Hat sich soviel verändert? (Aquarium früher/heute)

A

Anonymous

Guest
Hallo!

Ich wollte nach ca. 15 Jahren wieder ein Aquarium haben und habe so ein Megasuperwahnsinns-Angebot (54 Liter) incl. Eheim-Technik genommen.

Ich war dann aber sehr erstaunt, als ich von der netten Verkäuferin alles mögliche angedreht bekommen habe, bzw. sie mir noch mehr andrehen wollte.

Klar, Dinge wie Kies, Pflanzen, ein paar Zierelemente...

Aber dann kam sie mit solch seltsamen Dingen wie Biostarter, Wasseraufbereiter,Pflanzendünger, Nährsubstrat für die Pflanzen....

Ich war ziemlich entsetzt, weil dieses ganze Zeug selbst in billigster Ausführung unverschämt teuer ist und den Wert eines billigen Fisches um ein vielfaches übersteigt. Ruckzuck kamen zu dem Aquarium nochmal 50 Euro hinzu und dabei ist noch kein einziger Fisch in meinem Becken.

Als ich damals als Kind ein (100 Liter) Aquarium hatte, war das seltsamerweise anders. Meine Fische (von Guppy bis hin zum Panzerwels) waren putzmunter.

Ich habe alle 2 Wochen (genau weiss ich das nicht mehr) mit einem Schlauch und Eimer eine Teilreinigung gemacht und in grösseren Abständen einen fast kompletten Wasserwechsel (mit Schlauch Wasser bis auf einen niedrigen Stand entfernt und dabei Dreck abgesaugt, Fische bleiben drin). Danach habe ich dann einfach (per Termometer auf richtige Temperatur gebrachtes) Frischwasser eingefühlt. In noch grösseren Abständen (halbes Jahr), kam dann eine Komplettreinigung dran (alle Fische raus, Untergrund komplett gereinigt).

Unabhängig davon, bekam der gute, alte Aktivkohlefilter (Glasröhre mit externer Pumpe) seine Reinigungen.

Die ganzen Jahre über, habe ich mich nicht um Nitrit, Pflanzenpflege oder sowas gekümmert. Keine Teststreifen reingehalten und penibel auf jede Kleinigkeit geachtet. Kein spezieller Nährboden für Pflanzen, keine Wasseraufbereitung usw. Es ging aber wunderbar.

Sind die heutigen Fische und Pflanzen empfindlicher als damals??

Als ich dann der guten Frau sagte, dass ich dann die Fische so in einer Woche hole, fiel sie fast ins Koma vor lauter Entsetzen. Ich habe auch hier nun vieles gelesen, das man bei einem frischen Aquarium mind. 3 Wochen warten soll, vielleicht sogar noch länger.

Mein Eindruck ist, dass im Laufe der Jahre ein immer grösserer Aufwand um genau die gleiche Sache gemacht wird. Mit einem Mal braucht man angeblich alle nur erdenklichen Mittelchen und Regeln, muss angeblich Dinge kaufen, ohne die Tiere und Pflanzen bedingungslos eingehen.

Und da rede ich nur von simpler Aquaristik mit "Simpelfischen". Das es auch hochwertigere Bereiche gibt, in denen noch mehr Aufwand nötig ist, ist mir bewusst.

Ich habe dankend auf das meiste Zeug verzichtet und versuche (nach braver Pause von 3 Wochen) mein Glück.
 


A

Anonymous

Guest
Hallo,

Verändert hat sich im Grunde nicht viel, nur daß die Verkäufer vielleicht eifriger geworden sind!! :D
Natürlich gibt es mittlerweile eine vielzahl von Produkten mehr, die aber nicht alle Notwendig sind.
Das mit den 3 Wochen würde ich aber befolgen und dazu vielleicht hier in der Suche mal "Nitritpeak" eingeben. Da wirst Du einiges mehr erfahren!

Das war aber damals aber auch schon so, nur hatte man diesem zu der Zeit weniger beachtung geschenkt, was eventuellem Fischsterben zur Folge hatte.
Mir gings damals genauso, hatte eben gedacht, daß sich die Fische einfach nicht wohl gefühlt haben (was ja auch der Fall war). Heute weiß ich, daß sie am hochgiftigem Nitrit gestorben sind.
 
So viel verändert hat sich eigentlich nicht - nur die teuren Mittelchen, die man, wenns nach deren Herstellern geht, ünbedingt haben muss, sind mehr geworden. Kann man abert auch normalerweise weglassen.

