Wie Steine auf Kupfer oder Eisen untersuchen?

Ansonamun

Mitglied
Hallo,

ich wollte meine Schieferplatten auf Eisen und Kupfer untersuchen. Habe jetzt einen Teststein in ein Behälter mit Wasser eingelassen und lasse diesen dann ein paar Tage stehen und teste dann das Wasser daraus.
Ist das Sinnvoll oder gibt es eine andere bessere Vorgehensweise?
 


Hallo Ansonamun;

Ich würde es sehr wahrscheinlich genauso machen. Den Thread verschiebe ich aber mal zur Chemie, da ist das Thema besser aufgehoben und unsere LABORANTIN WILMA und die Spezialisten können eventuell noch heiße Tips geben.

Ich wünsch Dir ein schönes Wochenende und viel Betrieb im Chat..
 
Huhu,

mangels Praxiserfahrung sage ich mal, ich würde es auch so machen. Funktionieren würde es aber zumindest mit Schwefelsäure (OK, hat nicht jeder parat :roll: ) oder Wasserstoffperoxid (Apotheke).

Komischerweise hab ich mir ehrlich gesagt noch nie richtig Gedanken darüber gemacht, was da alles an Steinen im Aquarium drin ist/drin sein könnte. Schiefer (wenns der schöne gleichmäßig dunkel aussehende ist) z.B. hätte ich persönlich wohl ohne weiteres reingelegt, wenn keine sichtbaren komisch aussehende wasauchimmer-Flecken drauf wären. Aber ich lasse mich ja gern belehren 8)

MfG
Thomas
 
Hallo,

Ansonamun schrieb:
Ist das Sinnvoll oder gibt es eine andere bessere Vorgehensweise?

von der Sache her schon richtig.

Es gibt noch zwei zusätzliche Möglichkeiten:

a) Du nimmst Osmosewasser. Diesem dürstet es nach Aufnahme allermöglichen Ionen. Es zieht also kräftiger

und/oder

b) Du setzt noch etwas Säure zu. Auch das löst stärker gebundene Stoffe.

Ob die beiden Erweiterungen was bringen, ist sehr vom zu prüfenden Stoff abhängig. Da würde ich Chemiker konsultieren.

Auch ist zu bedenken, dass die Messergebnisse dann nichts mit dem zu tun haben werden, was sich im Aquarium abspielt. Wenn Du also erst mit den Brechstangen was misst, wird sich im Aquarium mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts lösen.

.Olaf
 
Hallo,

ich hatte mal aus anderen Gründen ein Stück normalen Kupferdraht in normales Leitungswasser gelegt und nach 24 Stunden den Kupfergehalt gemessen. Da war nix nachweisbar.

Danach hatte ich von unser Kupferregenrinne, etwas äußerliches Oxyd aabgekratzt, das war sofort nachweisbar. Ebenso ist in unser Regentonne ein leichter Kupfergehalt nachweisbar.

Von daher ist es wohl so, das bereits oxidiertes Kupfer eher im Wasser Ionen freisetzt.

Will sagen, wenn der Schiefer Kupfer enthält, du nach der Behandlung mit Wasser nichts mißt, kann es trotzdem sein, dass isch unter dem Einfluß eines sauren Wassers mit der Zeit Kupfer löst. (Ich habe mir da aber auch no nie wirklich Gedanken gemacht, ich teste nur auf Kalk...)
 
Hallo.

Kupfer kann man folgendermassen nachweisen:
Ich würd den Stein in Wasser legen (evtl. ansäuern) und nach einiger Zeit das Wasser mit Ammoniak (Salmiakgeist) versetzen. Wenn Kupferionen vorhanden sind färbt sich das Ganze leicht blau. Es entsteht der tiefblaue Tetraamminkupfer(II)-komplex, dessen Farbe aber aufgrund der minimalen Konzentration der Kupferionen nicht ganz deutlich zu sehen ist.

Nun zum Eisen:
Dieses kann man mit Kaliumthiocyanat (KSCN) nachweisen. D.h. den anderen Teil des Wassers mit einer Kaliumthiocyanatlösung versetzen. Bei Anwesenheit von Eisen färbt sich die Lösung rot.

