Schwere Entscheidung

Hallo,

habe unglücklicherweise wohl demnächst vor mir einen meiner größeren Fische zu "erlösen".
Es handelt sich um einen Skalar der sich böse Verletzungen eingefangen hat, welche sich entzündet haben und die auch mit den bekannten Mittelchen, Salzbädern etc. nicht mehr zu korrigieren sind.

Er schwimmt im Quarantaine Becken.

Ich habe zwar in meiner Jugendzeit geangelt, aber trotzdem hemmt mich was den "alten Bekannten" zu erlösen.
Gibt es da eine , für den Fisch, schmerzfreie und vor allen schnelle Variante???

Beste Grüße.
 


Starmbi

Mitglied
Hallo!

bierteufel schrieb:
Btw... hier gabs eine Liste mit Tötungsmöglichkeiten... also Suche sollte zu Ziel führen.

habe aus Interesse auch mal kurz gesucht aber auch unter "Tötungsmöglichkeiten" nichts gefunden.

Stand auch schon mal vor dem schweren Problem........
Bei größeren Fischen kann man mit einem spitzen Messer im 90° Winkel unter der Wirbelsäule in den Fisch stechen und dann die Klinge um 90° bis in die Waagerechte bringen.
Der Stich unterhalb der Wirbelsäule fixiert erstmal den Fisch (Schuppen können ganz schön hart sein) und dann wird bei der Abwärtsbewegung die Wirbelsäule durchtrennt.
Dabei macht der Fisch natürlich auch eine Menge Streß mit:
Fangen, auf das Brett legen, schweren Herzens zögern, vielleicht 3 -mal vergeblich auf den Fisch einstechen......
Sollte also alles ganz schnell gehen.
Habe auch schon mal vor 20 Jahren eine gut funktionierende Vorschrift für kleinere Fische befolgt. (20 Melanom-befallenen Schwertträger):
Eis + etwas Wasser in ein Gefäß geben, Salz hinzugeben umrühren, Portion in 2 Teile teilen. Die Temperatur soll dann weit unter 0° sinken (habe ich aber nicht nachgemessen). Dann die todgeweihten Fische über das Netz auf Portion 1 kippen und sofort Portion 2 darüber kippen.
Die Fische sind dann im Bruchteil einer Sekunde gefroren...und somit tot.
Ich weiß........... das hört sich alles brutal an!!
Ich möchte auch nicht, daß aus dem Himmel ein Netz kommt und mich in den Tod schickt , nur weil ich Schnupfen habe.
Also, versuche zuerst mal über Heilungsmöglichkeiten nachzudenken.

Gruß

Starmbi
 
Ja das ist die beste lösung Viel Salz in ein gefäß geben und umrühren durch das salz friert das wasser nicht ist aber weit unter dem 0 punkt, dann kippst du denn fisch da rein und in paar sekunden ist er tot.
 
Hallihallo,

die Salzwassermethode funktioniert bei kleinen, fast toten Fischen in Salmlergröße wirklich gut, aber für einen Skalar würde ich sie nie anwenden. Da müsste dann schon das Messer herhalten, so schwer es auch fallen mag.
 
Jo... Die "Salzwassereismethode" ist bei Corys usw. am "besten". Ein Skalar ist ja nicht grade klein.

Bei einem Skalar würde ich auch am ehesten das Messer wählen... Kopf ab und, naja.... :(

Liebe Grüße...
 
Vielen Dank für die Infos.
Habe diesen Thread so schnell geöffnet um, im Ernstfall, nicht Tage auf Antworten hätte warten zu müssen.
Gruß
 


Welsgirl schrieb:
Hallo,
Ich kenne noch zwei Methoden: In kochendes Wasser(Fisch ist sofort tot) oder einfrieren.

LG Jule

Sorry, aber das ist absoluter Blödsinn.
Fische einzufrieren ist absolute Quälerei... Das dauert doch ewig, bis er "endlich" tot ist im Gefrierfach...
Und den Fisch ins kochende Wasser zu werfen dauert auch zu lange.
Alles andere zu behaupten wäre mies für den armen Fisch.
LG
 
A

Anonymous

Guest
Hallo,

Darkurai schrieb:
Und den Fisch ins kochende Wasser zu werfen dauert auch zu lange.
Nein. Das geht bei kleinen Fischen sogar ziemlich fix, deutlich schneller als die Eiswassermethode. Ich habe keine Ahnung, wer auf die blöde Idee gekommen ist, den Fisch erfrieren zu lassen ginge schneller und schonender als ihn zu kochen. Ein typischer Fall für den Mythen-Thread. Und bevor jetzt der Einwand kommt "tauche deine Hand mal in kochendes Wasser": Ein Fisch ist kein Mensch. Für den Fisch als wechselwarmes Wesen wäre es ziemlich unpraktisch, Wärme- oder Kälterezeptoren zu haben. Deshalb hat er gleich mal keine...

