Filterreinigung

elchi07

Moderator
Teammitglied
Hallo Henny,
Henny schrieb:
Wo im Filter siedeln sich die Bakterien denn an? Nur direkt auf dem Filtermaterial oder befinden sie sich auch in dem 'Dreck'? Befinden sich auch im Mulm auf dem Bodengrund nitritabbauende Bakterien?
die Bakterien siedeln sich hauptsächlich auf allen Oberflächen an. Denen ist es egal, ob es sich dabei um Filtermaterial, Bodengrund, Deko oder sonst was handelt. Auf dem Filtermaterial leben aber im Verhältnis zum gesamten AQ die meisten Bakterien, da das Filtermaterial durch seine Offenporigkeit eine sehr große Fläche bietet.

Zur bildlichen Vorstellung: Ein Fußball hat in Abhängigkeit seines Durchmesser eine entsprechende Oberfläche. Eine Glasmurmel ebenfalls. Wenn du nun den Fußball mit Glasmurmeln füllen würdest, wäre die Summe der Oberflächen der Murmeln sehr viel größer als die Oberfläche des Fußballs.

Viele Grüße
Roman
 


Hallo Henny,

Henny schrieb:
Hallo Ihr,

ich war der Meinung, dass durch das Ausdrücken mehr Bakterien (und natürlich leider auch mehr Dreck) im Filter zurückbleiben, als wenn man das Material unter LW richtig sauber ausspült, und dass das Risiko damit geringer ist, sich einen hohen Nitritwert einzufangen.
Aber dann ist meine Überlegung wohl Quatsch und ich entschuldige mich für meinen unsinnigen Beitrag.

Der Gedanke an sich ist gar nicht so verkehrt.
Letztlich liegt es an den Feinheiten Vorgehensweise.
Strömungsgeschwindigkeiten habe ich ja weiter oben schon erklärt.
Das Wasser aus einem Wasserhahn kann mit extrem hoher Strömungsgeschwindigkeit auf ein Filtermedium treffen.
Der Strahl aus einem Hochdruckreiniger übertrifft das noch mal um ein Vielfaches.
Nur wird diese Strömung in den vielen tausend Poren und Zwischenräumen gebrochen.
Es gelingt also nicht wirklich alle Bakterien von dem Substrat zu lösen.
Und da ist auch die Erklärung zu suchen.
In manchen Kanälen ist extreme Strömung, in manchen eben weniger.

Da meine Überlegung ja falsch war, habe ich nun eine Frage:
Wo im Filter siedeln sich die Bakterien denn an? Nur direkt auf dem Filtermaterial oder befinden sie sich auch in dem 'Dreck'? Befinden sich auch im Mulm auf dem Bodengrund nitritabbauende Bakterien?

Danke und viele Grüße von Henny

Die Bakterien sind auch im "Dreck". Da befindet sich ja schliesslich ihre "Nahrung".
Der Filter ist eine "Drecksammelstelle".
Und alles Wasser aus dem Aquarium kommt letztlich mal in den Filtermedien vorbei, nämlich da wo sich Bakterien ansiedeln und auf Futter warten.

Sehe das System Aquarium nicht als Fliessgewässer, das ist es nicht.
Wir haben ja nur eine begrenzte Menge an Wasser welche immer "recycled" wird bis ein Wasserwechsel und damit Austrag aus dem System erfolgt.

Beste Grüße
Martin
 

Henny

Mitglied
Hallo Roman,
hallo Martin,

ich danke Euch beiden für Eure ausführlichen Antworten.

Ich habe wieder etwas dazugelernt und bin außerdem beruhigt, dass nicht alles, was ich bis jetzt so über Filtermaterial, Mulm, Bakterien etc. zu wissen geglaubt habe, völliger Blödsinn ist. :wink:

Weiterhin ein schönes Wochende wünscht Euch
Henny
 

fischolli

R.I.P.
Moin,

nur noch mal zur Klarkeit zietiere ich mich selber:

spül sie richtig ordentlich unter kaltem Wasser

Natürlich sollte man kein heisses Wasser nehmen, ansonsten bleib ich bei meiner Empfehlung, die sich in den vielen Jahren noch nie negativ bemerkbar gemacht hat.

