Wer von Euch hatte schon mal Fischtuberkulose?

Hallo,
wie hat sich das Krankheitsbild bei Euch geäußert, wie habt Ihr weitergemacht?
Habt Ihr Bestand getötet und Becken desinfizierzt, oder Becken durchgeschleppt....
Erzählt mal!
BITTE!
LG Melanie
 


Hi Melanie,

jepp, aber das ist mittlerweile knapp 30 Jahre her.

Mal so aus der ganz groben Erinnerung:
Die Fische zerfielen quasi, erst haben sich an den Flossen Faulstellen gezeigt, danach am ganzen Körper. Letztendlich sind die Fische aufgedunsen und verstorben.
Abhilfe war dann den kompletten Fischbesatz zu entsorgen und die Aquaristik für über ein Jahr an den Nagel zu hängen. Dann mit dem gleichen Becken wieder gestartet und neu angefangen. (War noch mein Vater).

Wenn es sicher ist, dass es Tuberkulose ist, würde ich wohl tatsächlich den Weg gehen, den kompletten Besatz zu vernichten und das Becken komplett desinfizieren (ich frage mich gerade womit ??). Wichtig ist dabei auch die Einrichtungsgegenstände, Filter etc. zu desinfizieren (abkochen).
 
A

Anonymous

Guest
Hi,

wenn es wirklich TB sein soll, so ziemlich alles weg was mit em AQ in Verbindung gekommen ist. Pflanzen, Kies, Filtermaterial...etc.

Zum desinfizieren Kaliumpermanganat, Wasserstoffperoxid oder Isopropyalkohol.

Du musst peinlichst drauf achten, dass alles was mit dem AQ in Verbindung kam, desinfiziert oder weggeschmissen wird.

Haste welche?
 
Woher soll man das genau wissen ? Ist ja nur mikrobiologisch genau zu identifizieren, da die Symptome nicht absolut eindeutig sind.

lg
 

Mudskipper

Mitglied
Moin,

Fisch TBC und bakterielle Bauchwassersucht sind sich in den Symptomen extrem ähnlich und selbst für Kenner schwer zu unterscheiden.

Bei mir ist das auch schon ewig(ich war so 8 oder 9) her und bin dann so vorgegangen:

Sichtbar befallene Fische fangen und abtöten.
Das Becken mit Methylenblau und Malachitgrün behandeln, erst starke dann immer schwächere Dosis.

das musste ich, wenn ich mich recht entsinne, zweimal machen und hat auch funktioniert. Ich gehe mal davon aus das die bakterielle Bauchwassersucht häufiger als TBC ist und auch wesentlich einfacher im Griff zu bekommen; die Behandlung von befallenen Fischen kann man sich aber in jedem Fall sparen, das ist schon ganz großes Glück wenn ein Fisch wieder was wird.

Lg Markus
 
A

Anonymous

Guest
Moin,

natürlich ist TBC schwierig fest zustellen, und ne hundertprozentige Aussage kann nur ne Untersuchung liefern. Die Symptone sind zahlreich, können aber auch hinterlistigerweise auf mehrere Krankheiten passen. Dennoch ist auf eine längere Sicht bei gleichen Symptonen und einem Fisch nach dem anderen der umkippt die Wahrscheinlichkeit hoch.
Wenn es soweit ist geht man meist auf Nummer sicher bevor die anderen 20 AQ in Gefahr gebracht werden
 
Hallo

frage zur Reinigung:

Wenn man ein AQ mit Isoalk reinigt, wielange muß es stehen bleiben, das keine Rückstände mehr sind?
Ich habe ja nun ein 160L gebraucht gekauft und weiß ja nicht ob das AQ gesund war, da es ja schon abgebaut gestanden hat
 


!

Hallo Ihr Lieben,

ach wie schön, seit fast 30 jahren eines meiner Lieblingsthemen. Und in den 30 Jahren hat sich in der Forschung zum Thema "Fischtuberkulose" nichts getan. Auch wenn ich jetzt vielleicht an die Wand gestellt werde, möchte ich folgendes dazu loswerden.

