Phosphat im Leitungswasser - dringend...

Hallo Zusammen,

na toll, jetzt haben wir seit ca 4 Wochen eine Zusatzeinspeisung in das örtliche Wassernetz aus einer anderen Quelle. Ansage aus der Presse, das Wasser sei weicher. Mmh, KH nach wie vor bei 7 und GH bei 13. Allerdings wunderte ich mich über plötzliches vermehrtes Algenwachstum und hohe Phospatwerte. Leitungswasser gecheckt und festgestellt, dass das Wasser mit 1,0 mg/l aus der Leitung kommt. Mein AQ-Wasser liegt nur unwesentlich darüber (Tröpfchentest zeigt bei beiden Proben nahezu identisches Blau). Da ich drei mal getestet habe, schließe ich Messfehler aus. Für das vermehrte Algenwachstum mache ich die Phosphatwerte verantwortlich, da alle anderen Werte top sind. Fe zwischen 0,05 und 0,1, Nitrat bei etwa 10 mg'/l, kein Nitrit. CO2-Anlage ist angeschlossen.

Meine Fragen:

1. Sind so hohe Phophatwerte im Leitungswasser eigentlich zulässig?
2. Wie kriege ich die Phosphatwerte ohne Chemie deutlich runter? Habe mir einige neue schnell wachsende Pflanzen zugelegt, weil nach nahezu komplett neuer Bepflanzung wegen der Algen die langsamer wachsenden Arten schon wieder erste Bartalgenansätze zeigen.
3. Und falls doch Chemie: Mein Fischdealer hat mir wegen der Algen Algostop Depot von Tetra empfohlen. Soll langfristig Algenwachstum reduzieren, bzw. verhindern. Darüber hinaus Phosvec von Sera. Das Zeug hat nur den Nachteil, dass man einen Tag später einen TWW durchführen soll - wie sinnig, wenn man dann wieder ne frische Ladung Phosphat mit reinbringt. Was haltet ihr von der Lösung?

Wer kann helfen? Möchte übermorgen für zwei Wochen urlauben und habe fast die Befürchtung, dass das Becken komplett zugealgt ist, wenn ich wieder komme.

LG
Frank
 


A

Anonymous

Guest
Hallo,

fschroedie schrieb:
1. Sind so hohe Phophatwerte im Leitungswasser eigentlich zulässig?
Ja. Phosphate als Zusatz zum Leitungswasser sind zur Korrosionsverhütung bis (umgerechnet) 6,4 mg/l PO4 zugelassen.

2. Wie kriege ich die Phosphatwerte ohne Chemie deutlich runter?
Umkehrosmose oder Vollentsalzer.

3. Und falls doch Chemie: Mein Fischdealer hat mir wegen der Algen Algostop Depot von Tetra empfohlen. Soll langfristig Algenwachstum reduzieren, bzw. verhindern.
Ja. Und verhindert langfristig und zuverlässig gesundes Pflanzenwachstum. Algizide sind immer auch ein Pflanzengift.

Es gibt nur eine Lösung: das Phosphat aus dem Leitungswasser zu entfernen. Da helfen Umkehrosmose oder Vollentsalzer. Mit chemischen Phosphatentfernern (z.B. http://www.drak.de/de/produkte/wasserpflege/phosphareduc.html) habe ich keine Erfahrung.

Viele Grüße
Robert
 
Hi Robert,

schon mal Danke für die schnelle Antwort. Gibt es nicht auch ne Möglichkeit, so was wie einen Phosphatfilter an die Hauptversorgungsleitung anzubringen? Oder hat vielleicht jemand anderer Erfahrung mit dem Phosphareduc von DRAK? Nutze selbst fast ausschließlich die Produkte vom Doc und bin sehr zufrieden. Phosphareduc kannt ich bislang allerdings noch nicht.

Osmosewasser müsste ich bei den Leitungswerten zu 4/5 ins AQ einbringen um einen akzeptablen Phosphatwert zu bekommen. Das heißt, bei meinem Besatz müsste ich dann anschließend wieder aufhärten.

