Ma wieder 'ne Anfängerfrage zum Besatz

Schönen guten Abend,

wie in der Überschrift zu ersehen, bin auch ich Anfänger. Bin Besitzer eines 80x40x30 Aquariums (96 l Fassungsvermögen laut Hersteller)
Habe mit Hilfe dieses Rechners http://www.zierfischforum.at/volumsberechnung.php ausgerechnet, dass ich den Fischen ca. 77 l anbieten kann. Ich habe einen Außenfilter, einen PloFlora160 Bio Co2 Ausströmer und eine große Wurzel im Aquarium. Wieviel sollte ich von diesen 77 l noch abziehen?

Nach einer ca.4-wöchigen Einlaufphase habe ich eine Gruppe von 6 Ohrgitterwelsen (Otocinclus macrospilus) eingesetzt. Ich hab sie jetzt eine Woche und ihnen scheints ganz gut zu gehen. Nun sollen die aber nicht allein bleiben und auch mal ein paar "außerschneckische" Mitbewohner bekommen. Ich finde ja Zwerggarnelen und Gabelschwanz-Blauaugen(Pseudomugil furcatus) ganz schön. Wäre ein Schwarm von 8 Blauaugen und ca. 10 Zwerggarnelen schon zu viel für das Aquarium? Wäre die Kombi überhaupt anzuraten? Habe jetzt viele verschiedene Wege zur Berechnung gefunden, der eine schreibt aber dies, der andere jenes. Daher hoffe ich, ihr könnt mir da weiterhelfen.

Mit bestem Dank im Vorraus!

Ahja,meine Werte:

Temp: 25°
PH:7,5
Gesamthärte: 15 °dGH
 


Henny

Mitglied
Hallo Chipsletto,

erstmal herzlich willkommen hier im Forum!

So genau muss Du das gar nicht berechnen, mit ca. 77 Litern liegst Du mit dem Nettowasser bestimmt ganz gut. Die Wassermenge interessiert eigentlich nur für die ungefähre Wechselwassermenge und ggf. bei Medikamentendosierungen.
Rechne bitte nicht mit dieser geisterhaften Formel - x cm Fisch auf x Liter Wasser - das ist völliger Quatsch!
Die tierischen Bewohner interessiert der mögliche Schwimmraum (gemäß des individuellen Schwimmbedarfs) und die Struktur des Beckens (Verstecke/Revierabgrenzungen) und natürlich das Verhalten der Gesellschaft.

Otocintlus sind in einem neuen Becken oft heikel. Die gehen häufig schlecht ans Futter und finden in einem neuen Becken kaum Aufwuchs. Also musst Du zusehen, dass die genug in die Bäuche kriegen, ohne das Becken futtermäßig zu überlasten. Bei mir wären die bei einem neuen Becken die letzten Kandidaten und nicht die ersten.

Zwerggarnelen sind gar kein Problem. Bei Deinen Wasserwerten würde ich mich an den Neocaridina davidii- Arten orientieren. Die werden sich reichlich vermehren, wenn sie ausreichend Verstecke und wenig Fressfeine haben. Bei denen braucht Du Dir über die Anzahl der Tiere keine Gedanken zu machen.

Deine Begeisterung für Pseudomugil furcatus kann ich gut verstehen. Das sind mit meine Lieblingsfische. Allerdings werden die Furcatus richtige Brocken und sind sehr agil und schwimfreudig. Die adulten Tiere halte ich in 240 Litern. 80 cm Kantenlänge halte ich für die dauerhaft als zu wenig.
Es gibt aber auch deutlich kleinbleibenere Blauaugen, die genau so toll sind. Grundsätzlich sollte man viele von denen eher in weicherem Wasser halten. Aber die adulten Tiere lassen sich auch auf Deinen Werten halten. Mit dem Nachwuchs kann es dann schwierig werden. Aber das wäre eh der zweite, dritte Schritt... :wink:
 
Hallo Henny,
Vielen Dank für die schnelle Antwort und die Begrüßung.
Da du die Beckengröße eher kritisch siehst und ich besser auf die Profis höre, würde ich dann wohl auf gepunktete Blauaugen ausweichen. Die sind zwar nicht so farbenfroh, wenn ich das richtig sehe, haben aber auch diese witzigen "Flügel". Könnte ich da eventuell noch ein Pärchen Honigguramis dazusetzen? Habe noch nicht wirklich das Gefühl dafür, wann es zu voll wird. Das wird wohl erst mit der Zeit kommen.

