180 Liter, 18 - 23 °C: Besatz???

Liebe Aquaristik-Erfahrene,

ich habe mir ein 180-liter-Becken angeschafft und würde gerne meine recht schwimmfreudigen Kardinäle (Schleier) aus dem 54-liter-Becken hierhin umziehen lassen.

Aber wie sähe es dann mit der Vergesellschaftung aus? Da die Kardinäle es ja gerne kühl mögen, fällt mir so recht keine Art ein, die dazu passen würde. Am liebsten hätte ich nämlich eine etwas größere Art, die man paarweise oder in kleineren Gruppen hält, erst mal nicht noch einen zweiten Schwarm. Und am allerliebsten wieder was Asiatisches, um es noch ein wenig komplizierter zu machen. :D Aber das wäre kein Muss.

Hatte schon an Makropoden gedacht, die ich ohne hin ziemlich toll finde, aber bange da ein bisschen um den Schleier, bzw. das Leben meiner Kardinäle, da die Makropoden ja doch zeitweise recht aggressiv sein sollen.

Habt ihr sonst noch Anregungen? Ich zermater mir schon seit Wochen das Hirn und bin für jede neue Idee dankbar! :autsch:

Liebe Grüße

Isabel
 


Hi Isabel,

Eine größere Gruppe Flossensauger würde passen. Musst du nur auf ausreichende Sauerstoffversorgung und größere Kiesel achten (die brauchen flache Flächen um sich festzusaugen). Die Sewilla-Arten mögen es wärmer, aber Beaufortia oä geht da gut.

Liebe Grüße,
Katja

EDIT: Alternativ würde ich noch Grundeln anmerken (zB Rhinogobius wui), da weiß ich allerdings nicht, ob das dann mit den Flossensaugern zusammen funktionieren würde zwecks bodenorientiert und revierbildend. Aber mit den Kardinälen sollte es gehen.
 
Hallo Isabel,

bei Makropoden hätte ich (entsprechende Beckeneinrichtung vorausgesetzt) auch keinerlei Bedenken. Wenn man die richtigen Voraussetzungen schafft, sind Makropoden bei weitem nicht so aggressiv wie immer behauptet wird.

Aber die Vorschläge meines Vorredners (bzw. -schreibers) finde ich auch o.k. - nur halt nicht alles zusammen.
 

Pagan

Mitglied
Hi,

größer und Paarweise fällt mir grade nicht so wirklich was ein. Aber Zebrabärblinge würden sich eignen...
Wenn es asiatisch und eher kühleres Wasser sein soll, dann vielleicht Goldfische. Die sind sehr viel interessanter zu beobachten als man denkt. ;) Aber bitte kleinere, nicht all zu überzüchtete Schleierschwänze (z.B. Calicos)... Normale Goldfische sind mindestens ab 200 Liter zu halten, und dann auch nur max 4-5 Stück im Becken.
Ansonsten fallen mir grade noch Paradiesfische ein.

Ich weiss, langweilige Vorschläge... Aber ich habs versucht. :)

Gruß
Seb
 
Danke euch!

Paradiesfische fänd ich schon nicht schlecht... Wenn ich die Kardinäle (zurzeit 9 Stück, würde dann aber gerne aufstocken auf vielleicht 15.) ins Becken gebe, wie viele Makropoden, und wieviel von welchem Geschlecht, könnten dann dazu?

Weißwangengrundeln habe ich jetzt auch ein Paar im 54 Liter Becken. Könnten die auch mit ins Große einziehen oder würden die Makropoden sie "ärgern"? Weil sie nicht nur am Boden rumgrundeln, sondern auch mal an den Scheiben pappen.

Eine Hand voll Amanos habe ich auch noch im 54 liter Becken. Aber die würden sicher von den Makropoden vernascht werden, oder?

Problem ist auch, dass es in meiner Wohnung im Sommer recht warm werden kann. Letztes Jahr habe ich dadurch vermutlich 2 Kardinälchen verloren. :-( Ist so ein großes Becken leichter kühl zu halten?
 
Hi

Wenn die Garnelen schon groß sind sehe ich da keine Probleme mit den Makropoden. In 180l würd ich ein bis zwei Paare setzen. Mit zwei gibts schön was zu beobachten, dann aber gut strukturieren, besonders an der Oberfläche. Hat bei mir in 160l funktioniert.

Im Sommer das Aquarium kühlen hat bei mir gut mit einem auf die Wasseroberfläche gerichteten Tischventilator funktioniert. War zwar nur ein 54l Becken, hab ich aber im Hochsommer auf ~21°C gehalten.

Zu den Grundeln kann ich nix sagen, die hatte ich noch nie.