Trotzdem waren die Erläuterungen von Martin und Roman sehr gut bzgl. der "Arbeitsweise" der Bakterien. :thumright:

Gruß
 
Hey Leute!

Ihr müsst mir mal kurz auf die Sprünge helfen, wie ihr das meint, wenn ihr schreibt : "so lange die Durchflussmenge stimmt, ist alles o.k.!"

Meines Wissens nach, gibt es in (fast) jedem Filtersystem eine Bypassfunktion! Das Bedeutet: Wenn der Filter dicht ist, wird ein, den Filter umgehender Ansaugkanal genutzt um sicherzustellen, dass bspw. ein an den Ausströmer angeschlossener Diffusor weiterhin Sauerstoff ins Wasser geben kann!?!?!?!

Bei meinem JUWEL Vision 260 - Filter habe ich nämlich 2 Öffnungen im integrierten Filtersystem! Die größere Öffnung oben - die ja skimmend agieren soll- und eine kleinere unten, die quasi senkrecht unter der Pumpe liegt und nicht von dem Filter beeinflusst wird!

Soll heißen: Ist mein FIlter dicht, sucht dich der durch die Pumpleistung verursachte Unterdruck den einfacheren Weg durch die kleine Öffnung!
Wenn dieser Fall nun also eintritt, dann habe ich also ein Aquarium stehen, welches gar nicht mehr gefiltert, sondern nurnoch mit Sauerstoff angereichert wird! Positiv kann sich das doch nicht auswirkten, richtig?? :D

LG
 

MOOSKUGEL

Moderator
Teammitglied
Moin,
Mahoni schrieb:
Meines Wissens nach, gibt es in (fast) jedem Filtersystem eine Bypassfunktion!
nö, warum sollte sich denn das Wasser durch die Filtermaterialien "quälen", wenn es über den Bypass viel leichter fliessen könnte, damit wäre ja das gesamte Prinzip der Filterung auf den Kopf gestellt :wink:
Wasser nimmt immer den Weg des geringsten Widerstandes.
Hier mal http://www.eheim.de/eheim/images/faq/FM_2222.JPG der Aufbau eines Aussenfilters.

Mit den Juwel-Filtern kenne ich mich zwar nun so gar nicht aus, aber war da die zweite Ansaugöffnung nicht für den Heizstab gedacht und das Wasser muss dann trotzdem durch die Filtermassen :?:
Dazu wird aber sicherlich noch eine Antwort kommen, hier verwenden einige die eingebauten Innenfilter von Juwel.

Gruss Heiko
 
Hallo,
Zum Thema Filterreinigung: Ich gehe davon aus, dass die Filterbakterien auf allen Oberflächen sitzen - auch auf den Oberflächen der Mulmteilchen, die man beim Ausspülen wegspült. Dass man also mit dem Wegspülen des Filtermulms immer auch einen Teil der Bakterien wegspült. Aber das der Verlust dieser Bakterien im Normalfall keinen Schaden bedeutet, weil in einem eingefahrenen Aquarium insgesamt genügend Bakterien auf genügend Oberflächen vorhanden sind.

Ich kann mir vorstellen, dass in Hennys Fall der Übergang von monatelangem schwachem Ausspülen zu plötzlichem starken Ausspülen das Problem war. Die Bakterienpopulation im Filtermulm steht in Nahrungskonkurrenz zu Filterbakterien auf allen anderen Oberflächen. Monatelang kann sich im gut durchspülten (=nahrungsdurchfluteten) Filtermulm eine große Bakterienpopulation etablieren, die aufgrund der begrenzten Ammoniakressourcen die Bakterienpopulation auf anderen Oberflächen vergleichsweise klein hält. In Hennys Mulm sitzt also ein Großteil der Gesamtbakterienpopulation, die spült sie dann plötzlich weg und bumms ist der Nitritpeak da.

