Hartnäckige Flossenfäule

Einen schönen guten Morgen!

Ich habe bei meinen Guppys wohl einen üblen Stamm von Flossenfäule erwischt!
Aber hier die ganze Geschichte:

Nachdem ich mein 54er komplett neu eingerichtet habe mit HMF und lebender Rückwand (Danke an die tollen Basteltipps hier im Forum!) habe ich nach einer fast 3 1/2 wöchigen Einlaufphase angefangen dieses Becken wieder zu besetzen.

Wasserwerte damals (wie Heute):

PH 6,5
GH 11
KH 4
NO2 0
NO3 15
auch die restlichen Werte wie Ammonium und Phosphat absolut im grünen Bereich.

Wir haben dann angefangen, erstmal unsere Deltaflügelwelse vom großen Becken umzusetzen. Die gingen darin total unter ;-)
Dann haben wir noch (erstmal) 2 punktierte Panzerwelse und 3 Guppymännchen dazu gesetzt. Das lief eine Woche ohne Probleme.
Dann fing meine Freundin an.... Guppyweibchen! Nachwuchs wäre ja sooo niedlich....
Da ich nicht sofort mit Guppys erschlagen werden wollte.... Männer wieder raus und ab ins große Becken.... Weibchen geholt... eingesetzt.
3 Tage später erstmal ein Männchen dazu.
Ich wollte den Damen ja nicht gleich Dauerstress zumuten ;-)
Dann nach 2 weiteren Tagen gings einigen der Damen sichtlich nicht so dolle! Schwammen etwas apatisch durchs Becken und haben kaum Futter angerührt. Bei genauerer betrachtung sah man dann den Grund. Angefressene Flossen! Ganz leichter weißer Belag an einigen Stellen des Körpers!
Losgefahren, "beraten lassen" (Zitat: Unsere Tiere haben kerngesund das Haus verlassen! Der Transport und das einsetzen in die neue Umgebung haben Stress verursacht! Daher sind die Damen krank!) und dann eine behandlung mit JBL Furanol begonnen.
Offensichtlich zu spät! 48 Stunden später war nur noch ein Weibchen über.
Und der gehts gut!
Dann wie es in der Anleitung stand....
Nach 4 Tagen TWW gemacht. Aktivkohle in den Filter und nach 24 stunden wieder raus.

Das war am vor 3 Tagen!
Heute morgen schau ich ins Becken und was muss ich sehen?
Jetzt hats mein Guppymännchen erwischt! :cry:
Leicht weißer Belag und der schöööne Schwanz ist ein wenig angefressen!
Dem Weibchen gehts gut! Scheint sogar trächtig zu sein!

Was nun?
Nochmal mit Furanol behandeln?
Hab ich die falsche Krankheit diagnostiziert?

Ich habe angst, dass das auf die anderen Fische übergeht!
Aber den Deltas und den Panzerwelsen gehts (noch!) gut!

Was tun!

Gruß

Der Deejay
 


Ich kriege ja nach intensiver googlei mehr und mehr das gefühl, dass es sich auch um eine Tuberkulose handeln könnte....

Diese wäre leider unheilbar....

Oder wie seht ihr das?
 
Hab den kleinen isoliert in einem Quaratänebecken und JBL Ektol Fluid hinzugegeben.
Pumpe reichlich Luft rein und so wie es im Moment aussieht gehts ihm etwas besser.

Ich werde weiter über den (miss)Erfolg berichten!

*hoff*
 
Nach 12 Stunden in dieser blauen Lösung ist keine verschlechterung zu sehen.
Als die Damen vor 2 Wochen erkrankten ging es den Tieren deutlich schlechter nach der Zeit!
Die Schwanzflosse ist nicht weiter angefressen und der weiße Belag scheint weniger geworden zu sein. Das ist aber schlecht zu erkennen in der blauen Brühe!
Er scheint recht munter und die verklebt wirkende Rückenflosse sieht auch wieder besser aus!
Gefressen hat er auch ein wenig.
Sieht im Moment so aus als wenn das Zeug wirkung zeigt...

Warten wir mal weiter ab! Ich werde berichten.
 
nach über 24 Stunden optisch keine Verschlechterung!
Weißer Belag ist beinahe verschwunden und die Flosse wirkt auch nicht weiter angegriffen.
Gefressen hat er aber kaum!
Das Guppyweibchen das uns vor einiger Zeit verstorben ist und die selben Anzeichen zeigte lag zu diesem Zeitpunkt schon fast komplett ohne Flossen seitlich auf dem Boden in den letzten Zügen :cry:
Vielleicht taugt das Zeug ja doch was.
Weiter beobachten...
 
