Ursache von plötzlichen Fischsterben

rein.hart

Mitglied
Hallo Forengemeinde,

heute Morgen erlebte ich den Albtraum jeden Aquarianers. Beim ersten Blick ins Aquarium überall tote Fische. Beim zweiten Blick, nur Corydoras und Otocinclus.
Die blauen Neons und marmorierten Beilbäuche flitzen unbekümmert durchs Becken und zeigen keinerlei Verhaltensauffälligkeiten.

Erstmal alle auffindbaren Leichen raus gefischt und 50% Wasser gewechselt. Im Anschluss habe ich dann versucht den Grund für das Massensterben zu finden. Als erstes alle relevanten und von mir messbaren Wasserwerte kontrolliert.

Gh 6 KH 1,5 Ph 6,1

Ammonium nicht nachweisbar Nitrit nicht nachweisbar Nitrat 5,0 mg/L Phosphat 0,5 mg/L Kalium 9 mg/L

Calcium 30 mg/L Magnesium ca, 8 mg/L Eisen 0,2 mg/L Kupfer nicht nachweisbar

die Werte sind in meinen Augen völlig in Ordnung und sollten nicht die Ursache des Problems sein.
Dann Technik überprüft Temperatur, Filter, Skimmer alles OK.
Lediglich der CO² Dauertest neigt mehr zum Gelb. CO² Anlage überprüft und festgestellt, dass die Schaltuhr vom Magnetventil hängt und nicht mehr abschaltet. Allerdings ist der rechnerische CO² Wert von 33 mg/l ja nicht unbedingt kritisch.

Jetzt war meine Überlegung: Es sind nur die Corydoras und die Otocinclus gestorben. Das neue Eheimbecken hat ja schwarze Glasscheiben als Abdeckung.
Diese sind an den Kanten auch noch mit einer Gummiwulst ausgestattet und der Spalt zwischen oberer und unterer Scheibe beträgt knapp 5mm. In einer Scheibe sind 2 Lüftunggitter mit einem Durchmesser von 45mm (Bild). Öffnungen für Schläuche/Kabel gibt es nicht da das Becken innen über einen Versorgungsschacht verfügt.
Kann es sein, dass sich das CO² in der Atmosphäre über dem Wasserspiegel wegen ungenügendem Luftaustausch anreichert? Können sich die Cory‘s und Oto‘s als Darmatmer dann eine CO² Vergiftung holen wenn sie zum atmen an die Wasseroberfläche schwimmen?
Das war meine Überlegung. Wenn das so zutreffen würde, müsste ich mir noch ein paar zusätzliche Lüftungsbohrungen in in die Abdeckscheiben bohren oder einen kleinen Kühlerventilator auf eine Lüftungsöffnung montieren.
 

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Starmbi

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Hallo,

wirklich mies gelaufen... :oops:
Allerdings ist der rechnerische CO² Wert von 33 mg/l ja nicht unbedingt kritisch.
Der kann ja in der Nacht durchaus höher gewesen sein?
Wenn dann noch der Sauerstoffgehalt sinkt, ist das eine schlechte Konstellation.
Kann es sein, dass sich das CO² in der Atmosphäre über dem Wasserspiegel wegen ungenügendem Luftaustausch anreichert?
Ich habe schon oft von diesem Szenario gelesen, aber noch nie direkt von einem Betroffenen.
CO2 ist eindeutig schwerer als Luft und lagert sich deshalb immer an der tiefste Stelle an, wenn keine Verwirbelung gegeben ist.

Ich habe in meinem Becken (mit pH-Controller) auch nicht mehr Lüftungslöcher als Du und meinen C. Sterbai ist (bei 20 mg/l CO2) noch nie was passiert, obwohl ich wahrscheinlich weniger Sauerstoff über Nacht habe, als Du.

Aber ich kann Deiner Argumentation aber nur zustimmen und wüsste auch keine andere Ursache.

Du könntest auch, nachts mit einer Membranpumpe Luft ins Becken blasen.
Das kann den Sauerstoffgehalt im Wasser erhöhen und gleichzeitig CO2 verringern.
Durch den Lufteintrag ins Becken wird evtl. auch CO2 auf der Wasseroberfläche vermindert.
Leider verbraucht das wohl mehr CO2 als die Ventilator-Lösung.

Gruß
Stefan
 

Wolf

Moderator
Teammitglied
Hallo,
Mal ne Frage, sind die Welse überhaupt hochgeschwommen. In allen vier Becken, in denen ich PW halte, seh ich das so gut wie nie. Wenn sie das bei mir anfangen, ist es für mich schon ein alarm Zeichen. Im übrigen fahr ich deutlich höhere Co2 Werte.
L. G. Wolf
 


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