Wasserhärte, UO und CO2??

Hallo in die Runde,

erst mal ein Satz zu mir persönlich, ich bin neu hier, heiße Anne, bin 42 Jahre alt und habe ein paar Jahre "Fisch-Abstinenz" hinter mir - denn in ein paar Tagen werde ich wieder ein 400L Becken in Betrieb nehmen.

Da ich auf jeden Fall einen dichten bis üppigen Pflanzenbewuchs im Becken im Hintergrund möchte, wird eine CO2-Anlage installiert werden. In den letzten Tagen habe ich mich nun intensiv mit den Themen Wasserhärte, CO2 und Umkehrosmose beschäftigt, das alles aber irgendwie nicht unter einen Hut bekommen.

Vorweg - bitte nicht nach Fischen fragen, da ist noch nichts entschieden - selbstverständlich werde ich die Tierchen in jedem Fall so auswählen, daß sie sich mit dem Härtegrad vertragen, sei es mit oder ohne Osmosewasser!

1. Unser örtliches Leitungswasser hat eine GH von 16 und eine KH von 14, verstehe ich das richtig, daß aufgrund der rel. hohen KH ohnehin schon relativ CO2 im Wasser sein muß um die KH überhaupt in gelöstem Zustand im Gleichgewicht halten zu können?

2. Wenn nun die Pflanzen CO2 verbrauchen würden ohne Düngung und das auch aus dem KH-Vorrat "ziehen" würden, dann wären die weißen Kalk-Niederschläge auf den Pflanzen zu erwarten (hatte ich früher, wäre ja dann endlich mal die Erklärung dafür...)

3. Habe ich das richtig verstanden, daß die CO2 Düngung bei hohen KH-Werten eine relativ unökonomische Sache wird und es sinnvoller wäre, dem Wasser zumindest einen Teil der GH/KH durch einen Anteil von Osmosewasser zu entziehen?

Viele Frage auf einmal, ich finde auch immer wieder einzelne Teile, aber bekomme das alles irgendwie nicht rund gefaßt, an dieser Stelle DANKE für jede Hilfe,

Gruß Anne
 


Hallo Anne,

ich versuch mal die Kurve bei deinen Fragen zu bekommen:
LisKatze schrieb:
..., daß aufgrund der rel. hohen KH ohnehin schon relativ CO2 im Wasser sein muß um die KH überhaupt in gelöstem Zustand im Gleichgewicht halten zu können?
Ja, ich denke so ist das. Die Wasserwerke haben zum einen ein großes Interesse daran, dass kein Kalk aus dem Wasser ausfällt und zum anderen nicht zuviel freie Kohlensäure im Wasser ist. Daher dürfte euer Wasser aus der Leitung noch einen eher gemäßigten PH Wert haben und einen relativ hohen CO2 Gehalt.
2. Wenn nun die Pflanzen CO2 verbrauchen würden ohne Düngung und das auch aus dem KH-Vorrat "ziehen" würden, dann wären die weißen Kalk-Niederschläge auf den Pflanzen zu erwarten (hatte ich früher, wäre ja dann endlich mal die Erklärung dafür...)
Einige Pflanzen (aber nicht alle) beherrschen biogene Entkalkung, das heißt, sie können aus der Karbonathärte das CO2 lösen. Der Rest fällt als permanente Härte = Kalk aus und bildet einen weißen Niederschlag.
Das ganze kann deswegen brenzlig werden, da dann keine gelöstes CO2 mehr vorhanden ist und daher der PH Wert immer weiter bis in das alkalische steigt.
3. Habe ich das richtig verstanden, daß die CO2 Düngung bei hohen KH-Werten eine relativ unökonomische Sache wird und es sinnvoller wäre, dem Wasser zumindest einen Teil der GH/KH durch einen Anteil von Osmosewasser zu entziehen?
Ui, die Frage habe ich befürchtet. Ich denke eigentlich nicht, dass die CO2 Düngung unökonomisch wird. 20mg/l CO2 sind 20 mg/l. Egal bei welcher Karbonathärte. Von daher müsste die einzuleitende Menge eigentlich identisch sein. Für ein besseres Pflanzenwachstum ist aber allgemeine ein eher weiches und leicht saures Wasser von Vorteil, da könntest du Probleme bekommen. Daher evtl. auch die Notwendigkeit einer Osmoseanlage.
 
Hallo Frank,

na, da habe ich mit meiner dritten Frage ja einen Volltreffer gelandet!!

Vielen Dank für Deine Antworten, deckt sich mit dem, was ich mir zusammen gesucht habe. Nur den Aspekt, daß die Pflanzen sich in weichem Wasser wohler fühlen könnten, den habe ich bisher total vergessen.

Also werde ich die Sache mit der UO angehen und mir eine entsprechende Anlage zulegen, so daß ich die Werte zumindest um ca. 1/3 senken werde.

Hat jemand Erfahrung damit, wie die Anlagen reagieren, wenn sie nicht benötigt werden? Ich habe absolut kein Interesse daran, die Anlage den lieben langen Tag in Betrieb zu halten und verstehe die Hinweise einiger Hersteller so, daß die Membran-Filter teilweise recht empfindlich reagieren, wenn die Anlagen nicht in Betrieb sind?

Und dann gibt es auf unser aller liebsten Marktplatz einen Anbieter, der eine Anlage mit 500 Liter Tagesleistung für relativ kleines Geld anbietet - hat zufällig jemand Erfahrung mit dieser Anlage? Der Anbieter preist seine 500-Liter-Leistung als Vorteil, da man zur Erzeugung seines Aquarienwassers mit seiner Anlage nur 1-2 Stunden braucht.

Allerdings stört mich der Preis ein wenig, die Anlage soll keine 70,-- EUR kosten, bin ich da zu mißtrauisch oder ist die trotzdem okay? Ich suche den Haken am günstigen Preis...

Gruß Anne
 
Hallo,
fluethke schrieb:
Einige Pflanzen (aber nicht alle) beherrschen biogene Entkalkung, das heißt, sie können aus der Karbonathärte das CO2 lösen. Der Rest fällt als permanente Härte = Kalk aus und bildet einen weißen Niederschlag.
Das ganze kann deswegen brenzlig werden, da dann keine gelöstes CO2 mehr vorhanden ist und daher der PH Wert immer weiter bis in das alkalische steigt.
hier mal zwei links zur biogenen Entkalkung:
http://www.ratgeber-aquarium.de/wissen/entkalkung-1.htm
http://www.scalare-online.de/aquaristik ... lkung.html

Gruß Knut
 


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