Ganz anders Olli: Er spült wöchentlich Filtermulm mit Bakterien weg, so dass aufgrund fehlender Konkurrenz die Bakterienpopulationen auf anderen Oberflächen größer werden. Weder die Menge des Mulms noch die Menge der Bakterien auf selbigen kann in Ollis System besonders groß werden. Insgesamt sitzt ein Großteil von Ollis Filterbakterien auf anderen Oberflächen, so dass das Wegspülen von ein paar Mulmbakterien das Gleichgewicht in seinem Becken nicht weiter stört.

Ich persönlich drück meine Schwämme übrigens im Eimer mit dem abgelassenen Wasser aus - einfach, weil es praktischer ist, als mit dem Filterschwamm extra noch ins Badezimmer zu rennen :mrgreen:

Grüße Jolly
 


Hallo
Aber andererseits heißt es doch das bakterien substratgebunden sind, dann macht es doch kaum einen Unterschied ob ich aquawasser nehme oder frisches aus der Leitung ? Jetzt mal nur so als Denkansatz?
Ich spüle auch unter der Leitung die Schwämme aus, außer das Aqua ist relativ neu aufgesetzt. Wohl aus angewohnheit.
 

elchi07

Moderator
Teammitglied
Hallo Moni,

wenn du die bisherigen Beiträge aufmerksam liest, erfährst du, dass das Ausspülen/Ausdrücken der Filterschwämme im AQ-Wasser nur davor schützt, dass das Wasser nicht zu warm/heiß für die Bakterien ist. Deshalb ja der allgemeine Hinweis von Olli und mir, die Filterschwämme unter kaltem Leitungswasser auszuspülen. Es geht also nicht um die Bakterien im Wasser, sondern um das für Bakterien tödliche heiße Wasser.

Außerdem kannst du die Schwämme unter fließendem Wasser wesentlich effektiver ausspülen als im Eimer mit "Dreckwasser". Der Filterschwamm ist dann nicht gleich wieder so schnell zugesetzt.

Viele Grüße
Roman
 

Henny

Mitglied
Hallo Ihr,

ich schreibe jetzt noch mal kurz umgangssprachlich das auf, wie ich es bisher verstanden habe:

Die Bakterien sind substratgebunden, deswegen befinden sich nur wenige von ihnen im freien Wasser. Die Bakterien ernähren sich von den Ausscheidungen der Fische und von vergammelten Pflanzenresten, also vom dem, was wir mit den Augen als Dreck/Mulm/Ablagerungen wahrnehmen. Genauer gesagt, ernähren sie sich von den Produkten, die durch die Zersetzung des Drecks freigesetzt werden, also z.B. Ammoniak. Die eine Bakterie nimmt Ammoniak auf und scheidet Nitrit aus, die nächste Bakterie verstoffwechselt Nitrit zu Nitrat.
Die Bakterien siedeln überall dort, wo sie etwas zu 'fressen' finden, also auch im Bodengrund, auf Wurzeln, anderen nicht zu glatten Dekoartikel und natürlich ganz besonders im Filter, wo sich ja in den Poren des Filtermaterials unendlich viele Dreckpartikel sammeln. Als Substrat sind gleichermaßen die Dreckpartikel und das Filtermaterial selber zu verstehen.

Wenn nun das Filtermaterial in einem Eimer mit AQ-Wasser nur ausgedrückt wird (man könnte auch genauso gut kaltes LW in den Eimer füllen, weil sich im AQ-Wasser sowieso kaum Bakterien befinden), dann ist der Durchfluss in dem Filtermaterial nicht so groß, die meisten Bakterien können sich an dem Filtermaterial 'festklammern' und es verbleiben auch viele Schmutzpartikel in den Poren des Filtermaterials, auf denen ja auch Bakterien sitzen. Aber damit setzt sich dann der Filter recht schnell wieder zu.

