Wie eiche ich den Leitwertmesser?

Hallo,

habe mir einen Leitwertmesser mit Kalibrierflüssigkeit gekauft. Diesen muss ich ja erst mal kalibrieren.
Laut Anleitung soll man den Leitwertmesser in die Flüssigkeit tauchen und dann leicht schütteln und abwarten, bis eine Minute vergangen ist bis er sich eingependelt hat auf einen Wert.
Dann ist da auch noch so ein Kalibrierschraubendreher dabei. Nun hätte ich gerne gewusst, ob der Leitwertmesser nicht automatisch den Wert findet. Für was muss man dann nachdrehen? Auf der Kalibrierflüssigkeit stehen Angaben von Grad Celsius und ein Leitwert dahinter. Weis damit gar nichts anzufangen. Findet das Gerät nicht selbst den Leitwert. Für was sind die Gradangaben? Irgendwie steh ich da auf dem Schlauch.
Und die Flüssigkeit kann man auch nur einmal verwenden oder mehrmals?

Gruß
Chris
 


Starmbi

Mitglied
Hallo!

Du musst die Kalibrierflüssigkeit auf die angegebene Temperatur bringen und mit den Schraubendreher so lange am Gerät herumdrehen, bis der Leitwert auf der Anzeige, dem auf der Kalibrierflüssigkeit entspricht.

Gruß
Stefan
 
Hi,

das heißt also, dass ich zuerst mal die Temperatur der Kalibrierflüssigkeit messen muss mit dem Fieberthermometer. Dann einfach reintunken, schütteln und mit dem Schraubendreher auf den dazugehörigen Leitwert stellen?
Damit müsste ich die Flüssigkeit ja gar nicht auf eine bestimmte Temperatur bringen. :mrgreen:
Hoffe ich zumindest....was für ein Act. :lol:
Aber die Flüssigkeit kann ich nur einmal verwenden oder?!

Vielen Dank für die Hilfe!

Gruß
 
A

Anonymous

Guest
Hallo,

am einfachsten bringst Du die Temperatur der Kalibrierflüssigkeit mittels Aquariumwasser auf die gewünschten 25°C. Dazu einfach die Kalibrierflüssigkeit in einen kleinen Becker geben, diesen ins Aquarium hängen und 10 Minuten warten (aufpassen daß kein Aquariumwasser reinschwabbt).
Die Temperatur der Kalibrierflüssigkeit würde ich nicht messen, da Du sie dadurch verunreinigen könntest. Aus diesem Grund wird eine Kalibrierflüssigkeit auch nur einmal benutzt und dann weg geschüttet.

Gruß
Thomas
 
also nochmal für "Superschlaue" wie mich :mrgreen:
Auf der Kalibrierflüssigkeit steht ja 1413us/cm 25°C
D.h. ich muss die Flüssigkeit auf 25 Grad bringen und dann auf 1413 einstellen so wies groß und fett auf dem Fläschen steht. Mit dieser Methode ist aber auch nicht ganz sicher, ob nach 10 Minuten dann wirlich 25 Grad erreicht sind und nicht etwa 23 oder so. Grübel...somit wäre der Leitwertmesser ja dann falsch eingestellt. :shock:
Die anderen kleinen Gradangaben ringsum für was sind dann die eigentlich?!?
Bin nu total verwirrt... :lol: :oops:
Möchte gerne messen, wann ich im Mischbett das Harz erneuern muss, bzw. wann es das Silikat nicht mehr zurück hält.
Wie kann ich da am Besten vorgehen? Habe gar keinen Plan. Bei wieviel us muss ich es denn dann überhaupt wechseln?
Muss das zu messende Osmosewasser dann auch 25 ° haben? Konnte beim googeln leider nichts finden.
 

Starmbi

Mitglied
Hallo!

Falls Du das Salz Deiner Eichlösung kennst, gibt es auch Tabellen, die Dir Umrechnungsfaktoren für verschiedene Temperaturen angeben.

Die Wiederverwendung von Eichflüssigkeit ist von Deinem Genauigkeitsanspruch abhängig.
Verdunstet während der Messung etwas der Probe, so, steigt der Leitwert; Du misst anschließend zu niedrig.
Verdünnst Du die Probe hingegen mit salzärmeren Wasser, sinkt der Leitwert; Du misst anschließend zu hoch.
Ich würde auf einen Fehler von unter 1 % in beide Richtungen tippen.
Wenn Du damit leben kannst (Ich könnte das :lol: ), kannst du die Lösung einige Male verwenden.

Gruß

Stefan
 
Hallo,

nein, du musst die Kalibrierflüssigkeit nicht auf exakt 25°C erwärmen/kühlen.

Stell die Pulle mit dem Zeug für 10min auf die AQ Abdeckung. Danke, das reicht.

Dann füllst Du von der Kalibrierflüssigkeit sowiel in einen sauberen Becher das Du das Konduktometer eintauchen kannst.
Stell mit dem Schraubenzieher die Leitfähigkeit auf 1413 µs/cm in der Anzeige.

Fertig.

Alles andere ist übertriebener Schnickschnack.

Je nach Konduktometer haben die Geräte eine Messtoleranz, die meist über den Werten der Temperaturkompensation liegt.
2% vom maximalen Messwert ist keine Seltenheit.
Das bedeutet 2% von 2000µs/cm = 40µs/cm Toleranz, bei egal welchem Wasser.

Beste Grüße
Martin
 


Starmbi

Mitglied
Hallo!

Leider ist die Temperaturabhängikeit des Leitwertes selbst bei nur einer Salzart nicht linear.
Durch steigende Temperatur wird einerseits die Dissoziation heraufgesetzt, anderseits nimmt die Ionenbeweglichkeit zu. (Brownsche Molekularbewegung)
Bei einer Salzmischung wie in unseren Wässern wird das Ganze dann unkalkulierbar.
Deshalb arbeiten die meisten Konduktometer mit einem Korrekturfaktor von 2,1% des Messwertes pro C° [Kelvin] von 25 C°.
Und selbst dabei gibt es wegen der Salz-Zusammensetzung einen kleinen Fehler.
Bei Missachtung der Temperatur von 20°C zu 25°C hat man dann schon einen Fehler von über 10%.
Wenn das Konduktometer aber auch bei der Kalibrierung den Temperaturunterschied berücksichtigt wäre das nicht so schlimm. Ob das so ist, weiß ich allerdings nicht.
Ich lege übrigens gerne meine Steaks vor dem Braten auf die wärmste Stelle meiner Abdeckung (ca. 40°C) :lol:

Gruß

Stefan
 


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