Das kann ich definitiv nicht bestätigen.
Vielleicht wenn man (elendige) Zuchtformen hält, denen jegliches natürliche Aussehen und Verhalten abhanden gekommen ist.
In der Wildform klappt die Gruppenhaltung eigentlich schon. Voraussetzung das Becken ist groß genug und entsprechend eingerichtet. (viele senkrechte Strukturen, Hölzer). Ich hatte sogar zwei brütende Paare gleichzeitig, das war tatsächlich das einzige Mal wo es bei 450l für die anderen Tiere eng wurde.
Skalare sind halt nicht monogam, die bilden eigentlich nur zur Vermehrung ein Paar und außerhalb leben die gut in ner Gruppe.
Ich hatte ne 8er Gruppe im 450er, erst nachdem leider aufgrund von Fräskopfwürmern bzw dem Medikament die Gruppe auf zwei Tiere zusammengeschrumpft war, war das Verhalten deutlich "stressiger" und nicht wirklich artgerecht. Daher habe ich die Tiere in ne andere Gruppe abgegeben. (wo die auf 600l immer noch leben)
Ich möchte übrigens bezweifeln das zwei Skalare ausreichen um Antennenwels-Nachwuchs zu regeln. In einem passend eingerichteten Becken würde die gar nicht alle finden / erreichen
Grüße
Lars
Das mit der Wildform ist durchaus richtig. So sehr wollte ich da jetzt nicht ins Detail gehen, um nicht wieder alle zu verwirren. Es wurde sich ja auch (noch) gar nicht für Skalare entschieden und dann kann man sich noch mal genauer hinschauen. Ich habe ja selber 450 Liter mit 60cm Höhe, worin vielleicht sogar ein Grüppchen Altums gehen würde, aber das wäre mir dann doch noch etwas zu eng.
Ich hatte mal 4 Skalare (unterschiedliche Zuchtformen bzw. Farbvarianten) zusammen in 240 Liter und das ging gar nicht. Es hat sich ein Pärchen gebildet und das hat dann dominiert, so dass ich die zwei anderen abgegeben musste. Genauer gesagt war es das größte Tier (am schnellsten gewachsen) und das hat nicht von den anderen beiden Außenseitern) abgelassen.
Als sein "Partner" verstorben ist (keine Ahnung warum - das war eine Zeit, in der ich mich nicht sonderlich für die Aquaristik interessiert habe und das Becken nur so nebenbei dahin plätscherte), vegetierte das Exemplar (ein schöner 'Red Devil') nur noch so dahin, bis ich einen "Kumpel" ('Koi') aus einer Aquarium-Notauflösung übernommen habe.
Der Neue war größer und nach anfänglichem Gezicke haben die sich ziemlich gut verstanden. Es waren wohl zwei Männchen, die oft versucht haben zu Laichen, aber da kamen natürlich keine Eier. Trotzdem waren sie eine Art Team und sehr entspannt, sozusagen die gerechten Könige im Becken.
Ich bin dann umgezogen und habe mein zweites Becken (200L) aufgelöst und nur das 240er behalten. Da habe ich dann die beiden Skalare und noch zwei Makropoden (ja, die mögen es kühler, aber stabile 24°C geht auch) aus dem anderen Becken rein getan. Ein paar Trauermantelsalmler, Platys und 3 Antennenwelsweibchen. Das mit den beiden Makropoden ging lange gut, bis die Nachbarn zu doll mit der Tür geschlagen haben, sich mein Red Devil Skalar irgendwie an der Abdeckung, aus dem Wasser springend den Oberkiefer sozusagen ausgerissen hat. Ich hatte damals T8 Neonröhren mit Reflektoren drin, die sehr scharf waren... Naja... Es ist sogesehen verheilt und der Skalar hat irgendwann wieder Flocken- und Frostfutter gefressen, ist aber dann nach ein paar Monaten plötzlich gestorben und der Koi, den ich übernommen hatte, war daraufhin alleine.
Plötzlich wurde der übelst von den Makropoden angegangen, speziell vom Männchen, und hat sich das auch gefallen lassen (Selbstbewusstsein angeknackst - keine Ahnung). Kurz darauf bin ich ins Haus meiner Frau gezogen, wo wir schon das 450L Becken stehen hatten.
Von den Makropoden, Platys und Antennenwelsen habe ich mich getrennt und die Trauermantelsalmler und der geschätzt acht Jahre alte Koi Skalar kamen mit. In dem Becken hatten wir zwei kleine Kois bzw. Red Devils (ich bin mir nicht sicher, sie wurden uns als Red Devils verkauft) und die haben sich recht gut mit dem Alten verstanden, bis er dann letztendlich seinem Alter erlag bzw. ich ihn irgendwann erlösen musste. Nur ist einer der beiden Kleinen (wir haben sie im Futterhaus einige Zeit beobachtet, ob es sich um ein Paar handeln könnte) dann auch gestorben. Der konnte irgendwie nicht richtig fressen, wahrscheinlich irgendeine Fehlbildung durch Überzüchtung, oder so (anderes Thema)... und den haben wir ersetzt.