Wenn das Filtermaterial unter kaltem LW (Wasserhahn) ausgespült wird, dann wird der Dreck mit den darauf sitzenden Bakterein fast vollständig aus dem Material entfernt. Es werden auch etliche Bakterien aus dem Filtermaterial selber gespült. Wenn aber der Wasserhahn nicht zu stark aufgedreht wird, können sich trotzdem noch genug Bakterien an und in dem Filtermaterial 'festhalten' (es ist allerdings nicht bekannt, wo die Grenze für die 'Anhaltekraft' der Bakterien liegt), so dass das Material danach fast 'fabrikneu' aussieht, trotzdem aber noch ausreichend Bakterien enthält.

Ist das so richtig?

Viele Grüße von Henny
 
Hi Henny!
Fast richtig :)
Also, der Kreislauf im normalen See ist so: es fällt was ins wasser, fische fressen es, scheiden es aus. Die ausscheidungen werden von bakterien aufgenommen und zersetzt, zu ammoniak und nitrit. andere bakterien (die sich im aquarium erst ansiedeln, wenn nitrit vorhanden ist, deswegen die einlaufphase) ernähren sich von nitrit und scheiden nitrat aus. Davon ernähren sich Pflanzen, die wiederrum von irgendwem gefressen und ausgeschieden werden, usw.
Diese Bakterien siedeln sich vornehmlich in deinem Filter an. Sind so viele da, dass das Nitrit auf 0 sinkt, vermehren sie sich genau so schnell, wie sie absterben, dadurch bleibt die Population auf einem konstanten Level.
Greifst du nun ein (durch Filterreinigung oder -wechsel), spülst du einen ziemlich hohen Anteil an Bakterien aus dem Filter. Das ist jedoch auf dauer kein Problem, weil aus dem Bodengrund oder den Schläuchen oder woher auch immer Bakterien kommen, die sich über den freien Platz im Filter freuen, sich dort ansiedeln und relativ schnell vermehren, weil ja dein Grundbestand an Bakterien immernoch recht hoch ist.

Die bisherigen Vorschläge zielten darauf ab, möglichst wenig Bakterien aus dem Filter zu spülen. Das kannst du, indem du den Filter vorsichtig in einem Eimer reinigst (möglichst mit Aquarienwasser, da auch Bakterienstämme z.T. Temperaturempfindlich sind), kannst du mit größeren Verlusten natürlich auch unter fließendem Wasser machen.
Den Filter jedoch so wenig zu reinigen, dass der großteil des Drecks drin bleibt, halte ich jedoch für übertrieben vorsichtig ;)
Am sichersten fährst du vermutlich damit, den Boden des Beckens einfach nicht zeitgleich mit dem Filter zu reinigen, so dann immernoch genug an Bakteriennahrung da bleibt, so dass die Population nicht vollends zusammenbricht.
 

Henny

Mitglied
Okay, dann formuliere ich meinen ersten Absatz noch genauer:

Die Ausscheidungen der Fische und abgestorbene Pflanzenteile werden von Bakterien zersetzt, dadurch entsteht Ammoniak. Die erste für uns aquaristisch besonders interessante Bakterie nimmt Ammoniak auf und scheidet Nitrit aus, die nächste wichtige Bakterie verstoffwechselt Nitrit zu Nitrat. Ammoniak und Nitrit sind schon in geringen Konzentrationen fischgiftig. Deswegen ist es wichtig, die 'Einlaufphase' einzuhalten, damit sich genug Ammoniak- und dann Nitritfresser entwickeln können.
Nitrat ist ein wertvoller Pflanzennährstoff. Nitrat wird von den Pflanzen aufgenommen und verstoffwechselt. Da sich aber in den meisten Aquarien zu wenig Pflanzen befinden, um das immer wieder zusätzlich entstehende Nitrat auf einem Level zu halten, steigt der Nitratwert kontinuierlich an. Nitrat wird zwar auch in höheren Konzentrationen von den Fischen vertragen, aber ein zu hohes Ansteigen des Nitratwertes muss durch Wasserwechsel begrenzt werden.

