Ich versuch einmal auf einfacher Art und Weise den Zusammenhang von KH, GH, PH, CO² und LF in der Aquaristik sowie deren Einflussnahme zu erläutern.
Dazu zuerst einmal die Definition:
KH: Die Karbonathärte beinhaltet alle Karbonate und Hydrogenkarbonate im Wasser, die eigentlich SäureBindungsVermögen heißen müsste.
GH: Die Gesamthärte des Wassers beinhaltet Karbonate und Hydrogenkarbonate (KH = SBV) sowie Nichtkarbonate wie z.B. Sulfate. Die KH bildet somit einen Teil der GH.
PH: Säuregrad, ist ein Maß für den Gehalt von Säuren und Laugen im Wasser.
CO² : Neben Sauerstoff das zweite Gas im Wasser. Ist ausschließlich Dünger für Pflanzen im Aquarium.
LF: Die Leitfähigkeit zeigt den elektrischen Leitwert an und zwar wieviel elektrische Teilchen (Ionen) im Wasser enthalten sind. Je höher die LF umso härter das Wasser, da Härtebildner die größte Menge der Ionenbildner ausmachen.
Eine direkte Beziehung besteht zwischen KH und PH. Ist die KH hoch ist der PH auch hoch. Möchte ich nun den PH senken geht dies nur durch vorherige Senkung des KH. Dies ist eine Gesetzmäßigkeit, woran man nichts ändern kann. Das lässt sich allein dadurch erklären, dass ja die KH auch SäureBindungsVermögen (SBV) genannt wird. Sie bindet also die Säure im Wasser. Ein niedriger PH heißt ja nichts anderes als, dass das Wasser sauer ist. Wenn ich jetzt also eine Säure dazu gebe, würde zuerst die KH niedriger bevor sich der PH senkt.
Die unkomplizierteste Art dem Wasser Säure zu zuführen wäre mit Torf, Wurzeln, Erlenzapfen oder Eichenextrakt (ähnliche im Handel erhältlichen Mitteln). Wobei Torf, Eichenblätter, Erlenzapfen und Wurzeln die natürlichste Form der Säurezugabe wären. Allen gemeinsam ist, das sie Huminsäuren enthalten. Bei den „Mittelchen“ sieht es da schon anders, da sie oftmals Phosphorsäure enthalten. Sie senken zwar auch den PH, es kann aber passieren, dass sich was anderes ändert. Im schlimmsten Fall gibt es dann ordentlich Algen wegen dem Phosphat. Der Einsatz von säurehaltigen Sachen, egal welche, führen nur bedingt zum Erfolg. Denn ist der KH im Ausgangswasser bzw. Aquarium über 5, wird sehr viel davon benötigt. Das muss ja auch immer wieder geschehen, wenn ein Wasserwechsel ansteht. Man sollte auch daran denken, wenn man sich Mittelchen im Laden kauft. Die bessere Methode wäre da der Einsatz von Osomeseanlagen, Ionenaustauscher, destilliertem Wasser oder einer Torfkanone.
Osmosanlage:
Durch solch eine Anlage kann man Wasser herstellen, welches einen KH und GH von 0 hat. Der PH liegt um 7 und die LF je nach Anlage zwischen 10-50 µsm. Hierbei wird das Leitungswasser durch eine Membran gepresst, wo sämtliche Kleinstteilchen hängen bleiben. Angeschlossen wird sie an einem Wasserhahn. Die Anlage ist sehr Wartungsarm. Nach gebrauch wird die Membran einfach gespült und vielleicht einmal im Jahr gewechselt werden. Durch messen der LF wird man merken wann.
Der Nachteil, für 1 Liter reines Osmosewasser werden je nach Anlage 2-4 Liter Abwasser produziert, was natürlich die Wasserrechnung in die Höhe treibt. Ebenso wird je nach Anlage zwischen 30 und 150 Liter Osmosewasser pro Tag hergestellt. Die Durchsatzmenge am Tag macht auch den Preis der Anlage aus, der um die 100 € plus/minus anfängt.
Ionenaustauscher:
destilliertes Wasser:
Torfkanone:
Dabei handelt sich um sehr weiches Wasser. Im Aquarium kann der PH noch weiter fallen durch vorhandene Säure. Die Bindung durch KH ist ja nicht mehr gegeben. Theoretisch könnte es zu einem Säuresturz kommen, was ich habe noch nie gehört, da der vorhandene Mulm im AQ den PH puffert. Darum auch immer schön Mulm im AQ belassen.
CO² und die PH-Senkung