Nach 3 1/2 Tagen ist der Kleine putzmunter :D
Er scheint es soweit überstanden zu haben!

Werde ihn heute abend aus der Quaratäne entlassen und dann noch ein paar Tage genau beobachten...

Oder hat irgendwer hier Erfahrungen die dagegen sprechen???

DANN BITTE INFO!

Danke!
 


A

Anonymous

Guest
ich rate dir noch etwas zu warten, wenn du pech hast geht das doch noch auf die anderen Tiere über :!: und das wäre doch wirklich schade ...
 
A

Anonymous

Guest
Hallo,

Hab den kleinen isoliert in einem Quaratänebecken und JBL Ektol Fluid hinzugegeben
Also behandelst du gegen Flossenfäule.
Das ist eine bakterielle Erkrankung die durch Bakterien hervorgerufen wird, die sich in jedem Becken befinden.
Allerdings erkranken nur immunschwache Fische.
Du hättest ihn also nicht isolieren müssen - du musst die Ursachen im Becken bekämpfen, also ev. Überbesatz regeln, auf Wasserhygiene achten, abwechslungsreich füttern, etc.
Flossenfäule ist immer ein Anzeichen dass im Becken etwas nicht rund läuft und kann auf ungünstige Haltungsbedingungen zurückgeführt werden.

Deswegen ist diese Aussage
guppy-girl schrieb:
ich rate dir noch etwas zu warten, wenn du pech hast geht das doch noch auf die anderen Tiere
nicht richtig.
Flossenfäule ist im eigentlichen Sinn nicht ansteckend.

Was mich allerdings am Krankheitsbild stört ist der "weißliche Belag" den du ansprichst.
Wo befindet sich der genau?
Sind nur die Flossen weiß am Rand? Oder befinden sich die weißen Stellen auch auf der Haut?

Liebe Grüße,
Amy
 
Hallo Amidala!

Der weiße Belag befand sich mehr oder weniger am ganzen Körper.
Zusätlich wirkte die Rückenflosse argh verklebt!

Ich hatte die ersten befallenen Tier mit JBL Fluranol behandelt.
Leider ohne Erfolg!
Ich hatte hier im Becken direkt behandelt.
Ich wollte den anderen Tieren die nicht im geringsten irgendwelche Anzeichen zeigten jetzt nicht noch eine weitere Behandlung mir einem weiteren Medikament zumuten.
Daher habe ich ihn erstmal in die Quarantäne verpackt!

Deswegen ist diese Aussage
guppy-girl hat Folgendes geschrieben:
ich rate dir noch etwas zu warten, wenn du pech hast geht das doch noch auf die anderen Tiere
nicht richtig.
Flossenfäule ist im eigentlichen Sinn nicht ansteckend.

Da kann ich dir nicht so ganz zustimmen. Zumindest nach meinen Beobachtungen nicht. Womit ich nicht behaupten will, dass Du unrecht hast :wink:
Ich vermute, dass es sich nicht um eine klassische Flossenfäule handelt!
Denn dann hätte das Fluranol den Erreger eleminieren müssen (wenns denn wirkt).
Mein Händler hatte mir da noch einige Erkrankungen genannt, die auch die Flosse befallen, aber zusätzlich eben den besagten weißen Belag.
Ich vermute, dass ich mir mit den Guppyweibchen einen Erreger eingeschleppt habe und der bei ihnen durch den Transportstress etc. zum ausbruch gekommen ist.
Das Männchen ist aber erst eine Woche später erkrankt und das noch verbliebene Weibchen wirkt nicht sonderlich auffällig.

Natürlich läuft mit dem Becken im Moment etwas nicht "rund" :(
Durch die ganze medikation dürfte der Bakterienhaushalt ganz schön hinüber sein und ich denke das neuerliche animpfen des HMF mit dem Filterschlamm aus dem großen Becken hat noch nicht wirklich wirkung gezeigt!
Futter ist eigentlich sehr ausgewogen! Die Tiere bekommen ständig abwechslungsreiche Kost aus div. TK-Produkten (Artemia, Mückenlarven, Tubifex usw. usw.) als auch Flocken- und Granulatfutter, und Gemüse gibts auch. Zwischendurch auch mal ne Welstablette für den Rest der Besatzung ;-)

Ich werde in der kommenden Woche noch einige Weibchen holen, und dann alles genau beobachten.
Sollte es wiederholt zu einem Ausbruch kommen werde ich wohl oder übel das ganze Becken behandeln, in der Hoffnung den Erreger damit vollständig zu verbannen!