Die Bakterien sind substratgebunden, deswegen befinden sich nur wenige von ihnen im freien Wasser. Sie siedeln überall dort, wo sie etwas zu 'fressen' finden, vornehmlich da, wo wir mit den Augen Dreck/Mulm/Ablagerungen wahrnehmen, also auch im Bodengrund, auf Wurzeln, anderen nicht zu glatten Dekoartikel und natürlich ganz besonders im Filter, wo sich ja in den Poren des Filtermaterials unendlich viele Dreckpartikel sammeln. Als Substrat sind gleichermaßen die Dreckpartikel und das Filtermaterial selber zu verstehen.

Weiter siehe mein letzter Beitrag...

Ist es so besser?

Eine Frage habe ich jetzt aber noch:
Ich habe in einem Buch gelesen, dass durch den Zersetzungsprozess zuerst ungiftiges Ammonium entsteht, dass dann bei alkalischen Werten schnell in das giftige Ammoniak umgewandelt wird. Stimmt das?

Viele Grüße von Henny
 
Hallo Henny,

Henny schrieb:
Okay, dann formuliere ich meinen ersten Absatz noch genauer:

Die Ausscheidungen der Fische und abgestorbene Pflanzenteile werden von Bakterien zersetzt, dadurch entsteht Ammoniak. Die erste für uns aquaristisch besonders interessante Bakterie nimmt Ammoniak auf und scheidet Nitrit aus, die nächste wichtige Bakterie verstoffwechselt Nitrit zu Nitrat.

Dieser erste Satz ist nicht richtig. Erklärung ganz unten. :D

Ammoniak und Nitrit sind schon in geringen Konzentrationen fischgiftig. Deswegen ist es wichtig, die 'Einlaufphase' einzuhalten, damit sich genug Ammoniak- und dann Nitritfresser entwickeln können.
Nitrat ist ein wertvoller Pflanzennährstoff. Nitrat wird von den Pflanzen aufgenommen und verstoffwechselt. Da sich aber in den meisten Aquarien zu wenig Pflanzen befinden, um das immer wieder zusätzlich entstehende Nitrat auf einem Level zu halten, steigt der Nitratwert kontinuierlich an. Nitrat wird zwar auch in höheren Konzentrationen von den Fischen vertragen, aber ein zu hohes Ansteigen des Nitratwertes muss durch Wasserwechsel begrenzt werden.

Die Bakterien sind substratgebunden, deswegen befinden sich nur wenige von ihnen im freien Wasser. Sie siedeln überall dort, wo sie etwas zu 'fressen' finden, vornehmlich da, wo wir mit den Augen Dreck/Mulm/Ablagerungen wahrnehmen, also auch im Bodengrund, auf Wurzeln, anderen nicht zu glatten Dekoartikel und natürlich ganz besonders im Filter, wo sich ja in den Poren des Filtermaterials unendlich viele Dreckpartikel sammeln. Als Substrat sind gleichermaßen die Dreckpartikel und das Filtermaterial selber zu verstehen.

Weiter siehe mein letzter Beitrag...

Ist es so besser?

Eine Frage habe ich jetzt aber noch:
Ich habe in einem Buch gelesen, dass durch den Zersetzungsprozess zuerst ungiftiges Ammonium entsteht, dass dann bei alkalischen Werten schnell in das giftige Ammoniak umgewandelt wird. Stimmt das?

