Extremer Blaualgen Befall

Hallo,

mein Becken läuft nun seit 4 Jahren, aber seit einem halben Jahr habe ich ein arges Blaualgen Problem...
Ich habs mit Dunkelkur versucht, 2 Wochen lang... nach wenigen Tagen waren die Blaualgen wieder da.
Dann mit Weiherschlamm und schlussendlich mit Borverbindungen,
scheinbar nichts, aber auch gar nichts macht diesen Algen irgendwas aus.
Wenn ich se absaug und alles wieder halbwegs normal ist haben sie binnen 2 Tagen wieder die Hälfte des AQ-Bodens zugewuchert...
Gibt es irgendwas was diese Dinger nicht abkönnen und sie definitiv zum sterben bringt??

Mfg
Parallax
 


Um dir helfen zu können benöigen wir deine Wasserwerte und vielleicht ein Bild.
ES muss nicht unbedingt eine Alge sein.

LG
Guan
 
Es handelt sich definitiv um Cyanobakterien....

Meinen Foto hat momentan mein Bruder mit im Urlaub, aber wenn ich eins machen kann stell ich ein Bild des Schlachtfeldes mit rein..

Die Blaualgen schaffen pro Tag ca. 3-4 cm an meiner Frontscheibe...
70% des Bodengrundes oder der Steine sind mit den Drecksviechern überzogen....
Die Pflanzen haben den Kampf ebenfall fast verloren, da sie annähernd komplett überzogen sind.
Der pH wert liegt bei 7-7,5

KH zwischen 10-12....

Phosphat geht gegen Null... (geschätzt 0,25 mg/l)
Nitrat kann ich nicht messen, gehe aber von ähnlichen Werten aus...

Ich kann gar nicht mehr so schnell absaugen wie die dinger nachwachsen...
 
Hallo,
0,25mg/l PO4 im Wasser ist nicht "gegen null". Das ist schon eine ganzschöne Menge finde ich.
Versuch doch, es deinen Cyanos ungemütlich zu machen. Sauge alle ab, mache eine Woche Dunkelkur, verdreh den Filterauslass, senke/erhöhe die Temperatur, ändere die Beleuchtung, hänge einen Sprudler ins Becken und setze viele Stängelpflanzen ein. Versuche PO4 auf 0 zu bringen, NO3 auf 5-10mg/l. Dünge mit Eisen, etc. Hatte auch eine Blaualgenplage, habe sie so dauerhaft wegbekommen.
Hoffe, du gibst nichtauf ;)
LG Lukas
 
Hallo!

Ohne genaue Angaben geht hier gar nix. Welche Beleuchtung hast du? Welchen Filter? Wie ist der Filter gefüllt(Filtermaterialien)? Wie viele Pflanzen hast du im Aquarium? Wie düngst du? Die genauen Wasserwerte sollte man parat haben! Foto wär auch angebracht.

Wie mein Vorredner schon sagte, sind 0,25 mg/l PO4 nicht "gegen null". Und dass das Nitrat "ähnlich" sein soll möchte ich auch stark bezweifeln. ;) Zur genauen Diagnose brauch man die genauen Werte, keine Schätzwerte.
 
ähm... ja....

0.25 mg/l an Phosphat ist die niedrigste messgröße und absolut minimal für ein biologisch stabiles gewässer, die stickstoffverbindungen werden davon nicht stark abweichen und ein weiteres reduzieren der stoffe is belanglos....
die sonstigen wasserwerte spielen keine besondere rolle da cyanos so gut wie in allen gewässer anzutreffen sind...
das is ja die problematik an den viechern....
die beleuchtung ist ne 865er...
auch der filter tut nix zur sache....

habe nun durch hilfe meiner welse (haben das schlammbehältniss durchgefressen) eine lösung gefunden die scheinbar gut funktioniert...

in wenigen tagen müsste ich die verbleibenden reste absaugen können....
 
Moin!

Also 0,25mg/l PO4 sind in meinen Augen nicht absolut minimal, aber das nur mal so am Rande. ;)

Cyanos sind für Welse nicht grad gesund. Du weißt ja sicherlich, dass es sich bei Blaualgen nicht wirklich um Algen(also um Pflanzen), sondern um Bakterien handelt? Insofern sollte man da aufpassen, es kann gut sein, dass es den Welsen nicht bekommt.

Auch deine Aussage, dass Infos über den Filter unwichtig sein kann ich nicht bestätigen. Ich habe oft gelesen, dass, wenn das Aquarium gut mit nützlichen Bakterien "gefüllt" ist, unnütze Bakterien keine Chance haben. Und normalerweise hat man genügend Bakterien im Filter und im Kies.
 


