Moin,
also zunächst einmal hat schon so mancher Aquarianer, der vorher Stein und Bein geschworen hat, daß sein Krebs gewisse Hindernisse nicht überwinden würde, nicht schlecht gestaunt, wenn er denselben plötzlich am Boden vorfand. Sie klettern an den winzigsten Unebenheiten rauf und davon hat eine Swimmingpoolwand reichlich. Hast Du schonmal gesehen, wenn ein 20cm-Quadri sich an den Silikonnähten eines AQ hochgehangelt hat?
2. büchsen sie nicht aus, weil ihnen das Volumen nicht reicht. Sie gehen auf Wanderschaft, um nach potentiellen Geschlechtspartnern zu suchen, oder aber, wenn z.B. zu viele Männchen im gleichen Gewässer vorhanden sind und sich gegenseitig stressen und die Weiber wegschnappen.
3. ist es völlig egal, wieviele bereits in der Umgebung sind. Jeder einzelne, der wieder hinzukommt, potenziert sich innerhalb kürzester Zeit. Die Tiere sind nicht nur nicht geschützt, es ist sogar verboten, einen zufällig aus dem Wasser gefischten Kamberkrebs wieder zurückzuwerfen. Es ist ausdrücklich erwünscht, diese Tiere abzufischen und zu töten.
Ich weiß ja, daß man sich, wenn man sich in den Kopf gesetzt hat, diese Viecher im Garten zu halten, gern die Argumente schönredet. Aber es ist und bleibt eine Tatsache, daß nordamerikanische Krebse NICHTS im Freien zu suchen haben, egal, unter welchen Umständen. Selbst wenn es Dir gelingen würde, zu verhindern, daß sie sich auf Wanderschaft begeben, so kannst Du trotzdem nicht sicherstellen, daß sie z.B. durch Räuber verschleppt werden. Bei uns machen sich z.B. die Störche inzwischen gern über Gartenteiche her und fischen dort, was sie erwischen können. Mitten in der Stadt.
Hinzu kommt die Kontaminierung mit Krebspestsporen, die von landenen Wasservögeln ebenfalls weitergetragen werden. Alle Bemühungen, die entsprechenden Gewässer wieder für einheimische Krebse bewohnbar zu machen, würden unvernünftige Halter, die diese Tiere unbedingt im Garten halten wollen, zunichte machen, da sie bei der "Bearbeitung" ausser Acht gelassen würden. Also Seuchenherde, die nicht auf dem Schirm landen.
Verstehe doch bitte, daß es unbedingt notwendig ist, JEDEN Halter davon zu überzeugen, daß er mit diesen Tieren verantwortungsbewusst umgehen muß. Dazu gehört auch, nicht mit einem sauschlechten Beispiel voranzugehen und sie wider besseren Wissens im Freien zu halten und alle Risiken einzugehen, die zu einer weiteren Verbreitung der Krebspest beitragen.
Wenn es also unbedingt Kamberkrebse sein müssen, dann bitte im Haus. Ansonsten schau Dich doch bitte nach Tieren um, die keine (zusätzliche) Faunenverfälschung und Gefährdung herbeiführen.