Otocinclus Hybriden

May

Mitglied
Hallo zusammen,

heute haben zwei meiner Otos sowas wie ein Paarungsschwimmen veranstaltet. Konnte ich natürlich nicht festhalten, die sind ja scheu wie nix.
Auf jeden Fall waren es immer die zwei selben Fische, wobei einer dem anderen kontinuierlich hinterher schwamm und sich immer wieder mit dem Bauch versuchte am Bauch des ersteren zu reiben. Das ganze war ganz ruhig, eher ein gemeinsames dahin Gleiten.

Mich hat das ganze aus zwei Gründen überrascht:

1. Ich bin immer davon ausgegangen, dass es nahezu unmöglich ist Otocinclus sp. 'Wald und Wiesen Wildfang' in Gefangenschaft zur Paarung zu bewegen.

2. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich um zwei unterschiedliche Arten handelt.

Gekauft wurden alle als Otocinclus affinis, allerdings ist das ja i.d.R. von Händlern nur als Synonym gebraucht.
Zur Bestimmung ziehe ich gerne diese und diese Seite heran.

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Fisch 2 würde ich als O. macrospilus einordnen, bei Fisch 1 komme ich gar nicht weiter.

Abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass es in meinem Gesellschaftsbecken Oto-Nachwuchs gibt, müsste ich denn theoretisch davon ausgehen, dass es zu einer Hybridisierung kommen kann?

Könnte Fisch 1 eben eine solche sein? Ich meine mich dunkel zu erinnern irgendwo mal gelesen zu haben, dass Otos teils auch in abgetrennten Flussabschnitten, oder Freilandanlagen ,,gezüchtet" werden.

Gruß Astrid
 


May

Mitglied
Ach ja, Fisch 2 wurde unter Aquarienlicht geknipst, Fisch 1 ohne nur mit einfallendem Sonnenlicht.
 

Eddy E.

Mitglied
O. affinis ist das schonmal nicht und wird sich auch nicht im Handel finden. Denn der sieht so aus:


Von dort wo er vorkommt, gibt es keine kommerziellen Importe.

Der obere Otocinclus sieht mir sehr nach O. mariae aus, den unteren würde ich auch als O. cf. macrospilus eintüten.

Siehe hier: https://www.aqualog.de/lexikon/otocinclus-cf-macrospilus/

Vergleiche die Schwanzwurzelzeichnung:

 

cheraxfan2

Mitglied
Abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass es in meinem Gesellschaftsbecken Oto-Nachwuchs gibt, müsste ich denn theoretisch davon ausgehen, dass es zu einer Hybridisierung kommen kann?
Unsere Einteilung in Gattungen (Otocinclus) und Arten (mariae, macrospilus) ist eben menschlich, ob die Natur dieser Einteilung folgt ist eine andere Frage. Seit man auch die DNS heranzieht um Arten von einander abzugrenzen, hat es diesbezüglich schon etliche Überraschungen gegeben. Aber gehen wir mal davon aus das es tatsächlich 2 Arten sind, dann kann es zu einer Hybridisierung kommen, wie die dann aussieht dazu gibt es leider noch keine Erkenntnisse oder sie sind mir nicht bekannt.
 

Wolf

Moderator
Teammitglied
Hallo Astrid,
Warum soll eine Kreuzung denn nicht gehen?
Ich habe ja auch schon mal, ungewollt, Sterbai und Pandas gekreuzt.
Was dabei herauskam, kann man in der Zucht Anleitung sehen.
L. G. Wolf
 

May

Mitglied
Hallo Wolf,

ich war mal bei einem sehr interessanten Vortrag über Apistogrammas.
Im Falle von Apistogramma agassizii z.B. konnte man feststellen, dass sich sogar Tiere von unterschiedlichen Fundorten (teils nur wenige Kilometer von einander entfernt) nicht verpaarten. DNA-Analysen haben dann ergeben, dass es minimale Unterschiede gibt und die ganze Taxonomie vermutlich noch weiter gehen muss, da man die ,,Fundortvarianten" eher als Unterarten bezeichnen muss.

Jetzt sind Apistogramma natürlich ganz spezielle Würstchen, aber vielleicht gibt es Ähnliches auch bei anderen Fischen.

Gruß Astrid
 


cheraxfan2

Mitglied
m Falle von Apistogramma agassizii z.B. konnte man feststellen, dass sich sogar Tiere von unterschiedlichen Fundorten (teils nur wenige Kilometer von einander entfernt) nicht verpaarten.
Das gibt es öfter. Der Haussperling hat sich vom nahen Osten aus nach Osten und nach Westen verbreitet, dort wo die Ostvariante und die Westvariante sich wieder treffen, verpaaren sie sich nicht. Das Gegenteil ist der Teichfrosch, ein Hybride aus Grasfrosch und Wasserfrosch, die Ausgangsarten waren durch die Eiszeit getrennt, nach der Eiszeit konnten sie wieder zusammenkommen und so ist der Teichfrosch entstanden, der sich wiederum mit beiden Ausgangarten und untereinander vermehrt, zusätzlich gibt es da auch noch triploide Tiere (mit 3 Chromosomensätzen), die sich zwar nicht durch Parthenogenese vermehren aber der "Vater" gibt lediglich einen Schubs um die Eientwicklung anzuregen, seine Gene werden nicht benötigt. Nicht zuletzt ist unsere eigene Art (Homo sapiens) auch weitgehend ein Hybride aus sapiens, neanderthalensis und Denisova-Mensch, es sollen auch noch Y-Chromosomen vorkommen die von einer noch älteren unbekannten Art stammen. Der Neanderthaler soll uns auch die rote Haarfarbe hinterlassen haben.
 
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