Viele Grüße
Robert, der im Fall des Falles zur Rübe-ab-Methode greift. Der ab ebenso der Meinung ist, daß mitunter zu schnell zur Ultima ratio geraten oder gegriffen wird. Bei mir haben sich schon Fische wieder erholt, auf die ich keinen Pfifferling mehr gewettet hätte...
 

bierteufel

Mitglied
Hi Robert

Ich hab immer vermutet... es mir so gedacht.... es nicht besser gewusst:

Die großen Mengen Salz macht man ins Eiswasser um einerseits die Temperatur des Wassers tiefer zu bekommen, andererseits um dann bei dem Tötungsvorgang nicht nur einen Kälte sondern auch einen Osmotischen Schock in Kombination auszulösen.
Ich würde diese Methode nur bei stark geschwächten Tieren verwenden ...

Mein Gedankengang war der:
- geschwächtes Tier
+ Kälteschock
+ starker Osmotischer Schock = schnelles Ableben

Liege ich mit meinem Gedankengang komplett falsch?

Gruß Arne
 
A

Anonymous

Guest
Hallo,

mit Kochsalz und Eis lassen sich günstigenfalls Temperaturen um -20 °C erreichen. Der Fisch ist etwa 45 Grad wärmer. Endgültig ableben wird er erst bei Temperaturen um 0 °C. Also muß der Fisch bei einem anfänglichen Temperaturunterschied von 45 Grad immerhin um 25 Grad abgekühlt werden. Das dauert seine Zeit.

Zu siedendem Wasser besteht jedoch ein Temperaturunterschied von 75 Grad. Die Eiweiße denaturieren um 45 °C. Also muß bei einem anfänglichen Temperaturunterschied von 75 Grad der Fisch um 20 Grad erhitzt werden. Das geht wegen des größeren Temperaturunterschieds wesentlich schneller.

Allerdings sind größere Fische im ersten Fall außen Eis und innen warm, und im zweiten Fall außen gar und innen roh. Ich bin daher absolut kein Freund der Eis-Salz-Wasser- bzw. Kochfischmethode. Wie geschrieben: Rübe ab... Oder einschläfern mit Nelkenöl, hab' ich aber noch nicht probiert. Eigentlich schreibt das Tierschutzgesetz vor dem Töten von Wirbeltieren die Betäubung vor. Also doch Nelkenöl...

Viele Grüße
Robert
 
Hallo Robert,

Loong schrieb:
mit Kochsalz und Eis lassen sich günstigenfalls Temperaturen um -20 °C erreichen. Der Fisch ist etwa 45 Grad wärmer. Endgültig ableben wird er erst bei Temperaturen um 0 °C. Also muß der Fisch bei einem anfänglichen Temperaturunterschied von 45 Grad immerhin um 25 Grad abgekühlt werden. Das dauert seine Zeit.
Rein theoretisch liegst Du da richtig.

Praktisch sieht es so aus, dass ein kleiner Fisch im heruntergekühlten Salzwasser einmal zuckt - und es ist vorbei. Ich habe diese Methode zweimal angewendet: einmal war's ein P. furcatus, einmal ein Platy - beide waren allerdings auch sehr angeschlagen.
Bei größeren Fischen und auch bei gesunden wird das sicherlich anders aussehen. Ich hab's nicht versucht, hab's aber auch nicht vor. :wink:
 
Hallo Robert,

o.k. - dann habe ich Deinen Post falsch verstanden.

Bei mir kam's so an, als wäre die Salzwassermethode wesentlich langsamer und quälender für die Fische. Und das wollte ich eben nicht so stehen lassen.

Kochendes Wasser habe ich noch nicht ausprobiert. Da fehlen mir die Erfahrungswerte. :wink:
 
Was ich noch vergessen habe:
Man kann Fische natürlich auch einschläfern lassen. Kostet halt nur Geld beim Tierarzt.
 


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