Austreiben von Gasen aus dem Wechselwasser

Hallo zusammen,

hatte gerade mit Stinnes nen kurzen Smalltalk über das Austreiben von Sauerstoff aus dem Frischwasser, welches dann zum WW benutzt wird. Das Wechselwasser soll seiner Meinung nach zunächst über Brausen oder im Bogen oder wie auch immer in den Eimer gefüllt werden, damit der Sauerstoff ausgetrieben wird. Würde Sinn machen, da er sagt, es bilden sich sonst kleine Bläschen im Aquarium, auch auf den Kiemen der Fische, was ja sicher nicht das Beste ist.
Ich dachte immer, man macht das auch, um das Chlor auszutreiben. :?:

Hm, OK, jetzt wo ich es geschrieben habe leuchtet es mir ein... :idea: Die Wasserwerke treiben ja unter Druck bei niedrigeren Temperaturen das CO2 aus. Dabei nimmt das Wasser logischerweise reichlich Sauerstoff auf.

Soweit ich weiß ist es aber auch möglich, das Chlor im Wasser auf die selbe Art auszutreiben, wie oben beschrieben. Es ist nämlich nicht sehr stark gebunden und gast durch die Belüftung ebenfalls aus. Aktivkohle ist dazu nicht unbedingt nötig.

Wie steht Ihr dazu? Wie befüllt Ihr Eure Becken? Habt Ihr Schläuche? Eimer? Beides? Automatisch? 8)

MfG
Thomas
 


Stinnes

Mitglied
So, um hier nichts falsches zu erzählen, habe gerade knapp zwei Stunden mit 3 Wasseranbietern in Potsdam, Berlin und Potsdam Mittelmark gesprochen, ausserdem mit Laboren die die Werte für die o.g. Anbieter ermitteln.( Bloss nicht fragen, wohin man da überall verbunden wird :roll: )

Die Fragen waren: in wie weit Clor und Phoshat dem Trinkwasser zugeführt wird und wie man diese wieder "austreibt".


Der Potsdamer Anbieter konnte keine konkrete Aussage machen.
Die Dame hat rumgestammelt und war vollig unkompetent. (Namen werden nicht erwähnt), danke, und dieses Wasser muss ich trinken.
Über Umwege (google/gelbeseiten) habe ich dann die Tel.Nr. des Labores herausbekommen, welches auch die Analysen "meines" Wassers durchführt.
Die Laborleiterin gab mir folgende Auskunft: Bei Oberflächenwasser, wie z.B. aus Talsperren kann es vorkommen, dass leicht geclort wird. Jedoch ist die Dosierung so gering, dass es sich im Leitungsnetz verliert. Das meiste, in Deutschland angebotene, Trinkwasser kommt aus Tiefbrunnen. Dort ist die Wasserqualität so überragend das nur über Langsamfilter gefiltert wird und kein Clor zugestetzt wird.
Jedoch kann es bei Wartungsarbeiten an Wasserspeichern o.ä. zu kommen das doch geclort wird. In solch einem Fall, wird jedoch die betroffene Bevölkerung vorher informiert.
Das Austreiben des Clores ist nur unter hohen Kosten mit einem sehr langssamfahrenden Aktivkohlefilter möglich. Also für einen normal AQrianer nicht möglich. Desweiteren habe ich geziehlt nachgefragt, ob denn das Auslassen per Dusche in hohem Bogen das Clor austreiben kann. Das ist ihrer Ansicht nicht möglich, auch das "stehenlassen" des Wasser hilft nicht weiter, da das Clor schon in gesättigter Form vorliegt.
Zum Phoshat sagte sie, dass es im Trinkwasser nicht vorkommt und wenn dann "nicht nachweisbar" ist. Wollte mir dann noch weiss machen, das die Trinkwasserverordnung zum Phoshat einen "nicht nachweisbaren" Grenzwert hat. Von 6,7mg/L hat sie nicht gehört und extra noch in einer Liste nachgeschaut. In meiner WW Tabelle sind auch die Grenzwerte aufgeführt, jedoch hat man Phosphat einfach mal weggelassen. :evil:

Wie kann dann aber sowas sein?:
"Grenzwerte der TrinkwV 2001: 6,7 mg/l. Im Krefelder Trinkwasser wird Phosphat schutzschichtbildend und härtestabilisierend eingesetzt. In Hüls wird Phosphat in einer Konzentration von circa 1 mg/l zentral zudosiert. Im übrigen Stadtgebiet wird kein Phosphat eingesetzt."
Quelle: *http://www.swk.de/Privatkunden/Trinkwasser/Glossar.jsp#t24
Hans J. Krause schreibt auch einen Grenzwert von 6,7mg/L beim Phosphat.