LG
Frank
 
Einfacher ginge es vielleicht mit einem sog. Phosphatfilter. Google mal "phosex" von J B L - habe zwar keine Erfahrung damit, aber es gibt ein Testbericht hier.
 
Hi Tetramike,

danke für den link. So wie das aussieht, ist das wohl was ähnliches wie Phosphareduc. Denn wenn mich nicht alles täuscht, handelt es sich dabei nicht um einen mechanischen Filter, sondern um einen Filtermedium. Wobei der Erfahrungsbericht sicher hilfreich ist.

LG
Frank
 

Ebs

Mitglied
Hallo,

ich nutze aufgrund meines hohen Fischbesatzes seit Jahren erfolgreich Amtra phosphat reduct (250mlPackung), was einfach mit in den Filter gepackt wird, hält bei mir ca. 3 Monate den PO4 -Wert zwischen 0,1 und o,5 mg/l (130L- Becken, dicht bepflanzt, stark überbesetzt).

Eine Packung kann 11 Gramm PO4 aufnehmen, nach Erschöpfung muss es gewechselt werden.

Gruß Ebs
 
Okay, halte zunächst mal fest: entweder Osmosewasser oder Chemie.

Allein mit schnell wachsenden Pflanzen wirds wohl nicht gehen, oder?
 


@Erik und Andy

Jepp, habe nicht alle Links in diesen beiden Beiträgen durchstöbert. Aber ich versuche das mal laienhaft zusammen zu fassen.

Minimumgesetz müsste ich demnach bei mir umkehren, da ja Phosphat eigentlich zu viel vorhanden ist und die anderen Faktoren in ausreichendem Maße. Wenn ich nun mehr Verbraucher einsetze, wäre demnach irgendwann mal Phosphat ausreichend vorhanden und die übrigen Faktoren möglicherweise zu wenig. Mit "übrige Faktoren anpassen" ist demnach wohl gemeint, die übrigen Faktoren zu erhöhen?! Also z.B. mehr düngen?! Benutze hier übrigens Ferrdrakon.
Erik, soll mir das Redfield-Verhältnis sagen, um welchen Faktor ich die übrigen Faktoren erhöhen soll??? Denn daraus werde ich ehrlich gesagt nicht schlau.

CO2 erhöhen geht nicht, da die Anlage an einen PH-Regler angeschlossen ist und ich bei PH 6,9 und KH 7 schon (zumindest rechnerisch) einen hohen C02-Anteil habe. Der O2-Gehalt ist abends kurz vor dem Licht ausschalten noch gerade akzeptabel. Noch mehr Co2 und die Pflanzen wachsen wahrscheinlich klasse aber dafür schwimmen die Fische verkehrt rum.

Nun ja, mal schauen, was meine neu eingesetzten Hygrophilas in Sachen Phosphat bewirken.

LG
Frank
 
A

Anonymous

Guest
fschroedie schrieb:
Erik, soll mir das Redfield-Verhältnis sagen, um welchen Faktor ich die übrigen Faktoren erhöhen soll??? Denn daraus werde ich ehrlich gesagt nicht schlau.

CO2 erhöhen geht nicht, da die Anlage an einen PH-Regler angeschlossen ist und ich bei PH 6,9 und KH 7 schon (zumindest rechnerisch) einen hohen C02-Anteil habe. Der O2-Gehalt ist abends kurz vor dem Licht ausschalten noch gerade akzeptabel. Noch mehr Co2 und die Pflanzen wachsen wahrscheinlich klasse aber dafür schwimmen die Fische verkehrt rum.
Moin!
Das Redfiel-Verhältnis ist ein statistischer Mittelwert über das Verhältnis von P, N und C in der Natur. Etwas molsches Rechnen und man könnte ausrechnen wie, welche Verbindungen zugedüngt werden müßten. Aber bei CO2 wäre der Wert dermaßen hoch das wohl alles bäuchlings schwimmen würde. Nein, ich hab mir nicht die mühe gemacht es auszurechnen. Deswegen Phosphat senken.
Gruß Erik
 
Moin,

verkompliziert das Redfield Verhältnis nicht unnötig.

