Otocinclus krank? Extrem dicker Bauch

Hallo Freunde der Aquaristik,

ich mache mir Sorgen um einen der Otocinclus (weiß nicht genau was für einer :/), er hat einen extrem dicken Bauch. Ich frage mich ob hier eine Krankheit vorliegt oder ob er einfach nur eine Fressmaschine ist. Ich hatte schon mal Probleme bei dem Händler/Geschäft wo ich sie erworben habe, daher die Sorge.

Es sind reichlich Aufwüchse bzw. Algen zum fressen vorhanden. Er ist auch immer beim füttern vorne mit dabei im Gegensatz zu den anderen.

Er verhält sich ganz normal, schwimmt rum und ist nicht auffällig.

Könnt ihr mir helfen und mich beruhigen/aufklären?

Wasserwerte: GH 7, KH 4, PH 7, Nitrit: nicht nachweisbar, Temp: 25 grad

Vielen Dank

Lg Flo
 

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cheraxfan2

Mitglied
Hi Flo,
Der Bauch ist mit Flüssigkeit gefüllt, das sieht man sehr gut auf dem ersten Bild, der Fisch ist ein Todeskandidat, am besten bald erlösen.
Zur Ursache: Was so aus sieht wird oft "Fischtuberkulose" genannt, im Prinzip richtig ist es trotzdem falsch, weil es Fischtuberkulose gar nicht gibt. Damit werden Symptome bezeichnet, die auf Haltungsfehlern beruhen. Damit will ich nicht sagen das Du diese Haltungsfehler begangen hast, das kann weit zurück reichen. Der andere Name für dieses Krankheitsbild ist "Bauchwassersucht". :)
 
Hallo Hans,

erstmal vielen Dank für deine Antwort. Das hört sich überhaupt nicht gut an, das arme Tier. Ich hoffe ich habe keine Fehler gemacht. :( Du bist dir deiner Sache sehr sicher oder? Ich mein gesund empfinde ich die Optik auch nicht. Nur ein lebendiges Tier erlösen bzw. "töten" finde ich auch nicht prickelt. Ist das ganze ansteckend bzw. sind meine anderen Fische auch in Gefahr? :/. So wie ich das beurteilen kann, sehen alle anderen Fische gut aus, keiner zeigt einen dicken Bauch oder macht auf mich den Eindruck als wären diese krank.

Zum Thema erlösen, wie mache ich dies möglichst unkompliziert so das das Tier nicht leiden muss. Raus nehmen und mit einem Gegenstand fest drauf schlagen (hört sich primitiv an, sorry) oder welche Möglichkeiten gibt es?

Vielen Dank!

Lg Flo
 

cheraxfan2

Mitglied
Es ist nicht ansteckend, meiner (unmaßgeblichen) Meinung nach eine persönliche Immunschwäche des betroffenen Fisches. AAAAber es kann auch sein das Deine Haltungsbedingungen unzureichend sind, wenn also noch mehr solche Fische auftauchen musst Du Deine Wasserpflege überprüfen. Ich gehe mal davon aus das Du weißt das Deine Fische ins Aquarium kacken und pinkeln, wenn alles passt wird das abgebaut/umbebaut, trotzdem muß man Wasser wechseln. Wie oft und wieviel hängt von Besatz, Fütterung und Technik ab. Wöchentlich 30% und alle 3 Wochen mindestens 60% sollte schon sein. Andere empfehlen Beginnern wöchentlich 50% und alle 3 Wochen 90%, was bestimmt nicht falsch ist. :)
 
G

Gelöschtes Mitglied 44436

Guest
Hallo Flo :)

Der Otocinclus ist leider totkrank.

Seine Verdauung ist komplett zusammengebrochen. Für mich sieht es auf dem einen Foto so aus, als hätte er zudem einen Analprolaps, eine Aussackung seines Enddarms hängt da eventuell heraus.

Ursachen? Schwer zu sagen

Sind ja doch die meisten Tiere die man kaufen kann häufig Wildfänge.
Oft mit Parasiten im Bauch.
Vom Großhandel werden alle zusammengewürfelt, deshalb bekommst Du ja auch so oft diese haarsträubenden Schilder außen,
es ist aber meist eine wilde Mischung an verschiedenen Otocinclus. Und sie dürften zusätzlich dadurch Schwierigkeiten bekommen.
Viele verschiedene Tiere mit verschiedenen Parasiten

Dann haben sie in den Verkaufsbecken ja nie Aufwuchs (MIT Kleinstlebewesen, da sie ja keine Algenfresser sind),
gehen aber anfangs schwer an Kunstfutter.
Und das, was in die Becken oft hineinfliegt, ist nicht unbeding geeignet, um schwache, frischgefangene Otocinclus fit genug zu halten,
den weiteren Umzug in unsere Wohnzimmer zu überleben.

Oft gelangen sie dann in ziemlich neue Becken, manchmal zu wenig Tiere, in einer größeren Gruppe ist die Eingewöhnungschance, was das Füttern angeht, meist besser.
Und gehen nicht gut ans Futter.