Zu meinen Otos kann ich sagen, dass ich mit Boden-Futtertabletten zufüttere und die das scheinbar gut annehmen. Wenn Sie nicht an den Scheiben oder auf den Blättern "grasen", versammeln die sich darum. Aber gut, ich werde das im Auge behalten. Danke für den Hinweis. Vom Verkäufer erfuhr ich sowas leider nicht. Da fällt mir noch ein, dass mir versichert wurde, dass es sich bei den Tieren nicht um Wildfänge handelt. Nun habe ich aber gelesen, dass die sich eigentlich kaum nachzüchten lassen. Was soll ich denn jetzt glauben?

Viele Grüße
 

Henny

Mitglied
Hi Chipsletto,

ich antworte Dir nur, damit Du nicht denkst, dass Du vergessen wurdest.
Ich halte zwar zeit vielen Jahren Otos, habe die aber noch nie gezielt zur Nachzucht angesetzt. Es soll wohl möglich sein, Otos nachzuziehen, aber das ist wohl wenig produktiv, deswegen für einen komerziellen Händler eher nicht wirtschaftlich. Deswegen werden die meisten Tiere im Handel Wildfänge sein. Aber dieses Geblae von mir wird genau dem entsprechen, was Du bereits gelesen hast, also leider keine neuen Erkenntnisse meinerseits.
Ein Bekannter von mir, der grundsätzlich in Nachzuchten sehr erfahren ist, hat es mal mit den Otos versucht, das hat aber nicht geklappt.
Hier im Forum gibt es auch ein paar Threads dazu, z.B. diesen Otocinclus Zucht

Da Dir der Verkäufer versichert hat, dass es sich bei Deinen Tieren um Nachzuchten handelt, frag ihn doch mal beim nächsten Besuch nach dem Züchter. Wenn es ein deutscher Züchter ist, okay. Wenn es ein südamerikanischer Züchter ist, hätte ich meine Bedenken, gerade dort lohnt sich nur Massenzucht, die bei Otos wohl nicht möglich ist.
Aus der Natur lassen sich die Tiere abfischen, aber es wird viele kalkulierte Ausfälle geben. Trotzdem wären Nachzuchttiere vermutlich wegen des Aufwands und der geringen Produktivität noch teurer. Da würde man mit ca. 3,99 € pro Tier wohl nicht hinkommen.
Du merkst also an meinem eierigen Text, dass ich auch nix genaues weiss.
Vielleicht meldet sich hier ja noch jemand, der diesbezüglich mehr Plan hat. Oder Du selber erfährst was... Auch ich würde mich über Infos zu dem Thema freuen.

Ach, hatte ich fast vergessen, da war ja noch mehr:
Die Pseudomugil gertrudae (gepunktete Blauaugen) sind eigentlich sogar farbenfroher als die P. furcatus. Wunderschön sind auch P. paskai, die haben aber nicht die lustigen 'Flügel'.
Ich möchte bezweifeln, dass die ziemlich strömungsliebenden und agilen Blauaugen gut zu Fadenfischen passen. Die Blauaugen brauchen zwar auch Rückzugsmöglichkeiten in Form von recht hohen, dichten Pflanzenbüscheln, aber die schätzen sehr den freien Schwimmraum und eben auch Strömung. Fadenfische mögen gerne hohe Verkrautungen und Schwimmpflanzen und eher ruhiges Gewässer.
Ich habe diese beiden Fischarten noch nicht zusammen gehalten, ich würde das auch nicht versuchen wollen, zumindest gar nicht auf 80 cm Kantenlänge.
Beide Fischarten sind recht obenorientiert. Ich würde auch nicht gerne erleben wollen, was passiert, wenn die Blauaugen ständig in den Bereich des Geleges der Guramis eindringen. Aus meiner Sicht passt diese Kombi nicht.

Die Blauaugen kannst Du gut mit verschiedenen Welsen und Garnelen kombinieren. Die meisten Blauaugen mögen es aber nicht zu warm, also gehen viele L-Welse nicht.
Z.B.: 15 Pseudomugil gertrudae, 8 Corydoras paleatus und xxx Red Fire Garnelen. Die großen Amano-Garnelen wären auch möglich, die muss man mögen (ich mag die).
Oder z.B. 15 Pseudomugil gertrudae und Apistogramma borelli + Garnelen.
Oder z.B. Guramis oder Zwergfadenfische und Apistogrammas + Garnelen.
Das sind jetzt nur spontane Vorschläge von mir... Es gibt sooo viele tolle Möglichkeiten...
 


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