Die v-e-r-m-u-t-l-i-c-h-e-n Erreger der v-e-r-m-u-t-l-i-c-h existierenden Fischtuberkulose kommen in fast jedem unserer Aquarien und bei fast jedem unserer Fische vor. Trotzdem haben die wenigsten Aquarianer im Laufe ihres Lebens jemals etwas mit "Fischtuberkulose"(?) zu tun. Eine Diagnose der Fischtuberkulose kommt mikrobiologisch nur dadurch Zustande, das im Fisch vermehrt Mykobakterien festgestellt werden. Nur wie gesagt, sind diese in fast jedem Aquarium vertreten. In der Natur aber nicht!
Ich möchte die Diagnose der Fischtuberkulose in etwa mit einem Autofahrer vergleichen, der unter Alkoholeinfluss sich und sein Auto gegen einen Baum gesetzt hat. Unfallursache: Alkoholeinfluss!!!
Es könnte allerdings durchaus sein, das eine andere Krankheit den Fisch befallen und damit sein Immunsystem geschwächt hat. Somit könnten sich die Mykobakterien vermehrt haben und sozusagen als sekundärinfektion die "Fischtuberkulose" ausgelöst haben. Wie hat mal ein schlauer Mensch gesagt: An HIV ist noch kein Mensch gestorben.
Also wie könnte eine Diagnose der Fischtuberkulose überhaupt möglich sein? An den Symptomen kann man sie nicht festmachen. Für mich habe ich beschlossen, das es die Fischtuberkulose einfach nicht gibt. Mykobakterien? Ja! Infektiöse Bauchwassersucht? Ja! FTB? Nein! Desweiteren möchte ich anführen, das eine Bevölkerungsexplosion von Lebendgebärenden Zahnkarpfen ziemlich sicher zu den Symptomen einer FTB führt. Und zwar vornehmlich dann, wenn das Weibchen bei oder kurz nach der Geburt stirbt! (Eigene Beobachtungen!!!) Das Massensterben kann man nur dadurch verhindern, indem man bereits im Vorfeld unterhalb der "kritischen (Fisch-)Masse" bleibt, welche wiederum von den Haltungsbedingen abhängt.
Da es für mich die FTB also nicht gibt, erübrigt sich für mich auch die Desinfektion des Aquariums nach einem Massensterben. Damit würde ich ja allenfals die Mykobakterien abtöten. Das wäre sicherlich gut, wenn ich mir diese nicht unweigerlich mit dem nächsten Fisch ins Aqurium zurückholen würde. Für mich Resultiert daraus eher eine andere Regel: Das Aquarium nur desinfizieren, wenn ich mir Wildfänge ins neue Becken setze. Diese kann und MUSS ich aber sowieso auf andere Art und Weise an mein Aquarium und die darin vorhandenen Krankheitserreger gewöhnen. Dafür ist die hier an anderer Stelle beschriebene Quarantäne unter Zugabe von Kontaminiertem Aquarienwasser durchzuführen.

Wie bei FAST :wink: allem was ich so schreibe gillt auch hier: Denkt darüber nach und macht Euch Euer eigenes Bild!
 
A

Anonymous

Guest
Moin Thorsten,

interessante meinung deinerseits. Mich erstaunt es nur das angezweifelt wird, ass es FTB tatsächlich gibt. Du müsstest aufgrund deiner Erfahrung und auch deines Know How wissen, dass es durchaus nachgewiesen werden kann. Durch histolgische Untersuchungen der Granulome.
Heißt, dass ein bloßes Vorhandensein der möglichen Erreger nichtssagend ist. Wie du festgestellt hast sind die permanent überall vorhanden. Auch im Fisch meist in der Darmflora. Der nachweis erfolgt aber über die Untersuchung der Granulome.

Darf ich mal fragen wer du bist, woher der offensichtlich vorhandene Background kommt? Ist ja nicht uninteressant :wink:

Ich selber bin kein Ichtyologe, halte mich bei sowas daher gerne an
die Spezies in der Szene, oder an aktuelle fachliteratur diesbezüglich, wie z.B. Riehl/Baensch, Hoffmann oder Wolters.
die allesamt FTB als gegeben sehen.

ach übrigens...diese Zeilen sind nicht nur zum nachdenken angedacht, sondern auch zum diskutieren, wobei vorheriges nachdenken erwünscht ist :D

Wir sind ja ein Diskussionsforum, kein Nachdenkforum.
 
Hallo Ralf,

ich schreibe nicht : "Es gibt keine FTB!". Ich schreibe: "Es gibt für mich keine FTB!"

Laß es mich versuchen so zu erklären:

Frage: "Gibt es Menschen?"
Jeder von uns wird Antworten: "Natürlich, was soll die Frage?!"

Angenommen diese Frage nach dem Vorhandensein des Mensche stellte man einer Amöbe. Weiterhin angenommen, diese Amöbe hätte den IQ von Einstein. Diese Amöbe würde behaupten, es gibt keine Menschen. Warum würde sie das?
-1. Hat sie natürlich selber noch keinen Menschen gesehen.
-2. Andere Amöben haben natürlich schon Menschen gesehen. Diesen Amöben wird aber nur begrenzt glauben geschenkt.
-3. Selbst wenn die Einstein-Amöbe von der Existens des Menschen überzeugt wäre, könnte sie nichts daran ändern. Es wäre so. Aus der Erkenntnis würde für die Amöbe nichts positives oder negatives resultieren. Sie könnte darüber fachsimpeln, Bücher schreiben, versuchen einen Menschen zu finden und diesen stolpern lassen. Dieses alles könnte, ja müßte sie tun, als vernunftbegabtes Wesen. Das alles wäre allerdings absolute Energieverschwendung.
Sie könnte aber auch folgende Aussage treffen:"Für MICH existieren keine Menschen!" Damit wäre sie aus dem Schneider.

