Neu - und schon sträubt ein Fisch die Schuppen...

Hallo zusammen,

ich bin ganz neu hier, also stelle ich mich kurz vor:
Ulli Bauer, weiblich, wohne in der Nähe von Stuttgart.
Im Moment habe ich 3 Becken, zwei reine Garnelen-Artenbecken und ein 60-l-Becken (40er Würfel) mit 10 von den blasseren Red Fires und seit einer Woche 11 Celestichthys margaritatus.

Um die geht es jetzt. Ich habe gestern morgen ein neues Flockenfutter (JBL Grana mit Krill Mini-Granulat) ausprobiert. Vorher - auch in der Zoohandlung - bekamen sie Frostfutter und Lebendfutter, aber der Verkäufer meinte, ich könnte es ja mal ausprobieren. Auch andere Celestichthys-Halter, die ich kenne, benutzen Flockenfutter. Die Fische haben es nicht mit Begeisterung gefressen, aber nach 10 Minuten war doch alles weg. Abends sind sie alle sehr lustlos an die lebenden schwarzen Mülas gegangen, um die haben sie sich sonst immer gerissen.

Im Becken habe ich 24 °C (ungeheizt, die Lampe reicht für die Temperatur). Heute habe ich einen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser gemacht, danach waren es 22 °C. Etwa eine Stunde später konnte ich Paarungsversuche beobachten, und noch eine Stunde später ein Weibchen, das die Schuppen sträubt. Angefangen hat es mit den Schuppen am Vorderbauch, mittlerweile zieht es sich über den ganzen Körper. Die Augen stehen vielleicht ein ganz kleines bisschen weiter vor wie bei den anderen, ist aber schwer zu beurteilen, ein bisschen glupschig sind sie ja alle. Dicker ist sie nicht. Sie schwimmt ein bisschen schlängeliger als die anderen (nicht auf und ab, sondern hin und her). Ich habe sie dann in ein Salzbad gesetzt, bis sie kippte, seither geht es ihr ein wenig besser. Ich habe sie jetzt wieder bei den anderen im Becken, ich hatte Angst, dass 'Einzelhaft' sie noch mehr stresst. Sie hat etwas gefressen - nicht mehr das Flockenfutter, sondern wieder gefrostete Cyclops. Sie kotet auch, nicht schleimig.

Könnte das eine Bauchwassersucht sein, ausgelöst durch diesen Wasserwechsel und das neue Futter, oder nicht? Mich macht halt stutzig, dass sie wirklich kein bisschen dicker ist als sonst.

Die Werte des Beckens, gemessen mit Tröpfchentests:

pH 7,5
Nitrit 0,0
Nitrat 12,5
Ammonium 0,0
GH: 14
KH: 8

Dicht bepflanzt. WW 1x die Woche ca. 30% mit Leitungswasser und EasyLife.
1 Seemandelbaumblatt ist drin und außerdem Buchen- und Eichenlaub.
Besatz, wie gesagt: 11 Celestichthys margaritatus, 10 Garnelen, ein paar Schnecken (nie gezählt).

Es lief 7 Wochen ein, bevor ich die Fische eingesetzt habe, und die ganze Woche über ging es ihnen sehr gut. Drei Weibchen haben mittlerweile einen Laichansatz, und alle zusammen haben gefressen wie die Wölfe. Seit sie das FloFu bekommen haben, sind sie irgendwie appetitlos. Das werde ich jetzt wohl an die Garnis verfüttern, den C. margaritatus gebe ich das bestimmt nicht mehr!

Es wäre echt schön, wenn Ihr mir helfen könntet.

Viele liebe Grüße und schon mal viele Dank
Ulli Bauer
 


Kannst du Bauchwassersucht bestätigen oder dementieren?

Falls BWS - hast du ein Quarantänebecken, in das entweder die kranken Fische oder die Garnelen umziehen können?

Ich habe neulich BWS erfolgreich mit Esha 2000 und Vitaminen bekämpfen können.

Du solltest auch deine Haltungsbedingungen nochmal überdenken, ob da alles OK ist und die Fische nicht unter Stress stehen.
 
A

Anonymous

Guest
Hallo Ulli,

vergleiche mal hier: http://www.aquaristik-live.de/viewtopic.php?t=13589
Da findest du alle wichtigen Infos zur Bauchwassersucht.

Vom Futter und Wasserwechseln wird sie nicht ausgelöst, vermutlich haben deine Fische den Erreger schon länger in sich getragen und jetzt äußern sich sichtbare Symptome.
In dem Stadium ist eine Heilung meistens aussichtslos da die Organe schon zu sehr befallen sind.

Ob es definitiv Bauchwassersucht ist, kann man schwer feststellen - ein Foto würde vielleicht weiterhelfen. Außerdem gibt es verschiedene Ursachen für einen geblähten Bauch, Darmflagellaten zB. (siehe hier: http://www.drta-archiv.de/wiki/pmwiki.p ... lagellaten )

Vielleicht fallen die mittels Diagnosehilfe ( http://www.drta-archiv.de/wiki/pmwiki.p ... gnosehilfe ) noch mehr Symptome auf. Aber gesträubte Schuppen und geschwollener Bauch sind leider meistens Zeichen für BWS.