@parallax

saug nochmal alles ab was geht, wasserwechsel von 80-90% sind da normal

danach 7 tage dunkelkur mit decke drüber, es sollte kein licht einfallen. sprudler nicht vergessen sonst bekommen deine fische probleme mit O2.

nach den 7 tagen nochmal einen solchen wasserwechsel. die abgestorbenen stoffe müssen aus dem wasser!

anschließend das neu eingefüllte wasser auf NO3 5mg/l aufdüngen, PO4 so gegen 0,25-0,5 und v.a. Kalium auf ca. 10-15mg/l. am einfachsten geht das mit einem NPK-Dünger. auch eine dosis von einem guten eisenvolldünger.

gleichzeitig ne ordentliche portion ceratophyllum rein und andere schnellwachsende pflanzen. richtig zuwuchern lassen.

dabei beachten, dass Makronährstoffe auf den folgenden tagen/wochen nie gegen 0 geht!!! ganz wichtig sonst kommt es zu wuchsdepressionen

und immer ordentlich die cyanos wieder absaugen. bei mir kamen nach der dunkelkur keine mehr.

langfristig vllt. mal drüber nachdenken den ph zu senken und kh auch gleich mit je nach fischbesatz!!
 

Thrain

Mitglied
Hi,
Direkt über mir steht sinnvolles.
Wichtig bei 2 Wochen Dunkelkur: Nicht füttern - so hat sie damals dann auch bei mir funktioniert.
Einen Unterschied gabs. Ich hab vor der Dunkelkur 70-80% Wasserwechsel gemacht, Cyanos so gut es ging entfernt, dann nach der 1.Woche nochmals 50% und nach 14 Tagen noch 2 große Wasserwechsel. An Tag 15 90% und an Tag 16 nochmals 90% - seitdem gibts Cyanos bei mir gar nicht mehr.

@Jagahansi:
Es ist derzeit völlig unklar, ob Cyanos mit zu wenig oder zuviel Nährstoffen kommen und gehen. Man findet sie ebenso im völligen Nährstoffüberschuss, wie auch an den nährstoffärmsten Orten, z.B. an Wurzeln von Schwimmpflanzen.
Der Nitratwert ist relativ egal. Cyanobakterien können elementaren Stickstoff binden.
@ Dral:
Das allergleiche.
"Cyanos sind für Welse nicht gerade gesund, weil sie Bakterien sind" :autsch: Viele Bakterien sind absolut "gut" und viele eben nicht. Cyanos sind giftig. Nicht weil sie Bakterien sind, sondern weil sie Cyanos sind.
MfG Thrain
 
Hallo,
@Thrain:
Bei Nitratwerten gegen 0 und einem hohen PO4-Wert wird oft berichtet, dass Cyanos auftreten. Diese nutzen vor allem das vorhandene PO4. Und da kein NO3 vorhanden ist, welches die Pflanzen zum wachsen benötigen, können sie auch kein PO4 verbrauchen, das die Cyanos dankend annehmen!
Allgemein kann man sagen:
NO3 = 0 und PO4 = hoch => Cyanos
PO4 = 0 und NO3 = hoch => Grüne Punktalgen
Diese Erkenntnis wird vor allem beim Düngesystem MCI (Method of controlled Imbalances) verwendet. Aber, überzeuge dich selbst davon: (hoffe, das darf ich posten)
http://aquascaping.flowgrow.de/aquascap ... es?start=1

LG Lukas
 
Hallo!

@Thrain

Cyanos sind giftig. Nicht weil sie Bakterien sind, sondern weil sie Cyanos sind.

Man muss nun auch nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. ;) Ich wollte nur nochmal darauf hinweisen, dass es sich bei Blaualgen eben nicht um Pflanzen sondern um Bakterien handelt. Wenn es normale Algen wären, wär es kein Problem für die Welse.
 
Hi,

mir sind durch Cyanos noch nie Fische gestorben.
Die Kiste mit dem "giftig" bezweifel ich stark.
Und ich kann in Sachen Cyanos gut mitreden.

Und ich stelle in Abrede, dass man alle Cyanos mit der gleichen Methode beseitigen kann.
Das ist Wunschdenken.

Beste Grüße
Martin
 

Thrain

Mitglied
Dral schrieb:
Hallo!
@Thrain
Cyanos sind giftig. Nicht weil sie Bakterien sind, sondern weil sie Cyanos sind.
Man muss nun auch nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. ;) Ich wollte nur nochmal darauf hinweisen, dass es sich bei Blaualgen eben nicht um Pflanzen sondern um Bakterien handelt. Wenn es normale Algen wären, wär es kein Problem für die Welse.
Hi,
Es gibt einige "normale" Algen, die deutlich giftiger sind als Cyanos. Es macht einfach keinen Sinn hier Aussagen zu posten, die schlicht falsch sind.
@ Martin:
Laut meinem Bio-Prof in Sachen Algen und Pilze sind Cyanos generell mehr oder weniger stark giftig.
Allerdings gibts ja immer wieder Tiere, die sich im Lauf der zeit angepasst haben.
Solange man Cyanos nicht isst oder ein Fisch sie frisst, sind sie auch harmlos.
MfG Thrain
 
Hallo Thrain!

