Hallo an alle hier von einem Forenneuling.
Hätte ich dieses wunderbare Forum doch nur früher zu Rate gezogen, viele kleine Katastrophen wären vermieden worden und der eine oder andere arme Fisch würde noch umherdümpeln.
Wir haben im Garten eine Quelle, im Sommer maximal 16°warm, im Winter nie kälter als 8°. Ideal für Kaltwasserfische, fließendes Wasser und garantiert eisfrei, dachte ich und baute 3 Becken mit anschließendem Bachlauf, Gesamtvolumen vielleicht 600l. Pflanzen rein, Fische rein, Teichmuscheln rein und jeder war glücklich - die Kinder, weil da was wuselte, ich, weil die Fische nicht gleich wieder aufgaben und unsere Katzen und ein benachbarter Reiher sowieso, aber das haben wir erst ziemlich spät bemerkt, als wir sie in Flagranti erwischt haben. Dann haben wir ein Netzzelt über dem Teich aufgebaut, aber im Winter ist es unter 35cm Schnee zusammengebrochen. Trotz aller Widrigkeiten haben zwei Fische den Winter überlebt. Eine Rotfeder und ein Schleierschwanz. Derartig zum Profi mutiert weitete ich unsere Fischhaltung aus. Die Rotfeder bekam fünf Artgenossen in den Teich. Diese sind schneller als unsere Katzen (das Netz fehlt ja jetzt wieder) und kommen mit den Verhältnissen am besten zu Streich. Für den Schleierschwanz baute ich ein Zimmeraquarium auf, 200l groß. Im sogenannten Fachhandel verkaufte man mir zum Aquarium einen Starter und auch gleich die ersten Fische (4 Antennenwelse, 2 Shubunkin, 2 weitere Schleierschwänze). Zur Wasserfilterung gab man mir noch zwei ausgewachsene Teichmuscheln mit ! Damals wußte ich es halt nicht besser, und der Mann im Laden hat mich auch in keiner Weise darauf vorbereitet, was nun unweigerlich kommen würde.
Ich baue dieses Aquarium auf, installiere einen Zulauf von unserer Quelle, immerhin mit einem Durchlauferhitzer, der das Wasser elektronisch auf 20° bringt, Innenfilter, Steine, Mohrkienwurzel, Tonröhre, Kies, Sand, Pflanzen, Starter und gleich Fische rein. Jetzt fand ich es an der Zeit, mal einschlägige Foren zu besuchen, so quasi in Augenhöhe mit Gleichgesinnten. Der Tiefschlag erfolgte sofort. In irgendeinem Beitrag lese ich den Satz: "Wer noch nichts von einem Nitritpeak gehört hat, dem kann man nicht helfen." Das saß. Was ist ein Nitritpeak ? Wikipedia und Google haben geholfen, mich in eine tiefe Depression zu stürzen. Meine Fische waren massiv gefährdet. Im Gartenteich hat das letztes Jahr nur funktioniert wegen des fließenden Wassers, ohne das schon damals wahrscheinlich alle Fische eingegangen wären. Nun ja - ich habe alle Fische durchgebracht, an den schlimmsten Tagen mit zwei Wasserwechseln am Tag. Heute (nach 8 Wochen) sind die Nitritwerte bei ca. 0,2mg/l, Tendenz fallend.
Die anderen Wasserwerte:
Nitrat 25mg/l
Wasserhärte kleiner 3
PH Wert 6,5
KH Wert 2-3°d
Kupfer 0
Leider sind mir jetzt innerhalb von 24 Stunden alle Welse und ein Schleierschwanz eingegangen wegen einer eingeschleppten Bakterieninfektion, weshalb ich momentan eine Antibiotikakur durchführe - mit ausgebautem Filtereinsatz. Diesen habe ich mit Aquariumwasser eingelagert, um nächsten Mittwoch zum Ende der Kur schnellstmöglich wieder stabile Verhältnisse zu haben.
Lange Vorrede - jetzt kommen meine beiden Fragen:
- Muß ich die Medikamentenreste im Wasser nach der 4-Tage Kur per Aktivkohle ausfiltern oder reicht ein Teilwasserwechsel von ca. 75% (eventuell mehrmals) ?
- Im Handel gibt es Zusätze, die angeblich spezielle Bakterienkulturen enthalten, die das Nitrat und überhaupt die ganzen Ablagerungen am Boden des Aquariums irgendwie auflösen sollen. Ist das Voodoo oder kann das hilfreich sein ?
Unser Aquarium ist oben offen und ohne Leuchten, von drei LED-Effektbeleuchtungen abgesehen. Eine Membranpumpe befördert Luft in einen Sprudlerstein, das Innenfilter erzeugt eine sichtbare Zirkularströmung. Überall hängen Kieselalgen rum, die neuen Welse (2 Albinos, 2 schwarze, alle schon erwachsen) freuen sich und scheinen sich bereits der Vermehrung zu widmen (zumindest die zwei schwarzen kommen kaum aus der Tonröhre raus). Die zwei großen Teichmuscheln haben wir ausgewildert und eine kleine dafür reingesetzt. Diese läuft rum und steht schön hochkant im Sand. Das Wasser scheint klar.
Erkennen die Profis unter euch in meiner Beschreibung noch weitere kapitale Fehler ? Muß man eine CO2 Anlage oder einen Oxydator haben ? Mir geht es um die Fische, ein gelegentlicher Wasserwechsel macht mir nix aus, weil er dank meiner installierten Technik halbautomatisch und ohne Getropfe o.ä. abläuft.
Vielen Dank für jede konstruktive Antwort (ich weiß selber, daß ich Fehler gemacht habe).