Herkunft ist das Verhältnis von Kohlenstoff, Stickstoff und Phospat im Meer, bei dem Phytoplankton wächst.

Interessant für die Aquaristik sind daraus zwei Aussagen:
Das Verhälrnis von N: P sollte 16: 1 betragen, bei zu geringen Phosphat Werten kommt es zu Grünalgenwachstum, bei zu geringen Nitratwerten zu Blaualgenwachstum.

Dazu gibt es hier eine Tabelle, bei denen man die idealen Kombinationen ablesen kann und unten einen Rechner....
http://www.xs4all.nl/~buddendo/aquarium ... ld_eng.htm

Nach der Redfield-Ratio braucht man aber beides nicht, man muss noch nicht mal messen:
Grünalgen: Phosphat Anteil erhöhen
Blaualgen: Nitratanteil erhöhen

Und dann sind wir bald beim Estimated Index...
 

Joern

Mitglied
Moin

da 1 mg/l PO4 nun recht wenig ist...und offensichtlich zugleich die "normale" Hintergrundbelastung in den Becken ist (es wurde ja dreimal annähernd das gleiche gemessen), sehe ich nicht so viel Sinn darin, hier gleiche eine "hyper"-Wasseraufbereitung zu installieren.

Da könnte eine Anpaasung des Dünge-Komponenetenverhältnisses einfach durch probieren genommen werden.

Können andere Einflüsse ausgeschlossen werden ? In meinem Bürobecken wachsen jetzt auch verstärkt Algen...weil die Sonne über den First des Nachbarhauses scheint...das gibt sich auch wieder von allein demnächst... :wink:

Hat sich ggf. sonst noch etwas geändert in / an dem Aquarium ?

Wie viel mehr Algen sind es denn eigentlich ?
Und welche ?

schau mal bei aquamax.de , vielleicht hilft Dir da auch einiges weiter.
 
Hi,

@Joern

Na ja, wenig Phosphat ist relativ. Bevor wir die Zusatzeinspeisung bekommen haben, lag der PO4-Wert konstant bei knapp 0,25. Seitdem die Zusatzeinspeisung erfolgt und wir anderes Wasser zugemischt bekommen, blühen nicht nur die Pflanzen.

Die übrigen Faktoren sind identisch geblieben, wenn du das in Bezug auf Standort, Sonne, übrige Wasserwerte etc. meinst. Einzig eine große Neupflanzaktion vor 4 Wochen mit nahezu fast ausschließlich schnell wachsenden Pflanzen aufgrund des Algenwachstums sind an Veränderungen im Becken vorgenommen worden. Da hier deutlich mehr Verbraucher am Start sind als vorher, sollte eigentlich PO4 gesunken sein. Natürlich steht jetzt in der Sommerzeit die Sonne höher, so dass auch da AQ was mitbekommt, aber das war in den Vorjahren auch nie ein Problem. In Anbetracht der Umstände kann ich mir nichts anderes vorstellen, als dass der erhöhte PO4-Wert für die Algen verantwortlich ist. Es sind übrigens zum größten Teil Bartalgen und diese fiesen Pinselalgen, die du nicht weg bekommst. Ein paar, aber wirklich nur wenige Grünalgen sind auch dabei, aber die gabs eigentlich schon immer und sind auch nicht das Problem.

Nun ja, und wie viele mehr? - es hat gereicht, dass ich halt vor 4 Wochen nahezu alle alten Pflanzen rausschmeißen musste, da nicht nur die langsam wachsenden Arten von Algen übersät waren. Da war nix mehr zu machen. Innerhalb von ca. 1 Woche war alles dicht. Damals waren auch noch jede Menge Fadenalgen dabei. Die sind jetzt noch nicht zu sehen.

LG
Frank
 


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