Thrain schrieb:
Es gibt einige "normale" Algen, die deutlich giftiger sind als Cyanos. Es macht einfach keinen Sinn hier Aussagen zu posten, die schlicht falsch sind.

Aber wir reden hier schon noch von Aquaristik, ja?
 

Thrain

Mitglied
Hi,
Ich glaub den Algen ist es egal, ob sie in einer Pfütze wachsen oder in einem Aquarium. Die machen vor einer Glasscheibe nicht halt.
Wenn Algen gute Bedingungen vorfinden, wachsen sie. Auch wenn der Mensch ihr Habitat dann Aquarium schimpft.
MfG Thrain
 
@thrain

die frage ging wohl eher in die richtung ob solche " giftigen" algen auch im habitat aquarium vorkommen denn schon allein die temperaturspanne von ca. 20-30°C dürfte wohl manchen arten nicht liegen.

ich habe zu meiner blaualgen-zeit 2 otocinclus verloren und 4 ramirezi. sowohl davor als auch danach bisher ohne jeglichen fischverlust! zufall?? entweder lag es daran, dass die cyanos dermaßen sauerstoff nachts gezehrt haben , dass es zur knappheit kam oder ( und da bin ich mir sicher) lag es an den stoffen, die diese "algen" absondern.

übrigens sondern auch "gute" pflanzen stoffe ab , die positiv auf deren entwicklung wirkt. es gab untersuchungen, in denen man besseres wachstum beobachten konnte wo mehr pflanzen zusammen standen und sich anscheinend gegenseitig förderten.


gruß martin
 

Thrain

Mitglied
Hi,
die frage ging wohl eher in die richtung ob solche " giftigen" algen auch im habitat aquarium vorkommen denn schon allein die temperaturspanne von ca. 20-30°C dürfte wohl manchen arten nicht liegen
Die Temperatur ist schon ok. Mir sind jetzt z.b. Rotalgenplagen im Aquarium nicht bekannt, aber die wären beispielsweise hochgiftig und sind temperaturmäßig im Rahmen.

ich habe zu meiner blaualgen-zeit 2 otocinclus verloren und 4 ramirezi
Beides Arten, die sehr gerne wegkippen. Otocinclus weil sie gerne verhungern (z.T. auch schon im Händlerbecken) und M. ramirezi ist ja eh der Sterbefisch schlechthin, sobald die Bedingungen nicht optimal sind - völlig cyanounabhängig.

übrigens sondern auch "gute" pflanzen stoffe ab , die positiv auf deren entwicklung wirkt. es gab untersuchungen, in denen man besseres wachstum beobachten konnte wo mehr pflanzen zusammen standen und sich anscheinend gegenseitig förderten.
Dass Cyanos auch bei gutem Pflanzenwuchs auftreten, mitunter direkt zwischen Pflanzen(wurzeln) hatte ich schon oben erwähnt.
Die Pflanzen geben allerdings sicher keine Stoffe ab um Cyanowuchs zu fördern.
Was genau Blaualgenboom nun auslöst oder nicht, weiß derzeit niemand.
MfG Thrain
 
Hi,

ja ich weiß das Cyanos Bakterien sind.

von Cyanobakterien gibt es hunderte von verschiedenen Arten, welche weniger oder mehr giftig sind.

Allerdings scheint eine Vergiftung von Fischen in AQs wegen Cyanos wohl eher die Ausnahme zu sein.

Das mit dem Filter und den Wasserwerten is ja alles schön und gut, nur leider, wie schon erwähnt kommen Cyanos in so gut wie allen Arten von Gewässern vor und es gibt keine wissenschaftlich fundierte Erklärung, durch was ihr Wachstum zustandekommt.

Die Dunkelkur hatte ich vor ein paar Monaten über 2 Wochen, die Algen gingen zwar zurück, wuchsen jedoch ein paar Wochen später wieder wie aus dem nichts schlagartig an.

Ich habe nun in einem 2ten Becken die Weiherschlammmethode getestet und auch dort hat es wunderbar funktioniert.

Eine komplett verwuchterte Scheibe ging auf einen kleinen Batzen zurück der sich problemlos absaugen lies.

Die Aussage das Cyanos Stickstofffixierung betreiben können halte ich für fragwürdig. Sehr wohl sind sie physisch in der Lage dazu, jedoch unterliegt die Stickstofffixierung engen Rahmenbedingungen, die wohl in einem AQ nicht so einfach anzutreffen sind.

Ich hab die Dinger nun Dank Schlammbehandlung los.
Das soll nicht heißen, dass dies für alle Blaualgenarten funktioniert, allerdings ist es einen Versuch wert.

Mfg
Parallax
 

Stinnes

Mitglied
Glückwunsch,

hat wirklich schnell geklappt.
Für Weiherschlamm war ich damals zu feige.

Aber Vorsicht! Schlamm, Mulm und Dreck wird hier nicht gern gelesen. :lol:
 


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