Man kann aber auch einfach die Tests von J*L, s**a usw. benutzen :wink:


fluethke schrieb:
Von daher ist es wohl so, das bereits oxidiertes Kupfer eher im Wasser Ionen freisetzt.
Das ist sehr gut möglich, vor allem wenn das Aquarienwasser einen pH von <7 hat. Im Sauren löst sich Kupfer(II)-oxid nämlich, dabei werden Cu(II)-Ionen freigesetzt (Kupfer(II)-oxid ist in neutralem Wasser unlöslich, d.h. es werden keine Kupferionen freigesetzt. Diese sind im Kupfer(II)-oxid aber logischerweise schon vorhanden!)
 

Diddy

Mitglied
Hallo,

ich würde auch saures Wasser vorziehen. Kupfer (bedingt) und Eisen sind unedle Metalle, die im saueren Medien oxidiert werden. Ist Kupfer oder Eisen vorhanden, dann kann man dort Ionen lösen und diese sind nachweisbar.

Vorsicht ist bei den Kupfertests angebracht, die üblichen lösen nur sehr schlecht auf, da sollte man entweder dünne Reagenzgläser benutzen und von oben schauen, so ist der Konstrast wesentlich höher oder gleich einen etwas besseren Test sich zulegen.
 


Ansonamun

Mitglied
Hallo,

wie bekomme ich denn das Wasser säuerlich?
Habe mir jetzt bei einem Onlineshop Salifert Kupfertest und J.. Eisentest bestellt, werde also Montag oder Dienstag die Werte messen können.
 

Ansonamun

Mitglied
Okay ich formuliere anders:
Um das Wasser säuerlich zu bekommen, reicht es Salszsäure oder gar ein paar Tropfen Zitronensaft reinzutröpfeln?
 
Hallo,

vorgstern war ich noch bei einem Züchter und ich habe ihn gefragt ob das da Rost an seinen Steine sind, die er in seiner Tropheus WF Zuchtgruppe hat, das hat er mit JA beantworte und ich habe dann direkt gefragt ob es nicht schadet, aber den minimalen eisengehalt kann man nur im labor nachmessen und der ist ganz sicher nicht schädlich.
Er sagt das der Stein immer weiter rostet und das es rein gar nichts den Fischen ausmacht. er benutzt noch nichteinmal easy life, oder sonstiges.

Gruß
matze
 

Joern

Mitglied
Moin,

tja, was wollte Ihr eigentlich wissen ? Wieviel Eisen bzw. Kupfer in dem Stein drin ist ? So wie in der Überschrift beschrieben ?

Was macht Ihr dann mit der Zahl, die vermutlich in der Einheit mg/kg angeben wird ??
Wußtet Ihr, das Eisen eines der häufigsten Elemente auf dieser Erde ist ?
Das der "Dünger" Eisen ein Schwermetall ist ?

Wer das wissen will, muß den Stein kleinmalen, eine abgwogenene Menge Pulver auflösen und mißt dann den Fe bzw Cu-Gehalt....und rechnet dann auf die Trockensubstanz zurück.
Das auflösen wird übrigens auch in Schwefelsäure nur sehr schwer gehen...da müßte man mit ganz anderen Waffen ran....

Aber wer will das eigentlich wissen ? Was macht Ihr mit der Zahl ?
Wieviel Chlor ist denn eigentlich im PVC-Gehäuse Eurer Filter oder sonstwie Gerätes drin ?
Völlig egal !!!

Wichtig ist doch nur, was der Stein / der Kunststoff abgibt, als was sich herauslöst !

Und dazu macht man einen Lösungsversuch ! In aqua-Dest ! Wer kein Aquadest hat, nimmt Osmosewasser oder eben auch AQ-Wasser.
Wenn der Stein völlig unlöslich ist, wird auch nix ins Wasser gehen, egal wieviel drin ist.
Wer etwas mehr Lösungsstress erzeugen will, macht die Testlösung sauer...wer hat denn pH-Werte unter 6 im Becken ? Ab da werden Schwermetalle etwas mobiler. Keiner ? na, wo ist das Problem...?