Oder sonst einen Tipp??? :oops:
Bin für alles Dankbar!

Gruß

Der Deejay
 
A

Anonymous

Guest
Hallo,

Der weiße Belag befand sich mehr oder weniger am ganzen Körper
Bei Flossenfäule sind nur die Flossen weißlich eingesäumt. Weisslicher Belag am Körper deutet eher auf Hauttrübungen durch Parasiten hin.
Vergleiche mal her:
http://www.drta-archiv.de/wiki/pmwiki.p ... truebungen

Zusätlich wirkte die Rückenflosse argh verklebt!
Flossenklemmen deutet einfach auf Unwohlsein beim betroffenen Fisch hin, Ursachen können eben Erkrankungen, Stress, etc. sein.

Da kann ich dir nicht so ganz zustimmen. Zumindest nach meinen Beobachtungen nicht. Womit ich nicht behaupten will, dass Du unrecht hast
Falls ich mich Missverständlich ausgedrückt habe: Flossenfäule ist nicht ansteckend. D.h. ein gesunder Fisch wird nicht daran erkranken, selbst wenn er mit einem Kranken das Becken teilen muss.

Ich vermute, dass es sich nicht um eine klassische Flossenfäule handelt!
Es scheint so. Hauttrübungen sind ebenfalls eine Schwäche-Erkrankung die durch schlechte Haltungsbedingungen hervorgerufen werden können.

Denn dann hätte das Fluranol den Erreger eleminieren müssen
Nein. Erstens gibt es Bakterienstämme die gegen Nifurpirinol resistent sind. Und zweitens - so lange du nicht das Immunsystem der Fische stärkst und die Haltungsbedingungen optimierst, wirst du keine Chance haben, dauerhaft zu "heilen".
Durch eine Nifurpirinol-Therapie (bei der übrigens auf Beleuchtung verzichtet werden soll, da es sehr instabil ist) heilst du vlt die körperlichen Schädigungen die bereits eingetreten sind.
Dennoch können die Bakterien im Becken weitere Fische befallen.

Durch die ganze medikation dürfte der Bakterienhaushalt ganz schön hinüber sein und ich denke das neuerliche animpfen des HMF mit dem Filterschlamm aus dem großen Becken hat noch nicht wirklich wirkung gezeigt!
Das kann gut sein - es ist nicht ausgeschlossen, dass Nifurpirinol auch die Filterbakterien schädigt.

Ich werde in der kommenden Woche noch einige Weibchen holen, und dann alles genau beobachten
Davon rate ich absolut ab.
Du sagst selbst dass dein Becken im Moment nicht stabil läuft, deine Fische sind schon durch den Stress und die medikamentöse Behandlung geschwächt und Neuzugänge stellen aber immer ein erhöhtes Risiko dar.
Du solltest auf jeden Fall warten, bis die Ursache der Erkrankungen geklärt ist und die Fische wieder gesund sind, bevor du wieder in das System eingreifst.

Grüße,
Amy
 
Hallo Amy!

Danke für die schelle und ausführliche Antwort!

Hab das DRTA-Wiki mal durchforstet und dann fiehl mir auch ein, was der Händler meinte!
Columnaris!
Da der Belag auch am Maul auftaucht könnte es stimmen.
Und laut dem Wiki befällt es durchaus auch die Flossen.

Ich werde das Männchen nachher wieder ins das Becken zurücksetzten.
Denn offensichtlich gehts ihm deutlich besser!

Schlechte Haltungsbedingungen :oops: klingt immer wie ein Schlag ins Gesicht ;-)
Das Becken ist gut bepflanzt, Wasserwerte sind I.O., Futter ist abwechslungsreich und das Wasser wird für die Guppys schon geringfügig aufgehärtet. Licht ist 10 Stunden am Tag an und die Temperatur liegt bei 24° Celsius. Und bis auf eine kleine Schneckenplage, wobei ich das Futter schon drastisch reduziert habe (Nur das Gemüse kann ich schlecht noch kleiner schneiden) ist nichts ersichtlich!
:schuettel: Was soll man sonst noch machen?

Okay ich setzte vorerst nichts neues dazu!
Ich warte erstmal ab bis wieder alles Stabil ist!

LG

Der Deejay
 
A

Anonymous

Guest
Hallo,

Danke für die schelle und ausführliche Antwort!
Gerne :wink:

Hab das DRTA-Wiki mal durchforstet und dann fiehl mir auch ein, was der Händler meinte!
Columnaris!
Ja, das könnte ebenfalls in Frage kommen. Hier mal ein sehr ausführlicher Link von Bernd Kaufmann zu dem Thema: http://www.aquamax.de/HG04UG01.htm
Vielleicht fallen dir noch mehr Gemeinsamkeiten auf.
Da findest du auch Infos und Tipps zur Vorbeugung und Behandlung. Leider sind Lebendgebärende besonders anfällig - deshalb wird die Erkrankung auch oft Black Molly Disease genannt.

