Wirbellose gehen ein

Hi,
das Becken meines Vaters ist sicher kein idealer Lebensraum für egal wen, aber Fische scheinen sich wohl zu fühlen.

Ganz anders die Wirbellosen, die gehen alle ein. Egal ob Garnelen, Krebse oder Schnecken.

Es handelt sich um ein 160l "Leitungswasseraquarium", ohne Schnick-Schnack, dass im Altwassermodus betrieben wird.
Früher als noch regelmäßig Wasser gewechselt wurde, war es genauso!

Kupfer haben wir praktisch keines im Leitungswasser. Im Becken kann ich es leider nicht messen. Aber wo soll das herkommen?

Vertragen Wirbellosen vielleicht Phosphat, Nitrit, Nitrat oder was auch immer im Becken anfallen könnte schlechter als Fische?

Wir sind absolut ratlos.

Ich habe schon seit Ewigkeiten keine Wasserwerte mehr ermittelt, aber raten kann ich gut: PH 7.5 KH 10 GH ~30 No2 leicht zu hoch, und No3 viel zu viel <- (schon im Leitungswasser)

Ein paar oder besser eine Horde von Schnecken könnten mal das Becken meines Vaters sauberräumen, aber so wird das nichts.

Hat jemand irgendeine Idee?

mfg
Kai
 


Hallo
Wie definierst du altwasserbecken? Welche Fische sind drin? Wie wird und wurde gefüttert. Schon Spuren von Kupfer können schlecht für wirbellose sein.
 
Hi,

das Kupfer könnte aus den Leitungen im Haus kommen. Die sind oft aus Kupfer und wenn das Wasser länger in der Leitung steht, reichert es sich im Wasser an. Einfach mal etwas Wasser ablaufen lassen hilft da schon gegen.
Eine andere Kupferequlle könnten Pflanzendünger sein.

Eine andere Möglichkeit könnte Amoniak sein, welches sich bei pH Werten über 7 aus den Futterresten und Ausscheidungen entwickelt. Dieses wird in eingefahrenen Aquarien sehr schnell in Nitrit und Nitrat abgebaut. Die Bakterien, die das tun sitzen an allen Oberflächen, aber vor allem im Schwamm eines Filters (viel Oberfläche, hohe Durchflutung).
Amoniak ist zumindest für Garnelen schädlich, da es diese bei der Sauerstoffaufnahme stört. Aber für Fische müsste es viel schädlicher sein. Gegen Nitrit und Nitrat müssten Wirbellose viel unempfindlicher sein, als der härteste Guppy.

Ich würde eher auf Kupfer Tippen, weil alles andere den Fischen mehr schaden würde.

Am einfachsten wäre es, wenn du eine Wasserprobe bei einem Aquaristikhändler testen lässt. Wenn du das nicht kannst, musst du dein Becken schon sehr genau beschreiben (Wie groß, was für Fische und wie viele, welche Pflanzen und wie viele, Filter, Beleuchtung, Wasserwechsel, usw...)

Diese Geschichte wundert mich etwas, denn ich habe letztes WE das Gegenteil erlebt: Als ich bei meinen Eltern ausgezogen bin wollten sie das Aquarium behalten. Weil aber dort keiner eine Ahnung hat und ich nicht genug Zeit hatte, habe ich die Fische Abgegeben. Auch die Pflanzen sind nach langer Zeit ohne jegliche Pflege oder Beleuchtung den Algen unterlegen gewesen und so hat meine alles ausgeräumt und mit hoch konzentriertem Desinfektionsmittel ausgewaschen, das Kies wieder rein, etwas Plastikdeko rein und fertig.
Und letztes WE habe ich dort eine RIESIGE SCHNECKE gesehen. sieht aus wie eine Blasenschnecke aber fast zwei cm groß!!! Da wundert es einen schon, wenn diese unglaublich anpassungsfähigen und widerstandsfähigen Lebewesen irgendwo nicht überleben...

Sorry für den Offtopic, aber ich fands so faszinieren und das hier ist so ein krasser Kontrast. Da musste ich es einfach loswerden.

Gruß
Alex
 
Hi nochmal,
ich gehe gerne genauer auf die Becken ein:

Mein Becken (54L) wurde von Anfang an auf einen niedrigen PH-Wert ausgerichtet.

Das 160L Becken meines Vaters und unser altes 30L Garnelenbecken wurde immer mit ganz normalem Leitungswasser betrieben.

Im 30L Becken wuchsen (kleine) Krebse und Garnelen sehr gut.

Details vom 160L:
-Ganz normales günstiges 100cm Komplettaquarium von Dehner. (lol keine Werbung oder wie?)
-Normaler AQ-Kies wie im 30L Becken.
-Ein Fluval 204 Außenfilter
-100W Heizung
- 2x30W T8 Beleuchtung

Einige Amazonas Schwertpfanzen und eine große Wasserpest sind die Bepflanzung.
Als Besatz: 20-30 kleine Guppys ein paar Antennenwelse <- war alles mal weniger aber überall gabs Nachwuchs.