Aber hauptursächlich halte ich die mitgebrachten Parasiten für schuldig.

Was hat er denn die letzten Tage noch gefressen? Wie sehen die Bäuche der anderen aus?

Gruß Sonne
 


cheraxfan2

Mitglied
Ja , das mit dem Erlösen ist so eine Sache, ich wünschte ich wüsste wenigstens den richtigen Zeitpunkt, die richtige Methode habe ich nicht.
Um das mal zu verdeutlichen, ich bin 63 und habe immer Katzen, die werden so 13-21 Jahre alt, das ist das Alter derjenigen die schon bei mir gestorben sind. Momentan sind die beiden 16 und 9 Jahre alt und pumperlgesund. Auch ich will nicht ewig als halbtoter leben, wenn ich nicht mehr meine Toilette treffe ist es genug mit Leben. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Sonne,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Dann muss ich das Tier scheinbar möglichst schnell erlösen, tut mir sehr leid für ihn. :( Wir hatten extra drauf geachtet diesen Fisch sehr spät in das Becken einzusetzen, dies geschah nach 3 Monaten, nachdem das Becken aufgestellt wurde. Genug Aufwuchs war vorhanden. Die Welse gehen aber meist nicht an das Futter, nur einzelne Tiere haben das gemacht. Sie saßen sonst immer auf dem Holz oder auf Pflanzen.

Die anderen Ottos sehen nicht so aus wie der besagte aber das beobachte ich weiterhin sehr genau, evtl. kommt ja noch was. Ein Freund hatte mir nachdem ich die Fische dort gekauft hatte auch von dem Händler abgeraten weil er sich eine bakterielle Infektionen ins Becken geholt hatte. Nun, da hatte ich sie aber schon.

Zu futtern gibt es durchweg viel verschiedenes, Lebend, Frost, Granulat, Welstabletten etc. Ich versuche da möglichst variabel zu sein.

@hans, Katzen haben wir auch 2. Sie sind 1. 1/2 Jahre alt und ich hoffe sehr, sie leben so lange wie deine vergangenen Tierchen. :)

Ist denn meine angedachte Methode die richtige um das Tier zu erlösen oder wie sollte ich hier am besten vorgehen? Würde jetzt gleich damit loslegen, ich will ihn nicht mehr leiden lassen, das Thema scheint ja eindeutig.

Vielen Dank ihr lieben!
 
Alles klar, werde mich gleich ran setzen und danach brauche ich Ablenkung.

Wünsche euch einen schönen Abend, vielen Dank für die Hilfe!
 

Melodi

Mitglied
Hallo alle beisammen...

Ich hoffe, ich bin nicht ganz zu spät...

Zum Thema Nottötung von Tieren würde ich gerne einiges sagen...

Eine sog. Nottötung - in diesem Falle - eigener Zierfische kommt laut Tierschutzgesetz nur dann infrage, wenn man:

1. keine Zeit/ Möglichkeit hat, zum Tierarzt zu gehen (da nur Tierärzte Heimtiere töten dürfen)
2. sich sicher ist, dass das betroffene Tier mehr leidet als - sagen wir mal - "Freude" empfindet -> bzw. ein lebenswürdiges Leben nicht mehr möglich ist

Ob diese Dinge nun zutreffen, kannst nur Du wissen. Ferndiagnosen sind immer eine schwierige Sache...

Die Tötung an sich fällt dann unter die Tierschutz-Schlachtverordnung.

Bei uns in Niedersachsen gibt es da zwei Methoden, die für Zierfische infrage kommen. Ob es in anderen Bundesländern noch weitere Methoden gibt - keine Ahnung, bin keine Jurastudentin.

Hier mal die entsprechende Seite des Laves Niedersachsen - als Studentin der Tiermedizin kann ich dir die Anleitung besten Gewissens empfehlen:

Ich persönlich kam leider schon in die Lage, eines meiner Fische erlösen zu müssen. Was ich nicht empfehlen kann ist die Koch- oder die Eisschockmethode - mal abgesehen davon, dass diese nicht legal sind.

Am effektivsten finde ich bei unseren Zierfischen - da sie i.d.R. kleine Fische sind - die Betäubungsmethode via Nelkenöl (kriegt man in jeder Apotheke). Das mischst du vorher mit Milch im Verhältnis 1:10 an (-> pro Liter Wasser 10 Tropfen). Gibst es dann in einen entsprechenden Behälter und tust da den Fisch rein -> beobachten und nach Inaktivität weitere 10 Minuten warten. Dann Kiemenrundschnitt oder Schnitt hinter den Kiemen -> Abtrennen von Rückenmark in Genickregion.

Steht aber alles auch auf der Seite drin.

Es mag brutal klingen, aber nur so gehst du sicher, dass dein Fisch tot ist und keine Schmerzen empfunden hat. Bei allen anderen Methoden kannst du dir da nicht sicher sein. Und nur so ist es auch tierschutzkonform und somit legal.

Falls du noch Fragen hast, kannst du mich gerne anschreiben.
 