LG, Amy
 
Hallo zusammen,

danke für Eure Antworten!

Die Links habe ich alle schon durch. Ich kann anhand der Krankheitsbeschreibungen keine sichere Diagnose stellen, weil eben der Bauch nicht geschwollen ist. Die Fische sträuben nur die Schuppen, atmen schneller, schwimmen schlängelig und sind weniger lebhaft als sonst.

Außerdem scheint es sich ja zu verbreiten...

Möglicherweise hat der Wasserwechsel zusammen mit dem neuen Futter die Fische gestresst, die Symptome traten ja erst eine Zeit danach auf.

Wäre Sera baktopur zusammen mit Salzbädern das Mittel der Wahl?

Liebe Grüße
Ulli
 
Ich habe dir ja schon ein Medikament genannt, mit dem ich gute Erfahrungen gemacht habe.

Aber egal was du nimmst - die Garnelen und evtl. vorhandene Schnecken sollten raus. Das Risiko wäre mir einfach zu hoch.
 
Noch was: Die Diagnosehilfe kann keine eindeutige Krankheit finden. Das kann wohl alles sein. :cry: Am wahrscheinlichsten ist eine bakterielle Infektion.

Grüße
Ulli
 


Hallo,

eine genaue Diagnose für eine medikamentöse Behandlung ist wichtig. Häufig schadet man mit Medikamenten den Fischen mehr. als dass es ihnen hilft.
Die beschriebene Symptomatik ist mir nicht eindeutig genug. Schuppensträube wird durch einen geschwollenen aufgedunsenen Körper verursacht. Dieses Symptom fehlt. Es kann sich auch um eine bakterielle oder parasitäre Infektin der Haut handeln, dann sind aber häufig zunächst die Flossen und Flossenwurzeln befallen.
Auch ein Salzbad kann die Fische eher stressen als helfen.
Ich würde versuchen durch tägliche grosse Wasserwechsel die Keimzahl zu senken und die Situation zu verbessern. (gross = mindestens 50 %)

Gruß Knut
 
Mir ist grad noch was eingefallen. Du hattest doch geschrieben, dass die Fische Balzverhalten zeigen.
Eines meiner Honiggurami-Weibchen hatte neulich auch abends mal abstehende Schuppen. Am nächsten Morgen war es weg.
Kann das evtl. vom Laichansatz kommen?
 
Hallo zusammen und vielen Dank für Eure Tipps!

Kleines Update: Die beiden kranken Fische wurden gejagt, deshalb habe ich sie in ein Garnelenbecken gesetzt. Die anderen sind fit, fressen wieder wie die Wölfe, balzen, schwimmen, als wäre nie was gewesen. Keine weiteren Auffälligkeiten. Ich wechsle in diesem Becken jeden Tag Wasser, aber keine 50% (nach dem 50%-Wechsel ging der ganze Mist ja los, ich glaube, das hat sie zu sehr aufgeregt). Die Fische sind zwar Nachzuchten, aber insgesamt noch nicht lange im Handel und daher sehr nah an der Wildform und ausgesprochen schreckhaft. Deshalb bin ich jetzt sehr viel vorsichtiger bei den WW vorgegangen, seither passt auch alles. Vier Weibchen haben jetzt schon einen Laichansatz, und die Männchen umwerben sie eifrig.

Den beiden Kranken im Garnelenbecken geht es mittlerweile auch besser. Den Kleinen konnte ich beim Fressen beobachten, den Großen noch nicht (aber ich hänge auch nicht den ganzen Tag vor der Scheibe). Auch hier mache ich täglich WW, aber etwas mehr als im Gesellschaftsbecken, ca. 30%. Salz habe ich in beiden Becken zugesetzt (1/4 TL auf 10 l).

Das Garnelenbecken steht am Fenster und bekommt nur Tageslicht. Die Fische sind immer an der dem Fenster zugewandten Seite, als würden sie das Licht brauchen. Sie sträuben immer noch schauerlich die Schuppen (mich juckt's jedes Mal, wenn ich das sehe), aber insgesamt machen sie einen fitteren Eindruck, schwimmen mehr und nicht mehr so schlängelig. Sie klemmen auch die Flossen nicht mehr ein.

Wäre vorsichtiger Optimismus angebracht?

Liebe Grüße
Ulli
 
Hallo miteinander,

ich wollte Euch mal ein kurzes Update geben: Im Gesellschaftsbecken gab es Nachwuchs :mrgreen: , und die beiden im Quarantänebecken sind so fit, dass sie sich jedes Mal in die Botanik verkrümeln, wenn ich komme. Sie haben deshalb gestern und heute kein Salzbad mehr bekommen, ich hätte das Becken ausräumen müssen, um sie zu fangen :arrow: wer sich so wehrt, braucht kein Bad mehr!

Außerdem sind die schwarzen Mülas in diesem Becken sehr deutlich weniger geworden (nein, nicht verpuppt, dazu waren sie noch zu klein), und den großen kranken Fisch habe ich beim Koten erwischt. Bis auf ein paar stehen auch die Schuppen bei beiden nicht mehr so sehr ab.

Ich weiß nicht, ob wir übern Berg sind, aber es sieht doch insgesamt ganz positiv aus, meint Ihr nicht?

Liebe Grüße
Ulli
 


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