Phosphat ist nur durch eine Phoshat-Fällung heraus zubekommen. Also als AQrianer unmöglich, laut ihrer Aussage.
Sämliche andere Vorredner bestätigten ihre Aussagen (das was sie wußten :? ) bis auf den Grenzwert bei Phosphat wo sie mit mir einer Meinung waren. Ansonsten hatten die aber alle weniger Ahnung, als die Labortante.

Die Labortante aus Potsdam Mittelmark ist erst nächste Woche ereichbar.
Vetretung? -nicht ausreichend kompetent- die Antwort. Also nächste Woche noch mal nachhaken.

Das Labor für die Berliner Wasserbetriebe(sehr freundlich) hat leider nur den AB geschaltet. Dort habe ich raufgesprochen und warte noch auf Rückruf (haha, muss ich ja eh selbst anrufen). Die Wasserbetriebe bekommen aber auch keine Verbindung (ich habe die direktnummer :) )

Das Edit zu diesen Telefonaten kommt dann noch.

Zum Sauerstoff, das habe ich selber schon festellt.
Wenn man das Wasser aus dem Hahn nimmt und direkt in den Eimer laufen lässt und es dann ins AQ kippt, bilden sich viele kleine Sauerstoffbläßchen. Diese setzen sich an Einrichtungsgegenständen u.a. ab. In kleiner Größe können sie sich auch auf den Kiemen der Fische absetzen und ihnen die Atmung erschweren, bzw. kann es zum Atmungsstillstand kommen. Zu sehen, wenn der Fisch von aussen mit Sauerstoffblasen zugesetzt ist.
Lässt man nun das Wasser im hohen Bogen durch die Duschbrause in den Eimer und kippt es dann ins AQ, findet man nur eine ganz geringe Anzahl dieser Sauerstoffbläßchen auf der Einrichtung.
Nicht zu vergessen, dass der extra zugeführte Sauerstoff schlecht für´s Pflanzenwachstum ist.

Vielleicht kann der Eine oder Andere auch mal den Wasserwerken und Laboren auf den Sack gehen, damit wir mehrere verlässliche Aussagen bekommen.
Schön wäre es, wenn sich der User der im Wasserwerk arbeitet hierzu auch noch äußern könnte :wink: .

bis denne





Clor wir nur eingestetzt, wenn es zu biologischen Verunreinungen kommt. Und dann auch
 
Huhu,

uiuiui.... da haste dir aber Mühe gemacht.
Jo, das mit dem Phosphat in geringen Spuren hatte ich in nem anderen Thread ja mal geschrieben. Es kann drin vorkommen, muß aber nicht. Die von dir zitierte Trinkwasserverordnung ist übrigens veraltet. Die neue von 2003 enthält soweit ich weiß keine Obergrenzen für Phosphat, ist aber der EG-Richtline für Trinkwasser angepasst und die besagt weiterhin diese besagten 6,7 mg/l.
Und keine Panik wegen Phosphat im Trinkwasser :wink: nen Schluck cola ist wesentlich Phosphatreicher.

Die erwähnte Phosphatfällung funktioniert übrigens sehr wohl für Aquarianer. Man macht das mit EisenIII-chlorid, das ist in einigen Wasseraufbereitern, z.b. Dupla Cryst*l, enthalten.

Das mit dem Sauerstoff raussprudeln habe ich ja inzwischen eingesehen :)

Aber um auf meine ursprünglichen Fragen zurück zu kommen.... Wie macht Ihr das mit dem Wasserwechseln? Wie man es machen sollte haben wir ja eben gehört. Ich selbst habe mir noch nie was dabei gedacht, Schlauch rein ins Aquarium und gut. Werde das in Zukunft wohl ändern.