Ob die Fische empfindlicher geworden sind kann ich nicht sagen - vielleicht sind einige Hochzuchtarten empfindlicher als noch deren Vorgänger vor einigen Jahren. Wasserwerte testen und den Besatz danach aussuchen sollte man aber schon, schließlich handelt es sich um lebende Tiere die möglichst Artgerecht gehalten werden sollen - alles andere wäre Quälerei, ganz unabhängig davon ob "man es schon immer so gemacht hat". Sieh es doch mal so: Je Artgerechter die Tiere gehalten werden, desto seltener musst Du neue kaufen. Farbenfroher sind die Kleinen meistens auch noch. Und unempfindlicher gegenüber Krankheitserregern erst recht - was das wieder an Medikamentenkosten spart :wink:. Wer Aquarien nur als Deko sieht sollte besser ganz die Finger davon lassen oder sich nur ein Pflanzenbecken zulegen.

Ob Du die 3 Wochen wirklich einhalten musst oder eventuell schon früher (oder auch erst viel später) die ersten Bewohner einziehen lassen kannst kann Dir nur Dein Nitrittest sagen :wink:

Schau doch mal in unseren Anfängerleitfaden. Auch das Stichwort Nitritpeak ist vielleicht ganz hilfreich.

Wie gesagt, Wassertests (Tröpfchen nicht Streifen) sind wichtig, Dünger nur wenn den Pflanzen was fehlt. Auf den rest kann man normalerweise getrost verzichten.

Vielleicht kann ich Dich ja auf www.zierfischverzeichnis.de aufmerksam machen, da findest Du bestimmt die zu Deinen Werten und der Beckengröße passenden Fische.
 

der_andy

Mitglied
Hi,
Über einen so weiten Erfahrungsschatz verfüge ich nun nicht gerade. Aber wenn ich mich mit meinem Vater oder älteren Aquaristen unterhalte, habe ich schon den Eindruck, dass sich da vieles getan hat. Schaut mal in alte Aquaristikbücher. Wenn sich hunderttausende Leute 15 Jahre mit etwas beschäftigen, finde ich es nicht verwunderlich, dass da neue Erkenntnisse und auch gute Idee dazu kommen. Würde mich sehr beunruhigen, wäre es nicht so! :wink:
Das mit den empfindlicheren Pflanzen scheint teilweise sogar zu stimmen. Viele der Pflanzen, die in den letzten 10 oder 20 Jahren in den Handel gekommen sind, haben auch höhere Ansprüche.
Aber die Damen und Herren vom Marketing haben auch ja auch nicht geschlafen. Klar Aquarien war auch vor hundert Jahren recht verbreiten. Aber einiges was mit der Zeit (ob sein 100 oder 20 Jahren) dazugekommen ist, ist schon sinnvoll und fortschrittlich ... anderes nett ... vieles Müll --- und einig darüber, was wozu zu zählen ist, ist man sich hier auch nicht immer! Ist halt oft auch eine Frage der Situation - Nutzen liegt zb auf der Hand, nur loht der Aufwand/Investition?

Man sollte sich da meiner Meinung nach gut informieren - nicht beim Händler, sondern in Büchern (nicht nur Aquaristik, auch mal das alte Chemiebuch fragen). Wenn man diese Produkte oder Methoden verstehen und hinterfragen kann, hat man selber gewonnen, da man halt denn Schrott im Regal lässt und weiß, was man mitnehmen kann oder gar selber besser hinkriegt. Daher bin ich eigentlich recht zufrieden mit der Situation.

Grüße,
Andy
 
Hi!
Also ich bin auch der Meinung,dass man sicherlich nicht alles,aber doch einige wichtige Punkte beachten sollte,die dir die "nette Dame" im Zooladen ans Herz gelegt hat!
Diese ganzen Mittelechen und Dünger braucht man meiner Meinung nach nicht wirklich,das ist wohl alles mehr oder weniger Geldmacherei und übers Ohr hauen von Anfängern in der Aquaristik.
Was man aber beachten sollte und das find ich gut,dass sie dich darauf hingewiesen hat,denn viele Zoohändler übergehen diesen Punkt oft völlig:Dass ein AQ Einlaufzeit braucht,damit sich im Becken alles einfahren kann und sich Bakterien bilden können etc.,auch ich kann dazu nur Nitritpeak empfehlen.
Tu deinen zukünftigen Bewohnern was Gutes,kauf dir ein einfaches Testset und mess Nitrit.Wenn der Peak vorbei ist,kannst du Fische einsetzen,warum unnötiges Risiko eingehen und die Fische schon nach einer Woche einsetzen mit dem Risiko,dass sie evtl. an Nitritvergiftung sterben könnten?
Außerdem ist es auch gut die anderen Wasserwerte zu wissen,auch Fische haben unterscheidliche Ansprüche,was das Wasser betrifft,Fisch ist nicht gleich Fisch und Wasser nicht gleich Wasser!Je nachdem,was für Wasser du hast,danach solltest du dann auch deinen Besatz auswählen.Oder du suchst dir deinen Wunschbesatz aus und passt die Wasserwerte an diesen an,was aber um einiges schwieriger ist!
Gruß Anna
 
