Hey,
also ich würde dem so nicht zustimmen, ganz im Gegenteil.
Ich habe bei mir zuhause ein 300L Becken stehen und habe das Becken in den letzten Monaten ein wenig aufgesalzen. Da ich Axolotl halte und diese etwa einmal die Woche mit Salzwassergarnelen aus dem Handel füttere, habe ich in den letzten Monaten einige Liter salziges Wasser ins Becken gegeben. Nach Auskunft meines Händlers schwimmen die Tiere in Brackwasser mit einem Salzgehalt von etwa 1010. Wenn ich mich nicht groß irre, sind das etwa 12g/l Salz. Grob geschätzt würde ich sagen, ich habe in den letzten Monaten etwa 3 Liter Salzwasser zugeführt, dann macht das also auf meine 300 Liter, abzüglich Deko und Pflanzen und hasse nicht gesehen, etwa 35-40g Salz auf 250l. Das heißt also, ein Salzgehalt von etwa 0,14g/l. Du merkst, es ist recht wenig. Im Meerwasser etwa wird im Kilogrammbereich aufgesalzen.
Nichts desto trotz geht es meinen Tieren hervorragen. Zum einen die bereits erwähnten Axolotl und Salzgarnelen, welche sich interessanterweise sogar über Monate im Becken halten, zudem schwimmen dort noch Guppys und Laichbitterlinge, ebenfals als Futter, 2 Muscheln und diverser Kleinkram in Form von verschiedensten Schneckenarten, Bachflöhen, Wasserflöhen, Mysis etc. Keines der Tiere scheint Probleme in irgendeiner Weise zu haben, ganz im Gegenteil, ich persönlich habe den Eindruck, dass alle Tiere vitaler sind, als die Populationen in den Nachbarbecken.
Erklären würde ich das mit dem gesenkten Energiebedarf den alle Tiere nun haben, um den osmotischen Wert im Innern ihrer Körper aufrecht zu erhalten. Kurze Erklärung: Körperflüssigkeiten sind im allgemeinen höher osmotisch, da sie gelöste Salze enthalten. Da normales Beckenwasser einen niedrigeren osmotischen Wert hat, müssen die Tiere Energie aufwenden, damit sich die Werte innerhalb und ausserhalb des Körpers nicht ausgleichen. Steigt nun der osmotische Wert im umgebenden Medium (dem Aquarienwasser), sinkt der osmotische Druck, also die Differenz zwischen den Werten, und die Tiere müssen weniger Energie aufwenden, um ihren Salzhaushalt stabil zu halten. Korrigiert mich, wenn ich irre!
Zudem ist es meines Wissens nach von einigen Arten (etwa die Lebendgebährenden Zahnkarpfen wie Guppy, Molly, Platy ...) bekannt, dass diese auch in Brackigem Wasser hervorragende Lebensbedingungen vorfinden, weswegen es wohl auch eine gängige Praxis bei der Zucht der Tiere ist, das Wasser LEICHT aufzusalzen.
Lange Rede kurzer Sinn:
Ja, ich bin ein Verfechter der Theorie, Salz im Süßwasser. Der Vorteil ist die Entlastung der Tiere bei der Osmose. Da Entscheidende dabei ist die Menge des Salzes, wie oben angegeben.
Meine Berechnunge ging übrigens hiernach:
1010 Salzgehalt = 1,010g/l Dichte des Wassers
Dichte von destilliertem Wasser: 1,000g/l
==> also sind bei 1010 Salzgehalt etwa 10g/l Salz im Wasser
dementsprechend hat mein Becken bei ca. 250 Litern Wasser und 0,14g/l Salz einen Salzgehalt beziehungsweise eine Dichte von 1000,14 bzw. 1,00014
vgl. Meerwasser mit 1035 bzw. 1,035 als Dichte ...
Im Bezug auf dein Becken würde das dann bedeuten, dass du in deine 200 Liter Wasser, sofern es denn auch 200 sind und da nicht Wasser auf Kosten der Einrichtung etc. verloren geht, etwa 28g Salz geben könntest. Dies wäre dann eine Konzentration, wie in meinem Becken und ich würde meine Hand ins Feuer legen, eine Konzentration die keinem deiner Tiere schadet.
Ich hoffe, das hat dir vielleicht ein wenig weitergeholfen!
Grüße,
Marcel