MfG
Thomas
 

der_andy

Mitglied
Thomas77 schrieb:
...
Und keine Panik wegen Phosphat im Trinkwasser :wink: nen Schluck cola ist wesentlich Phosphatreicher.
...

So´n Mist, heißt das, ich muss jetzt meinen Guppys die Coke abgewöhnen! Aber die Garnelen beschweren sich eh ständig über die leeren Dosen hinter der Wurzel...

Grüße,
Andy
 
hmmm, ich schließe einen schlauch direkt am wasserhan an und lass das wasser langsam ins aqua fließen, hab zwar auch einige blässchen aber hab noch keine negativen erfahrungen gemacht
 
Schädlich?

Hallo!
Das muß ich meinen Fischen und Pflanzen dann mal erzählen, damit sie auch standesgemäß negativ darauf reagieren!
Im Ernst, das ist nicht schädlich. Der Sauerstoff, der zuviel ist, setzt sich als Bläschen ab, auch auf den Fischen, aber ich habe noch nie gesehen, das sich ein Fisch deswegen geschüttelt oder gar geschäuert hat. Die Pflanzen haben das bisher auch gut überstanden, die wachsen super.
Und ich muß wöchentlich ca. 60% wechseln, um das Nitrat im Schach zu halten.
Ich mache meine Wasserwechsel übrigens mit einem Gartenschlauch direckt angeschlossen an den Duschschlauchanschluß, das Wasser vortemperiert.
Gruß
Heiko
 

Stinnes

Mitglied
Hallo, das kann ich nicht so stehen lassen

Heiko Rübke schrieb:
"Im Ernst, das ist nicht schädlich. Der Sauerstoff, der zuviel ist, setzt sich als Bläschen ab, auch auf den Fischen, aber ich habe noch nie gesehen, das sich ein Fisch deswegen geschüttelt oder gar geschäuert hat."

Dann schau dir deine Fische mal genauer an. Wenn sie schon mit Bläßchen übersäht sind, ist das höchst dramatisch. Kannst du auch überall nachlesen.
Meist stehen sie lustlos im Becken mit erhöhter Atmung.
Deine Fische werden nie ihr volles Alter ereichen, da sie durch diese "aktionen" immer wieder geschwächt werden.

so, berliner Lobar hat sich selbstständig gemeldet. (bin ganz baff)
Im wesentlichen deckten sich die Aussagen mit denen der anderen Labortante.
Sie hat sogar was von Phosphat Dosierungsanlagen gehört. Meinte aber, die wären völlig schwachsinnig bei deutscher Trinkwasserqalität. Dem berliner Wasser und das der Umgebung wird kein Phoshat zugesetzt.
Ebenso sagte sie, dass vorgewarnt werden muss, sollte auf Grund von Wartungsarbeiten geclort werden.

Fazit: Ist Clorgeruch nachweisbar (sprich es riecht nach Schwimmbad) sollte man einen oder zwei Tage warten und dann erneut schnüffeln.
Im Regelfall sollte aber kein Geruch feststellbar sein.

sollten anhand der Tröpfchentests schlechte clor o. Phoshatwerte meßbar sein, empfehle ich eine Wasserprobe (ca.20EUR) in einem Labor machen zulassen. Bei schlechten Phosphatwerten einfach mal das Kaltwasser prüfen, das ist meist frei.

Welche Garantie habt ihr, dass die Tröpfchentest wirklich korrekt arbeiten. Am beste sollten sie im Kühlschrank aufbewahrt werden um dem Verfall etwas vorzubeugen.

Um einen Phosphattest zu prüfen, kann man sich mit einem Messer über die Handfläche schaben . Anschließend den vorhandenen Hautschweiß auf der Klinge in der Prüflösung abspülen. Schweiß enthält größere Mengen an Phosphaten.

Und den Nitrittest einfach mit Speichel prüfen, der enthält 1-10mg/l NO2.
 


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