Schlechte Haltungsbedingungen klingt immer wie ein Schlag ins Gesicht
Was soll man sonst noch machen?

Hier mal was zur Beruhigung:

Vorbeugung kurz und bündig:
Keine Fische aus übermäßig stark besetzten Verkaufsanlagen kaufen.
Keine Fische aus Aquarien kaufen, in denen Tiere mit den typischen Symptomen Flossenklemmen, weißes Maul "Flossenfäule" und Muskulaturaufhellungen zu sehen sind.
In gar keinem Fall sollten Fische aus Becken gekauft werden, in denen bereits verendete Tiere zu sehen sind.
Unbedingt fragen, ob Salzzusatz im Händlerbecken erfolgte. Wenn ja, sollte man ebenfalls vom Kauf absehen.
Werden Fische bereits mit Medikamenten behandelt, sollte man ebenfalls nicht kaufen. Seriöse Händler machen von sich aus solche Aquarien kenntlich und verkaufen nicht während einer Behandlung.
Bei Fachhändlern, die nicht bereitwillig über die Wasserverhältnisse in der Verkaufsanlage Auskunft geben, sollte man auch nicht kaufen.
Obwohl es kaum noch irgendein Händlerbecken ohne diese Erreger geben dürfte, also eine Einschleppung von F. columnaris ins heimische Aquarium ziemlich sicher unvermeidlich ist, kann man völlig beruhigt sein; es wird bei Beachtung o. g. Verhaltensregeln beim Zierfischkauf nicht zum Ausbruch einer Krankheit im Aquarium kommen. Ist man sich nicht sicher, gilt auch hier die Empfehlung wie beim Ichthyo, ein Quarantänebecken und / oder eine UV-C-Lampe wie bei Ichthyo zu benutzen.

Quelle: s.o.

Ich warte erstmal ab bis wieder alles Stabil ist!
Ich würde dir tägliche, große Wasserwechsel (80%) empfehlen die nächsten Tage, so kann ein eventueller Keimdruck verringert werden. Wichtig ist, dass die Temperatur im Becken nicht über 27 Grad steigt, bei so hohen Temperaturen vermehren sich die Bakterien nämlich besonders stark.

Lg, Amy
 
Hallo Amy!

Ja das scheint es zu sein!
Das Verhalten der Tiere passt und auch die meisten Merkmale!
Was halt extremer ausgeprägt war, war die zersetzung der Flossen.
Da schließt man wohl erstmal auf Flossenfäule ;-)

Ich hatte die Temperatur im Quarantänebecken auf 22° gesenkt.
Ich war nach dem ersten Ausbruch über die Seite von Uwe Splett gestolpert der den Rat gab bei Krankheitsausbrüchen ehr zu senken als, wie oft geraten wird, zu erhöhen.
Ich denke der Mann dürfte recht umstritten sein aber das klang schlüssig;-)

Ich habe das Männchen wieder zurückgesetzt, einen großen WW gemacht, die Temperatur auch hier etwas gesenkt und ein wenig Acclimol dazugegeben. Zusätzlich pumpe ich noch Luft rein um den Sauerstoffgehalt zu maximieren. Das ist zwar wahrscheinlich auch gut für die Keime aber ich hoffe das mach ich durch die WW und das dadurch (hoffentlich) gestärkte Immunsystem bei den Tieren wett :?
CO2-Düngung ist erstmal aus und die Pflanzen werden erstmal auch nicht weiter gedüngt.

Ich werde die nächsten 7 Tage einen täglichen großen WW machen und weiter beobachten.

Ergebnisse werde ich natürlich berichten ;-)

LG

Der Deejay
 
Tja...
Etwas zu früh gefreut!
Heute morgen lag das eigentlich gesund wirkende Weibchen verendet auf dem Beckenboden!
Jetzt dreht das Männchen einsam und verlassen seine Runden :cry:
Ihm geht es offensichtlich gut! Zumindest im Moment noch :?

Fragt sich, wie lange ein Guppy, der ja ehr ein Gruppentier ist, alleine unter Welsen überlebt!

Zu seinen Artgenossen in das große Becken will ich ihn nicht setzen im Moment! DAS Risiko ist mir einfach zu groß!

Gruß

Der Deejay
 


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