn in die Kaltwasserleitung).
Da ich so ein Ding ja noch nie "live" gesehen habe, weiß ich nicht sicher, wie genau der Durchfluss vonstattengeht, also: wo geht das Wasser rein, wo raus, und wie sehen die Anschlüsse aus...
Das hätte dann zwar en Nachteil, dass ich das Wasser erst auf Temperatur bringen muss, bevor ich es ins AQ schütten kann, aber das ist sicher machbar und das Abzapfen wäre so schön unkompliziert.

Und: ich finde nirgends in den Artikelbeschreibungen konkrete Angaben zur Regeneratmenge: wieviel Säure / Lauge brauchst Du für Deine große Anlage (ist die eigentlich starksauer, wie in dem Link?)?
Und brauchs Du für Deine HCl oder H2SO4?

Außerdem noch an Stefan und Martin die Frage aus meinem früheren Post:
gekkie schrieb:
Was mich noch interessieren würde: wie kommt es, dass Ihr Eure Filterstufen so lange nutzen könnt? Sind die Herstellerangaben (nach 6 Monaten erneuern der Vorfilter) nur eine clevere an naive kleine Verbraucher wie mich gerichtete Masche, mehr Geld zu machen oder habt Ihr Filter, die auch laut Hersteller länger "halten" als die, die ich hier in meiner kleinen UOA habe?

Wenn es sowas nur in den "Profi"-UOA gibt, die auch ab 100l/std aufwärts schaffen und einige tausend Euros kosten, dann kann ich mir das wirklich abschminken und muss weiterhin mit meinen 6- bis 12-monatigen Wechselintervallen für die diversen Filterstufen und die Membran rechnen. :?

LG
Claudia
 

fischolli

R.I.P.
Moin Claudia,

ich versuch mal deine Fraen zu beantworten:

Warum sollte das mit dem T-Stück nicht gehen?. Hauptsache, es fliesst Wasser durch die Säulen. Da m.E. eh Druckbegrenzer in den Säulen eingebaut sind, ist auch egal, wie weit man den Han aufdreht.

Das Wasser fließt vom Wasserhahn erst in die Kationensäule und von da direkt in die Anionensäule. Zuleitung ,Verbindung beider Säulen und Ablauf bestehen bei mir aus normalem Gartenschlauch. Meine Säulen haben zwei Stuzen, die bei Gralla deutlich als Zu- und Abläufe gekennzeichnet sind. Da wir der Schlauch einfach draufgeschoben. Ich hab die dann mit Schlauchklemmen noch fixiert, damit nix abrutscht.

Wegen der Temperatur seh ich das recht entspannt. Ich nutze VE-Wasser ja nur noch in zwei Becken, bei meinen Dicrossus filamentosus und den Apistogramma elisabethae. Dort sogar unverschnitten. Selbst im Winter nehm ich das, ohne es aufzuheizen. Bisher null Provbleme damit. Wenn du es eh noch verschneidest, nimmst du dafür halt heisses Wasser und gut isses.

Ich hab einen stark sauren VE, damit auch die Kieselsaäure entfernt wird. Ob das wirklich nötig ist, keine Ahnung. Als Regenrationsmittel nehm ich technische Salzsäure 30% und Ätznatron. Das genaue Mischverhältnis findest du hier: http://home.arcor.de/fischolli/GALKombi_7000.html . Da ist der ganze Vorgang sowieso gut beschrieben, ich richte mich seit Jahren nach dieser Anleitung und fahre gut damit. Du kannst rechnen, je 1 Liter Harz, brauchst du 2 Liter Regenrationsflüssigkeit (sowohl für Säure als auch für Lauge), brauchst also entsprechend grossen Auffangbehälter.

Die verbrauchten Regenrationsflüssigkeiten neutralisier ich so einfach über den Daumen mit jeweils der anderen Substanz. Wenn ich mir überlege, was mit Abfluss-frei etc. direkt in die Kanalisation gekippt wird, ist das wahrscheinlich noch völlig übertriebener Aufwand.

Die Gardena-Anschlüsse am Zu- und Ablauf haben den Vorteil, dass ich sie nach Gebrauch zusammenklicken kann und so ein geschlossenes System habe, wo nix ausläuft und auch nicht viel verdunstet. Die Harze sollten (lt. Beschreibung) immer unter Flüssigkeit stehen.

Was ich dir in jedem Fall empfehlen würde, ist die Anschaffung eines Leitwertmessgerätes. Ich wüsste garnicht, wie ich sonst feststellen könnte, dass die Säulen ausreichend gespült sind.

So, ich hoffe, das wars, sonst frag einfach nochmal nach.

Gruß
 


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