Hallo,
beim Wasserpflanzensymposium 2009 berichtete Dr. Mühlberg über seine Forschungen zur Gattung Echinodorus.
Diese Informationen dringen jetzt über Heiko Muth an die Öffentlichkeit.
Bitte darauf achten: Helanthium nicht Helianthium!
http://www.flowgrow.de/artenbestimmung/ ... t7506.html
beim Wasserpflanzensymposium 2009 berichtete Dr. Mühlberg über seine Forschungen zur Gattung Echinodorus.
Diese Informationen dringen jetzt über Heiko Muth an die Öffentlichkeit.
Bitte darauf achten: Helanthium nicht Helianthium!
Teil 1:
- Der Gattungsname Helanthium steht hier für die ausläuferbildenden, "grasartigen" Schwertpflanzen (engl.: "chain swords"), die zuletzt unter Echinodorus liefen. Genauer gesagt, nach Rataj (1975, 2004) Gattung Echinodorus, Untergattung Helianthium, Sektion Tenelli(i). (Die übrigen, "großen" Echinodoren (außer E. nymphaeifolius) in Echinodorus, Untergattg. Echinodorus.) Die Taxa Echinodorus tenellus (var. parvulus und var. tenellus), E. bolivianus (bzw. austroamericanus), E. australis, E. latifolius, E. quadricostatus (var. magdalenensis, var. xinguensis), E. latifolius, E. angustifolius, E. isthmicus, E. spec. "longifolius", E. zombiensis gehören dazu.
- Phylogenetische Analysen (d.h. Verwandtschaftsanalysen, mit denen man versucht, die stammesgeschichtl. Zusammenhänge aufzudecken, u.a. mit DNA-Sequenzen) der letzten Zeit (D. Les, S. Lehtonen u. L. Myllys) belegen, dass die ausläuferbildenden Schwertpflanzen (Nord- bis Südamerika) enger mit der Gattung Ranalisma (Asien, Afrika) verwandt sind als mit den eigentlichen, "großen" Echinodoren. (Echinodorus nymphaeifolius ist mit diesen 3 Gruppen nur entfernt verwandt.)
- Samuli Lehtonen hat daher die Gattung Helanthium (von früheren Autoren meistens irrtümlich Helianthium geschrieben) wiedererrichtet und unterscheidet sie von Echinodorus im engeren Sinne. Damit bestätigt er die Auffassung anderer Autoren (u.a. Helmut Mühlberg). Lehtonen hat Echinodorus bolivianus und E. zombiensis in Helanthium umkombiniert und erkennt derzeit drei Arten der Gattung an:
-Helanthium tenellum (mit E. tenellus var. tenellus u. E. tenellus var. parvulus (Helanthium parvulum) als Synonymen)
-Helanthium bolivianum (dazu zählen alle oben genannten ausläuferbildenden Schwertpflanzen-"Arten" außer E. tenellus u. E. zombiensis)
-Helanthium zombiense (auf der Insel Guadeloupe endemisch, möglicherweise nur eine Form von H. bolivianum)
- Helanthium tenellum und H. bolivianum sind variable Arten, von denen verschiedene Formen kultiviert werden (in der Aquaristik meistens als verschiedene Arten benannt). Wenn man Lehtonen folgen möchte, der keine Varietäten o.ä. innerhalb dieser beiden Arten anerkennt, und gleichzeitig die verschiedenen Formen benennen möchte, kann man die Synonyme in Anführungszeichen an die Namen hängen.
Teil 2:
Mindestens drei verschiedene Formen von Helanthium tenellum (= Echinodorus tenellus) werden in Aquarien kultiviert:
(1) Helanthium tenellum, handelsübliche Form, seit den 70ern oder 80ern in Kultur, wahrscheinlich aus Südamerika eingeführt. Entspricht als emerse, blühende Pflanze der Beschreibung von Echinodorus tenellus var. tenellus.
Submerse Blätter sehr schmal, dunkler grün als bei den beiden folgenden, bei guter Beleuchtung oft rotbraun. Emerse Pfl.: Blütenstände überragen die Blattrosette weit, Blüten rel. groß, über 1 cm Durchmesser.
(2) Helanthium tenellum "parvulum", seit mindestens den 50er Jahren in Kultur, entspricht in der emersen, blühenden Form der Beschreibung von Helanthium parvulum = Echinodorus parvulus = Echinodorus tenellus var. parvulus. Submers kaum 5 cm hoch werdend, Blätter hell- bis mittelgrün ohne Rottöne, relativ breiter als bei (1). Bei emersen Pflanzen Blütenstand kaum höher als Blattrosette. Blüten sehr klein, < 1 cm Durchmesser.
(3) Helanthium tenellum "2" (von Dr. Helmut Mühlberg so bezeichnet). Submers kaum von (2) zu unterscheiden, außer höherem Wuchs unter gleichen Bedingungen, wie Fanny u. Sascha (Göttingen) festgestellt haben (bis ca. 10 cm). Gleich große submerse Pfl. von (2) u. (3) lassen sich nicht unterscheiden. Bei emersen Pflanzen überragt der Blütenstand deutlich die Blattrosette. Am untersten Quirl bildet sich eine kleine Adventivpflanze. Blüten sehr klein, wie bei (2).
Diese Form ist in letzter Zeit für Ranalisma rostratum (R. "rostrata") gehalten und unter diesem Namen gehandelt worden. Ranalisma rostratum wurde auch schon öfters aus Asien eingeführt, sieht submers H. tenellum wirklich sehr ähnlich, aber unterscheidet sich als emerse Pflanze deutlich (rundliche Blattspreite, rel. große igelartige Sammelfrüchte mit vielen abgeflachten, lang geschnäbelten Nüsschen vs. schmal-lanzettl. Blattspreite, kleine Sammelfrüchte mit wenigen winzigen rundlichen Nüsschen).
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