Salmler schwimmen oben!

rupley

Mitglied
Hallo zusammen,

ich bin neu hier, mein 400l Aquarium läuft seit ca. 4 Monaten. Heute morgen hat meine Frau gesehen, dass die Sternflecksalmler alle oben geschwommen sind und angestrengt geatmet haben. Ich habe gleich gemessen:

Temp. 25°C
KH 9
GH 14
pH 7,5
NO2 fast 1,0

Ich habe gleich 30% Wasser gewechselt und Bakterien gegeben. Sofort sah alles besser aus. NO2 war kurz über 0,0. Heute mittag habe ich die Pflanzen ordentlich zurückgeschnitten. Jetzt, ein paar Stunden später, schwimmen alle Salmler wieder an der Oberfläche.

Ich habe den Filter so eingestellt, dass er die Wasseroberfläche leicht bewegt.

Liegt das am Nitrit? In den letzten zwei Wochen wachsen erstmals kleine Algen auf den Steinen. Das gab's noch nie. Außerdem sind meine Nicaragua Traumbarsche ziemlich blass, die grün und Blautöne sind nicht mehr gut zu erkennen.

In den letzten 3 Wochen ist mir ein Salmler pro Woche kaputt gegangen, ohne dass ich sehen konnte, warum.

Ideen?

Danke!
 


Fritz5

Mitglied
Hi,

i.d.R. wird bei erhöhtem Nitrit als Sofortmaßnahme ein großer Wasserwechsel (80-90%) empfohlen und das so schnell wie möglich.

Für die Ursachenfindung sind dann ggf. noch weitere Angaben notwendig. Du kannst vielleicht schonmal ein Foto vom Becken hochladen und den genauen Besatz so wie etwaige Veränderungen in den letzten Wochen beschreiben, dann melden sich bestimmt bald noch Leute mit mehr Ahnung.

Ich würde wie gesagt so schnell wie mgl einen richtig großen WW machen.
 

Wolf

Moderator
Teammitglied
Hallo,
Die Frage ist, wo kommt das Nitrit auf einmal her.
Zu viel Futter? Den Filter zu sehr gereinigt?
Übrigens, wenn es sich um eine Nitrit Vergiftung handelt, dann bring mehr Sauerstoff im Wasser auch nichts, denn das Blut der Fische kann den Sauerstoff nicht mehr transportieren.
L. G. Wolf
 

rupley

Mitglied
Hallo,
Die Frage ist, wo kommt das Nitrit auf einmal her.
Zu viel Futter? Den Filter zu sehr gereinigt?
L. G. Wolf
Hallo, ich denke es kam vom Futter. Ich habe den Filter noch nie (!) gereinigt, da habe ich mich bis jetzt noch nicht herangetraut.

Ich habe anfangs immer so ca. 10% WW jede Woche gemacht, und es sind im Laufe der Zeit zwei Salmler gestorben. Ich wusste halt nie, wie man einen WW richtig macht... Bin ganz blutiger Anfänger!

Vor vllt. 2 Wochen war ein großer Albino-Schwielenwels von mir tot aufgefunden und ich habe gleich die Krise gekriegt, sie sollen doch 30 Jahre alt werden und sind eigentlich ganz robust, dann habe ich gleich 50 Prozent WW gemacht. Es war das erste Mal, dass ich mein JBL Aqua In/Out Schlauch benutzt habe, also frisches Leitungswasser direkt ins Aquarium gepumpt. Ich hab ganz kaltes Wasser genommen, um eine Kupferbelastung zu vermeiden, dabei sind die Fische beinahe erfroren und ich habe sie mit einem zweiten (warmen) Wasserwechsel gerade so retten können. Ich habe auch versehentlich zu viel Eichenextrakt rein und hatte dann KH 4 / pH <6,5. Danach eine Gasübersättigung, die ich dann ganz gut in Griff bekommen habe.

Seitdem sind meine Nicaragua-Traumbarsche nur noch gelb, nicht mehr Grün und Blau. Die Schmetterlingsbuntbarsche sind 5 Tage lang an der Oberfläche geschwommen und dann beide gestorben.

Ich hab versucht, die Wasserwerte langsam zurück ans Leitungswasser anzunähern, damit ich nicht mehr mit so viel Eichenextrakt rumtun muss. Und dann sind halt nochmal zwei Salmler gestorben und heute morgen stell ich fest, dass Nitrit im Wasser war.

Hab gerade nochmal einen Drittel des Wassers gewechselt, NO2 = 0,0.

Ich frage mich aber vor allem auch, was mit den schönen Farben von meinen Traumbarschen passiert ist!
 


