Mach dir wegen des Futters oder der Kieselalgen keine Vorwürfe. Einmal am Tag füttern ist für einen Betta völlig ausreichend, und Kieselalgen sind für Fische absolut harmlos. Zu viele Flocken belasten höchstens das Wasser, führen aber nicht zu diesem Krankheitsbild.
Deine Wasserwerte mit KH und GH unter 3 sind eigentlich super, da Kampffische weiches Wasser lieben. Allerdings hat so weiches Wasser kaum Pufferkapazität. Wenn du nun CO₂ zugibst, kann der pH-Wert extrem schnell und unkontrolliert in den Keller rauschen. Da du die Anlage erst seit zwei Wochen hast, der Fisch aber seit Mai abbaut, war das CO₂ zwar nicht der erste Auslöser, aber es kam jetzt als massiver Stressfaktor oben drauf. Du musst nicht dauerhaft auf das CO₂ verzichten, aber schalte es bitte jetzt für 7 bis 10 Tage ab, bis der Fisch stabil ist. Deine Pflanzen überstehen das problemlos, aber dein Betta braucht gerade jede Entlastung.
Da du kein Quarantänebecken hast, behandeln wir ihn einfach im Hauptbecken. Es ist super, dass der Filter jetzt gedrosselt und gegen die Scheibe gedreht ist. Mache am besten morgen einen großen Wasserwechsel von 50 % mit temperiertem Wasser, um die Keimdichte zu senken. Besorge dir im Zoohandel ein Breitband-Medikament wie eSHa 2000 oder JBL Ektol bac. Das behandelt sowohl die Flossenfäule als auch innere bakterielle Infektionen der Schwimmblase direkt im Aquarium. Denk nur daran, falls vorhanden, Aktivkohle für die Dauer der Behandlung aus dem Filter zu nehmen.
Der Kleine hat noch eine Chance, wenn wir den Keimdruck jetzt senken und ihm Ruhe gönnen.