A

Anonymous

Guest
Black Scorpion schrieb:
Wasserwerte testen und den Besatz danach aussuchen sollte man aber schon, schließlich handelt es sich um lebende Tiere die möglichst Artgerecht gehalten werden sollen - alles andere wäre Quälerei, ganz unabhängig davon ob "man es schon immer so gemacht hat". Sieh es doch mal so: Je Artgerechter die Tiere gehalten werden, desto seltener musst Du neue kaufen. Farbenfroher sind die Kleinen meistens auch noch. Und unempfindlicher gegenüber Krankheitserregern erst recht - was das wieder an Medikamentenkosten spart :wink:. Wer Aquarien nur als Deko sieht sollte besser ganz die Finger davon lassen oder sich nur ein Pflanzenbecken zulegen.

Genau das ist es ja. Meine Fische lebten immer sehr lange, den Panzerwels habe ich dann (aufgrund seiner enormen Lebensspanne) an einen Freund "vererbt". Die Fische waren sehr aktiv und "normal". Ich hatte 2 Skalare, die sehr alt geworden sind, halt schon ein bischen langsamer waren mit den Jahren, aber dann auch bei dem nächsten Besitzer knapp 20 Jahre alt wurden. Die ganze Zeit kam es nie zu irgendwelchen grösseren Problemen.

Aber Du hast schon recht. Ein Minimum an Kontrolle muss schon sein. Ich werde mir die Tests kaufen und das Wasser entsprechend kontrollieren. Ich weigere mich jedoch, diese ganzen Zusatzprodukte zu kaufen. Es gibt eben immer Grenzen.
 
Hiho
Erinnert mich irgendwie an den guten alten Rieselfilter aus der Meerwasseraquaristik.Vor einigen Jahren war das noch ein unbedingtes'must have'.Nun sind sie wohl relativ aus der Mode gekommen,weil man festgestellt hat,das es besser ist die Schadstoffe vorher aus dem Becken zu holen ^^

mfg Michael
 


Nr.1 schrieb:
Genau das ist es ja. Meine Fische lebten immer sehr lange, den Panzerwels habe ich dann (aufgrund seiner enormen Lebensspanne) an einen Freund "vererbt". Die Fische waren sehr aktiv und "normal". Ich hatte 2 Skalare, die sehr alt geworden sind, halt schon ein bischen langsamer waren mit den Jahren, aber dann auch bei dem nächsten Besitzer knapp 20 Jahre alt wurden. Die ganze Zeit kam es nie zu irgendwelchen grösseren Problemen.

Vielleicht hast Du mit Deinem Wasser und der Besatzauswahl ja einfach nur Glück gehabt :wink:
Meine Tante hat z.B. auch nie Wasserwerte getestet und sich ewig gewundert warum bei ihr kein Neon länger als 2-3 Wochen lebte. Nach den Tests wusste sie dann warum...

Aber Du hast schon recht. Ein Minimum an Kontrolle muss schon sein. Ich werde mir die Tests kaufen und das Wasser entsprechend kontrollieren.
Ich weigere mich jedoch, diese ganzen Zusatzprodukte zu kaufen. Es gibt eben immer Grenzen.

Wie gesagt, bis auf eventuell mal etwas Dünger oder ein Medikament sind diese ganzen Zusatzprodukte im Normalfall nicht unbedingt nötig. :wink:
Vielleicht ist manches ganz brauchbar wenn man sich auf z.B. ein Malawibecken spezialisieren will - keine Ahnung. Aber am Zusatzmittelchenregal kann man eigentlich wirklich problemlos vorbeigehen. Dort steht nichts was man nach einer vernünftigen Einlaufphase und danach langsam erhötem Besatz wirklich braucht.
Wenn man denn mal was ändern muss gibts vielfach natürliche Alternativen für einen Bruchteil des Preises. Frag dann zu gegebener Zeit einfach mal hier im Forum nach :)
Auch bei manchen Krankheiten gibts sicherlich Hausmittelchen die günstiger sind als das Chemiezeug.

Dass Du Dir die Wassertests kaufen möchtest finde ich sehr gut :). Hol Dir am Besten Tröfchentests, die sind genauer. Schau doch mal bei ebay nach den wichtigsten Tests im Set - trotz Versandkosten kann man da locker 4-10 € im Vergleich zum Zooladen sparen.
 


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