Gefüttert wird so alle 2 Tage mit ganz normalen Trockenfutter. Die Menge ist eher gering.

Ihr hättet mal die armen Schnecken und Krebse sehen sollen, die dort im Wasser gelandet waren. Nix für schwache Nerven....

Echt ein tolles Rätsel, oder?

Mal kucken, wie ich das mache. Vllt. eine kleine Schneckenzucht, da mein ich in meinem kleinen Becken auch gerne Schnecken habe, die dort aber schlecht wachsen, und sich kaum vermehren aufgrund der fehlenden Wasserhärte!

Braucht ihr noch Infos?

mfg
Kai
 
Hi,

Sack1984 schrieb:
Braucht ihr noch Infos?

Ja! Was heißt denn eigentlich "sie gehen ein"? Was für Tiere genau? Wann? Wie? Bilder? etc.
Das wären doch nach dem ganzen Geschriebenen hilfreiche Infos. Sonst ists doch eher ein Ratespiel.


Gefüttert wird so alle 2 Tage mit ganz normalen Trockenfutter. Die Menge ist eher gering.

Schon mal an Verhungern gedacht?

Grüße
L.
 
Was für Tiere genau? Wann? Wie?
- Red Fire Garnelen -> nach kurzer Zeit -> einfach verschwunden
- Apfelschneken -> nach ein paar Tagen -> leere Gehäuse bzw. schwamm an Wasseroberfäsche
- Marmorkrebse -> nach ein paar Tagen -> feuerrot und aufgequollen auf doppelte Größe, kein schöner Anblick

Fotos habe ich keine, ist schon ne Weile her!

Schon mal an Verhungern gedacht?
Schon witzig, dass andere Forum meinte immer ich würde die armen Tiere überfüttern. Danach habe ich die Menge reduziert und die Zeitabstände vergrößert. :D

Bei soviel Algen (leichte Grünalgen) und Pflanzenresten im Becken, kann doch kein Wirbleloser eingehen!

mfg
Kai
 
Das ist echt merkwürdig...

Wenn du im anderen Becken Krebse hast und das Wasser aus der selben Leitung kommt, kann man die als Kupferquelle schon mal ausschließen.
Als eine weitere Kupferquelle könnten auch Wurzeln sein. Ich habe gelesen, dass diese manchmal Metalleinschlüsse enthalten können. Wenn ich mich richtig erinnnere, waren vor allem die tropischen Hölzer betroffen.
Oder Pflanzendünger.

Verhungern würde ich bei RF-Garnelen fast ausschließen: so lange es Algen gibt, werden die was finden.
Da auch Apfelschnecken betroffen sind, würde ich O2-Mangel auch ausschließen, da diese als Lungenatmer davon nicht betroffen sind.

Schnappen die Guppy öfter mal an der Oberfläche nach Luft? --> evtl. Doch Amoniakvergiftung
Oder hast du mal weiße Würmer oder so gesehen? Es gibt da durchaus auch Fleischfresser bzw. Jäger.
--> guckst du hier:http://www.neelies.de/planarien.htm
Das einzige was mir sonst noch einfällt sind Parasiten/Krankheiten, die nur Wirbellose befallen.

Die Garnelen und die AS wurden warscheinlich nach dem Ableben von den Guppys aufgefressen.
Mit den Symptomen der Krebse könnte man evtl. was anfangen, aber mit denen kenn ich mich null aus...

Gruß
Alex
 


Wenn ich mich richtig erinnnere, waren vor allem die tropischen Hölzer betroffen.
Da sind drei Wurzeln im Becken, die aber schon 1000 Jahre in verschiedenen AQ`s af dem Buckel haben.

Oder Pflanzendünger.
Benutzen wir nicht mehr, ist finanziell leider nicht mehr drinn.

Schnappen die Guppy öfter mal an der Oberfläche nach Luft?
Die schwimmen alle oben, benehmen sich aber normal.

Oder hast du mal weiße Würmer oder so gesehen?
Weiß nicht, eher nicht. Nur kleine weisse Viechers die über die Wasseroberfläche hüpfen!
 
Hi,

mit den bisher genannten Infos bleibt es beim Ratespiel. Man kann dir jetzt Vermutungen um die Ohren knallen und du kannst diese glauben oder eben auch nicht. Die damaligen Umstände kann keiner, selbst du nicht, rekonstruieren (Vielleicht erkennt noch jemand zufälligerweise die Umstände, die zum Tod der Krebse führten.)

Evtl. solltest du dir überlegen, die wichtigsten Wasserwerte zu ermitteln und nicht nur zu erraten oder zu vermuten. Wer weiß welche Überraschungen folgen?


Übrigens tippe :wink: ich mal aus dem bisher Geschriebenen auf simple Haltungs-und/oder Ernährungsfehler.