Gruß, Bernhard
Hätte ich dieses wunderbare Forum doch nur früher zu Rate gezogen, viele kleine Katastrophen wären vermieden worden und der eine oder andere arme Fisch würde noch umherdümpeln.
Wir haben im Garten eine Quelle, im Sommer maximal 16°warm, im Winter nie kälter als 8°. Ideal für Kaltwasserfische, fließendes Wasser und garantiert eisfrei, dachte ich und baute 3 Becken mit anschließendem Bachlauf, Gesamtvolumen vielleicht 600l. Pflanzen rein, Fische rein, Teichmuscheln rein und jeder war glücklich - die Kinder, weil da was wuselte, ich, weil die Fische nicht gleich wieder aufgaben und unsere Katzen und ein benachbarter Reiher sowieso, aber das haben wir erst ziemlich spät bemerkt, als wir sie in Flagranti erwischt haben. Dann haben wir ein Netzzelt über dem Teich aufgebaut, aber im Winter ist es unter 35cm Schnee zusammengebrochen. Trotz aller Widrigkeiten haben zwei Fische den Winter überlebt. Eine Rotfeder und ein Schleierschwanz. Derartig zum Profi mutiert weitete ich unsere Fischhaltung aus. Die Rotfeder bekam fünf Artgenossen in den Teich. Diese sind schneller als unsere Katzen (das Netz fehlt ja jetzt wieder) und kommen mit den Verhältnissen am besten zu Streich. Für den Schleierschwanz baute ich ein Zimmeraquarium auf, 200l groß. Im sogenannten Fachhandel verkaufte man mir zum Aquarium einen Starter und auch gleich die ersten Fische (4 Antennenwelse, 2 Shubunkin, 2 weitere Schleierschwänze). Zur Wasserfilterung gab man mir noch zwei ausgewachsene Teichmuscheln mit ! Damals wußte ich es halt nicht besser, und der Mann im Laden hat mich auch in keiner Weise darauf vorbereitet, was nun unweigerlich kommen würde.
Ich baue dieses Aquarium auf, installiere einen Zulauf von unserer Quelle, immerhin mit einem Durchlauferhitzer, der das Wasser elektronisch auf 20° bringt, Innenfilter, Steine, Mohrkienwurzel, Tonröhre, Kies, Sand, Pflanzen, Starter und gleich Fische rein. Jetzt fand ich es an der Zeit, mal einschlägige Foren zu besuchen, so quasi in Augenhöhe mit Gleichgesinnten. Der Tiefschlag erfolgte sofort. In irgendeinem Beitrag lese ich den Satz: "Wer noch nichts von einem Nitritpeak gehört hat, dem kann man nicht helfen." Das saß. Was ist ein Nitritpeak ? Wikipedia und Google haben geholfen, mich in eine tiefe Depression zu stürzen. Meine Fische waren massiv gefährdet. Im Gartenteich hat das letztes Jahr nur funktioniert wegen des fließenden Wassers, ohne das schon damals wahrscheinlich alle Fische eingegangen wären. Nun ja - ich habe alle Fische durchgebracht, an den schlimmsten Tagen mit zwei Wasserwechseln am Tag. Heute (nach 8 Wochen) sind die Nitritwerte bei ca. 0,2mg/l, Tendenz fallend.
Die anderen Wasserwerte:
Nitrat 25mg/l
Wasserhärte kleiner 3
PH Wert 6,5
KH Wert 2-3°d
Kupfer 0
Leider sind mir jetzt innerhalb von 24 Stunden alle Welse und ein Schleierschwanz eingegangen wegen einer eingeschleppten Bakterieninfektion, weshalb ich momentan eine Antibiotikakur durchführe - mit ausgebautem Filtereinsatz. Diesen habe ich mit Aquariumwasser eingelagert, um nächsten Mittwoch zum Ende der Kur schnellstmöglich wieder stabile Verhältnisse zu haben.
Lange Vorrede - jetzt kommen meine beiden Fragen:
- Muß ich die Medikamentenreste im Wasser nach der 4-Tage Kur per Aktivkohle ausfiltern oder reicht ein Teilwasserwechsel von ca. 75% (eventuell mehrmals) ?
- Im Handel gibt es Zusätze, die angeblich spezielle Bakterienkulturen enthalten, die das Nitrat und überhaupt die ganzen Ablagerungen am Boden des Aquariums irgendwie auflösen sollen. Ist das Voodoo oder kann das hilfreich sein ?
Unser Aquarium ist oben offen und ohne Leuchten, von drei LED-Effektbeleuchtungen abgesehen. Eine Membranpumpe befördert Luft in einen Sprudlerstein, das Innenfilter erzeugt eine sichtbare Zirkularströmung. Überall hängen Kieselalgen rum, die neuen Welse (2 Albinos, 2 schwarze, alle schon erwachsen) freuen sich und scheinen sich bereits der Vermehrung zu widmen (zumindest die zwei schwarzen kommen kaum aus der Tonröhre raus). Die zwei großen Teichmuscheln haben wir ausgewildert und eine kleine dafür reingesetzt. Diese läuft rum und steht schön hochkant im Sand. Das Wasser scheint klar.
Erkennen die Profis unter euch in meiner Beschreibung noch weitere kapitale Fehler ? Muß man eine CO2 Anlage oder einen Oxydator haben ? Mir geht es um die Fische, ein gelegentlicher Wasserwechsel macht mir nix aus, weil er dank meiner installierten Technik halbautomatisch und ohne Getropfe o.ä. abläuft.
Vielen Dank für jede konstruktive Antwort (ich weiß selber, daß ich Fehler gemacht habe).
Gruß, Bernhard