Gruß
Markus
 
Hallihallo,

Libellenfreundin schrieb:
Weißwangengrundeln habe ich jetzt auch ein Paar im 54 Liter Becken. Könnten die auch mit ins Große einziehen oder würden die Makropoden sie "ärgern"?
Ich glaube, eher umgekehrt. Die Grundeln sind ja schon nicht ohne - und Makropoden können schon zickig werden, wenn sie ständig genervt werden. Ich hätte da so meine Bedenken.

Wenn die Garnelen schon groß sind sehe ich da keine Probleme mit den Makropoden.
Das sehe ich anders. Markopoden sind ja schon sehr verfressen. Wenn die Garnelen ins Maul passen bzw. die Markopoden herausgefunden haben, dass sie schmecken, dann leben sie mit Sicherheit nicht lange. Mit den Grundeln ginge das sicherlich noch ein bisschen schneller. :wink:
 


Pagan

Mitglied
Ich glaube auch dass es nicht gutgehen würde mit Garnelen und den Paradiesfischen. Auch habe ich keine Ahnung wie die Verteilung M/W aussehen soll. Da gibt es hier sicherlich Experten. Ich würde, über den Daumen gepeilt, ca. 4 Fische einsetzen und davon nur ein Männchen. Die Kardinäle kannst du ruhig so aufstocken wie du es vorhast...
 
Hallihallo,

aCiD schrieb:
Auch habe ich keine Ahnung wie die Verteilung M/W aussehen soll. Da gibt es hier sicherlich Experten. Ich würde, über den Daumen gepeilt, ca. 4 Fische einsetzen und davon nur ein Männchen.
"Ich weiß es nicht, aber ich gebe trotzdem mal einen Rat" ist immer die schlechteste aller Antworten, Sebi.

Haremshaltung (mit zwei oder gar mehreren Weibchen) halte ich bei Makropoden für die schlechteste aller Alternativen, weil das Männchen dann im Dauer-Laich-Stess wäre, was sich auch nicht wirklich positiv auf den restlichen Besatz auswirkt.
Sie sind zwar bei niedrigeren Temperaturen keine Dauerlaicher mehr, aber stellen die Fortpflanzung nicht komplett ein.

Aber Makropoden sind auch Charakterfische - was bei dem einen hervorragend funktioniert, kann beim anderen vollkommen "in die Hose" gehen.

Am harmonischsten war hier immer die Paarhaltung - immer entsprechende Einrichtung des Aquariums vorausgesetzt. Sprich: viele große Wurzeln als Sichtbarrieren, gute Bepflanzung, Schwimmpflanzen mit möglichst langen Wurzeln etc.
 
Hi
die Piddi schrieb:
Das sehe ich anders. Markopoden sind ja schon sehr verfressen. Wenn die Garnelen ins Maul passen bzw. die Markopoden herausgefunden haben, dass sie schmecken, dann leben sie mit Sicherheit nicht lange. Mit den Grundeln ginge das sicherlich noch ein bisschen schneller. :wink:
Bei mir hatte es funktioniert. Aber wie gesagt: Charakterfische :mrgreen:

Gruß
Markus
 

Pagan

Mitglied
die Piddi schrieb:
Hallihallo,

aCiD schrieb:
Auch habe ich keine Ahnung wie die Verteilung M/W aussehen soll. Da gibt es hier sicherlich Experten. Ich würde, über den Daumen gepeilt, ca. 4 Fische einsetzen und davon nur ein Männchen.
"Ich weiß es nicht, aber ich gebe trotzdem mal einen Rat" ist immer die schlechteste aller Antworten, Sebi.
Darum schrieb ich wie ich schrieb. ;)
Ich bin einfach davon ausgegangen, dass ein Männchen ein Weibchen vielleicht zu sehr stressen könnte, wie z.B. bei Kampffischen.

MfG
 
Also gut, dann könnte ich es also mit 1 - 2 Paar Makropoden und 20 Venuskardinälchen versuchen.

Jetzt hab ich noch mehr fragen:

1. Kann man die Venuskardinäle (eine Art Schleierschwanzvariante) mit den normalen Kardinälen in einem Schwarm mischen oder werden die sich nicht zusammen schließen? Habe nämlich die Venuskardinäle, seit ich sie mir damals angeschafft habe, nirgendwo mehr zu kaufen gefunden. Einige Händler wussten noch nicht mal wovon ich rede.

2. Die Kardinäle mögen es strömungsreich und die Markopoden still. Wie kann ich da beiden Arten die optimalsten Bedingungen schaffen? Gibt es Möglichkeiten, das Becken so zu strukturieren, dass nur in einem Teil Strömung herrscht und im anderen Teil nicht? Oder brauchen es die Markopoden überall gleichmäßig strömungsarm?