VG
L.
 
Hallo
ich würde mal tippen, das die Guppys die AS beschädigt haben, (Atemrohr beschädigt z.B.) und sie dadurch eingegangen sind. Oder Ernährungsfehler bei der Schnecke die auch tierische Kost benötigt und sich selten bis garnicht von Algen ernährt.
 
Man kann dir jetzt Vermutungen um die Ohren knallen
Hau los! :wink:

Oder Ernährungsfehler bei der Schnecke die auch tierische Kost benötigt und sich selten bis garnicht von Algen ernährt.
Fischfutter? Ist doch tierisch?

Bei mir gedeihen Wirbellose bis zu einem bestimmten Punkt (fehlende Härte) sehr gut. Die Fütterung ist ja identisch bei beiden Becken.

Wasserwerte kann ich mal irgendwo testen lassen. Aber das kann noch dauern.

Also ihr dürft von mir aus gerne weiter ordentlich spekulieren!

mfg
Kai
 
Hi,

zum Problem mit der Wasserhärte kann ich dir Sepiaschalen empfehlen: Das sind die Schalen von Kraken, wenn ich mich jetzt nicht täusche, gemahlen und gepresst. Gibt es in vielen Zoofachhandeln in der Vogelabteilung. Du solltest nur schauen, das du welche ohne Zusätze kaufst. Davon brichst du ein Stück ab und legst es in eine versteckte Ecke und das Calciummangelproblem deiner Schnecks ist gelöst.
Alternativ kannst du auch gemahlene Eierschalen benutzen. Da solltest du aber die dünne Haut vorher abpulen, was sich bei mir als recht schwierig erwiesen hat.

An Spekulationen fällt mir nichts mehr ein...

Gruß
Alex
 

elchi07

Moderator
Teammitglied
Hallo,
Ich habe schon seit Ewigkeiten keine Wasserwerte mehr ermittelt, aber raten kann ich gut: PH 7.5 KH 10 GH ~30 No2 leicht zu hoch, und No3 viel zu viel <- (schon im Leitungswasser)
wenn du so gut raten kannst, warum fragst du dann? Rate doch einfach. Und Nitrat kann wohl im Leitungswasser kaum zu hoch sein, da es eine Trinkwasserverordnung gibt, nach der Nitrat max. 50mg/l betragen darf. Das killt weder Fisch noch Wirbellose.

Ich schließe mal nach den bisherigen Angaben auf Haltungsfehler durch mangelnde Pflege.

Viele Grüße
Roman
 
...der Nitrat max. 50mg/l betragen darf
Ist trotzdem bei 80mg oder so.

Ich schließe mal nach den bisherigen Angaben auf Haltungsfehler durch mangelnde Pflege.
Na toll! Und was war dann bitte mit dem kleinen 30L Wirbellosenaufzuchtsbecken?

Nur im 160L! Wo ist denn der Fehler? Vergesellschaftung? Ich werde das 30L Becken mal erneuern, nur um mal zu beweisen das es nicht an mir liegt.

Mangelge Pflege kann man mir bei allen Becken in letzter Zeit vorwerfen, dass hat aber sehr gute Gründe gehabt, und nichts mit dem Wirbellosenproblem zu tun.
 

elchi07

Moderator
Teammitglied
Hallo,
Sack1984 schrieb:
...der Nitrat max. 50mg/l betragen darf
Ist trotzdem bei 80mg oder so.
wenn du damit sagen willst, dass dein Leitungswasser schon 80mg/l Nitrat enthält, dann würde ich der Sache mal auf den Grund gehen. Wie gesagt, gibt es eine Trinkwasserverordnung mit entsprechenden zulässigen Grenzwerten. Die sind ja auch und gerade zum Schutz deiner eigenen Gesundheit. Es könnten ja auch noch andere bedenklichere Stoffe im Wassers überhöht sein.

Und gerade zu wenige bis keine Wasserwechsel sorgen dafür, dass die Konzentrationen der Stoffe im Wasser immer höher werden. Wasserwechsel, vor allem große, wirken durch Verdünnung entgegen.

Viele Grüße
Roman
 

MOOSKUGEL

Moderator
Teammitglied
Moin,
elchi07 schrieb:
Wasserwechsel, vor allem große, wirken durch Verdünnung entgegen.
aber die Wasserwechsel kann er doch nicht machen, weil er
1. zu faul ist und
2. das Becken im Altwassermodus läuft.

Ein Teufelkreis, das Ganze :mrgreen:

Gruss Heiko
 

bierteufel

Mitglied
Hi Heiko

Geld fürs Hobby ist auch keines da!

Wer Altwasserbecken betreibt, trinkt auch Altbier :mrgreen:

Gruß Arne
 

elchi07

Moderator
Teammitglied
Hi Arne,

nichts gegen Altbier (solange es nicht mit Altwasser gebraut wurde).

Viele Grüße
Roman
 


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