Auf einmal sind diese Winzlinge da...

mausilibaer

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Hallo miteinander,

eigentlich habe ich den Gedanken an Nachzuchten seit der Inbetriebnahme der Großbecken aufgegeben, doch jetzt sitzen da plötzlich hunderte von Fadenfischkinder bei mir herum.

Überraschenderweise findet sich im Netz eigentlich relativ wenig über Fadenfischzucht, nur in ein paar Foren wird da mit etwas verwirrendem Halbwissen herumgeschmissen, deshalb habe ich nun einige Fragen zu diesen Tieren.

Obwohl der Fafibock sehr fleißig am Aufpassen auf seinen Nachwuchs ist, werden die Kinderchen im Großbecken wohl keine Chance zum überleben haben, deshalb habe ich als Erstmaßnahme ein paar von diesen Lütten in ein Garnelenbecken geschmissen in dem vorher der Filter auf ein Minimum heruntergedreht wurde, doch zufrieden bin ich mit der Lösung nicht so ganz.

Gerdkasten geht übrigens wegen den Längsstreben in den Becken nicht mehr.

In einem Forum habe ich gelesen, daß der Wasserstand in einem Aufzuchtbecken auf keinen Fall 15cm übersteigen sollte, in anderen, es ist vollkommen egal, was man macht, etwas Staubfutter rein und gut ist es.

Ich hätte jetzt eine ca. 5 Liter Flachschüssel genommen mit nix als Technik ausser täglichem Wasserwechsel und den mehrfach, Artemien angezogen und bis dahin mit Staubfutter und Liquizell gefüttert.

Hat jemand vielleicht andere Ideen oder eine kleine Zuchtanleitung?

Es handelt sich übrigens um diese Fadenfische:
 

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Hallo Tom

Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs. Fadenfisch-Nachwuchs ist sehr wärmebedürftig, also nicht unter 26°C halten.
Ob das mit einer Schüssel machbar ist, bezweifle ich. Du kannst es aber versuchen in dem die Schüssel in einem Wasserbad steht. Eine leichte Durchlüftung wäre angebracht.Staubfutter ist nicht gleich Staubfutter. Die Kleinen werden sich die ersten Tage noch von ihrem Dottersack ernähren. Wie lange das sein wird, ist Temperaturabhängig. Man sollte ihnen dann ausreichend lebendes Staubfutter wie Protogen o.ä. geben. Liquizell, werden die Kleinen nicht fressen.
Es sind ja tote Algen und in der Flüssigkeit ist auch noch eine Menge Salz drin.
Häufiger Wasserwechsel ist selbstverständlich und fördert das Wachstum.
Wann und ob die Kleinen dann an Artemias gehen, musst Du testen.

Die Hauptsache ist, Du weist dann mit dem Nachwuchs wohin( Abnehmer).

MfG Andre'
 

mausilibaer

Mitglied
Hallo Andrè,

danke erstmal für die Tips, das mit den 26° habe ich bisher noch nirgends gelesen.

Die Viecher sind nun warmgestellt, Liquizell in die Schublade verstaut.

Was mich etwas wundert ist die Abwesenheit eines Dottersackes. Aus der Panzerwelszucht kenne ich den Anblick dieser Dottersäcke eigentlich schon, aber bei diesen Lütten ist eigentlich da gar nichts zu erkennen.
 
Hallo Tom

Nach dem Schlüpfen, werden die Kleinen noch 2-3Tage ihren Dottersack haben und dann frei schwimmen.
Du kannst auch etwas Javamoss mit zu den Kleinen geben. Das gibt ihnen noch mehr Sicherheit und sie finden auch darin Futter. Ifusiorien, sollten aber trotzdem zugefüttert werden. Ob sie auch an trockenes Staubfutter gehen, muss man einfach mal testen. Manche Jungtiere werden es fressen, manche lutschen auch nur darauf rum und spucken es wieder aus.

MfG Andre'
 

Mudskipper

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Moin,

man findet über die Zucht von großen Fadenfischen relativ wenig, weil das privat einfach kaum Jemand macht.
Die Tiere gibt es günstig aus Tschechien und Singapur in Massen und die Aufzucht einer größeren Anzahl Jungfische(geht ja bei denen locker in die hunderte) ist sehr Platz und Futterintensiv, das Wachstum relativ langsam(deswegen macht Wärme sinn).