Viele Grüße von Henny[/quote]

Wenn man Süßwasser-Fische füttert dann müssen die etwas Ausscheiden.
Über die Kiemen wird CO2 ausgeatmet und umgesetztes Futter als Ammonium/Ammoniak ans Wasser abgegeben.
Alleine der pH Wert das Wassers bestimmt ob das nun Ammonium oder Ammoniak ist.
Der Blut pH des Fisches liegt bei etwa 7,3.

Eine sehr schöne Erklärung zu Ammonium(NH4) und Ammoniak(NH3) findest Du auf den Seiten von Andy:
http://guppy.andreas-sander.net/index.p ... 2&Itemid=1

Das Erste was also entsteht ist NH3/NH4.
Für die Entstehung von NH3/NH4 sind ausschließlich Fische und Wirbellose zuständig.
Bakterien sind dafür im aquaristischen Fall ohne Belang.
NH3/NH4 wird zu Nitrit oxidiert.
Anschliessend Nitrit zu Nitrat.

Beste Grüße
Martin

Beste Grüße
Martin
 

Henny

Mitglied
Hallo Martin,

danke für Deine Antwort.

Ich bin gerade jobmäßig total im Stress und werde deswegen erst übermorgen dazu kommen, mir Andy's Seite anzuschauen.

Dann gibt's von mir bestimmt wieder was zu lesen. :wink:

Bis dahin viele Grüße von Henny
 

fischolli

R.I.P.
Moin,

pfff, mal zwei Tage nicht da und schon hat man eine Menge zu lesen. Aber so machen Diskussionen Spass. :thumright:

@ Jolly

Er spült wöchentlich Filtermulm mit Bakterien weg, so dass aufgrund fehlender Konkurrenz die Bakterienpopulationen auf anderen Oberflächen größer werden. Weder die Menge des Mulms noch die Menge der Bakterien auf selbigen kann in Ollis System besonders groß werden. Insgesamt sitzt ein Großteil von Ollis Filterbakterien auf anderen Oberflächen, so dass das Wegspülen von ein paar Mulmbakterien das Gleichgewicht in seinem Becken nicht weiter stört.

Ich weiss nicht, woher du die Erkenntnis hast, ich würde meine Filter wöchentlich reinigen. Das mach ich nichtmal bei ziemlich kleinen Innenfiltern. Meine Topffilter haben Standzeiten von mind. 1/2 Jahr bis zu einem Jahr. Da sammelt sich ziemlich viel Dreck, es geht sowei, dass kaum noch Durchfluss vorhanden ist. Dann spül ich das Material richtig aus, also spül den ganzen Dreck, so weit es geht, aus. Da ich nur eine relativ dünne Schicht Schaumstoff in den Topffiltern habe und ansonsten diese "Steinchen" (ich kann mir den Namen nicht merken), bleibt dann auch nicht viel Dreck übrig. Die Filterwatte, die ich als letzte Schicht drin habe, wird komplett erneuert. Wie geschrieben, bis auf ein Becken mit HMF werden alle Becken so gefiltert und ich hab noch nie Probleme damit gehabt. Ach ja, die Filterschwämme drücke ich richtig unter fließend Wasser aus, ich glaub nicht, dass das eine Rolle spielt für die am Filtermaterial sitzenden Bakterien.

Gruß
 

Henny

Mitglied
Hallo Leute,

ich bin dem Link zu Andy's Seite gefolgt und natürlich sogleich auf seine Abhandlung zu Ammonium/Ammoniak getroffen - hossa - achherein! :shock:
Schon in der Schule war ich Chemie keine Leuchte und das ist ja auch schon ein paar Jährchen her... :wink:
Also habe ich mich erst mal bei der Betrachtung von Andy's tollen Fischaufnahmen ein wenig von dem Schock erholt.
Inzwischen hat es mich aber gebissen, deswegen bin ich 'mal eben schnell' losgefahren und habe mir das hier im Forum empfohlene Buch 'Aquarienwasser' von Hanns-J. Krause geholt und natürlich auch gleich angefangen zu lesen (als wenn ich nichts besseres zu tun hätte). An einiges aus dem Chemieunterricht kann ich mich sogar noch dunkel wiedererinnern (liebe Lehrer!).
Jetzt bin ich auch schon fast bei dem Thema 'Ammonium/Ammoniak' angelangt. Wenn ich das durchgelesen und halbwegs verinnerlicht habe, werde ich mich wieder an einer Zusammenfassung versuchen.