3. Welchen Bodengrund nehme ich am besten bei dem geplanten Besatz und damit die Pflanzen üppig wachsen? Mir wurde Aqua Soil empfohlen, kennt den jemand? Außerdem soll ich mir eine Bodenheiung anschaffen, wäre gut für die Pflanzen. Bringt das wirklich was? Und würd das das Wasser, das möglichst kühl bleiben soll, nicht unnötig aufheizen?

4. Kann man noch einen Bodenbewohner einsetzen? Praktischerweise vielleicht sogar eine Algen vertilgende Art? 8) Was asiatisches, außer die Garnelen ist mir allerdings nicht bekannt. Schmerlen sind doch wahrscheinlich zu zänkisch, oder?

5. Da die Grundeln und Amanos wegen der Makropoden ja vermutlich im kleinenen Becken bleiben müssen, kann mir jemand einen geräuschlosen Innenfilter für 54 Liter empfehlen, der aber eine ordentliche Strömung bringt (mögen die Grundeln)? Das Becken steht nämlich jetzt im Schlafzimmer und das Gebrumme des jetzigen Filters (Fluval) geht mir ordentlich auf den Geist :evil: und die Strömung ist auch eher mäßig.

Vielen Dank noch mal für eure Ratschläge!

Liebe Grüße, Isabel
 
Moin

Libellenfreundin schrieb:
Also gut, dann könnte ich es also mit 1 - 2 Paar Makropoden und 20 Venuskardinälchen versuchen.

Jetzt hab ich noch mehr fragen:

1. Kann man die Venuskardinäle (eine Art Schleierschwanzvariante) mit den normalen Kardinälen in einem Schwarm mischen oder werden die sich nicht zusammen schließen? Habe nämlich die Venuskardinäle, seit ich sie mir damals angeschafft habe, nirgendwo mehr zu kaufen gefunden. Einige Händler wussten noch nicht mal wovon ich rede.

Bleiben wir doch mal besser bei einer Form.

2. Die Kardinäle mögen es strömungsreich und die Markopoden still. Wie kann ich da beiden Arten die optimalsten Bedingungen schaffen? Gibt es Möglichkeiten, das Becken so zu strukturieren, dass nur in einem Teil Strömung herrscht und im anderen Teil nicht? Oder brauchen es die Markopoden überall gleichmäßig strömungsarm?

Kardinäle können eher auf Strömung verzichten, als Makropoden sie akzeptieren. Ich würde daher bei der Strömung Abstriche machen. Desweiteren kann man den einen Bereich des Beckens mit hohen Wurzeln und Pflanzen in dichter Form gestalten und den anderen Bereich für die Kardinäle eher freiräumiger lassen. Zwar benötigen Makropoden nicht zwangsweise Schwimmpflanzen oder flutende Stengelpflanzen, doch suchen sie sich diese Bereiche bevorzugt aus, da es für ihr Fortpflanzungsverhalten vorteilhafter ist und sie bieten auch einen leichten Strömungsschatten. Das Düsenrohr des Filters würde ich dann ein wenig in Richtung Frontscheibe richten.

3. Welchen Bodengrund nehme ich am besten bei dem geplanten Besatz und damit die Pflanzen üppig wachsen? Mir wurde Aqua Soil empfohlen, kennt den jemand? Außerdem soll ich mir eine Bodenheiung anschaffen, wäre gut für die Pflanzen. Bringt das wirklich was? Und würd das das Wasser, das möglichst kühl bleiben soll, nicht unnötig aufheizen?

Meiner Erfahrung nach ist Sand oder feinkörniger Kies ohne weitere Zusätze schon ein sehr guter Boden für jedwede Form von Aquarienpflanzen.

4. Kann man noch einen Bodenbewohner einsetzen? Praktischerweise vielleicht sogar eine Algen vertilgende Art? 8) Was asiatisches, außer die Garnelen ist mir allerdings nicht bekannt. Schmerlen sind doch wahrscheinlich zu zänkisch, oder?

Außer Schmerlen fällt mir da jetzt auch nichts asiatisches ein. Jedenfalls nicht für die Beckengröße.

5. Da die Grundeln und Amanos wegen der Makropoden ja vermutlich im kleinenen Becken bleiben müssen, kann mir jemand einen geräuschlosen Innenfilter für 54 Liter empfehlen, der aber eine ordentliche Strömung bringt (mögen die Grundeln)? Das Becken steht nämlich jetzt im Schlafzimmer und das Gebrumme des jetzigen Filters (Fluval) geht mir ordentlich auf den Geist :evil: und die Strömung ist auch eher mäßig.

Naja...genau diesen Innenfilter hätte ich dir jetzt empfohlen. Wenn der dir zu laut ist weiss ich auch nichts mehr.

Vielen Dank noch mal für eure Ratschläge!

Liebe Grüße, Isabel


Grüße
Niels
 


Oben