Man kann die Lütten gut mit Pantoffels oder Protogen anfüttern, sie gehen aber oft schnell an Totfutter.
Es kann auch flüssiges Kunstfutter schnell genommen, aber bei den T.trichopterus weiß ich das sicher nicht.

lg
 

mausilibaer

Mitglied
Hi Markus,
Mudskipper schrieb:
man findet über die Zucht von großen Fadenfischen relativ wenig, weil das privat einfach kaum Jemand macht.
Die Tiere gibt es günstig aus Tschechien und Singapur in Massen und die Aufzucht einer größeren Anzahl Jungfische(geht ja bei denen locker in die hunderte) ist sehr Platz und Futterintensiv, das Wachstum relativ langsam(deswegen macht Wärme sinn).
Man möchte doch fast mal annehmen, daß es genügend Leute gibt, die einen Fisch nicht wegen Profit sondern aus Interesse einfach mal hochziehen. Rentieren tut sich ja das ganze Gepritschele sicherlich nur in den wenigsten Fällen.

Jetzt werden einfach mal alle drei Methoden ausprobiert: Ein paar Lütten sind immer noch im Becken (der Fafibock ist da wirklich sehr fleißig, 2,20 Meter gehören ihm, die restlichen 50 Fische sitzen in den anderen 30cm :D ), im Garnelenbecken gefällt es ihnen scheinbar recht gut und in der Schale wimmelt es auch noch.

Werde weiter berichten...
 

MOOSKUGEL

Moderator
Teammitglied
Huhu Tom,

schon mal 'nen Blick auf Britta's Seite (unter "Tipps" --->>> "Rübenmethode") geworfen.
Da geht es zwar um Nachwuchs von Honigguramis, das tut ja aber erst mal nix zur Sache.

Gruss Heiko
 


Mudskipper

Mitglied
mausilibaer schrieb:
Man möchte doch fast mal annehmen, daß es genügend Leute gibt, die einen Fisch nicht wegen Profit sondern aus Interesse einfach mal hochziehen. Rentieren tut sich ja das ganze Gepritschele sicherlich nur in den wenigsten Fällen.

Moin,

naja, für mich hat es nix mit "Profit" zu tun, wenn ich auf 200 Fadenfischen sitze, die mir die Haare vom Kopf fressen, tierisch Platz brauchen und mir später keine Sau abnimmt.

lg
 

fischolli

R.I.P.
Moin Tom,

ich kann dir nur sagen, wie ich es mit meinen Colisa lalia mache. Da fisch ich schon die Nester ab, damit etwas durchkommt. Wenn der Dottersack aufgebraucht ist, füttere ich mit Novofluid, das wirdvon denen problemlos genommen. Ich benutze anfangs Haribo-Dosen oder so ein selbstgebautes Minibecken, dessen Wasserstand max. 7-8 cm hat. Wichtig ist abdecken, die Luft über dem Wasser sollte nicht zu kalt werden.

Ansonsten brauchen die keine Belüftung. Die leben in solchen Drecklöchern, da ist dein Garnelenbecken das reinste Papadies. Täglich bißchen Wasser echseln und gut ist es. Bei den ersten Aufzuchen hab ich dafür Wasser aus dem "Geburtsbecken" genommen, zuletzt einfach Leitungswasser, hat denen auch nix gemacht.

Gruß
 

mausilibaer

Mitglied
Peinlich, peinlich.

Nach der Geschichte mit dem Novofluid habe ich mal meinen ganzen Fressbestand etwas durchgewühlt - und was habe ich gefunden?

Eine ganze Dose vom Protogen.

Ich sollte vielleicht mal eine Inventur in meinem Fischeschrank machen und dann alles mal auflisten.

Getrocknete Zuckerrüben...pah! :wink:
 
Hallo,

ich hab's mit Honigguramis (Wildform) probiert (sind ja auch Fadenfische). Im Becken ist nichts hochgekommen, mehrmals habe ich die Weibchen beobachtet, wie sie den Laich gefressen haben, wenn der Bock gerade nicht aufgepasst hat.

Ich habe dann die Schaumpakete mit den Eiern abgeschöpft und in eine Plastikbox mit 2cm Wasser aus dem Aquarium gegeben, bis die Jungen geschlüpft sind. Einige Male habe ich auch etwas falsch gemacht (Temperatur zu niedrig, zu grobes Futter usw.). Die besten Ergebnisse hatte ich, wenn ich die Larven in ein 25l-Becken gesetzt habe, in dem sich dicht unter der Oberfläche ein großer Ballen Javamoos befunden hat. Die ersten zwei Wochen habe ich überhaupt nicht gefüttert.

Da in diesem Becken keine Fische, sondern nur Schnecken und ein paar Garnelen waren, hatte sich dort ordentlich Kleinvieh entwickelt, von dem die Larven gelebt haben. Von ungefähr 200 Eiern sind schließlich etwa 15 durchgekommen, die jetzt erst mal wieder bei den Alten mitschwimmen und z.T. abgegeben werden, wenn sie etwas größer sind. Die Ausfallrate ist natürlich hoch, entspricht aber wohl der Natur, und diejenigen, die durchgekommen sind, sind anscheinend sehr vital und richtige kleine Jäger. Die größten sind jetzt 1,5 cm groß. Seit einer Weile nehmen sie auch Trockenfutter, Mini-Granulat usw.