Josepe

Mitglied
Hier mal die Jurastudentin: keine Ahnung wie es mit den Regelungen in einzelnen Bundesländern aussieht. Eine Strafverfolgung wird aber wohl nicht stattfinden (selbst eine Katze zu überfahren ist eine Sachbeschädigung die keine wirklichen Konsequenzen hat. Außer deine Katze beschädigt beim überfahren werden ein teures Auto…)
Ein Tier zu töten wäre für den Normalbürger im Zweifelsfall also nur eine Ordnungswidrigkeit. Interessiert aber wirklich niemanden außer uns hier und dich wohl am meisten.
Ansonsten klingt die von melodi beschriebene Methode sehr human.
Liebe Grüße, Charlotte
 
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Moderlieschen

Moderator
Teammitglied
Hi,

ich seh das wie Svenja.
Solange ein Fisch normal frisst, munter ist und umherschwimmt, sehe ich keinen Grund, das Tier zu töten.
Gegebenenfalls würde ich ihn separieren, vorübergehend beobachten,falls Grund zur Annahme einer Ansteckung besteht. Das ist aber hier ebenfalls nicht gegeben, da alle anderen Fische nicht betroffen sind.
Im Übrigen erkenne ich auf den Fotos definitiv keine Bauchwassersucht. Und wenn der Fisch das hätte, würde er ganz offensichtlich leiden.
Und das tut er ja nicht. Also, warum töten?
 

Snowgnome

Mitglied
Hi
Hier mal die Jurastudentin:
Ein Tier zu töten wäre für den Normalbürger im Zweifelsfall also nur eine Ordnungswidrigkeit. Interessiert aber wirklich niemanden außer uns hier und dich wohl am meisten.

Liebe Grüße, Charlotte
An die Jurastudentin

Schau mal in den § 17 TierschG. Das Töten eines Tieres kann unter bestimmten Umständen auch eine Straftat sein
;)
 

Ago

Mitglied
Hallo!

Ich bin mir sicher, niemand hier wird einen Fisch töten, wenn er nicht überzeugt ist, daß das Tier 1. extrem leidet und 2. keine Aussicht auf Besserung besteht.
(Die Halter, denen ihre Tiere egal sind, warten ab bis sich das Leiden von alleine erledigt hat.)

Aber man muß da mal Theorie, rechtliche Seite und Praxis bzw. gesunden Menschenverstand trennen.

Einen Fisch erstmal zum Tierarzt zu fahren, ist weltfremd. (Abgesehen davon, daß nicht jeder einen auf Fische spezialisierten Tierarzt in der Nähe hat.) So viel Stress anzutun und so viel Zeit zu vergeuden, während das Tier leidet, kann nicht der richtige Weg sein.

Ein Kiemenschnitt bzw. komplett den Kopf abzuschneiden mit einem kurzen gezielten Schnitt, ist sicherlich eine schnelle und dadurch angemessene Methode. Das ist aber bei kleinen Fischen gar nicht so einfach und das kann auch nicht jeder.

Fische minutenlang in völlig unnatürliche Flüssigkeiten wie Milch einzulegen, würde ich persönlich ablehnen. Noch dazu, wenn ich sowieso einen Kiemenschnitt durchführe. Nelkenöl wirkt auch in Aquarienwasser.

Die letzten Fische, die ich erlösen musste, sind von einem Regalbrett erschlagen worden. Und ich kann mir 100%ig sicher sein, daß sie sofort tot waren und daß sie keinesfalls mehr Schmerzen hatten als bei einem Kiemenschnitt.
 

Josepe

Mitglied
Hi

An die Jurastudentin

Schau mal in den § 17 TierschG. Das Töten eines Tieres kann unter bestimmten Umständen auch eine Straftat sein
;)
Hui Marco, da hast du recht!
ist halt nichts womit man im Studium etc. zu tun hat.
da aber auch dieser Tatbestand einen Vorsatz beinhaltet denke/hoffe ich, dass das hier auf niemanden zutrifft!

edit: Wobei der IIb) schon zum nachdenken anregt…. Ob so ein Eisbad erhebliche Leiden hervorruft… ich musste es zum Glück nie probieren und würde wenn wirklich auf melodis Methode zurückgreifen oder glatt den Hammer…

letztlich wird es auf jeden Fall (zT leider) nicht verfolgt.
Und den rattenschwanz an anderen fragen (Tier falsch halten, unnötig leiden zu lassen), spare ich mir glatt lieber. Gibt es wahrscheinlich auch was im TierschG.

ist hier übrigens ganz unabhängig vom beitrag gemeint: so lange der Fisch sonst ok wirkt, würde ich auch abwarten!

Liebe Grüße
 
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Ago

Mitglied
So Ihr lieben Juristen!

*Klugscheißermodus an*
mit Vorsatz töte ich auch, wenn ich ein Tier aufgrund Krankheit erlösen will!
Paragraph 17 TSchG sagt aus, daß ich ein Tier nicht ohne vernünftigen Grund töten darf!
*Klugscheißermodus aus*

 


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