Sind Wasserwechsel sinvoll?

Hi
Ich wechsel ca. alle 1 1/2 Wochen 70% des Wasser mit einem Bodengrunsauger.
Das Wasser ist dann auch ziemlich schmutzig und gelblich.

Frohe Weihnachten Molly123
 


Nach den bisherigen Meinungen scheint es ja in der Tat kein Patentrezept zugeben, das von allen befürwortet wird. Die Quintessenz bisher ist für mich: je kleiner das Becken, desto größere und häufigere WW...
Macht ja auch durchaus Sinn, da in einem kleinen Becken geringe Verunreinigungen zu einem deutlich höheren Anstieg der Schadstoffkonzentration führen...

Viele Grüße,

Hedgehog
 
Ich halte einen Wassewechsel ebenfalls für sehr wichtig.

Viele Salze, Stickstoffverbindungen etc., die wir durch die Fütterung ins Becken tragen müssen raus, da der Leitwert sich ansonsten (zumindest in normal oder stark besetzten Becken) ständig erhöht.

Auch andere Stoffwechselendprodukte lagern sich mit der Zeit im Becken an. Auch diese müssen raus.

Viele wichtige Nährstoffe werden von Pflanzen verbraucht. Diese kommen durch frisches Wasser wieder ins Becken.

Das frisches Wasser auch den Fischen gut tut, kann man ganz leicht erkennen :

Viele Fische beginnen nach einem WW zu laichen, Garnelen häuten sich und setzen ebenfalls Eier an. Der Pflanzenwachstum ist in Becken mit regelmässigen Frischwasser meist ebenfalls viel besser.


LG
Gerd
 
Viel zu verschieden...

... sind die Arten der Becken, die wir pflegen. Der Amazonas weißt größtenteils so wenig Nährstoffe auf, das er kaum Pflanzen hervorbringt. So weit herunter werden wir selbst Leitungswasser kaum kriegen, es sei denn, mit Osmoseanlagen. Seen haben riesige Flächen, auf denen Bakterien ansiedeln können, die Mulmschicht auf dem Boden eines See´s besteht aus Bakterien. Auch ist ein See nicht nur ein paar Jahre eingelaufen, sondern schon ein wenig länger, alle Fische, Pflanzen und vor allem Bakterien sind an die jeweiligen Nahrungsangebote angepasst, Nitrite, Nitrate, Phosphate etc...
Auch in alten AQ´s wird es kaum Bedingungen geben, wie sie in der Natur vorhanden sind. Ein Vergleich mit den natürlichen Lebensräumen ist also kaum hilfreich und kann nur in die Irre führen. Allein der Besatz sollte schon zu Denken geben: Haltet doch mal den Kopf unter Wasser eines See´s, oder schaut Doku´s von See´n und Flüssen, da sieht man in keiner Richtung mehr als 10 Fische, und meist durchblickt man mehrere Kubikmeter Wasser. Und in unseren Aquarien? 1/5 Kubikmeter Wasser und 40 Fische? Lasst also günstigerweise die Vergleiche mit "Mutter Natur".

Gerade zu Anfang müsssen die Wasserwerte genau beobachtet werden. Bakterienstämme bilden sich immer nur nach dem Nahrungsangebot, aber längst nicht so schnell wie dieses! Also sollte man ein Becken langsam aufbauen, meiner Meinung nach kann das durchaus ein paar Monate dauern. Dann sollte man durchaus in einem wenig besetztem, großen Becken mit vielen Pflanzen auf 20% Wasserwechsel pro Monat zurechtkommen.
Gruß
Heiko
 
Hallo Heiko,

ich finde Deinen Beitrag sehr gut. Du hast absolut recht, wenn Du die Vergleiche mit "Mutter Natur" ablehnst, auch wenn ich wohl damit angefangen habe.
Ich habe einfach ein Problem damit, wenn hier der eine oder andere schrei(b)t, jede Woche 80% WW seien für einen verantwortungsbewussten Aquarianer Pflicht. Mir kommt es manchmal so vor, als wenn es nichts anderes gäbe als pH, GH und KH, und natürlich das böse Nitrit. Ich will das jetzt nicht missverstanden wissen - natürlich ist ein gewisser Nitritwert für jeden Fisch tödlich - aber wir haben es hier mit höheren Lebewesen zu tun. Diese zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie sich bis zu einem gewissen Grad den ihnen gebotenen Lebensbedingungen anpassen können.

(rest-) weihnachtliche Grüße,


Hedgehog
 
Da muß ich noch mal einsprechen...