Schnecken spielen wohl eine wichtige Rolle. Posthörnchen sollen sehr gut sein, ich hatte vor allem Blasenschnecken. Du fütterst die Schnecken mit Trockenfutter, und die Schnecken scheiden u.a. Bakterien und Mikroorganismen aus, die von den Larven aufgenommen werden. Außerdem entsorgen die Schnecken tote Larven.

Als Nächstes probiere ich die Kombination Javamoos/Protogen aus. D.h. ich füttere das Kleingetier im Javamoos mit Protogen, bis es ordentlich wimmelt und setze dann wieder die Kleinen rein. Liquizell ist meiner Ansicht nach auch nicht ganz falsch; die Kleinen fressen es zwar nicht, aber man kann mit Liquizell Mikroorganismen mästen, die im Javamoos sitzen und dann wiederum den Larven als Futter dienen. Das probiere ich beim nächsten Ansatz mal aus.

Jürgen
 

mausilibaer

Mitglied
Da brauchste aber noch eine Menge Geduld :D

Wollen wir erst mal sehen, was denn überhaupts rauskommt. Bisher sind sie überall noch ganz munter, sogar im Großbecken sind noch welche übrig...
 
Hallo Tom!

Ich habe gerade auch eine Auzucht von Godguramis in laufen.
Die Fische sind jetzt 2 Monate alt und von 1,5cm - 3mm Grösse ist alles vertreten.

Ich habe meine Jungen mit NobilFluid und Artemia grossgezogen. Jetzt fressen sie schon zimlich jedes Flockenfutter.
Die Jungen sind zimlich klein und Artemia wird ca. erst nach 14 Tagen angenommen.

Aufgezogen habe ich sie in einer 2 Liter grossen Box durchlüftet und Wasserwechsel jeden Tag 90% aus dem Aufzuchtbecken.
Ich habe kaum Ausfälle. Im moment tummeln sich ca. 40 Fische in einem 54 Liter Becken und an die 60 in einem 27 Liter Becken.
Das Wachstum ist sehr, sehr unterschiedlich. Deshalb auch die 2 Becken. Ein 112 Liter steht für sie bereit wann sie dann grösser sind.

Wasserwechsel mache ich jetzt alle 3 Tage 60%

Lg.
Oliver
 

mausilibaer

Mitglied
Hi,

wie versprochen mal ein Zwischenbericht.

Die Tiere sind jetzt seit 14 Tagen auf der Welt. Im Großbecken sind sie natürlich ausgestorben, aber sicherlich auch deswegen, weil ich den Fafibock rausschmeißen mußte. Man möchte annehmen, daß ein 250cm langes Becken ausreichen würde, aber weit gefehlt. Der Bock hat den gesamten Restbesatz am linken Filter zusammengetrieben und systematisch verprügelt. Nachdem die ersten Leichen entdeckt wurden, flog er raus in ein 180er Becken. Es ist auch klar, daß wenn er in Zukunft auch nur eine Blubberblase produziert, diese sofort wieder entfernt wird, notfalls mit einem Oberflächenabsauger.
:mrgreen:

Die ca. 20 Jungfische im Garnelenbecken gediehen wunderbar, sie wurden zwar mit diesem Nobil Fluid gefüttert, was die allerdings nicht sonderlich interessierte.

Die ungefähr 30 Winzlinge in der Schale wurden nach ein paar Tagen ebenfalls in das Garnelenbecken geschmissen, denn in der Schale bildete sich immer wieder eine hartnäckige Kahmhaut, die mühsam abgesaugt werden mußte, denn mit einem Küchentuch abziehen war nicht weil manche von den Winzlingen gerne an der Oberfläche herumstromerten und die sonst dabei mit aufgesammelt würden.

Mittlerweilen sind von den Anfangs ca. 50 Fische ungefähr 50 noch da, sind zwischen 3 und 5mm "groß" und haben alle eine dicke Wampe, allerdings nicht vom verabreichten Futter sondern eher von der gesamten Hüpferlingspopulation, die vorher im Garnelenbecken existierte. Scheinbar fressen die Fischleins die Jungtiere der Cyclops lieber als Staub- oder Flüssigfutter aus der Dose / Flasche.

Wenn Interesse besteht wird in ein paar Wochen weiter berichtet....
 

mausilibaer

Mitglied
Z-Jörg schrieb:
Ich würde sehr gerne Fotos von den Babys sehen, wenn möglich.

Möchte man gar nicht glauben, daß es bei der Menge an Fischleins schwer sein könnte wenigstens ein halbwegs vernünftiges Bild zu schießen, aber diese Wimmelpocken sind a) immer noch sehr klein und b) halten die keine Millisekunde lang still....

Hier mal zwei Versuche:
 

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