Ich denke aber, dass würde den eigentlichen Titel dieses Threads bei Weitem sprengen. Deswegen werde ich im Wasserchemie-Forum unter dem Threadtitel 'Wasserchemie und Co. - einige Zusammenhänge' weiterschreiben.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr meine Abhandlung dort weiter verfolgt und mein Geschreibsel auch weiterhin fachkundig kommentiert. :D

Bis denne und viele Grüße von Henny

P.S.: Eine Frage habe ich aufgrund Jolly's Beitrag aber doch noch, die hier hingehört:
Sollte man beim Spülen des Filtermaterials unter LW nun wirklich richtig kaltes oder besser dem AQ-Wasser in der Temperatur angepasstes LW benutzen?
 
Also ich nehme immer kühles Wasser, weil es einfach angenehmer für die hände is. Ich hab ja so empfindsame handipatschen und kanns nicht haben wenn das wasser eiskalt is. ^^ Also kühles Wasser geht auch, hatte damit noch nie Probleme gehabt ^^ :mrgreen:
 

Henny

Mitglied
Hallo MeeMee,

mich interessiert aber eigentlich mehr, was besser für die Bakterien ist als für die Handipatschen. :wink:
Und wenn, auch gerne warum.

Viele Grüße von Henny
 

elchi07

Moderator
Teammitglied
Hallo Henny,

ich spüle unter kaltem Leitungswasser aus (spart auch die Energie für die Wassererwärmung). Wenn es handwarm ist, macht es den Bakterien sicher auch nichts, ist aber für manche "Weicheier" unter den Aquarianern angenehmer. :mrgreen: Es sollte eben nur nicht zu warm oder gar heiß sein, da das die Bakterien umhaut. Also wenn das Wasser so heiß ist, dass dir die Hände weh tun, ist es eindeutig zu heiß. :D

Kälte überstehen die Bakterien übrigens besser als Hitze. Da wird dann einfach der Stoffwechsel herabgesetzt. Aber da du dich ja irgendwo im Temperaturbereich zwischen 5°C (Winter) und evtl. 35°C bewegst, ist das alles im Prinzip egal.

Viele Grüße
Roman
 

Henny

Mitglied
Hallo Leute,

ich wollte nach den langen Diskussionen in diesem Thread hier nur mal eine praktische Rückmeldung geben:

Seit ca. zwei Jahren hatte ich ja die Filtermaterialien immer nur in einem Eimer mit AQ-Wasser ausgedrückt. Spätestens alle zwei Wochen musste ich an die Filter ran zum Säubern einzelner Elemente, weil die Filter 'lahm' wurden.
Aufgrund dieses Threads hatte ich mich nun 'getraut' und die Elemente einzelner Filterkammern gründlich, aber mit nicht zu viel Wasserdruck, unter kaltem LW ausgespült. Da kam natürlich richtig viel Dreck raus.
Bis jetzt ist der Durchfluss in allen Filtern super, fast wie beim Neukauf, und ich musste noch nicht wieder reinigen - ist jetzt ca. vier Wochen her. Es hat auch keinerlei Anstieg des Ammonium/Ammoniak- oder Nitritwertes gegeben. :D

(Einigen von Euch war das natürlich sowieso klar - :wink: - danke für Eure Überzeugungskraft.)

Viele Grüße von Henny
 


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