Nun haben wir einen kleineren und einen größeren Red Devil. Der große ist der Dominantere und jagd den kleinen auch hin und wieder mal durch das Becken. Aber sie haben bereits mehrfach gelaicht und die meiste Zeit schwimmen sie gemütlich zusammen...
Das klingt jetzt als würde ich dutzende Fische durch die Mangel drehen, aber in bald 20 Jahren Aquaristik kommt schon einiges zusammen. Ich will nur sagen, dass Einzelhaltung bei Skalaren meiner Erfahrung nach gar nicht geht. Ich hatte auch vorher schon Skalare in Paarhaltung und Laicherfolg und auch Nachwuchs durchgebracht. Auch wenn sich ein "Paar" nicht 100%ig grün sein sollte, ist diese Haltung, bei ausreichend Bepflanzung und Schwimmraum - meiner Erfahrung nach - die "sicherste". Mehr als ein Paar ging bei mir gründlich in die Hose und alleine mögen sie einfach nicht.
Und wegen des Antennenwelsnachwuchses: Das war bei mir im 240er, mit 5-6 ausgewachsenen Antennenwelsen, zu der Zeit, wo ich mich nicht so wirklich für Aquaristik interessiert habe. Ich habe da teilweise auch mit Schwarzmundgrundeln hier aus der Weser experimentiert, die tatsächlich auch an Flockenfutter gegangen sind, aber Dendrobenas/Mistwürmer bevorzugt haben - tolle Fische für ein Artenbecken! Aber egal. Die waren ganz plötzlich ALLE tot. Keine Ahnung, ob die alte Technik einen kurzen verursacht hat, aber es geschah wirklich über Nacht. Nur die Antennenwelse haben überlebt, sonst war aber auch nichts in dem Becken. Die Grundeln habe ich beim Angeln mit der Senke rausgefischt und fand das eine interessante Idee. Auf jeden Fall bin ich dann auf die Idee mit diesen vier Skalaren gekommen, was halt schief gegangen ist. Zwei Skalare sind übrig geblieben und haben sich wunderbar um den Welsnachwuchs kümmern können. Ich hatte da große Steinaufbauten drin und alles war zugewuchert mit Valisneria gigantea, Cryptos und Echinodorus. Da haben zwei Skalare gereicht die ganzen kleinen Welse weg zu schlürfen. Irgendwann hatte ich dann das einzige große Männchen an einen Nachbarn abgegeben (ich hatte im alten Haus einige Nachbarn mit der Aquaristik angesteckt) und nur die drei Weibchen behalten. Die waren auch alle schon über 10 Jahre alt, ein Weibchen geschätzt schon älter als 16...
Naja, was soll man sagen. Man probiert auch schonmal komische Sachen aus, die einem hier definitiv niemand empfehlen würde. Ich habe mich hier ja damals auch schon lange vor meinem ersten Becken angemeldet, um mir ein Grundwissen anzueignen. Das was ich selber gemacht, womit ich viele Erfahrungen gesammelt habe, will ich nicht missen. Letztendlich ist in der Aquaristik ja auch vieles Zufall, aber wenn man keine Vergleichsmöglichkeiten hat, dann empfiehlt man halt das, was bei einem selbst gut geklappt hat. Darum ist es hier ja aber auch gut, wenn man etwas Kontra bekommt. Das sind dann halt die Vergleichsmöglichkeiten.
Skalare erwähnte ich nur, weil ich das von mir kenne. Am Anfang ist so ein Grüppchen Neons total cool, dann verteilen sie sich vielleicht irgendwann und es sieht komisch aus (das hatte ich auch schon mit ausgewachsenen Skalaren und die Neons haben sich sogar noch vermehrt - viel Wasserpest im Becken) und dann will man einen anderen Blickfang. Das sind in den meisten Fällen eben große bunte Fische und dann würde man in diesem Fall unweigerlich auf Skalare kommen. Und dann lässt man sich vom Händler vielleicht gleich 9 Stück viel zu große und teure andrehen und hat plötzlich Mord und Totschlag im Becken. Dazu kommt: Unsere kleinen Skalare haben zuletzt 25€ pro Stück gekostet, unter dem Vorwand es wären 'Red Devils' und das geht dann auch ins Geld, mal ganz abgesehen vom Tierwohl...
Viele Grüße aus dem frostigen Delmenhorst
Seb