Wer hat pH 5 ? außer Olaf in einigen Zuchtbecken ? Aber da hab ich keine Steine mehr drin gesehen..... :D
pH 5 kriegt man noch mit Eisessig hin....

Also legt Ihr Eueren Stein, besser ein Stück davon "im frischen Bruch" in die Testlösung und meßt mal den Fe oder Cu Gehalt, am besten mal nach 1 -2 -4 -8 Tagen oder so, dan kann man auch abschätzen, ob das mit der Zeit mehr wird....

Die nächste Frage ist dann, was passiert mit dem gelösten Fe ? meistens fällt es in den stark oxischen Bedingungen im AQ wieder aus, das gibt dann die Rostbeläge.
Ausgefälltes Eisen ist nicht mehr in Lösung....kann also auch nicht gemessen werden ! Kann aber auch nicht mer durch die Fische / Pflanzen aufgenommen werden....ist also eher ein optischer "Mangel"....

Warum machen sich dir Dünger-Experten eigentlich so viel Mühe, z.B. um Eisen mit Hilfe von Chelaten in Lösung zu halten ?
Na, Antwort siehe oben.

So ein richtiges Problem vermag ich bei dieser Thematik nicht zu erkennen !
Aber macht mal...so bunte Tröpfeltests sind ein schönes Spielzeug...
Und berichtet mal !
 
Also ich würde wie hier schon häufiger angesprochen, den Schiefer einfach in Wasser legen und evtl. Essig hinzugeben. Das sollte das Wasser genügend sauer machen (puffert dann spätestens bei 4-5). Und dann testen.

So, ABER:
Es ist erstmal garnicht vom Schwermetall abhängig, wann es sich wo löst oder nicht, sondern ganz allein von der Verbindung.
Verbindungen haben generell ganz andere chemische und physikalische eigenschaften als die Elemente aus denen sie bestehen. Also lösen sie sich auch sehr unterschiedlich in Wasser oder anderen Lösungsmitteln...
Und gerade bei aus der Natur kommenden Mineralien und Verbindungen wäre ich mit solchen übern Daumen getroffenen Aussagen vorsichtig... ;)

Würde Eisen im Wasser oxidiert werden, würde elementares Eisen oder zweiwertiges Eisen entstehen. Rost ist Fe(OH)3 [also dreiwertig, was ja im Prinzip das Maximum für Eisen ist, kann also ab hier nur reduziert werden] und im übrigen im alkalischen recht stabil (zum Thema Afrikabecken mit Rost) aber im saureren Bereich könnten sich das schon teilweise lösen (Thema Lösichkeitsprodukt) bzw. sich eher gar nicht erst bilden (man bedenke dass die KOnzentration von (OH-)-Ionen bis zu 1000mal größer/kleiner ist, je nach pH Wert, sodass ich schon denke, dass es im Wasser gelöst bliebe. ;)
Ansonsten würde ja auch bei fast jedem Wasserwechsel Rost entstehen. ;)


Aber wer will das eigentlich wissen ? Was macht Ihr mit der Zahl ?
Konzentrationen ausrechnen und nachschauen, ab wann es für die Aq-Bewohner kritisch wird.
 

Joern

Mitglied
Hi,
Parzival schrieb:
Aber wer will das eigentlich wissen ? Was macht Ihr mit der Zahl ?
Konzentrationen ausrechnen und nachschauen, ab wann es für die Aq-Bewohner kritisch wird.

meinst Du wirklich, dass die Konzentration von Eisen in einem Gestein von irgendeiner Bedeutung ist für die Tiere, die darauf rumkrabbeln ?
Von Bedeutung doch ist ausschließlich der Teil, der aus dem Stein herausgelöst wird und im Wasser verfügbar ist....
Die einzige Prüfung, die notwendig ist, ist eine Prüfung des Eluates.

Parzival schrieb:
Würde Eisen im Wasser oxidiert werden, würde elementares Eisen oder zweiwertiges Eisen entstehen.
und ich hatte immer gedacht, dass das zeiwertige Eisen die reduzierte Form sei......
Wie war das noch noch...Oxidation ist Elektronenabgabe oder so...oder hat sich da was geändert in den letzten 20 Jahren...
 


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