Wolf

Moderator
Teammitglied
Hallo Ruplay,
Oh je, in so einem Eichenextrakt ist meist Salz, Phosphorsäure oder Schwefelsäure. Deshalb knackt dieses Produkt auch die kh, aber dadurch wird auch Co2 freigesetzt.
Ganz ehrlich, ich würde lieber mein Geld in eine Osmoseanlage investieren und so meine kh senken. Den Ph könntest du dann mit einer CO2 Anlage anpassen.
Allerdings kostet das halt etwas Geld und eine Co2 Anlage solltest du als Anfänger, ohne hier nachzufragen, nicht installieren.
L. G. Wolf
 

Brunhilde

Mitglied
Ich schließe mich voll und ganz Wolf an, eine Osmose Anlage wäre für Südamerika angebracht. Pansch nicht soviel Chemie in das Becken, geh in den Wald und sammle Laub ( Eiche, Buche, Haselnuss, Weide, Erle etc. ungespritzt welk) das kann sofort in das AQ. Aus meiner Sicht sollten auch noch weitere Pflanzen und Holz in das Becken, Barsche brauchen Deckung. In meinem AQ ist immer Laub, manchmal Rindenstücke von Laubbäumen und manchmal auch Rindenstücke mit Moos und Flechten. Aber man muss sicher gehen dass es ungespritzt und nicht belastet ist. Kostet Nix und man ist an der frischen Luft. Die Wasserwerte KH und pH halte ich für Südamerika auch für nicht so geeignet. Aber eben habe ich nachgelesen, für deine Fische passt das.
LG Bruni
 

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Wolf

Moderator
Teammitglied
Hallo Ruplay,
Falls du wirklich dein Wasser anpassen möchtest, so wie ich es beschrieben habe, dann unbedingt erst die kh senken und dann erst den Ph.
Deine Angst vor Kupfer kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe wohl auch schon gelesen, dass Garnelen darauf schlecht reagieren, habe es aber noch nicht erlebt und Fische sind da nicht so empfindlich. Im übrigen ist im Pflanzen Dünger auch Kupfer.
Den Auslauf vom Filter umzustellen war richtig. Normalerweise stellt man diesen so ein, dass sich die Oberfläche leicht bewegt, kommt natürlich auch auf Besatz und Pflanzenmenge an.
Reinigen solltest du den Filter erst, wenn er deutlich an Leistung nachgelassen hat.
L. G. Wolf
 

Clemony

Mitglied
Hi,
Die Todesursache der Tiere ist ziemlich eindeutig. Es lohnt sich, die No2 Werte (und die Wasserwerte generell) im Auge zu behalten.
Den Filter so einzustellen ist durchaus nicht verkehrt, denn wenn das Nitrit weg ist, kann der Sauerstoff auch wieder übers Blut transportiert werden und Fische die an der Oberfläche schwimmen zeigen tun dies oft unter anderem aufgrund von Sauerstoffmangel.
Ich kann mich sonst nur anschließen.. Überleg dir das mit der Osmoseanlage wegen deiner Werte (obwohl es theoretisch auch ohne ginge, ist ja mit einem gewissen Kosten- und Mehraufwand verbunden), lass die Chemie sein (Unbehandeltes Eichenlaub hat den selben Effekt wie Eichenextrakt und ist wesentlich günstiger).
Was das Bild angeht: meiner Meinung nach ist das wesentlich zu wenig Einrichtung/Zu wenig Pflanzen. Gerade Salmler wissen neben Schwimmflächen auch Versteckmöglichkeiten zu schätzen.
Ich gehe mal davon aus, dass die Trübung des Wassers von den Wasserwechseln kommt, die den Sand aufgewirbelt haben, oder?
LG Clara
 

rupley

Mitglied
Hallo zusammen,

Ich habe unmittelbar vor dem Bild einiges an Pflanzen rausgemacht, weil die Wasserpest so schnell wächst und die Ludwigia repens einfach nur ein hässliches Unkraut geworden ist. Ich setze neue Pflanzen demnächst ein.

Aber unbehandeltes Eichenlaub rein... Sollte man das Aquarium nicht freihalten von verrottendem Laub? Hab ich zumindest immer so gelesen... Natürlich sieht es schöner mit bisschen Laub.

LG
 

Brunhilde

Mitglied
Gute Frage; ich denke das macht jeder anders ABER: in jeden Teich, Bach, Fluss, See fällt Laub rein. Warum also sollte man im Aquarium das anders handhaben? Meine Corydoras fressen das Laub auch gerne, die anderen knabbern an Flechten und Moos, oder verschwinden einfach optisch. Ich denke auch im Mulm, der sich bildet gibt’s Mikroorganismen die allemal das Wasser bereichern.
LG Bruni
 

