Hallo!
Ich habe ein recht ähnliches Problem. In einem alten Aquarienbuch fand ich folgendes: Fisch in ein winzig kleines Becken umsetzen, um den Bewegungsraum einzuschränken, eine schwarze Pappe vor das Becken, mit einem Ausschnitt in Objektivgröße versehen, über das Becken einen Blitz am Kabel.
Nun, das Herausfangen nur für ein Hobbyfoto verbietet sich imo eigentlich stressbedingt.
Da die viele Kompaktkameras keine externen Blitze kennen und meistens nicht einmal einen Blitzschuh haben, ist man also auf den internen Blitz angewiesen. Dieser steht oft in einem recht ungünstigen Winkel zur AQ-Scheibe und zum Objektiv, sprich: Man bekommt sehr oft ein strahlend weißes Viereck ins Bild, bedingt durch die Reflexion an der Scheibe.
http://www.aquaristik-live.de/album_pic.php?pic_id=5964 Wenn der Link nicht funktioniert, einfach mal in mein Album schauen, da gibt es dafür Beispiele... leider ...
Ich werde demnächst mit ein wenig Alufolie unter dem internen Blitz experimentieren. Könnte man mit einem beidseitigem Fotoklebepatch anbringen und den Blitz ein wenig ablenken.
Oder ich muss mir doch mal die von Dirk-Werner angesprochenen Fotolampen zulegen, wenn das Ganze nur nicht so ausarten würde ...
Was bei mir hilft und was auch bei Silversurgers Casio funktionieren sollte:
- Immer die
Macro-Funktion nutzen, nie die Schnappschuss-Einstellung.
- Das Objektiv direkt auf die Scheibe aufsetzen (Vorsicht beim Zoomen, damit das Objektiv keinen Schaden nimmt!).
- Möglichst orthogonal zum zu fotografierenden Fisch bleiben (also "rechtwinklig" zur Scheibe und zum Fisch).
- Nicht von unten nach oben fotografieren (Nebelschleier und "Falschlicht" mit ulkigen Effekten durch die Abdeckung und ihren ungewöhnlichen Lichtfarben sind dann meist die Folge). Wenn überhaupt im Winkel fotografiert wird, dann eher von oben nach unten.
- Tageslicht unterstützt den Autofokus (und die natürlichen Farben) enorm, allerdings muss man dann wirklich darauf achten, Fenster direkt im Hintergrund oder verglaste Außentüren etwas abzudunkeln.
- Nachts muss die Kamera schon ein Autofokus-Hilfslicht (meistens ein grünliches Leuchten beim Antippen des Auslösers) haben, damit die Kamera scharf stellen kann. Selbst das funktioniert nicht immer.
- 1A-saubere Scheiben sind ein must have. Ansonsten bekommt man einen netten Grauschleier oder größere helle Kalkflecken ins Bild.
Tja, und wenn dann alles geklappt hat, stellt man oft fest, dass die Farben nicht so wirken, wie man sie selbst im Aquarium sieht. Hier hilft eine Bildbearbeitungssoftware. Da reicht vollkommen die 1-Euro-Variante einer Uralt-Version zB. von Adobe Photoshop Elements per Internet-Auktion. Die Funktionen sind in den vielen Fällen absolut ausreichend und das Ergebnis wirklich gut. Um allerdings lediglich ein Bild zur Doku oder Bestimmung im Forum zu machen, ist die Software nicht wirklich nötig.
Was braucht man noch?
... Geduld, größere Mengen guten Kaffee oder ähnliches, Aquarienlektüre falls das Objekt der Begierde hinter einer Pflanze eingeschlafen ist, einen bequemen Stuhl und die Gewissheit, dass man im Anschluss an die Foto-Sitzung unter Umständen hunderte misslungener Bilder löscht. Aber irgendwo wird sich dann auch ein brauchbares Foto finden. :wink:
Interessanter Nebeneffekt der Fotografie: Man entdeckt während der Sitzungen nie vermutete Einzelheiten und Verhaltensweisen.
Grüße vom oft verzweifelten
auch-ein-Foto-haben-will-Paul