Ich denke, man sollte Fischen durchaus eine Toleranz zusprechen, ich bin allerdings darauf aus, selbst in meinem Großcichlidenbecken den Nitratwert so gering wie möglich zu halten, der Nitritwert liegt eh immer fast bei Null. Das sollte allerdings jedem Aquarianer selbstverständlich sein, weil das keine große Leistung ist, wenn man sich über ein paar Dinge im Klaren ist: Nitrifizierende Bakterien leben in Kolonien in langsam fließendem Wasser, und eben nicht in einem Topffilter, der so schnell durchflossen wird, das Bakterien sich gewiß nicht ansiedeln können. Ein Topffilter filtert eben, mehr nicht. Das Prinzip des "Hamburger Mattenfilters" ist prima, ich habe vor einiger Zeit eine tolle Seite gelesen, man sollte sich die Mühe machen, die mal zu suchen. Auf der Seite sind einige wertvolle Tips, die mir sehr weiterhalfen! Im Moment bin ich auf der Suche nach einer Möglichkeit, Nitrat bakteriell abbauen zu lassen, was einigen im Seewasserbecken offensichtlich schon mit Alcohol gelungen ist. Mal schauen, was sich ergibt!
Gruß
Heiko
 


Zu schnell abgesendet...

Im Grunde sollte man jedenfalls einen Wasserwechsel machen, wenn es notwendig ist, und nicht, wenn es einem einer per Email oder Forum rät, oder einem in einem Buch nahegelegt wird. Der Zeitpunkt wird zu Anfang von den Messungen vorgegeben, und später von der Erfahrung, und zwar aus und vom eigenem Becken, denn jedes Becken ist verschieden. Ein wenig Fleißarbeit läßt sich einfach nicht vermeiden, auch durch das beste Forum nicht!
Gruß
Heiko
 

der_andy

Mitglied
Re: Da muß ich noch mal einsprechen...

Heiko Rübke schrieb:
... wenn man sich über ein paar Dinge im Klaren ist: Nitrifizierende Bakterien leben in Kolonien in langsam fließendem Wasser, und eben nicht in einem Topffilter, der so schnell durchflossen wird, das Bakterien sich gewiß nicht ansiedeln können. Ein Topffilter filtert eben, mehr nicht. Das Prinzip des "Hamburger Mattenfilters" ist prima, ich habe vor einiger Zeit eine tolle Seite gelesen, man sollte sich die Mühe machen ...

Hi,

denke Du meinst die Seite von Olaf Deters. Mach Dir mal mal Mühe, verschiedene Filter durchzurechnen! So gravierend ist der Vorteil in der Fließgeschwindigkeit des Mattenfilters nicht gegenüber den meisten anderen nicht. Die meisten sind genauso im grünen Bereich, wie der Mattenfilter. Selbst nach den Annahmen von Deters Homepage.

Die Aussage, dass Topffilter nur filtern und keine Bakterien behausen, ist da schlichter Unsinn.

Klar hat der MAttenfilter seine Vorteile, keine Fragen! Einfache Technik und daher wenig Fehleranfällig, günstig in der Anschaffung ... Das Konzept ist gut.
Bloß halte ich diesen Getue, als ob dies jetzt die einzig wahre, revolutionäre Lösung sein, für übertrieben.
Da ich nicht so viel Beckenvolumen opfern wollte, habe ich mir dann einen Aussenfilter besorgt und - oh Wunder - es funktioniert. :D

Man sollte halt konkret vergleichen, anstatt sich dogmatisch festzulegen.
Gilt übrigens genauso für Betriebssysteme oder Autofabrikate. :wink:

Grüße,
Andy
 
Nein, das Non-Plus-Ultra ist er nicht,

deswegen habe ich ja auch vom Prinzip gesprochen. Und deswegen habe ich mir ein offenes Außenfilterbecken gebaut, das auf der Wirkungsweise des HBM beruht. Auch ging es mir darum, das man sich eben nicht nur auf "Traditionen" verläßt, sondern auch mal rechts und links schaut. Weg vom Dogma eben. Natürlich leben in einem Topffilter Bakterien, genauso wie überall in einem gut eingefahrenen Becken, wo ja ein Großteil der Nitrifikation stattfindet. Nur eben nicht so viel, und hauptsächlich dort, wo er schon fast verstopft ist. An anderen Stellen reißt die um so schnellere Strömung wiederum alles weg. Natürlich werden die Filter und die Filtermedien immer besser.
Seit mein externes Filterbecken eingelaufen ist, habe ich unglaubliche und ziemlich peinliche Schwankungen in NO3 (man erzählte mir von der bakteriensenkenden Wirkung von Seemandelbaumblättern, aber bis auf verwesen tun die, meiner Meinung nach, nix), aber keine in NO2 erlebt. Ein Topfilter schafft eine derartige Nulllinie meiner Erfahrung nach nicht, jedenfalls nicht bei Astronotus, Crenicichla und Wabenschilderwelsen...
Und in dem einem Becken sind Topffilter eben locker ausreichend, in anderen eben nicht, denke ich.
Gruß
Heiko
 
A

Anonymous

Guest
Also ich habe einen Arbeitskollegen, der schwört das er in seinem 80cm Becken schon seit ca 2,5 Jahren keinen Wasserwechsel mehr gemacht hat und auch keinen Mulm absaugt. Das Wasser ist angeblich kristallklar, die Pflanzen wachsen und gedeihen und die Fische sind gesund. Ich glaube das ehrlich gesagt auch nicht so richtig.
Ich kenne allerding siene WW nicht und auch nicht den Besatz.

Gruß Mr. Loudness
 


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