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Wolf

Moderator
Teammitglied
Hallo,
Jedes abgestorbenes Biologisches Material verrottet und muss verstoffwechselt werden.
L. G. Wolf
 

cheraxfan2

Mitglied
Gute Frage; ich denke das macht jeder anders ABER: in jeden Teich, Bach, Fluss, See fällt Laub rein. Warum also sollte man im Aquarium das anders handhaben?
Hi,
im Grunde stimmt das, aber:
- ein Aquarium ist i.d.R. viel kleiner als der kleinste Wasserkörper im Freien,
- die Verwertungskette ist im Aquarium viel dünner, damit meine ich die unzähligen Tierchen bis hin zu Wasserasseln die Laub verwerten
- ins Aquarium scheint i.d.R.keine Sonne (UV-Strahlung) und es geht kein Wind (Strömung) wobei die Strömung im Aq. vorhanden ist.
- wenn es nicht gerade eine Regenpfütze ist, fließt das Wasser meist.
Von daher muß man ein bischen auf die Menge achten.
 

rupley

Mitglied
Gute Frage; ich denke das macht jeder anders ABER: in jeden Teich, Bach, Fluss, See fällt Laub rein. Warum also sollte man im Aquarium das anders handhaben? Meine Corydoras fressen das Laub auch gerne, die anderen knabbern an Flechten und Moos, oder verschwinden einfach optisch. Ich denke auch im Mulm, der sich bildet gibt’s Mikroorganismen die allemal das Wasser bereichern.
LG Bruni
Noch eine Frage dazu: Wie machst du es dann mit dem Wasserwechsel? Wenn dein Aquarium sich mit Eichenlaub auf z. B. 5°dKH eingependelt hat, und du dann 30% WW mit frischem Leitungswasser nimmst, hat das Aquariumwasser plötzlich eine ganze Zeit lang viel mehr Karbonat drin, bis das Eichenlaub seine Dienste getan hat, oder? ... Ist das denn verträglich für die Fische? Ich hab immer versucht, das Wasser möglichst bei einer konstanten Härte zu halten.
 

Wolf

Moderator
Teammitglied
Hallo Ruplay,
Das bisschen Laub wird wohl nicht viel Auswirkung auf die kh haben. Um die kh zu knacken benötigt man schon ordentlich Säure, oder jede Menge Nitrat.
Die praktikapelste Lösung um die kh zu senken ist und bleibt leider eine Osmoseanlage. Von mir aus auch noch nen Kati und Ani.
L. G. Wolf
 

Shai

Mitglied
Hey,

vielleicht sollte man auch erwähnen das zuviel Laub auf einmal auch Probleme in Form von Sauerstoffmangel hervorrufen kann.
Packt man "in einem Mal" mehrere Hände voll ins Becken, dann fangen die Bakterien an das Laub zu zersetzen und verbrauchen dabei Sauerstoff.

Aber wie Wolf schon schrieb, ein bisschen Laub wird die Härte nicht relevant beeinflussen. Eichenlaub soll noch das "effektivste" sein, mehr Erfolg hat man mit Torf.
Bei allen Naturmaterialien gilt allerdings das das Ergebnis sehr variabel sein kann. 5x die gleiche Dosierung bedeutet nicht das man 5x den selben Effekt erreicht.

Osmosewasser + Salz ist so ziemlich das Einzige was sich im Ergebnis beliebig oft reproduzieren lässt. (Selbst mischen mit Leitungswasser kann Schwankungen zeigen, je nach Tages- und Jahreszeit ändern sich die Parameter im Leitungswasser teils messbar)

Grüße
Lars
 

cheraxfan2

Mitglied
Noch eine Frage dazu: Wie machst du es dann mit dem Wasserwechsel? Wenn dein Aquarium sich mit Eichenlaub auf z. B. 5°dKH eingependelt hat, und du dann 30% WW mit frischem Leitungswasser nimmst, hat das Aquariumwasser plötzlich eine ganze Zeit lang viel mehr Karbonat drin, bis das Eichenlaub seine Dienste getan hat, oder? ... Ist das denn verträglich für die Fische? Ich hab immer versucht, das Wasser möglichst bei einer konstanten Härte zu halten.
Hi,
derartige Dienste wird Dir das Laub nicht liefern. Es gibt ein wenig Tannine und Gerbstoffe ab, Huminstoffe bilden sich beim Zerfall. Wirklich meßbar ist das alles nicht. Die Wirkung von Laub beruht vor allem darauf, das es praktisch kein natürliches Gewässer ohne Laub gibt. Mit dem Laub machen wir also das Wasser etwas natürlicher, das ist alles. Um ein weicheres Wasser zu bekommen. muß man dem Wasser Stoffe entnehmen nicht hinzufügen. Dieses Entnehmen geschieht mit einer Osmoseanlager, Kathi und Ani oder der Verwendung von Regenwasser. Alles andere ist Murks, funzt nicht gescheit und ist oft sogar schädlich. Für bestimmte GH, KH Werte wird das "reine" Wasser dann wieder mit Leitungswasser gemischt oder mit entsprechenden Salzmischungen versetzt. Der ph-Wert entsteht im Zusammenwirken von KH und CO2.
 


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