Aus meiner Sicht schwebt die FTB wie ein Damoklesschwert über mir. Aber kann ich irgendetwas gegen sie tun? Nein! Ich behandle die Symptome der verschiedenen Krankheitsbilder soweit es mir möglich ist. Ist dem Fisch nicht mehr zu helfen, töte ich ihn. Wie bei jeder anderen Krankheit auch. Selbst eine Diagnose auf FTB würde daran nichts ändern.
Darum meine Aussage: "Für MICH gibt es keine FTB!"

An dieser Aussage werde ich festhalten, bis mir jemand sagt, wie man die FTB behandeln kann, und wie ich sie diagnostizieren kann.

Deine Frage nach meinem Background ist einfach zu beantworten. Beobachten und lesen. Dabei den Inhalt verstehen und VERIFIZIEREN. Seit 30 Jahren habe ich ein bis 2 Aquarien und ein Mikroskop.
(Jetzt kommt noch so eine Aussage von mir: "Das Mikroskop ist für mich das interessanteste an der Aquaristik.")
 
A

Anonymous

Guest
Hallo Daniel,

erstmal keine Panik.Hier zerfleischt dich keiner und es geht auch keiner auf dich los. Warum auch. Stellst deine Meinung gut begründet hier rein, worüber man dikutieren aber nicht meckern kann :wink:

Die Frage nach dem Background hatte nicht den Sinn dich zu zerrupfen sondern ganz einfach ob du mit wissenschaftlichem Hintergrund als Dipl. Biologe oder ähnliches deine Beobachtungen machen konntest. Mehr nicht.

Um es kürzer aus zu drücken, zweifelst du an dem Vorhandensein und an der Existenz der FTB weil du sie noch nie nachweisen konntest, bzw. dir die Symptone und Untersuchungen nicht ausreichen um es als solche zu sehen. Kann ich problemlos akzeptieren. Allerdings sehe ich das etwas anders. ich muss nicht alles selber erleben, um Leuten, die entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen betrieben haben zu glauben. Nicht falsch verstehen, ich bin nicht leichtgläubig. Denn genau aus dem Grund interessiert mich deine Haltung und deine Beobachtungen dazu um zu sehen, ob ich für mich FTB als Mythos abtunn könnte oder nicht.

Da du ein Mikroskop hast, würde mich halt interessieren, was du bei Untersuchungen rausgefunden hast, wenn du einen verstorbenen Fisch unter dem Mikroskop aufmachst, weißliche Beläge an den inneren Organen siehst, Granulome/Tuberkel an den Stellen? Natürlich unter der Bedingung, dass die in Frage kommenden Mycobakterien IN diesem zerstörten Gewebe vorhanden sind.

Was sollte dies sein, außer FTB. hast du da Vermutungen, Untersuchungen um welche Krankheiten es sich sonst handeln könnte?

Die Diagnose wird doch durch einige oben schon aufgezählte Ichtyologen beschrieben. Was lässt dich an der Art der Diagnose zweifeln?

Behandlung dagegen?..Nun ja..es gibt genug andere Fischkrankheiten die in 99% der Fälle zum Tode führen. Deswegen zweifle ich nicht ihre Existenz an.

FTB schwebt auch über jedem AQ. Bin ich relativ sicher. Allerdings muss der Fisch schon arg gestresst sein, damit da was auftritt was in Richtung FTB geht. BWS und andere Krankheiten, deren Symptone ja ähnlich sind, sind ja nicht ungewöhnlich.

Imho würde ich noch so verfahren, dass ich bei einem permanenten Fischsterben über längeren Zeitraum, trotz aller erdenklichen Behandlungen, Verbesserungen der Hälterungsbedingungen, Auftreten der gleichen Symptone etc. so verfahren, dass ich lieber FTB vermute und entsprechend handele. Auch wenns hier jetzt eventuell Aufschreie gibt. ich töte lieber 20 Fische ab, wie meinen Bestand von über 700 Fischen in anderen Aquarien zu gefährden. Also Schadensbegrenzung.

Was könnte es statt FTB sein?

Überzeuge mich einfach mit plausiblen Erklärungen. Gib was mehr rüber, als ein " ich habs noch nie selbst gesehen, stell die Diagonstik in Frage".

Fragen habe ich dir nun viele gestellt, freue mich auf die Antworten :wink:
 
Hallo

es hat mir noch keiner geantwortet, wie lange ich das AQ lüften lassen muß, wenn ich es mit Isopalk gereinigt habe.
Kann mir das einer mal verraten? Danke
 
A

Anonymous

Guest
Moin,

es ist Alkohol..verwenden tut man in der Regel 70%Lösung. Es verdunstet rückstandsfrei. Also trocken= weg. Zum desinfizieren bei AQ sprüht man am besten mit so ner Pflanzensprühflasche alles ein, lässt trocknen und wiederholt das Prozedere ein- bis zweimal. Das es trocken ist und nicht mehr riecht heißt es ist verflogen. Bitte äußerst aufpassen. Alkohol ist leicht entzündlich und für gute Lüftung muss gesorgt sein. Das Zeug eignet sich auch gut, wenn man in nem Krankheitsbecken rumgefummelt hat, um die Hände und gebrauchte Gegenstände zu desinfizieren.
 


Oben