Cladophora auf Schneckengehäuse?

Hallo zusammen,

aktuell habe ich eine Lieferung von Schnecken erhalten, die sich momentan im Isolationsbecken befinden.
Auf dem Gehäuse sieht man sehr gut, dass punktuell eine buschige grüne Alge wächst.
Diese hatte ich mit einer Pinzette abgezupft, Reste blieben am Gehäuse zurück.

Die Alge selber lässt sich nicht zwischen den Fingern zerdrücken.
Mich führt das zur Annahme, dass es sich um eine Cladophora-Art handelt.
Habt Ihr schon mal so etwas ähnliches erlebt?

Wie sollte ich hier besser vorgehen? Ich habe jetzt eigentlich kein großes Interesse die Schnecken in dem Isolationsbecken für die nächsten 12 Wochen mit Algexit zu versorgen.
Habt Ihr schon mal versucht das Gehäuse mit einem in 6%igem Wasserstoffperoxid Wattestäbchen vorsichtig zu reinigen?
Die Gehäuseöffnung sollte meiner Meinung nach nach oben sein, dass nichts hineinlaufen kann.
Andererseits bin ich mir unsicher, ob das H2O2 nicht doch irgendwie trotz dieser Haltung ins Gehäuseinnere gelangen kann und die Tiere verenden.

Vielleicht habt Ihr auch weitere Tipps für mich, darüber würde ich mich sehr freuen.
Viele Grüße
Thomas
 


Wolf

Moderator
Teammitglied
Hallo Thomas,
Glaube ich fast nicht, das es sich um eine gladophora handelt. Gladophora wächst eigentlich nicht irgendwo fest.
L. G. Wolf
 
kannst Du ein Foto posten? Danke!
Jetzt hab ich die abgezupft. :oops:
Das sah allerdings in etwa so aus wie auf dem zweiten Bild in dem Link:
Aegagropila ist ja auch eine Arverwandtschaft.

Gladophora wächst eigentlich nicht irgendwo fest.
Sicher?
[...]Cladophora-Arten leben meist festgewachsen auf festen Unterlagen[...]
Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Cladophora

Da es sich um algenfressende Pianoschnecken handelt und sich diese Schnecken auch gegenseitig säubern würden, bin ich skeptisch, dass es sich um eine normale Grünalge handeln soll.
 

Starmbi

Mitglied
Hallo,
Mich führt das zur Annahme, dass es sich um eine Cladophora-Art handelt.
Habt Ihr schon mal so etwas ähnliches erlebt?
Ja, kenne ich. Meine Blasenschnecken haben auch den Wald auf dem Gehäuse.
Auch erst seit ich Chladophora habe.

Ist ja erst mal egal, welche Algen es sind,
Die Schnecken entsorgt man dann besser.

Wenn es aber wertvolle Schnecken sind, kannst Du evtl. die Öffnung mit dem Finger zuhalten und sie in Wasserstoffperoxid spülen und sie dann in sauberem Wasser schwenken. Zumindest Einmalhandschuhe solltest Du dabei tragen.
Ist ziemlich aufwendig für jede einzelne Schnecke und wie lange man sie schwenken muss, weiß ich auch nicht.
Es gibt (legal) auch 12%iges Wasserstoffperoxid zu kaufen.

Gruß
Stefan
 

Ebs

Mitglied
Hallo Thomas,

ich würde es nicht so kompliziert wie Stefan machen,
sondern die Alge außerhalb des Beckens mit dem Fingernagel vom Gehäuse abkratzen.

Das funktioniert bei meinen Blasenschnecken bestens, die hin und wieder mal eine Pinselalge mit sich herumtragen.

Das sollte bei größeren Schnecken noch einfacher sein.

Gruß Ebs
 
Das tückische an der Cladophora ist, dass ein Fitzelchen ausreicht, dass diese wieder weiter wächst. Und löst sich ein Fitzelchen vom Schneckengehäuse, dann habe ich sie im gesamten Aquarium. Kein Fressfeind weit und breit.

Ich hatte schon das Vergnügen mit der Cladophora ... 12 Wochen AlgExit-Kur. Mir hat es das Phönixmoos dadurch zerstört, selbst die Anubias haben Nekrosen gezeigt. In Summe war das schon kritisch. Aber die Cladophora ist schwarz geworden und komplett abgestorben.
Daher muss ich diese nicht wieder im Aquarium haben.

Andererseits will ich die Schnecken jetzt keine 12 Wochen im Isolationsbecken mit Algexit haben, zumal das in dem geringen Volumen kritisch ist mit Dosierung und Kippen der Wasserqualität.
Gestern habe ich die Tiere mit 6%igen H2O2 vorsichtig bepinselt, ca. 6 Minuten einwirken lassen. Momentan kein Ausfall.
Werde das morgen nochmal wiederholen.
Und dann die Stellen beobachten.
 


Starmbi

Mitglied
Hallo,
Ich würde es nicht so kompliziert wie Stefan machen,
Ja, gefällt mir auch nicht.
Aber wenn auch nur eine Zelle auf dem Schneckengehäuse übrig bleibt, kommt das Zeug wieder.
Bei mir saß sie im Moos und ließ sich leicht herausziehen.
Eigentlich fühlt man schon beim Anfassen ob es eine Chladophora ist.
Das fühlt sich ein bisschen wie Glaswolle an.
Und das ist auch das Problem:
Die Alge zerbricht und kleine Teile schwimmen durchs Becken.
Am besten versucht man sie mit einem Schlauch abzusaugen.
Klappt aber auch nicht wirklich gut.

Ich hatte 20 Jahre keine Probleme mit Chladophora, weil ich mir vor ca. 40 Jahren Pflanzen gekauft habe und diese 20 Jahre ohne Neukauf kultiviert habe.
Dann wollte ich auch mal ein paar "hippe, neue" Pflanzen haben und da begann das Drama.
Seitdem habe ich auch Schnecken, die mich aber nicht stören.

Jetzt werde ich auch wieder zu Algexit greifen, die Hälfte der Pflanzen trägt Schäden davon und ich muss mir wieder neue verseuchte Pflanzen kaufen oder teure in vitro-Ware nehmen. Aber wer garantiert mir, dass die Chlado-frei ist?
Verschwörungstheorie: Die Pflanzenverkäufer infizieren die Pflanzen absichtlich! :p

Gruß
Stefan
 
Genau so ist es. Es kann ebenso passieren, dass die Alge beim Abbrechen abstirbt. Warum es in einigen Aquarien zum Problem wird und andere wiederum problemlos über Jahre Moosbälle haben, die sich nicht ausbreiten - Man weiß es nicht, weshalb. Zumindest mein letzter Kenntnisstand.

Bisher geht es allen Schnecken gut.
Morgen werde ich die Gehäuse nochmal mit der Zahnbürste säubern und 2 Tage später eine zweite 6%ige H2O2-Behandlung für 5 Minuten durchführen.
Hoffe, dass es ausreicht. Wer andere Erfahrungen sammelte, kann mich gerne korrigieren.

Seitdem habe ich auch Schnecken, die mich aber nicht stören.
Disziplinübung. :D Hatte auch mal eine Plage mit Posthornschnecken, hat mich 2 Monate Disziplin gekostet. Da die Schnecken ja erst nach einer gewissen Zeit geschlechtsreif werden, habe ich über 2 Monate jeden Tag 2x abgesammelt, was sichtbar war. Seither nie wieder was gesehen.
 


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